Alle sind sie weg. Das ist auf eine Art traurig, aber wer mich kennt, weiss, dass ich die Ruhe liebe. Ahhh!! In Ruhe denken. Sein. Aus dem Fenster schauen. Aber gleichzeitig freue ich mich wie ein kleines Kind auf in 17 Tagen!!!!!! Und das kam so:
31.Dezember 2011 - vor etwa einem Jahr also. Da verfasste ich diesen Blogeintrag und schrieb von einem "Drama", dass sich ereignet habe. Das war auch mein 900. Blogeintrag. Damals ging ich nicht näher auf das Drama ein. Heute kann ich das schmunzelnd tun. Also, ich fuhr nämlich an besagtem Tag mit dem Auto nach Hause, und plötzlich überkam mich das riesig wirkende Gefühl, dass mich NIE ein Mann lieben und heiraten wollen würde. Worauf ich sofort den Heiligen Geist sagen hörte "äähm..nein. Du wirst einen haben". Ok. Wenn du es sagst.
Es folgte, einige Tage darauf, ein neuer Blogeintrag, in dem ich schrieb: "Und ich hatte eine super Zeit mit den Leuten dort, mit Besuchern und Besucherinnen"..... - ja, wer war denn da noch ein Besucher, nebst meinem Pastor und dessen Frau? Ja, wer wohl?! Ja genau, mein zukünftiger Ehemann, den ich in dieser Woche kennenlernte. Das war am 20.1.
Am 23.1. erhielt ich die erste e-mail von diesem Traummann. Und am 27.1. bloggte ich: ""Crazy". Ich weiss nicht, wie oft ich dieses Wort in den vergangenen
zwei Wochen benutzt habe... Ich glaub ich komme nicht nur in eine neue
Season, sondern in einen neuen Lebensabschnitt hinein. Manches fängt an
und wirkt sich auf alles in mir aus, aber es ist noch zu frisch, zu
unbekannt, als dass ich es einfach so geniessen könnte, ohne
gleichzeitig auch verunsichert zu sein. Je mehr ich weiss, umso mehr
Fragen scheine ich zu haben. Und je mehr Fragen, umso besser gelingt es
mir, das Jetzt zu geniessen. Alles wird gut, es ist schön."
Crazy town indeed!
Natürlich gab es dieses Jahr auch viele Tränen und viel Schmerz. Ich machte Fehler und richtete "messes" an. Die wieder aufgeräumt werden mussten. Und es passiert auch weiterhin ab und zu. Aber in dem drin zu lernen, dass das nicht bedeuten muss, dass ich jetzt nicht mehr geliebt werde. Oder dass ich mich nicht selbst bestrafen muss und hart sein zu mir. Oder zu andern. Und zu lernen, mich ganz in den Schmerz hineinzulehnen, anstatt zu versuchen, ihn zu betäuben. Und dann mich heilen zu lassen. Im Intimität haben mit einem liebenden Gott. Und die Freude des Moments in dem ich feststelle, dass ich tatsächlich nun in einer ähnlichen Situation anders, weniger impulsiv, weniger stark, weniger verletzend reagiert habe.... Was für ein Prozess!
Weiter im Jahresrückblick:
- Ich begann, einen Mann zu lieben. Ich lernte, geliebt zu werden zuzulassen. Ich begann zu vertrauen.
- Ich lernte ganz ganz viel über Beziehungen. Und bin immer noch daran.
- Ich begann, italienisch zu lernen.
- Ich flog ein Flugzeug.
- Ich erhielt einen Heiratsantrag.
- Ich begann, ein Buch zu schreiben.
- Ich durfte mein absolutes Traumpraktikum anfangen.
Und vieles weiteres mehr. Ich bin überaus dankbar und überwältigt.
Was hab ich nun von den drei Jahren hier? Mehr Wissen über Heilung und das Übernatürliche? Eine Goldstaubwolke erlebt? Mehr Bibelkenntnis? Lehre über Leiterschaft verinnerlicht?
Ja.
Aber vor allem, und ich meine VOR ALLEM - vor!!! all dem - durfte ich heil werden. Alleine der Ausdruck "heil werden". Ich könnte einfach mal an einem Morgen sagen "heil werden" und den ganzen restlichen Tag darin schwelgen.
Ich wurde heil an dem Tag, als Jesus am Kreuz starb. Fertig. In genau diesem Moment trat ich in den "Raum des Heil seins" (dieses Bild des Raums habe ich von Eric Johnson gestohlen). Nur wusste ich das eine laaaaange Zeit nicht. Die letzten zweieinhalb Jahre durfte ich an einem wundervollen Ort verbringen, und diesen Raum des Heil seins entdecken, ausprobieren, erleben. Jetzt weiss ich so viel mehr, was Jesus für mich getan hat - für jeden Menschen getan hat. Wow!!!
Montag, Dezember 24, 2012
Samstag, Dezember 22, 2012
Massnahmen
Manchmal muss das Mass erst voll sein. Bevor es ausgeleert werden kann.
So war es mit den Ameisen: Kurz nach unserem Einzug in die Wohnung krabbelten vereinzelt Ameisen herum: Über unsere Bücher, über den Tisch, aus den Taschen, auf dem Bett. Während meine Mitbewohnerinnen die kleinen Insekten sofort reflexartig zerdrücken wollten, war ich stets reflexartig lieb und schneller, und trug jedes einzelne Tierchen aus der Wohnung heraus. Mit der Zeit wurde es auch mir zuviel. Und als wir Nester im Teppich neben unseren Matratzen entdeckten, war eben das Mass voll: Ich, die tierliebendste Person die ich kenne, griff zum Giftspray und Staubsauger. Dann kam glücklicherweise der Winter.
So ist es mit dem Einbiegen: Neben unserem Wohnblock verläuft eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt. Zwei Spuren in jede Richtung. Immer befahren. Kommt von links nichts, ist bestimmt grad rechts, weiter unten, eine Ampel auf grün gesprungen. Die Autos fahren 70km/h. Ich will links abbiegen und warte. Und warte, und warte, und warte. Meine BeifahrerInnen sagen mit der Zeit: "Du kannst fahren". Ich warte immer noch. Um sicher zu sein. Bis irgendwann das Mass voll ist, und ich in eine Lücke hineinbrause, der vorher mindestens zehn grössere vorausgegangen sind. Dasselbe wenn ich dringend wohin muss. Dann passe ich in jedes Zeitfensterchen, das sich vor mir auf drei Spuren auftut.
Wer kennt das nicht: Etwas tut ein bisschen weh. Whatever. Wird schon vorbei gehen. Aber so nach zwei Monaten Ohrenschmerzen reicht es mir, und ich wechsle ab mit beten, Knoblauch ins Ohr stopfen und homöopatische Tropfen hineinzupipettlen. (Es gab NUR homöopatische, ich hab sogar beim Apotheker nachgefragt)
Zu guter letzt: Aufräumen. Ich liebe es, wenn das Zimmer ordentlich aufgeräumt ist und wenn nichts herumliegt. Wie kommt es denn, dass es trotzdem meistens aussieht, als wäre ein Wirbelsturm vorbeigezogen und ich hätte dabei das Fenster offengelassen? ...da war wohl das Mass noch nicht ganz voll. Aber wenn es mal voll ist, dann ist nichts mehr vor mir sicher, und dann sieht das Zimmer so aus wie jetzt, und ich fühle mich wohl wie noch nie und wenn meine Mutter das sehen würde, wäre sie stolz auf mich. Ihr Mass ist nämlich mit grossem Abstand vor mir voll...
So war es mit den Ameisen: Kurz nach unserem Einzug in die Wohnung krabbelten vereinzelt Ameisen herum: Über unsere Bücher, über den Tisch, aus den Taschen, auf dem Bett. Während meine Mitbewohnerinnen die kleinen Insekten sofort reflexartig zerdrücken wollten, war ich stets reflexartig lieb und schneller, und trug jedes einzelne Tierchen aus der Wohnung heraus. Mit der Zeit wurde es auch mir zuviel. Und als wir Nester im Teppich neben unseren Matratzen entdeckten, war eben das Mass voll: Ich, die tierliebendste Person die ich kenne, griff zum Giftspray und Staubsauger. Dann kam glücklicherweise der Winter.
So ist es mit dem Einbiegen: Neben unserem Wohnblock verläuft eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt. Zwei Spuren in jede Richtung. Immer befahren. Kommt von links nichts, ist bestimmt grad rechts, weiter unten, eine Ampel auf grün gesprungen. Die Autos fahren 70km/h. Ich will links abbiegen und warte. Und warte, und warte, und warte. Meine BeifahrerInnen sagen mit der Zeit: "Du kannst fahren". Ich warte immer noch. Um sicher zu sein. Bis irgendwann das Mass voll ist, und ich in eine Lücke hineinbrause, der vorher mindestens zehn grössere vorausgegangen sind. Dasselbe wenn ich dringend wohin muss. Dann passe ich in jedes Zeitfensterchen, das sich vor mir auf drei Spuren auftut.
Wer kennt das nicht: Etwas tut ein bisschen weh. Whatever. Wird schon vorbei gehen. Aber so nach zwei Monaten Ohrenschmerzen reicht es mir, und ich wechsle ab mit beten, Knoblauch ins Ohr stopfen und homöopatische Tropfen hineinzupipettlen. (Es gab NUR homöopatische, ich hab sogar beim Apotheker nachgefragt)
Zu guter letzt: Aufräumen. Ich liebe es, wenn das Zimmer ordentlich aufgeräumt ist und wenn nichts herumliegt. Wie kommt es denn, dass es trotzdem meistens aussieht, als wäre ein Wirbelsturm vorbeigezogen und ich hätte dabei das Fenster offengelassen? ...da war wohl das Mass noch nicht ganz voll. Aber wenn es mal voll ist, dann ist nichts mehr vor mir sicher, und dann sieht das Zimmer so aus wie jetzt, und ich fühle mich wohl wie noch nie und wenn meine Mutter das sehen würde, wäre sie stolz auf mich. Ihr Mass ist nämlich mit grossem Abstand vor mir voll...
Mittwoch, Dezember 19, 2012
Roh und echt
Meine Chiropraktorin machte mich wieder mal darauf aufmerksam, wie gut es wäre, viel rohes Gemüse zu essen. Da ich nicht gern kalte Sachen esse, schon gar nicht im Winter, drücke ich mich immer ein bisschen vor dem. Aber ich weiss, wie gut es wäre. Ich sah mich also schon am Tisch sitzen und an Blumenkohl knabbern. Dann aber fiel mir etwas besseres ein:
Montag, Dezember 17, 2012
Der Körper
Der Körper fasziniert mich. Wie alles funktioniert, bzw. was passiert, wenn etwas nicht mehr in Ordnung - nicht mehr in der richtigen Ordnung - ist. Zusammenhänge. Erkenntnisse. Lange, sehr lange Zeit lebte ich sehr ignorant an meinem Körper vorbei. Ich war mir nicht bewusst, dass unterhalb meines Kopfes auch noch etwas ist. Ich war intellektuell hochschwebend und tiefgehend, aber hatte kein Körperbewusstsein. Schmerzen? Schmerzmedikamente. Dann hatten wir eine Frau in unserer Jesusfreaks Gruppe, die kaufte konsequent bio, fair gehandelt, und lokal ein. Irgendwann machte ich mir Gedanken darüber. Somit änderte sich mein Konsumverhalten und meine Ernährung radikal.
Der männliche Körper und der weibliche Körper. So verschieden!! Schon nur der Monatszyklus und die Hormone! Inzwischen ist mein Körperbewusstsein so gewachsen, dass ich genau spüre, wie sich die Hormone nach dem Eisprung ändern und wie ich mich anders fühle. Der Zyklus meiner Zimmernachbarin und meiner haben sich einander angepasst. Es ist anscheinend erwiesen, so las ich, dass Frauen, die einen unregelmässigen Zyklus haben, einen regelmässigeren bekommen, wenn sie sich auf ihn achten und über eine gewisse Zeit hinweg dessen Symptome notieren.
Schmerzen: So viele Gründe, so viele Behandlungsmöglichkeiten. So hatte ich Schmerzen beim Atmen und wenn ich mich hinlegte, und war überzeugt, dass es sich um ein Lungenproblem handeln musste. Der Arzt machte ein EKG und ein Lungenröntgenbild. Nichts. Schliesslich waren es die Knorpel meiner Rippen. Nun habe ich ein Problem mit dem Knie. Dabei ist es eigentlich gar nicht das Knie. Das eigentliche Problem ist wahrscheinlich, dass die Muskeln auf der Oberseite meiner Oberschenkel trainierter sind als die auf der anderen Seite, und dass somit das Knie nicht ausbalanciert ist. Nebst Hochlagern, nicht mehr velofahren und Eis auflegen ist also gezielter Muskelaufbau angesagt. Faszinierend!!
Einmal, ich vergass den genauen Grund, war ich wütend auf jemanden, und hatte plötzlich starke Kopfschmerzen. Ich vergab der Person, und augenblicklich waren alle Schmerzen weg. Faszinierend!
Ich gehe regelmässig zur Chiropraktorin und komme jeweils aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie bringt alles an die richtige Stelle, und schon werden Organe besser durchblutet, ich fühle mich wacher, aufgeweckter, besser.
Und so gehen die Beobachtungen weiter und ich lerne, lerne, lerne, und staune einfach nur.
Der männliche Körper und der weibliche Körper. So verschieden!! Schon nur der Monatszyklus und die Hormone! Inzwischen ist mein Körperbewusstsein so gewachsen, dass ich genau spüre, wie sich die Hormone nach dem Eisprung ändern und wie ich mich anders fühle. Der Zyklus meiner Zimmernachbarin und meiner haben sich einander angepasst. Es ist anscheinend erwiesen, so las ich, dass Frauen, die einen unregelmässigen Zyklus haben, einen regelmässigeren bekommen, wenn sie sich auf ihn achten und über eine gewisse Zeit hinweg dessen Symptome notieren.
Schmerzen: So viele Gründe, so viele Behandlungsmöglichkeiten. So hatte ich Schmerzen beim Atmen und wenn ich mich hinlegte, und war überzeugt, dass es sich um ein Lungenproblem handeln musste. Der Arzt machte ein EKG und ein Lungenröntgenbild. Nichts. Schliesslich waren es die Knorpel meiner Rippen. Nun habe ich ein Problem mit dem Knie. Dabei ist es eigentlich gar nicht das Knie. Das eigentliche Problem ist wahrscheinlich, dass die Muskeln auf der Oberseite meiner Oberschenkel trainierter sind als die auf der anderen Seite, und dass somit das Knie nicht ausbalanciert ist. Nebst Hochlagern, nicht mehr velofahren und Eis auflegen ist also gezielter Muskelaufbau angesagt. Faszinierend!!
Einmal, ich vergass den genauen Grund, war ich wütend auf jemanden, und hatte plötzlich starke Kopfschmerzen. Ich vergab der Person, und augenblicklich waren alle Schmerzen weg. Faszinierend!
Ich gehe regelmässig zur Chiropraktorin und komme jeweils aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie bringt alles an die richtige Stelle, und schon werden Organe besser durchblutet, ich fühle mich wacher, aufgeweckter, besser.
Und so gehen die Beobachtungen weiter und ich lerne, lerne, lerne, und staune einfach nur.
Donnerstag, Dezember 13, 2012
Nachtrag zum Vortrag vom Vortag
Nachtrag zum letzten Vortrag: Die letzten paar Monate habe ich mich
ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt, und heute schrieb ich einfach
frisch von der Leber weg, aus dem Herzen hinaus, was mir auf dem Magen
lag, von ganzer Seele, was mir so im Kopf herumschwirrte. Es hat
vermutlich nicht alles Hand und Fuss. Ich habe es mehr so aus dem
Handgelenk geschüttelt. Vielleicht ist einiges an den Haaren
herbeigezogen. Anderes braucht mehr Fersengeld. Bei manchen Themen, ich
gebe es zu, habe ich ge-ellenbögelet. Doch ich empfange mit offenen
Armen jeden Input, auch wenn ich es dir vielleicht aus der Nase ziehen
muss. Aber gewisse Dinge sind mir einfach ins Auge gestochen. Ich bin
ein Vollblut-D, ich gebe es zu, und manchmal schiesse ich, ohne zu
zielen. Ich hoffe, du verstehst mich.
Mittwoch, Dezember 12, 2012
10 Schritte zur Heirat.. oder so.
Ohne lange nachzudenken, aber nach vielem darüber nachdenken, hier meine Gedanken in zehn Schritten.
1. Will ich heiraten?
Wenn du heiraten willst, dann öffne dich, Leute des anderen Geschlechts kennenzulernen. Damit meine ich nicht, sie von weitem im Gottesdienst anzuschauen und dann die nächsten drei Jahre damit zu verbringen, Gott zu fragen, ob er/sie der oder die Richtige ist. Ich meine damit, dass du dich getraust, mit dieser Person ins Gespräch zu kommen, oder über die Person Auskünfte einzuholen.
Gemäss Paulus ist man zum Single-Sein berufen, wenn man keinen Sextrieb hat. Ja genau, Sextrieb. Gerade unter Christen tut man ja häufig so, als ob man keinen hätte, oder als ob er etwas schlechtes wäre. ähhm.. würde irgendjemand so verrückt sein, zu heiraten, wenn man nicht motiviert wäre durch den Sextrieb? Ich zeichne hier ein Bild, gell.
2. Daten und D.T.R.
Warum tun immer alle so, als ob niemand eine Beziehung sucht, dabei suchen alle eine Beziehung? Gerade in der Schweiz erlebte ich es immer so, dass man jaaaa nicht zeigen will, dass man eventuell "mehr" will. Dabei sind wohl nur wenige zum Single-Sein berufen. Warum also nicht einfach offen und unkompliziert einander kennenlernen? Hier in den USA ist es völlig normal, zu "daten". Das heisst noch lange nicht, dass man jetzt ein Paar ist und dass es eine soziale Katastrophe ist, wenn man wieder aufhört, zu daten. Im Gegenteil. Man geht mal zusammen einen Kaffee trinken, lernt sich kennen, und hat immer wieder "D.T.R.'s" - Defining the Relationship: Sind wir uns ganz unverbindlich am kennenlernen? Oder sind wir bereits soweit, dass wir zur Zeit mit niemand anderem mehr coffee dates haben würden? Oder können wir uns gar vorstellen, Freund&Freundin zu sein? Wenn nicht - kein Problem! Aber wir konnten uns wenigstens kennenlernen und uns klarer werden, wen oder was wir wollen.
3. Kann ich mir vorstellen, diese Person zu heiraten?
Wenn nicht - dann date sie auch nicht mehr länger.
Wenn ja - JEDE Person hat Fehler. Die Frage ist: Haben wir dieselben Grundwerte im Leben? Super. Haben wir Ziele, die ganz deutlich nicht vereinbar sind? Nicht? Super. Können wir offen zusammen kommunizieren und ist das Ziel unserer Kommunikation, einander besser zu verstehen? Haben wir ähnliche Vorstellungen vom Leben mit Gott, von Familie/Kindern, und von Ehe? Spüren wir Frieden über der Beziehung?
Haben wir denselben Ruf?
Ein Klassiker. Ich stelle mir diese Frage ja auch. Besonders, seit ich mich plötzlich vermehrt in die Mission berufen fühle, während mein zukünftiger Mann noch niemals an so etwas gedacht hat. Aber hey, ist Gott nicht gut und gross genug, um beiden Ehepartnern in einer Ehe ähnliche Sachen auf's Herz zu legen? Das Ehepaar, das uns trauen wird, hatte vor 20 Jahren bei ihrer Heirat KEINEN SCHIMMER von dem, was sie jetzt so perfekt eingespielt tun.
4. Wenn ja - dann go for it.
Sobald du heiratest, ist er/sie der oder die Richtige. Gott wird sich hinter die Ehe stellen. Es gibt Ehen von Leuten, wo man denkt, die hätten NIE heiraten sollen. Aber gerade Beispiele wie Sheri&Danny Silk zeigen, dass auch das für Gott kein Problem ist. Vielleicht dauert es ein bisschen länger, an Sachen zu arbeiten. Vielleicht ist nicht gerade alles einfach. Aber was ich damit sagen will: Ich glaube nicht, dass man vor dem Heiraten sich ewig von der Frage verunsichern lassen soll "ist er/sie die Richtige? Ist es Gottes Wille?". Ich bevorzuge Fragen wie diese: Sind wir einigermassen gesund? Sind wir gewillt, Leute in unsere Beziehung schauen und reden zu lassen? Sind wir motiviert, an uns und unserer Beziehung zu arbeiten zu hineinzuinvestieren? (z.B. durch Kurse, Bücher, Coaching). Leben wir beide eine lebendige Beziehung mit Gott?
5. Heiraten nur wegen Sex?
Je mehr Intimität, umso mehr Verbindlichkeit ist nötig, damit sich beide - oft mehr die Frau - sicher und geschützt fühlen in der Beziehung. Wenn man ewig wartet, fördert das erstens nicht gerade das Sicherheitsgefühl und Vertrauen, und zweitens ist ja eben trotz allgemeinen Stillschweigens darüber noch der Sextrieb da, und der wird bei wachsender Vertrautheit immer stärker. Ich rede aus Erfahrung. Wenn man dann ewig wartet, ist esgut möglich wahrscheinlich, dass man "zu weit" geht. Wie weit ist zu weit? Zu weit ist, wenn die körperliche Intimität weiter geht als die Verpflichtung zueinander.
Und mal ehrlich: Man muss wirklich nicht jemanden küssen, um herauszufinden, ob man diese Person heiraten will. Um nicht ein ganzes Ölfass auf eine Flamme zu werfen, ist es besser, möglichst gar nichts körperliches zu tun, bevor man weiss, dass man heiratet. Gianni und ich haben uns nicht geküsst, bevor wir uns nicht beide sicher waren, dass wir einander heiraten wollen. Und ja: Wir wollten UNBEDINGT küssen! Aber wie froh bin ich, dass wir uns zuerst klar über unsere gemeinsame Zukunft wurden. Zungenküssen vor der Ehe ist auch unnötig bzw. kontraproduktiv. Und alles Anfassen sowieso. Das ist zu hart, zu unmöglich? Deswegen plädiere ich eben für's schnell heiraten.
Wie oft hörte ich, und sagte sogar selbst, wie doof ich es finde, "nur wegen Sex" zu heiraten. Inzwischen vertrete ich genau das Gegenteil. Wobei es völlig klar ist, dass niemand nur wegen Sex heiratet. Da überlegt man sich trotz Sextrieb schon noch andere Sachen, nämlich alles Essentielle. Darum: Hat man das Essentielle geklärt, kann man es gut wagen. Wenn man sich noch unsicher fühlt, kann man Schritte unternehmen. Es gibt heutzutage Unmengen von grossartigen Sachen auf dem Markt, um Paaren zu helfen, ihre Beziehung zu vertiefen und zu stärken: Bücher, Kurse, Coaching.
6. Warten mit Sex bis zur Ehe??
Da ich nicht weiss, wer alles meinen Blog liest: Warten mit Sex bis zur Ehe ist das Härteste und gleichzeitig das Allerbeste, was ich je gemacht habe. Die Frage ist nämlich nicht "wie weit dürfen wir denn gehen?", sondern "Wie viel Sicherheit, Vertrauen und Schutz können wir einander bieten?". Wenn man eine Beziehung zusammen aufbaut, ganz ohne den Sextrieb ständig aufzuheizen, dann kann man schnell an einen Punkt kommen, wo man sich ganz füreinander entscheiden kann. Dann ist es auch nicht mehr so schwierig, zu warten. Und nochmal als Wiederholung: Zuerst kommt die Verbindlichkeit/Bindung/Hingabe (commitment), dann die körperliche Intimität. Dann ist die Sicherheit und das Vertrauen gross.
Ausserdem: Probiere nicht, die Lust im Zaum zu halten. Töte die Lust. Lust ist etwas, was du nur für dich selbst willst. Lust hilft einem häufig, über Schwächen, Probleme und Ängste hinwegzutäuschen. Was wir in der Ehe für das beste Sexleben aller Zeiten wollen, ist nicht Lust. Es ist sexuelle Leidenschaft. Und die soll man am besten gar nicht erst vorher wecken. (Hohelied 2,7b). Diese Offenbarung über Lust/Leidenschaft ist nicht von mir, sondern von diesem unglaublich empfehlenswerden (englishsprachigen) e-book hier: Asking all the wrong questions. Es ist das beste Buch über Sex vor der Ehe, das ich je gelesen habe. Ich musste es gleich dreimal lesen. Es ist kurz, gut lesbar, und kostet nur ein paar Dollar.
Abgesehen von der Sicherheit und dem Vertrauen, glaube ich auch fest daran, dass bei der Eheschliessung im geistlichen Raum etwas passiert. Dass wie ein besonderern Schutz, eine besondere Verbindung eingerichtet wird über einem. Man wird eins. Was gibt es schöneres, als in diesem Rahmen zum ersten Mal zusammen zu schlafen bzw. all das andere zusammen zu entdecken?!
Eine Seitenbemerkung zu "Männer wollen nur Sex". Wir müssen endlich aufhören, Männer als etwas unterklassiges anzuschauen, weil sie tendenziell einen stärkeren Sextrieb haben als Frauen. Ich lernte nämlich kürzlich dies: Frauen haben einen bedeutend höheren Oxitocin-Wert als Männer. Oxitocin ist ein Hormon, das vor allem dazu beiträgt, dass wir uns binden wollen. Jetzt kommt die Pointe: Es gibt einen Moment, in dem Männer dieselbe grosse Oxitocin-Ausschüttung haben wie Frauen. Nämlich während dem Orgasmus. Könnte das eventuell eine Erklärung sein? Wollen Männer vielleicht unter anderem auch so stark Sex, weil es sich so gut anfühlt, sich verbunden zu fühlen zur Frau, und eine starke Bindung aufzubauen? Einfach ein Gedanke...
7. Aber das Geld/ das Studium/ die Umstände!
Ja.... das ist auch genau der Grund, warum wir noch nicht verheiratet sind. Aber wir wollen beide vielleicht auch nochmal studieren. Und vermutlich werden wir einfach mal in ein WG-Zimmer zügeln statt in eine Wohnung. Aber wie realistisch ist es, nochmalein bisschen 5 Jahre zu warten, bis dann wirklich alles stimmt? Und in dieser Zeit sexuell an einem sicheren Ort bleiben??
8. Es gibt so viele Scheidungen... Ängste:
Hatten die Leute, die sich heute scheiden lassen, all die Resourcen, die uns heute zur Verfügung stehen? Aus welchem Grund haben sie geheiratet? Was haben sie vorher rein-investiert? Wieviel Vertrauen wurde vorher aufgebaut? Wie war ihre Kommunikation, bevor sie heirateten? Und jetzt: Bist du in derselben Lage?
Was, wenn wir nach der Hochzeit Probleme bekommen? Ja, das kommt vermutlich so. (Let's laugh at that). Ich kenne Paare, die sind in ihren ersten Ehejahren vor allem in die Eheberatung gegangen. Es gibt die traurigen Beispiele, wo es in einer Scheidung endete, aber ich kenne mehr Beispiele von "glücklichen Paaren", die durch viel Beratung gegangen sind, nur weiss es kaum jemand.
9. Meine/Ihre/Seine Vergangenheit...
Ich habe eine Vergangenheit, Gianni hat eine Vergangenheit, alle haben eine Vergangenheit. Die gute Nachricht ist die: Jesus ist ein Profi im Wiederherstellen. Was vergeben ist, ist vergeben. Jesus kann alles wiederherstellen. Wie schon Jesaja sagte: Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! Siehe, ich wirke Neues,... (ich weiss, es ist aus dem Zusammenhang gerissen. Jesaja 43,18+19).
Vertraue auf das, was Gott im Leben deines Partners getan hat, oder in deinem Leben. Wenn es noch Ding gibt, die Aufarbeitung und Heilung benötigen, dann tu das unbedingt, bevor du heiratest. Es macht vieles einfacher. Aber glaub mir: Es gibt nichts, was Gott nicht mehr wiederherstellen kann. Ich rede aus Erfahrung.
10. Have fun!
Investiert, baut eure Beziehung. Und habt Spass dabei. Es macht soviel Freude, offen kommunizieren zu können, auch voreinander weinen und Schwäche zeigen zu können, Ängste einzugestehen. Und dann durchzuarbeiten und danach die vertiefte Verbindung zueinander geniessen zu dürfen. Zusammen beten, die Gegenwart Gottes (Frieden, Freude, Klarheit) willkommen heissen. Zusammen an Orten dienen, zusammen Beziehung zu anderen leben. Die Träume des Partners oder der Partnerin mitträumen, unterstützen. Sein Leben für den andern hingeben. Die Leidenschaft füreinander lebendig halten. Zeit füreinander einrichten. Die Liebessprachen des andern kennen und bewusst einsetzen. Der Beziehung Priorität geben vor dem Dienst, vor der Karriere. Sich lieben lassen, und aktiv lieben.
Ist es wirklich so einfach? Was, wenn es bei mir ganz anders aussieht, einfach nicht klappt?
Ich weiss es auch nicht. Das sind einfach meine Gedanken nach 11 Monaten Beziehung. Ich war vorher 9 Jahre Single bzw. hatte ein paar ungesunde Geschichten und auch Missbrauch. Vor 13 Monaten war ich noch Single. Und jetzt sitze ich hier im sonnigen Kalifornien, plane meine Hochzeit und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wow wow wow.
1. Will ich heiraten?
Wenn du heiraten willst, dann öffne dich, Leute des anderen Geschlechts kennenzulernen. Damit meine ich nicht, sie von weitem im Gottesdienst anzuschauen und dann die nächsten drei Jahre damit zu verbringen, Gott zu fragen, ob er/sie der oder die Richtige ist. Ich meine damit, dass du dich getraust, mit dieser Person ins Gespräch zu kommen, oder über die Person Auskünfte einzuholen.
Gemäss Paulus ist man zum Single-Sein berufen, wenn man keinen Sextrieb hat. Ja genau, Sextrieb. Gerade unter Christen tut man ja häufig so, als ob man keinen hätte, oder als ob er etwas schlechtes wäre. ähhm.. würde irgendjemand so verrückt sein, zu heiraten, wenn man nicht motiviert wäre durch den Sextrieb? Ich zeichne hier ein Bild, gell.
2. Daten und D.T.R.
Warum tun immer alle so, als ob niemand eine Beziehung sucht, dabei suchen alle eine Beziehung? Gerade in der Schweiz erlebte ich es immer so, dass man jaaaa nicht zeigen will, dass man eventuell "mehr" will. Dabei sind wohl nur wenige zum Single-Sein berufen. Warum also nicht einfach offen und unkompliziert einander kennenlernen? Hier in den USA ist es völlig normal, zu "daten". Das heisst noch lange nicht, dass man jetzt ein Paar ist und dass es eine soziale Katastrophe ist, wenn man wieder aufhört, zu daten. Im Gegenteil. Man geht mal zusammen einen Kaffee trinken, lernt sich kennen, und hat immer wieder "D.T.R.'s" - Defining the Relationship: Sind wir uns ganz unverbindlich am kennenlernen? Oder sind wir bereits soweit, dass wir zur Zeit mit niemand anderem mehr coffee dates haben würden? Oder können wir uns gar vorstellen, Freund&Freundin zu sein? Wenn nicht - kein Problem! Aber wir konnten uns wenigstens kennenlernen und uns klarer werden, wen oder was wir wollen.
3. Kann ich mir vorstellen, diese Person zu heiraten?
Wenn nicht - dann date sie auch nicht mehr länger.
Wenn ja - JEDE Person hat Fehler. Die Frage ist: Haben wir dieselben Grundwerte im Leben? Super. Haben wir Ziele, die ganz deutlich nicht vereinbar sind? Nicht? Super. Können wir offen zusammen kommunizieren und ist das Ziel unserer Kommunikation, einander besser zu verstehen? Haben wir ähnliche Vorstellungen vom Leben mit Gott, von Familie/Kindern, und von Ehe? Spüren wir Frieden über der Beziehung?
Haben wir denselben Ruf?
Ein Klassiker. Ich stelle mir diese Frage ja auch. Besonders, seit ich mich plötzlich vermehrt in die Mission berufen fühle, während mein zukünftiger Mann noch niemals an so etwas gedacht hat. Aber hey, ist Gott nicht gut und gross genug, um beiden Ehepartnern in einer Ehe ähnliche Sachen auf's Herz zu legen? Das Ehepaar, das uns trauen wird, hatte vor 20 Jahren bei ihrer Heirat KEINEN SCHIMMER von dem, was sie jetzt so perfekt eingespielt tun.
4. Wenn ja - dann go for it.
Sobald du heiratest, ist er/sie der oder die Richtige. Gott wird sich hinter die Ehe stellen. Es gibt Ehen von Leuten, wo man denkt, die hätten NIE heiraten sollen. Aber gerade Beispiele wie Sheri&Danny Silk zeigen, dass auch das für Gott kein Problem ist. Vielleicht dauert es ein bisschen länger, an Sachen zu arbeiten. Vielleicht ist nicht gerade alles einfach. Aber was ich damit sagen will: Ich glaube nicht, dass man vor dem Heiraten sich ewig von der Frage verunsichern lassen soll "ist er/sie die Richtige? Ist es Gottes Wille?". Ich bevorzuge Fragen wie diese: Sind wir einigermassen gesund? Sind wir gewillt, Leute in unsere Beziehung schauen und reden zu lassen? Sind wir motiviert, an uns und unserer Beziehung zu arbeiten zu hineinzuinvestieren? (z.B. durch Kurse, Bücher, Coaching). Leben wir beide eine lebendige Beziehung mit Gott?
5. Heiraten nur wegen Sex?
Je mehr Intimität, umso mehr Verbindlichkeit ist nötig, damit sich beide - oft mehr die Frau - sicher und geschützt fühlen in der Beziehung. Wenn man ewig wartet, fördert das erstens nicht gerade das Sicherheitsgefühl und Vertrauen, und zweitens ist ja eben trotz allgemeinen Stillschweigens darüber noch der Sextrieb da, und der wird bei wachsender Vertrautheit immer stärker. Ich rede aus Erfahrung. Wenn man dann ewig wartet, ist es
Und mal ehrlich: Man muss wirklich nicht jemanden küssen, um herauszufinden, ob man diese Person heiraten will. Um nicht ein ganzes Ölfass auf eine Flamme zu werfen, ist es besser, möglichst gar nichts körperliches zu tun, bevor man weiss, dass man heiratet. Gianni und ich haben uns nicht geküsst, bevor wir uns nicht beide sicher waren, dass wir einander heiraten wollen. Und ja: Wir wollten UNBEDINGT küssen! Aber wie froh bin ich, dass wir uns zuerst klar über unsere gemeinsame Zukunft wurden. Zungenküssen vor der Ehe ist auch unnötig bzw. kontraproduktiv. Und alles Anfassen sowieso. Das ist zu hart, zu unmöglich? Deswegen plädiere ich eben für's schnell heiraten.
Wie oft hörte ich, und sagte sogar selbst, wie doof ich es finde, "nur wegen Sex" zu heiraten. Inzwischen vertrete ich genau das Gegenteil. Wobei es völlig klar ist, dass niemand nur wegen Sex heiratet. Da überlegt man sich trotz Sextrieb schon noch andere Sachen, nämlich alles Essentielle. Darum: Hat man das Essentielle geklärt, kann man es gut wagen. Wenn man sich noch unsicher fühlt, kann man Schritte unternehmen. Es gibt heutzutage Unmengen von grossartigen Sachen auf dem Markt, um Paaren zu helfen, ihre Beziehung zu vertiefen und zu stärken: Bücher, Kurse, Coaching.
6. Warten mit Sex bis zur Ehe??
Da ich nicht weiss, wer alles meinen Blog liest: Warten mit Sex bis zur Ehe ist das Härteste und gleichzeitig das Allerbeste, was ich je gemacht habe. Die Frage ist nämlich nicht "wie weit dürfen wir denn gehen?", sondern "Wie viel Sicherheit, Vertrauen und Schutz können wir einander bieten?". Wenn man eine Beziehung zusammen aufbaut, ganz ohne den Sextrieb ständig aufzuheizen, dann kann man schnell an einen Punkt kommen, wo man sich ganz füreinander entscheiden kann. Dann ist es auch nicht mehr so schwierig, zu warten. Und nochmal als Wiederholung: Zuerst kommt die Verbindlichkeit/Bindung/Hingabe (commitment), dann die körperliche Intimität. Dann ist die Sicherheit und das Vertrauen gross.
Ausserdem: Probiere nicht, die Lust im Zaum zu halten. Töte die Lust. Lust ist etwas, was du nur für dich selbst willst. Lust hilft einem häufig, über Schwächen, Probleme und Ängste hinwegzutäuschen. Was wir in der Ehe für das beste Sexleben aller Zeiten wollen, ist nicht Lust. Es ist sexuelle Leidenschaft. Und die soll man am besten gar nicht erst vorher wecken. (Hohelied 2,7b). Diese Offenbarung über Lust/Leidenschaft ist nicht von mir, sondern von diesem unglaublich empfehlenswerden (englishsprachigen) e-book hier: Asking all the wrong questions. Es ist das beste Buch über Sex vor der Ehe, das ich je gelesen habe. Ich musste es gleich dreimal lesen. Es ist kurz, gut lesbar, und kostet nur ein paar Dollar.
Abgesehen von der Sicherheit und dem Vertrauen, glaube ich auch fest daran, dass bei der Eheschliessung im geistlichen Raum etwas passiert. Dass wie ein besonderern Schutz, eine besondere Verbindung eingerichtet wird über einem. Man wird eins. Was gibt es schöneres, als in diesem Rahmen zum ersten Mal zusammen zu schlafen bzw. all das andere zusammen zu entdecken?!
Eine Seitenbemerkung zu "Männer wollen nur Sex". Wir müssen endlich aufhören, Männer als etwas unterklassiges anzuschauen, weil sie tendenziell einen stärkeren Sextrieb haben als Frauen. Ich lernte nämlich kürzlich dies: Frauen haben einen bedeutend höheren Oxitocin-Wert als Männer. Oxitocin ist ein Hormon, das vor allem dazu beiträgt, dass wir uns binden wollen. Jetzt kommt die Pointe: Es gibt einen Moment, in dem Männer dieselbe grosse Oxitocin-Ausschüttung haben wie Frauen. Nämlich während dem Orgasmus. Könnte das eventuell eine Erklärung sein? Wollen Männer vielleicht unter anderem auch so stark Sex, weil es sich so gut anfühlt, sich verbunden zu fühlen zur Frau, und eine starke Bindung aufzubauen? Einfach ein Gedanke...
7. Aber das Geld/ das Studium/ die Umstände!
Ja.... das ist auch genau der Grund, warum wir noch nicht verheiratet sind. Aber wir wollen beide vielleicht auch nochmal studieren. Und vermutlich werden wir einfach mal in ein WG-Zimmer zügeln statt in eine Wohnung. Aber wie realistisch ist es, nochmal
8. Es gibt so viele Scheidungen... Ängste:
Hatten die Leute, die sich heute scheiden lassen, all die Resourcen, die uns heute zur Verfügung stehen? Aus welchem Grund haben sie geheiratet? Was haben sie vorher rein-investiert? Wieviel Vertrauen wurde vorher aufgebaut? Wie war ihre Kommunikation, bevor sie heirateten? Und jetzt: Bist du in derselben Lage?
Was, wenn wir nach der Hochzeit Probleme bekommen? Ja, das kommt vermutlich so. (Let's laugh at that). Ich kenne Paare, die sind in ihren ersten Ehejahren vor allem in die Eheberatung gegangen. Es gibt die traurigen Beispiele, wo es in einer Scheidung endete, aber ich kenne mehr Beispiele von "glücklichen Paaren", die durch viel Beratung gegangen sind, nur weiss es kaum jemand.
9. Meine/Ihre/Seine Vergangenheit...
Ich habe eine Vergangenheit, Gianni hat eine Vergangenheit, alle haben eine Vergangenheit. Die gute Nachricht ist die: Jesus ist ein Profi im Wiederherstellen. Was vergeben ist, ist vergeben. Jesus kann alles wiederherstellen. Wie schon Jesaja sagte: Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! Siehe, ich wirke Neues,... (ich weiss, es ist aus dem Zusammenhang gerissen. Jesaja 43,18+19).
Vertraue auf das, was Gott im Leben deines Partners getan hat, oder in deinem Leben. Wenn es noch Ding gibt, die Aufarbeitung und Heilung benötigen, dann tu das unbedingt, bevor du heiratest. Es macht vieles einfacher. Aber glaub mir: Es gibt nichts, was Gott nicht mehr wiederherstellen kann. Ich rede aus Erfahrung.
10. Have fun!
Investiert, baut eure Beziehung. Und habt Spass dabei. Es macht soviel Freude, offen kommunizieren zu können, auch voreinander weinen und Schwäche zeigen zu können, Ängste einzugestehen. Und dann durchzuarbeiten und danach die vertiefte Verbindung zueinander geniessen zu dürfen. Zusammen beten, die Gegenwart Gottes (Frieden, Freude, Klarheit) willkommen heissen. Zusammen an Orten dienen, zusammen Beziehung zu anderen leben. Die Träume des Partners oder der Partnerin mitträumen, unterstützen. Sein Leben für den andern hingeben. Die Leidenschaft füreinander lebendig halten. Zeit füreinander einrichten. Die Liebessprachen des andern kennen und bewusst einsetzen. Der Beziehung Priorität geben vor dem Dienst, vor der Karriere. Sich lieben lassen, und aktiv lieben.
Ist es wirklich so einfach? Was, wenn es bei mir ganz anders aussieht, einfach nicht klappt?
Ich weiss es auch nicht. Das sind einfach meine Gedanken nach 11 Monaten Beziehung. Ich war vorher 9 Jahre Single bzw. hatte ein paar ungesunde Geschichten und auch Missbrauch. Vor 13 Monaten war ich noch Single. Und jetzt sitze ich hier im sonnigen Kalifornien, plane meine Hochzeit und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wow wow wow.
Dezember
Und weil ich so lange nichts mehr geschrieben habe, hier gleich noch ein zweiter Post. Aber diesmal mit Fotos. Ein kleiner Einblick in mein Leben hier:
| Meine Mentorin und eine ihrer Klassen, in der ich assistieren (haha - vielmehr zuhören, staunen und Notizen nehmen) darf. |
Dienstag, Dezember 11, 2012
Die Einfachheit von allem zusammen
Warum ist die Schweiz hier so stark vertreten?
Die Schweiz ist klein - Sachen reden sich schnell herum in der christlichen Szene. Die meisten Bücher von hier sind oder werden auf deutsch übersetzt. Gott ist definitiv etwas am tun in der CH. Wir sind reich - es ist verhältnismässig einfach, in wenigen Monaten genug zu verdienen, um hier neun Monate zu verbringen. Und weil es sich viele SchweizerInnen leisten können, Bethel zu besuchen, sind viele StudentInnen hier frühere BesucherInnen.
Das ein paar Gründe..
Ansonsten herrscht Hektik und kehrt Ruhe ein, alles zur selben Zeit. Es läuft viel - aber wenn man nicht hingeht, ist es schön ruhig. Auf eine Art liebe ich die Vorweihnachtszeit und möchte mich voll reinwerfen. Parties, Rückblicke, Ausblicke, Einblicke. Gleichzeitig nehme ich den Hauch einer Inspirationswolke wahr, aber wenn ich zu beschäftigt bin, kann sie nicht bis zu mir vordringen. Aber dann springe ich einfach mit Anlauf hinein.
Geld. Soll ich es entspannt angehen im Wissen, dass Versorgung noch immer gekommen ist? Oder soll ich mich stressen und nervös Zahlen zusammenaddieren? Ersteres. Trotzdem denke ich zurzeit, dass ich ja schon äusserst gerne etwas RICHTIGES studieren würde, an einer richtigen Uni, mit einem richtigen Abschluss, damit ich auch mal etwas Richtiges arbeiten könnte. Aber ich mag nicht mehr immer nur das Nötigste einkaufen und mich halb schlecht fühlen, wenn ich mir mal ein Starbucks Kafi gönne (oder nochmal 7 Bücher). Ich möchte am liebsten einfach wieder servieren gehen, und zwar für ein Jahr oder länger, so, dass ich nicht sparen muss. Aber nochmal gleichzeitig möchte ich genau das wieder tun. Für den nächsten Traum. Für das nächste Privileg. Um mehr zu lernen, mehr zu entdecken. Ich will hart arbeiten und an die Uni und in die Mission und eine Grossfamilie gründen und einfach mal das Leben geniessen und shoppen gehen und so richtig sparen um ein Buch schreiben zu können und alles aufgeben und mit einem Rucksack und meinem Ehemann in den Bergen eines "gefährlichen" Landes Leute lieben gehen und ihnen Jesus bringen. Alles zusammen, gleichzeitig.
Die einzige Lösung dafür lautet: Unsterblichkeit. 1.Korinther 15,51: "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen..." -bäm!!!
Die Schweiz ist klein - Sachen reden sich schnell herum in der christlichen Szene. Die meisten Bücher von hier sind oder werden auf deutsch übersetzt. Gott ist definitiv etwas am tun in der CH. Wir sind reich - es ist verhältnismässig einfach, in wenigen Monaten genug zu verdienen, um hier neun Monate zu verbringen. Und weil es sich viele SchweizerInnen leisten können, Bethel zu besuchen, sind viele StudentInnen hier frühere BesucherInnen.
Das ein paar Gründe..
Ansonsten herrscht Hektik und kehrt Ruhe ein, alles zur selben Zeit. Es läuft viel - aber wenn man nicht hingeht, ist es schön ruhig. Auf eine Art liebe ich die Vorweihnachtszeit und möchte mich voll reinwerfen. Parties, Rückblicke, Ausblicke, Einblicke. Gleichzeitig nehme ich den Hauch einer Inspirationswolke wahr, aber wenn ich zu beschäftigt bin, kann sie nicht bis zu mir vordringen. Aber dann springe ich einfach mit Anlauf hinein.
Geld. Soll ich es entspannt angehen im Wissen, dass Versorgung noch immer gekommen ist? Oder soll ich mich stressen und nervös Zahlen zusammenaddieren? Ersteres. Trotzdem denke ich zurzeit, dass ich ja schon äusserst gerne etwas RICHTIGES studieren würde, an einer richtigen Uni, mit einem richtigen Abschluss, damit ich auch mal etwas Richtiges arbeiten könnte. Aber ich mag nicht mehr immer nur das Nötigste einkaufen und mich halb schlecht fühlen, wenn ich mir mal ein Starbucks Kafi gönne (oder nochmal 7 Bücher). Ich möchte am liebsten einfach wieder servieren gehen, und zwar für ein Jahr oder länger, so, dass ich nicht sparen muss. Aber nochmal gleichzeitig möchte ich genau das wieder tun. Für den nächsten Traum. Für das nächste Privileg. Um mehr zu lernen, mehr zu entdecken. Ich will hart arbeiten und an die Uni und in die Mission und eine Grossfamilie gründen und einfach mal das Leben geniessen und shoppen gehen und so richtig sparen um ein Buch schreiben zu können und alles aufgeben und mit einem Rucksack und meinem Ehemann in den Bergen eines "gefährlichen" Landes Leute lieben gehen und ihnen Jesus bringen. Alles zusammen, gleichzeitig.
Die einzige Lösung dafür lautet: Unsterblichkeit. 1.Korinther 15,51: "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen..." -bäm!!!
Mittwoch, Dezember 05, 2012
Hmm... aber hallo
Heute, mitten im Feierabendverkehr, hatte ein Autofahrer plötzlich ein "medizinisches Problem" und kehrte um - bäm, Geisterfahrer. Nach drei gerammten Autos kam er zum Stillstand.....
Ansonsten durfte ich heute Interessantes lernen über Gebet. Anscheinend gibt es wie drei Stühle, von denen aus man betet. Eigennutz, Angst, oder Liebe. Und wenn man auf der Angst oder im Eigennutz/Stolz "sitzt" und von dort aus betet, ist das natürlich für gar nichts. Manchmal muss man herausfinden, warum man dort gelandet ist. Nämlich, weil man eine Lüge glaubt. Dann kann man grad den Heiligen Geist fragen, was denn die Wahrheit ist. Und zur Liebe wechseln.
Als Jesus erfuhr, dass sein Cousin Johannes geköpft wurde, hätte er sagen können "jetzt zeig ich euch mal, wo der Bartli den Most holt" und einfach mal alle ausradieren durch ein "Gebet". Aber nein. Er "zog sich zurück" (dh. es ist ok, auch mal Schmerz zu spüren) und dann folgten ihm alle Leute und er heilte alle. Er blieb in der Liebe. Als Jesus den Jüngern sagte, dass er bald sterben würde, hätte er auch in die Angst wechseln können. Aber er blieb in der Liebe, die auch sein Vater für die Welt hat. Er blieb der Retter der Welt.
Später durfte ich noch 10 Minuten vor einer Klasse reden über die Gemeinschaft der Schweizerinnen und Schweizer hier an Bethel. Ich bin überwältigt, was es für ein Vorrecht ist, hier sein zu dürfen UND auch noch so eine Gemeinschaft zu erleben mit Leuten, mit denen ich dann in der Schweiz weiterhin Familie und Freundschaft leben kann.
Random facts aus meiner Vorlesung: Die Schweiz passt mehr als zehnmal in Kalifornia hinein. Es sind prozentual zehnmal mehr SchweizerInnen an der BSSM vertreten als AmerikanerInnen.
Mittwoch, November 28, 2012
Alle Enten sind in einer Reihe!
Im Zusammenhang mit dem Sozo können natürlich Fragen aufkommen. Was wäre, wenn dieses und jenes nie passiert wäre? Ich sehe jetzt Zusammenhänge mit früheren Geschehnissen, und wenn diese nicht passiert wären, dann hätte ich nicht das und das geglaubt, und nicht diese Entscheidungen getroffen, und alles wäre jetzt komplett anders. Ja, vielleicht wäre ich jetzt seit 10 Jahren verheiratet und hätte vier Kinder.
Aber Gott in seiner Grösse wusste ja schon bevor ich gezeugt wurde, was alles passieren würde. Und was alles passiert ist, ist nicht alles sein Wille. Aber da die Menschen freien Willen haben, wurden Sachen, die gegen Gottes Wille sind, möglich. Und Gott in seiner Güte und Allmacht hat dann alles so eingerichtet, dass ich Heilung, Freisetzung und Wiederherstellung erleben darf, und nicht nur das, ich bekomme sogar noch darauf draufgezahlt: eine riesen Portion unverdienten Segens!!!
Und so bin ich jetzt die glücklichste Frau auf der Welt, die den besten Mann auf der Welt heiraten darf, und ich möchte gar nicht, dass es anders wäre. Obwohl ich natürlich nicht sage, ich bin froh, dass alles schlechte passiert ist. Aber ich möchte nicht, dass jetzt in der Gegenwart irgend etwas anders wäre. Es ist ein *Oxymoron (ein Widerspruch). Und trotzdem siegt die Freude und das Gute, und überwiegt völlig!
Jesaja 43,18+19: Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! Siehe, ich wirke Neues, jetzt sprosst es hervor...
*ich kenne dieses Wort nur, weil meine Kollegin G. und ich einmal zusammen Paul Manwaring übersetzt haben an einer Konferenz. Paul sprach die ganze Zeit von "ducks in a row" und Kollegin G. übersetzte immer "alle Enten in einer Reihe". Bis wir draufkamen, dass er Oxymoron sagt, und sie kannte dann das Wort, während ich es noch nachschlagen musste. Dafür bleibt es mir jetzt für immer und ewig.
****- man erinnert sich an vieles, was so gar nicht war. G. schrieb mir die wahre Version: Sie war am übersetzen und hörte immer wieder D-oxymoron. Da sie Oxymoron kannte, fragte sie sich während des Übersetztens, was wohl Doxymoron ist. Das Gegenteil eines Widerspruchs in sich? Ich hörte dabei zu, und kannte ja das Wort nicht, aber ich hörte laut und deutlich "ducks in a row" und fragte mich, warum G. das mit doxymoron übersetzte.... :-) Es ging übrigens um Divine Order.
Aber Gott in seiner Grösse wusste ja schon bevor ich gezeugt wurde, was alles passieren würde. Und was alles passiert ist, ist nicht alles sein Wille. Aber da die Menschen freien Willen haben, wurden Sachen, die gegen Gottes Wille sind, möglich. Und Gott in seiner Güte und Allmacht hat dann alles so eingerichtet, dass ich Heilung, Freisetzung und Wiederherstellung erleben darf, und nicht nur das, ich bekomme sogar noch darauf draufgezahlt: eine riesen Portion unverdienten Segens!!!
Und so bin ich jetzt die glücklichste Frau auf der Welt, die den besten Mann auf der Welt heiraten darf, und ich möchte gar nicht, dass es anders wäre. Obwohl ich natürlich nicht sage, ich bin froh, dass alles schlechte passiert ist. Aber ich möchte nicht, dass jetzt in der Gegenwart irgend etwas anders wäre. Es ist ein *Oxymoron (ein Widerspruch). Und trotzdem siegt die Freude und das Gute, und überwiegt völlig!
Jesaja 43,18+19: Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! Siehe, ich wirke Neues, jetzt sprosst es hervor...
*ich kenne dieses Wort nur, weil meine Kollegin G. und ich einmal zusammen Paul Manwaring übersetzt haben an einer Konferenz. Paul sprach die ganze Zeit von "ducks in a row" und Kollegin G. übersetzte immer "alle Enten in einer Reihe". Bis wir draufkamen, dass er Oxymoron sagt, und sie kannte dann das Wort, während ich es noch nachschlagen musste. Dafür bleibt es mir jetzt für immer und ewig.
****- man erinnert sich an vieles, was so gar nicht war. G. schrieb mir die wahre Version: Sie war am übersetzen und hörte immer wieder D-oxymoron. Da sie Oxymoron kannte, fragte sie sich während des Übersetztens, was wohl Doxymoron ist. Das Gegenteil eines Widerspruchs in sich? Ich hörte dabei zu, und kannte ja das Wort nicht, aber ich hörte laut und deutlich "ducks in a row" und fragte mich, warum G. das mit doxymoron übersetzte.... :-) Es ging übrigens um Divine Order.
So, so!
Man könnte ja meinen, dass ich für mein Praktikum nochmal ein Jahr nach Redding gekommen bin. Um von meiner Mentorin zu lernen und mich weiterzubilden. Aber nein. Das ist alles ein wunderbarer Nebeneffekt, der bestimmt auch eine Hauptinvestition in mein Leben ist. Aber eigentlich bin ich hier, um NOCH freier und NOCH heiler zu werden.
Ja, das kann man gut auch sonst irgendwo auf der Welt, Gott ist ja nicht auf Redding limitiert, im Gegenteil. Aber ich bin jetzt das dritte Jahr hier, und ich finde, dass Bethel ein unglaublicher Ort ist, um nicht nur wahnsinnig viel zu lernen, sondern auch um heil und ganz und frei zu werden.
Ich machte in den letzten zwei Jahren etwa 4-5 Sozos. Sozo ist griechisch und bedeutet geheilt, gerettet, befreit, und es ist das, was Jesus mit uns gemacht. Gleichzeitig ist es auch der Name einer Art der Inneren Heilung / Seelsorge, und es wurde in Argentinien (?) erfunden und hier in der Bethel Church weiterentwickelt und verfeinert. Grundsätzlich geht es darum, dass man herausfindet, welche Lügen man über sich/ über Gott/ über das Leben glaubt, wo diese Lügen zum ersten Mal reingekommen sind. Dann hört man auf, mit diesen Lügen übereinzustimmen, und bekommt von Gott etwas im Austausch dafür. Oder so. Und natürlich geht es grundsätzlich auch sehr viel um Vergebung, wodurch immens viel Freiheit kommt. Und noch anderes. In alledem ist nicht die Seelsorgerin/ der Seelsorger die Hauptperson - man wird nicht abhängig von ihr oder ihm. Sondern man hört selbst direkt von Gott, und es wird angegangen, was der Heilige Geist heraufbringt, nicht was man meint sei das Problem. Meist braucht es nicht mehr als eine Sitzung. I love it.
All dies als Einleitung zu meinem turnaround letzte Woche. Bekanntlich hatte ich ja SEHR grosse Mühe die letzten zwei Monate, hier zu sein. Ich dachte, es sei wegen der Fernbeziehung. Das ist bestimmt ein Mitgrund. Aber seit dem Sozo letzte Woche liebe ich es, hier zu sein. Ich vermisse Gianni immer noch sehr fest, aber es ist nicht mehr so wie die letzten zwei Monate, als ich jede Minute des Tages (!) nur noch nach Hause wollte. Und ausserdem fühle ich mich seit dem Sozo letzte Woche zum ersten Mal in meinem Leben schön. Sehr oft, wenn mir jemand sagte, dass ich schön sei oder gut aussehe, dachte ich, dass das diese Person nur aus Mitleid sagt, oder um nett zu sein. Das ist jetzt vorbei! Und auch noch viele andere Sachen wurden aus meiner Welt geschafft. Awesome, let's start life. Nicht, dass ich vorher nicht gelebt hätte. Aber jetzt fühle ich mich so viel mehr hier, da, lebendig. I love it.
Ja, das kann man gut auch sonst irgendwo auf der Welt, Gott ist ja nicht auf Redding limitiert, im Gegenteil. Aber ich bin jetzt das dritte Jahr hier, und ich finde, dass Bethel ein unglaublicher Ort ist, um nicht nur wahnsinnig viel zu lernen, sondern auch um heil und ganz und frei zu werden.
Ich machte in den letzten zwei Jahren etwa 4-5 Sozos. Sozo ist griechisch und bedeutet geheilt, gerettet, befreit, und es ist das, was Jesus mit uns gemacht. Gleichzeitig ist es auch der Name einer Art der Inneren Heilung / Seelsorge, und es wurde in Argentinien (?) erfunden und hier in der Bethel Church weiterentwickelt und verfeinert. Grundsätzlich geht es darum, dass man herausfindet, welche Lügen man über sich/ über Gott/ über das Leben glaubt, wo diese Lügen zum ersten Mal reingekommen sind. Dann hört man auf, mit diesen Lügen übereinzustimmen, und bekommt von Gott etwas im Austausch dafür. Oder so. Und natürlich geht es grundsätzlich auch sehr viel um Vergebung, wodurch immens viel Freiheit kommt. Und noch anderes. In alledem ist nicht die Seelsorgerin/ der Seelsorger die Hauptperson - man wird nicht abhängig von ihr oder ihm. Sondern man hört selbst direkt von Gott, und es wird angegangen, was der Heilige Geist heraufbringt, nicht was man meint sei das Problem. Meist braucht es nicht mehr als eine Sitzung. I love it.
All dies als Einleitung zu meinem turnaround letzte Woche. Bekanntlich hatte ich ja SEHR grosse Mühe die letzten zwei Monate, hier zu sein. Ich dachte, es sei wegen der Fernbeziehung. Das ist bestimmt ein Mitgrund. Aber seit dem Sozo letzte Woche liebe ich es, hier zu sein. Ich vermisse Gianni immer noch sehr fest, aber es ist nicht mehr so wie die letzten zwei Monate, als ich jede Minute des Tages (!) nur noch nach Hause wollte. Und ausserdem fühle ich mich seit dem Sozo letzte Woche zum ersten Mal in meinem Leben schön. Sehr oft, wenn mir jemand sagte, dass ich schön sei oder gut aussehe, dachte ich, dass das diese Person nur aus Mitleid sagt, oder um nett zu sein. Das ist jetzt vorbei! Und auch noch viele andere Sachen wurden aus meiner Welt geschafft. Awesome, let's start life. Nicht, dass ich vorher nicht gelebt hätte. Aber jetzt fühle ich mich so viel mehr hier, da, lebendig. I love it.
Montag, November 26, 2012
Noch einmal geboren werden und aufwachen
I follow lions into you, I eat from trees of gold!
Ich bin aufgewacht. Gott nahm mich zurück zu meinem Ursprung, wo ich wusste, spürte, fühlte, dass ich ich bin, und niemand sonst, dass es keine bessere Minute für meine Geburt gegeben hätte. Dass, wenn ich nicht in der Welt wäre, etwas fehlen würde. Wer kann eine solche Erfahrung machen und nicht aufwachen dabei. Als ich aufwachte, war es mir, als wäre alles vorher ein Traum gewesen. Dabei war es mein Leben. Aber hey, es war nicht umsonst. Im Gegenteil. Und alles, was der Feind gestohlen hat, muss er nicht nur zurückgeben, sondern auch noch siebenfach draufzahlen.
Ich darf Fehler machen, denn ich muss nicht performen. Ich darf stolpern und fallen und wieder aufstehen, denn ich muss niemandem etwas beweisen. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich mir selbst etwas beweisen kann. Jetzt bin ich mal einfach mich, indem ich mich bin.
Man könnte denken, dass der Mutterbauch der sicherste Ort der Welt ist. Allerdings kann man nicht ewig im Mutterbauch bleiben. Aber man kann noch einmal geboren werden, und dieses Mal muss man den Mutterbauch nicht verlassen, weil der Mutterbauch immer um einen herum ist und überall hin mitkommt. Das ist Einheit mit Gott. Ich bleibe einfach immer in Ihm, ha! Und betrinke mich an seinem Fruchtwasser, seinem Blut, dem neuen Wein.
Man kann diesen Text nur schreiben, wenn man dazu "sing" von Benjamin Dunn hört. Siehe Video oben.
Samstag, November 17, 2012
Sprachlos
Heute in 9 Monaten bin ich eine frisch verheiratete Frau. Und während ich überglücklich darüber nachdenke, läutet es an der Tür, und ich kriege einen riesigen bio-Blumenstrauss zum 8 Monats-Jubiläum, das wir morgen haben. WOW WOW WOW!!!!!!!!!!
Mittwoch, November 14, 2012
Mein Bauch ist ein Pool und der Himmel hat Sprungbretter
I'm blown away. Die Güte und Grösse Gottes kommt manchmal, obwohl man von ihr weiss, überraschend dahergerast und überrumpelt einen. Plötzlich klicke ich eine Predigt an und darin hat es einen Satz, der in meinen Geist -boom!- einschlägt, als ob sich der Heilige Geist höchstpersönlich vom 10-Meter-Brett per dreifachen Rückwärtssalto hineingeworfen hätte. Hat er wohl auch. Dabei ist es nichtmal eine grossartige Aussage. Aber es war genau das fehlende Puzzlestück. Dann fühle ich mich plötzlich statt PMS-lig völlig wach und energiegeladen. In meinem Bauch brennt dann ein Feuer, das mich durch und durch bäckt.
Die Predigt, von der ich sprach, ist übrigens hier erhältlich, z.B. als mp3 download.
Und dann bin ich weggeblasen von den diesjährigen First Years. Ich kann in den Klassen meiner Mentorin dabeisein, und die First Year StudentInnen sind einfach krass! Das sagen hier alle LeiterInnen - dass die Decke der letztjährigen Klasse der Boden der diesjährigen Klasse ist. Seit Jahren.
Und wer das liest und gerade auch so einen Heiligen Geist Salto und -Einschlag braucht - ich gebe das weiter, was ich empfangen habe oder was ich allgemein hier an dieser Schule empfangen darf. Lehn dich zurück, atme tief ein und aus, und empfange, was der Heilige Geist heute in deinem Leben freisetzt.
Die Predigt, von der ich sprach, ist übrigens hier erhältlich, z.B. als mp3 download.
Und dann bin ich weggeblasen von den diesjährigen First Years. Ich kann in den Klassen meiner Mentorin dabeisein, und die First Year StudentInnen sind einfach krass! Das sagen hier alle LeiterInnen - dass die Decke der letztjährigen Klasse der Boden der diesjährigen Klasse ist. Seit Jahren.
Und wer das liest und gerade auch so einen Heiligen Geist Salto und -Einschlag braucht - ich gebe das weiter, was ich empfangen habe oder was ich allgemein hier an dieser Schule empfangen darf. Lehn dich zurück, atme tief ein und aus, und empfange, was der Heilige Geist heute in deinem Leben freisetzt.
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Gott und Bliss,
Leben Mit Menschen,
Redding
Dienstag, November 13, 2012
Dann ist ja gut.
Ist es einfach der schlechteste Tag meines Lebens? Ist es das Wetter? Sind es die Umstände? Ist es ein Dämon?
Es ist einfach PMS.
Es ist einfach PMS.
Sonntag, November 11, 2012
Nur ein Gedanke...
Man hört immer wieder, Beziehungen seien halt schon schwierig. "Wartet nur, bis die erste Verliebtheit vorbei ist", "Jaja, wenn ihr dann mal verheiratet seid, werdet ihr froh sein, in einen andern Raum flüchten zu können", "Beziehungsprobleme sind ganz normal", "Wir dachten früher auch, wir harmonisieren". Und so weiter.
Let's just laugh at that.
Nun - vielleicht. Aber weisst du was? I don't receive that. Vielleicht war es für die allermeisten so, aber die allermeisten kommen auch von einer anderen Generation. Da hatte man noch nicht solche Tools wie heute. Bücher, Beziehungskurse für SINGLES, Beziehungskurse für Paare, für Verlobte, und für Verheiratete. Das Ehepaar, welches den Kurs erstellte, den wir zur Zeit machen, hatte 10 Jahre "Hölle" als Ehe (sagten sie selbst). Sie machten als Ehevorbereitung so einen Test bei einem Psychologen, und der schrieb ihrem Pastor das ERSTE Mal in 10 Jahren eine Notiz zur Testauswertung. Die Notiz war: "Stell sicher, dass dieses Paar AUF GAR KEINEN FALL heiratet!!!!". Zehn Jahre später revolutionieren sie das Leben von unzähligen Paaren.
Und überhaupt - let's move on!
Ich weiss, ich weiss, ich weiss, dass gewisse Dinge anscheinend normal sind. Ja, vielleicht wächst man durch Streit noch näher zueinander. Aber mal ehrlich.... kann das die beste Lösung sein?
Aber wie wäre es, wenn das normal in 10, 20, 50 Jahren anders aussieht? Wie wäre es, wenn es für die nächste Generation normal wäre, dass man nie Streit hat? Dass Scheidungen etwas sind, worüber sie in Geschichtsbüchern lesen? Wenn es normal wäre, dass Ehen über die Jahrzehnte immer NOCH besser werden? Wäre das nicht der Wille eines guten, liebenden, glücklichen Gottes? Und ist es dann nichtunsere Aufgabe unser Privileg, Seine Gedanken zu denken, Seine Vorstellungen zu den unsrigen zu machen?
Let's just laugh at that.
Nun - vielleicht. Aber weisst du was? I don't receive that. Vielleicht war es für die allermeisten so, aber die allermeisten kommen auch von einer anderen Generation. Da hatte man noch nicht solche Tools wie heute. Bücher, Beziehungskurse für SINGLES, Beziehungskurse für Paare, für Verlobte, und für Verheiratete. Das Ehepaar, welches den Kurs erstellte, den wir zur Zeit machen, hatte 10 Jahre "Hölle" als Ehe (sagten sie selbst). Sie machten als Ehevorbereitung so einen Test bei einem Psychologen, und der schrieb ihrem Pastor das ERSTE Mal in 10 Jahren eine Notiz zur Testauswertung. Die Notiz war: "Stell sicher, dass dieses Paar AUF GAR KEINEN FALL heiratet!!!!". Zehn Jahre später revolutionieren sie das Leben von unzähligen Paaren.
Und überhaupt - let's move on!
Ich weiss, ich weiss, ich weiss, dass gewisse Dinge anscheinend normal sind. Ja, vielleicht wächst man durch Streit noch näher zueinander. Aber mal ehrlich.... kann das die beste Lösung sein?
Aber wie wäre es, wenn das normal in 10, 20, 50 Jahren anders aussieht? Wie wäre es, wenn es für die nächste Generation normal wäre, dass man nie Streit hat? Dass Scheidungen etwas sind, worüber sie in Geschichtsbüchern lesen? Wenn es normal wäre, dass Ehen über die Jahrzehnte immer NOCH besser werden? Wäre das nicht der Wille eines guten, liebenden, glücklichen Gottes? Und ist es dann nicht
Sonntag, November 04, 2012
Zwei Monate und 25/24
Es ist ja erst Anfang November. Ich bin genau seit zwei Monaten hier und habe bereits erlebt: Ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort (x mal...), einen Heiratsantrag (meinen Heiratsantrag), "ich will nur noch nach Hause" (x mal...), Trennungsschmerz, Gottes süsse Gegenwart, einige Offenbarungen und viele neue Fragen, dramatische Horizonterweiterung, dramatische Fokussierung weg vom Horizont auf Jetzte, und viele magische Momente in all dem.
Heute Abend hatte ich das Privileg, an einem "formalen Abendessen", einer "apostolischen Tafel", teilnehmen zu dürfen, in deren Verlauf ich mich plötzlich fragte, ob wir immer noch auf der Erde sind. Es fühlte sich nämlich an, als ob wir uns in einer anderen Dimension befänden. Taten wir wohl auch. Wir waren elf Leute, bunt zusammengewürfelt, so, wie wir uns selbst wohl niemals zusammengetan hätten. Alle erzählten zuerst eine lustige Geschichte aus ihrem Leben, und dann etwas aus ihrem tiefsten Herzen. Wow! Und da es in der Einladung geheissen hatte, wir sollen uns ein bisschen schick anziehen, stand ich heute vor der Herausforderung, dass ich nicht wirklich etwas schickes mit nach Redding mitgenommen hatte. Aber eine liebe Freundin hatte mir kürzlich 100 Dollar geschickt... so gingen meine Mitbewohnerin und ich heute auf die Suche, und für 103 Dollar fanden wir ein komplettes Outfit. Wow!
Ich hörte heute Abend Geschichten, die sowas von göttlich inspiriert und komponiert sind, dass ich mich innerlich mehr und mehr zurücklehnte im Wissen, dass ich es nicht "machen" muss. Einfach in Beziehung mit Gott leben, immer genug langsam (oder genug schnell?!), dass ich Seine Stimme höre, und ich darf ausprobieren, Träume umsetzen, etwas riskieren, Fehler machen, und Gunst annehmen. Und ein Happy End ist der Boden für den nächsten Abschnitt. Und als wollte mir Gott sagen, ich habe alle Zeit der Welt, haben wir in den nächsten 24 Stunden 25 Stunden. Yup!
Heute Abend hatte ich das Privileg, an einem "formalen Abendessen", einer "apostolischen Tafel", teilnehmen zu dürfen, in deren Verlauf ich mich plötzlich fragte, ob wir immer noch auf der Erde sind. Es fühlte sich nämlich an, als ob wir uns in einer anderen Dimension befänden. Taten wir wohl auch. Wir waren elf Leute, bunt zusammengewürfelt, so, wie wir uns selbst wohl niemals zusammengetan hätten. Alle erzählten zuerst eine lustige Geschichte aus ihrem Leben, und dann etwas aus ihrem tiefsten Herzen. Wow! Und da es in der Einladung geheissen hatte, wir sollen uns ein bisschen schick anziehen, stand ich heute vor der Herausforderung, dass ich nicht wirklich etwas schickes mit nach Redding mitgenommen hatte. Aber eine liebe Freundin hatte mir kürzlich 100 Dollar geschickt... so gingen meine Mitbewohnerin und ich heute auf die Suche, und für 103 Dollar fanden wir ein komplettes Outfit. Wow!
Ich hörte heute Abend Geschichten, die sowas von göttlich inspiriert und komponiert sind, dass ich mich innerlich mehr und mehr zurücklehnte im Wissen, dass ich es nicht "machen" muss. Einfach in Beziehung mit Gott leben, immer genug langsam (oder genug schnell?!), dass ich Seine Stimme höre, und ich darf ausprobieren, Träume umsetzen, etwas riskieren, Fehler machen, und Gunst annehmen. Und ein Happy End ist der Boden für den nächsten Abschnitt. Und als wollte mir Gott sagen, ich habe alle Zeit der Welt, haben wir in den nächsten 24 Stunden 25 Stunden. Yup!
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Leben Mit Menschen
Donnerstag, November 01, 2012
Riesen im Verhältnis zu diesen
Es ist super, an Konferenzen übersetzen zu dürfen. Ich kriege immer viele super Teachings mit auf diese Weise, und höre sie gleich zweimal. Einmal aus dem Kopfhörer, und dann noch gleich aus meinem Mund.
Gestern sprach Kris nur kurz, aber es hat gleich mein Leben verändert (wie jedes Teaching, jede Predigt, jedes Buch, jedes Gespräch). Als die Israeliten ins Verheissene Land wollten, erzählten die Kundschafter von Riesen, und sagten, dass die Israeliten im Vergleich zu den Riesen wie Heuschrecken seien. Kris sagte, dass eigentlich nicht die Riesen, die uns Angst machen, das Problem sind, sondern die Tatsache, dass wir uns fühlen wie Heuschrecken. Wir brauchen dann eine neue Offenbarung über unsere Identität. Wir sind Söhne und Töchter GOTTES, das muss man sich erst mal vorstellen! Und dann gehen wir zurück, und plötzlich sind die Riesen verschwunden. Aber nicht, weil sie weggegangen wären, sondern nur, weil sie kleiner geworden sind bzw. wir grösser.
Wenn ich mich fühle wie eine Heuschrecke, dann ist ein Riese riesig. Aber wenn ich weiss, ich bin eine Tochter Gottes, ich bin gewollt, geliebt, akzepiert... ich bin berufen, gesalbt, und Jesus lebt in mir und der Geist Gottes persönlich ist mein Helfer - dann sind die vorherigen Riesen plötzlich ganz klein.
So kann es einem von einem auf den andern Tag plötzlich ganz viel besser gehen.
Gestern sprach Kris nur kurz, aber es hat gleich mein Leben verändert (wie jedes Teaching, jede Predigt, jedes Buch, jedes Gespräch). Als die Israeliten ins Verheissene Land wollten, erzählten die Kundschafter von Riesen, und sagten, dass die Israeliten im Vergleich zu den Riesen wie Heuschrecken seien. Kris sagte, dass eigentlich nicht die Riesen, die uns Angst machen, das Problem sind, sondern die Tatsache, dass wir uns fühlen wie Heuschrecken. Wir brauchen dann eine neue Offenbarung über unsere Identität. Wir sind Söhne und Töchter GOTTES, das muss man sich erst mal vorstellen! Und dann gehen wir zurück, und plötzlich sind die Riesen verschwunden. Aber nicht, weil sie weggegangen wären, sondern nur, weil sie kleiner geworden sind bzw. wir grösser.
Wenn ich mich fühle wie eine Heuschrecke, dann ist ein Riese riesig. Aber wenn ich weiss, ich bin eine Tochter Gottes, ich bin gewollt, geliebt, akzepiert... ich bin berufen, gesalbt, und Jesus lebt in mir und der Geist Gottes persönlich ist mein Helfer - dann sind die vorherigen Riesen plötzlich ganz klein.
So kann es einem von einem auf den andern Tag plötzlich ganz viel besser gehen.
Montag, Oktober 29, 2012
Von Trennung, die ewig zu dauern scheint, und tatsächlich ewigem Leben
Ich dachte ja, ich weine nicht. Beziehungsweise, nur selten. Das ändert sich nach einem Monat Fernbeziehung, wenn man weiss, dass mindestens noch einmal doppelt so lange geht.
Und ich Strategistin - finde keine Strategie, die wirkt. Ablenken gilt nicht mehr, denn ich will nicht mehr abgelenkt leben. So lenke ich den Schmerz in Karten und e-mails und volle Kraft in DTR Hausaufgaben. Aber eben, es hilft vielleicht, aber die Distanz ist immer noch da und fühlbar. Ist ja auch gut - wäre komisch, wenn man sich nicht vermissen würde.
Aber dann kommt meine Freundin nach Hause und sagt: Ja, es tut mega weh, und ich weiss, das hört sich alles irgendwie lächerlich an. Aber ich weiss einfach, dass Gott NUR Gutes für euch parat hat. Und das ist eine Zeit, wo ihr lernt, miteinander verbunden zu sein ohne körperliche Nähe, ohne all das, was man als Paar sonst hat ----wow... wir können herausfinden, wie wir uns sonst verbunden fühlen. Und das Schönste: Wenn wir dann endlich zusammen sind und heiraten und nicht mehr tschüss sagen müssen - wie unglaublich schön wird das sein!! Wie ein riesiger Preis, den man feiern kann! Den wir feiern werden!
Es bleibt spannend. Auch ansonsten. Ich dachte, ich wisse jetzt so ziemlich alles (let's laugh about that!). Und wurde ich dieses Wochenende gerade herausgefordert wie noch selten. Ein zweitägiger Worshop von einem, der schon 10 Auferstehungen erlebt hat und der jahrelang die Bibel zu diesem Thema studiert hat. "Heilt die Kranken, weckt die Toten auf,...." -mit diesem Auftrag bin ich schon seit längerem schwanger und total überzeugt davon. Aber gibt es die Unsterblichkeit? Es gibt ja Berichte davon, auch hier in diesem Tribe. Und einige Bibelstellen, die ich in ganz anderem Licht sehe plötzlich...
Und: Hat vielleicht Gott gar nie getötet? War das gar nicht Er im AT? Wie wäre das, wenn es so wäre? Plötzlich machen Sachen so viel mehr Sinn.... ich muss das definitiv noch durchdenken und verdauen und diskutieren und in der Bibel nachlesen. Aber etwas in mir resoniert wie verrückt.
Ich bin mir bewusst, dass das alles superschräg tönt.. aber vor 50 Jahren war es auch nicht normal, dass es Krankenheilung durch Gebet gibt. Wir sehen ja, wie sich das alles entwickelt.
Sicher ist: Ich bin in Jesus verliebt wie noch nie.
Und ich Strategistin - finde keine Strategie, die wirkt. Ablenken gilt nicht mehr, denn ich will nicht mehr abgelenkt leben. So lenke ich den Schmerz in Karten und e-mails und volle Kraft in DTR Hausaufgaben. Aber eben, es hilft vielleicht, aber die Distanz ist immer noch da und fühlbar. Ist ja auch gut - wäre komisch, wenn man sich nicht vermissen würde.
Aber dann kommt meine Freundin nach Hause und sagt: Ja, es tut mega weh, und ich weiss, das hört sich alles irgendwie lächerlich an. Aber ich weiss einfach, dass Gott NUR Gutes für euch parat hat. Und das ist eine Zeit, wo ihr lernt, miteinander verbunden zu sein ohne körperliche Nähe, ohne all das, was man als Paar sonst hat ----wow... wir können herausfinden, wie wir uns sonst verbunden fühlen. Und das Schönste: Wenn wir dann endlich zusammen sind und heiraten und nicht mehr tschüss sagen müssen - wie unglaublich schön wird das sein!! Wie ein riesiger Preis, den man feiern kann! Den wir feiern werden!
Es bleibt spannend. Auch ansonsten. Ich dachte, ich wisse jetzt so ziemlich alles (let's laugh about that!). Und wurde ich dieses Wochenende gerade herausgefordert wie noch selten. Ein zweitägiger Worshop von einem, der schon 10 Auferstehungen erlebt hat und der jahrelang die Bibel zu diesem Thema studiert hat. "Heilt die Kranken, weckt die Toten auf,...." -mit diesem Auftrag bin ich schon seit längerem schwanger und total überzeugt davon. Aber gibt es die Unsterblichkeit? Es gibt ja Berichte davon, auch hier in diesem Tribe. Und einige Bibelstellen, die ich in ganz anderem Licht sehe plötzlich...
Und: Hat vielleicht Gott gar nie getötet? War das gar nicht Er im AT? Wie wäre das, wenn es so wäre? Plötzlich machen Sachen so viel mehr Sinn.... ich muss das definitiv noch durchdenken und verdauen und diskutieren und in der Bibel nachlesen. Aber etwas in mir resoniert wie verrückt.
Ich bin mir bewusst, dass das alles superschräg tönt.. aber vor 50 Jahren war es auch nicht normal, dass es Krankenheilung durch Gebet gibt. Wir sehen ja, wie sich das alles entwickelt.
Sicher ist: Ich bin in Jesus verliebt wie noch nie.
Freitag, Oktober 26, 2012
Von Luft und Liebe... - es stimmt!
Ich sollte schlafen, aber bin grad so im Schreibfieber. Und da ich auch ein Hungergefühl verspüre, wurde ich erinnert an meine lustige Hungerzeit im März. Lustige Hungerzeit? Das war so:
Im Herbst 2010 begann ich mein First Year an der BSSM. Ich lernte eine andere Schweizerin, C. kennen, und es stellte sich heraus, dass sie jeweils in die gleiche Richtung nach Hause laufen muss wie ich. Also liefen wir ab und zu zusammen heim (45 Minuten). Im Oktober sprach Che Ahn an der Schule und ermutigte uns, RechenschaftspartnerInnen zu haben. Ich wollte das unbedingt, und dachte, C. wäre praktisch, da wir eh immer in dieselbe Richtung laufen oder Velofahren. Sie war einverstanden. Bald waren wir beste Freundinnen. Und bald verliebte sich R., ein Tessiner, in C. C. und ich waren uns einig - R. war definitiv nicht der Typ Mann für sie! Wir beteten, dass er sich anderweitig verlieben würde. Doch das ganze First Year hindurch war der arme R. in C. verliebt. Sommer in der Schweiz. Secondyear.
Kaum hatte das Secondyear begonnen, gestand mir C., dass sich ihr Herz gegenüber R. verändert habe. Sie hatte sich in ihn verliebt. Ich war so schockiert, dass ich minutenlang nicht reden konnte. Ich dachte "nein! nein! nein!". Aber dann checkte ich ihn bewusster aus, und bemerkte, dass er eigentlich ein ziemlich cooler Typ ist. Es dauerte nicht lange, da waren sie am "daten", sprich, sie gingen regelmässig zusammen aus und lernten sich kennen. Kurz vor Weihnachten 2011 wurden sie ein richtiges Paar. Ich war am Anfang ihres Datens etwas deprimiert, weil ich dachte, ich würde meine Freundin nun nicht mehr haben. Tatsächlich sahen wir uns von nun an deutlich weniger. Aber wir begannen Witze darüber zu reissen, dass ich mir ja R.'s Zwillingsbruder G. schnappen könne. Hahaha! Wie lustig das doch wäre! Aber nein, völlig unmöglich. Ich war viel zu alt für ihn. Dennoch schaute ich ihn mir mal auf facebook an. Ich hatte ihn bereits im 1st year mal gesehen und ihm hallo gesagt, aber ihn damals überhaupt nicht interessant gefunden. Nun aber, kurz vor Weihnachten, wusste ich, dass er im Januar nach Redding kommen würde, um seinen Bruder R. zu besuchen. C. und ich beteten mehrere Male über die Weihnachtsferien, dass es zumindest Gelegenheit geben würde für mich, G. kennenzulernen. C. fand nämlich, dass wir super zueinander passen würden.
Als er im Januar ankam, fand ich ihn dann doch süsser, als ich ihn in Erinnerung gehabt hatte. Nach ein paar Tagen war Swiss meeting, und da konnte ich gar nicht mehr aufhören, ihn anzuschauen. Ich positionierte mich so, dass ich für ihn übersetzen konnte.
Die nächste Woche war Konferenz. Und prompt sassen wir jeden Tag nebeneinander!! Und sprachen die ganzen Pausen hindurch. Ich war auch immer zur Stelle, wenn er von irgendwo nach irgendwo gefahren werden musste. In der Zwischenzeit hatte auch R. ihm gesagt, er solle doch mal ein bisschen mit mir reden, denn er, R., denke, dass wir zueinander passen würden. Aber R. und C. hatten NIE zusammen über das gesprochen!!! Sie wiesen unabhängig voneinander auf uns hin.
Ich verliebte mich total in G. Als ich ihn am Sonntagabend zum letzten Mal sah, war ich ein emotionales Chaos. G. flog am Montagmorgen an die Ostküste. Am Montagabend, kaum angekommen, schrieb er mir eine e-mail, er wolle mich gern besser kennen lernen, und zwar in der Absicht, eventuell dann eine Beziehung zu starten.
Wir schrieben ein paar Mails, und schon nach zwei Tagen schrieb er mir, dass er im März wieder nach Redding fliegen würde, um mich (mich! nicht R.!) zu besuchen. Wow! Er meinte es wohl wirklich ernst! Die Woche darauf schenkte mir R. einen kompletten Italienischkurs. Wow!! Sein Bruder meinte es wohl WIRKLICH ernst. Wir begannen zu skypen. Bald skypten wir jeden Tag. Eine Stunde, zwei, drei Stunden.
Im März fuhr ich klopfenden Herzens nach Sacramento an den Flughafen. Auf der Rückfahrt erzählte ich ihm meine ganze chaotische Vergangenheit, denn ich wollte ihm das erzählen, so dass er danach immer noch frei war, das ganze abzubrechen. Aber meine Geschichte änderte für ihn überhaupt nichts. Wir fuhren zusammen mit C. und R. und einer weiteren Freundin an eine Konferenz. Dort, im Hotel, begann der Hunger. Denn wir gingen immer zu fünft essen. Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und ich war immer superhungrig, aber sobald ich den ersten Bissen im Magen hatte, aufschaute und G. sah, war bei mir fertig mit Essen. Einfach zu. C. und die andere Freundin wussten davon und schmunzelten immer, während sie fröhlich weiter assen. Nach drei Tagen wurden G. und ich ein Paar.
Fortsetzung folgt...
Im Herbst 2010 begann ich mein First Year an der BSSM. Ich lernte eine andere Schweizerin, C. kennen, und es stellte sich heraus, dass sie jeweils in die gleiche Richtung nach Hause laufen muss wie ich. Also liefen wir ab und zu zusammen heim (45 Minuten). Im Oktober sprach Che Ahn an der Schule und ermutigte uns, RechenschaftspartnerInnen zu haben. Ich wollte das unbedingt, und dachte, C. wäre praktisch, da wir eh immer in dieselbe Richtung laufen oder Velofahren. Sie war einverstanden. Bald waren wir beste Freundinnen. Und bald verliebte sich R., ein Tessiner, in C. C. und ich waren uns einig - R. war definitiv nicht der Typ Mann für sie! Wir beteten, dass er sich anderweitig verlieben würde. Doch das ganze First Year hindurch war der arme R. in C. verliebt. Sommer in der Schweiz. Secondyear.
Kaum hatte das Secondyear begonnen, gestand mir C., dass sich ihr Herz gegenüber R. verändert habe. Sie hatte sich in ihn verliebt. Ich war so schockiert, dass ich minutenlang nicht reden konnte. Ich dachte "nein! nein! nein!". Aber dann checkte ich ihn bewusster aus, und bemerkte, dass er eigentlich ein ziemlich cooler Typ ist. Es dauerte nicht lange, da waren sie am "daten", sprich, sie gingen regelmässig zusammen aus und lernten sich kennen. Kurz vor Weihnachten 2011 wurden sie ein richtiges Paar. Ich war am Anfang ihres Datens etwas deprimiert, weil ich dachte, ich würde meine Freundin nun nicht mehr haben. Tatsächlich sahen wir uns von nun an deutlich weniger. Aber wir begannen Witze darüber zu reissen, dass ich mir ja R.'s Zwillingsbruder G. schnappen könne. Hahaha! Wie lustig das doch wäre! Aber nein, völlig unmöglich. Ich war viel zu alt für ihn. Dennoch schaute ich ihn mir mal auf facebook an. Ich hatte ihn bereits im 1st year mal gesehen und ihm hallo gesagt, aber ihn damals überhaupt nicht interessant gefunden. Nun aber, kurz vor Weihnachten, wusste ich, dass er im Januar nach Redding kommen würde, um seinen Bruder R. zu besuchen. C. und ich beteten mehrere Male über die Weihnachtsferien, dass es zumindest Gelegenheit geben würde für mich, G. kennenzulernen. C. fand nämlich, dass wir super zueinander passen würden.
Als er im Januar ankam, fand ich ihn dann doch süsser, als ich ihn in Erinnerung gehabt hatte. Nach ein paar Tagen war Swiss meeting, und da konnte ich gar nicht mehr aufhören, ihn anzuschauen. Ich positionierte mich so, dass ich für ihn übersetzen konnte.
Die nächste Woche war Konferenz. Und prompt sassen wir jeden Tag nebeneinander!! Und sprachen die ganzen Pausen hindurch. Ich war auch immer zur Stelle, wenn er von irgendwo nach irgendwo gefahren werden musste. In der Zwischenzeit hatte auch R. ihm gesagt, er solle doch mal ein bisschen mit mir reden, denn er, R., denke, dass wir zueinander passen würden. Aber R. und C. hatten NIE zusammen über das gesprochen!!! Sie wiesen unabhängig voneinander auf uns hin.
Ich verliebte mich total in G. Als ich ihn am Sonntagabend zum letzten Mal sah, war ich ein emotionales Chaos. G. flog am Montagmorgen an die Ostküste. Am Montagabend, kaum angekommen, schrieb er mir eine e-mail, er wolle mich gern besser kennen lernen, und zwar in der Absicht, eventuell dann eine Beziehung zu starten.
Wir schrieben ein paar Mails, und schon nach zwei Tagen schrieb er mir, dass er im März wieder nach Redding fliegen würde, um mich (mich! nicht R.!) zu besuchen. Wow! Er meinte es wohl wirklich ernst! Die Woche darauf schenkte mir R. einen kompletten Italienischkurs. Wow!! Sein Bruder meinte es wohl WIRKLICH ernst. Wir begannen zu skypen. Bald skypten wir jeden Tag. Eine Stunde, zwei, drei Stunden.
Im März fuhr ich klopfenden Herzens nach Sacramento an den Flughafen. Auf der Rückfahrt erzählte ich ihm meine ganze chaotische Vergangenheit, denn ich wollte ihm das erzählen, so dass er danach immer noch frei war, das ganze abzubrechen. Aber meine Geschichte änderte für ihn überhaupt nichts. Wir fuhren zusammen mit C. und R. und einer weiteren Freundin an eine Konferenz. Dort, im Hotel, begann der Hunger. Denn wir gingen immer zu fünft essen. Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und ich war immer superhungrig, aber sobald ich den ersten Bissen im Magen hatte, aufschaute und G. sah, war bei mir fertig mit Essen. Einfach zu. C. und die andere Freundin wussten davon und schmunzelten immer, während sie fröhlich weiter assen. Nach drei Tagen wurden G. und ich ein Paar.
Fortsetzung folgt...
Montag, Oktober 22, 2012
Promi-Alarm - oder doch ganz normale Menschen?
Auf unserem Flug kürzlich beschlossen wir, nach einer Stunde auf einem kleinen Flugplatz zwischenzulanden. Es gab dort nichts ausser einem kleinen Kühlschrank mit ein paar Dosen Pepsi darin. Wir fragten einen Mann, der auf dem Flughafen herumstand, ob er zufällig in die Stadt fahre und uns mitnehmen könne. Aber er wies uns ab - er hole hier Leute ab, die bald landen würden. Wir gingen also ins Gebäude rein für eine WC-Pause, und plauderten ein wenig mit dem einzigen Angestellten. Der informierte uns, dass in wenigen Minuten die XYZ-Familie landen würde - eine sehr bekannte Familie, die sehr berühmte Hosen erfunden hat. Wir freuten uns über die unvorhergesehene Promi-Überraschung und lungerten vor dem Eingang des Gebäudes herum. Tatsächlich hörte man etwas über Funk, und kurz danach landete ein etwas grösseres Flugzeug als unseres. Ein Mann in Uniform liess die Treppe herunter, unser Mann von vorhin fuhr mit einem grossen Auto neben das Flugzeug, und zusammen trugen die beiden ein paar wenige Koffer und Taschen vom Flugzeug ins Auto. Dann stiegen aus: ein Hund, zwei Frauen und ein Mann. Sie trugen schöne Hosen :-) und führten als erstes den Hund spazieren. Dann mussten die Frauen aufs WC, liefen also an uns vorbei ins Gebäude. Wir plauderten mit dem jungen Mann, und der war wirklich äusserst nett. Wir liessen natürlich niemanden merken, dass wir wussten, wer sie sind.
Anyway. Gestern sprach ich mit einem äusserst tollen Mann, der als Geschäftsmann sehr sehr hart gearbeitet hatte und sehr erfolgreich war. Er erzählte uns davon, dass er, obwohl er das jahrelang immer gemacht habe, gar nicht mehr mit einem Privatflugzeug umherfliegen wolle. Er geniesse es richtig, mal die Erfahrung zu machen, anzustehen. Zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse zu warten, oder in der Bank Schlange zu stehen. Das sei ein völlig neues Gefühl, und er geniesse es, so viel langsamer leben zu dürfen.
Das fand ich noch interessant und berührend.
Morgen beginnt die Regenzeit. Das gibt dann auch ein ganz neues Lebensgefühl. Ich freue mich aber - das bedeutet nämlich, dass der Winter schon bald kommt und mit ihm auch der Januar und damit das beste Wiedersehen aller Zeiten!
Anyway. Gestern sprach ich mit einem äusserst tollen Mann, der als Geschäftsmann sehr sehr hart gearbeitet hatte und sehr erfolgreich war. Er erzählte uns davon, dass er, obwohl er das jahrelang immer gemacht habe, gar nicht mehr mit einem Privatflugzeug umherfliegen wolle. Er geniesse es richtig, mal die Erfahrung zu machen, anzustehen. Zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse zu warten, oder in der Bank Schlange zu stehen. Das sei ein völlig neues Gefühl, und er geniesse es, so viel langsamer leben zu dürfen.
Das fand ich noch interessant und berührend.
Morgen beginnt die Regenzeit. Das gibt dann auch ein ganz neues Lebensgefühl. Ich freue mich aber - das bedeutet nämlich, dass der Winter schon bald kommt und mit ihm auch der Januar und damit das beste Wiedersehen aller Zeiten!
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Samstag, Oktober 20, 2012
Von Zähnen und im Wind wehenden Mähnen
Wir nähern uns der 1000-Eintrag-Grenze!
Und so wie man 1000 Blogeinträge auch nur erreicht, indem man immer den nächsten Beitrag verfasst, so ist es auch sonst im Leben. Felix, der kürzlich aus der Stratosphäre sprang, sagte, dass er als Jugendlicher nicht wusste, dass er das mal tun würde. Aber er wusste schon immer, dass er fliegen will. Also nahm er immer den nächsten Schritt in Angriff. Wann immer sich ihm eine Gelegenheit ergab, dazuzulernen, oder eine andere Form von Fliegen auszuprobieren, packte er sie beim Schopf.
Und so blickte ich heute Morgen in den Spiegel und sah: Meine Zähne. Und zwar: Die Schaufeln praktisch ganz beieinander. Die untere Zahnreihe nicht mehr wild hinter- und durcheinander, sondern fast perfekt in Reih und Glied. Die beiden Seitenreihen links sind direkt übereinander - fast. ABER: Wenn ich zusammenbeisse, dann passt es noch nicht. Es fühlt sich komisch an, unbefriedigend, ich kann nicht richtig beissen und kauen.
Seit Anfang Februar dieses Jahres trage ich eine Spange. Alle zwei Wochen kommt eine neue Schiene dran, und dann tut es immer am meisten weh. In all den Monaten seit Februar fiel mir nur mehr und mehr auf, dass die Lücke vorne kleiner wurde, und das Beissen schwieriger. Aber ansonsten nahm ich eigentlich nur die mühsamen Begleiterscheinungen der Spange wahr.
Logischerweise gibt es auch hier die Pointe: Durchbrüche sind super - und daneben gibt es auch Umbrüche, deren Effekt nicht weniger toll ist. Aber sie passieren manchmal über so lange Zeit, dass sie einem kaum auffallen. Aber plötzlich stehen Alpen da.
Manchmal ist es auch so: BÄM - Durchbruch: eine Spange auf den Zähnen! Und dann der Prozess der Umsetzung.. das ist der Lebensstil, Gedankenmuster, tägliche Entscheidungen.
Immer wieder geht es auch so: Du schreibst einen Traum auf (ein kleines Flugzeug fliegen - als Pilotin) und denkst dir noch während des Schreibens, ja ja, vielleicht in 25 Jahren mal.. und nichts geschieht, nichts, nichts, nichts, bis 10 Monate später: BÄM:
Und so wie man 1000 Blogeinträge auch nur erreicht, indem man immer den nächsten Beitrag verfasst, so ist es auch sonst im Leben. Felix, der kürzlich aus der Stratosphäre sprang, sagte, dass er als Jugendlicher nicht wusste, dass er das mal tun würde. Aber er wusste schon immer, dass er fliegen will. Also nahm er immer den nächsten Schritt in Angriff. Wann immer sich ihm eine Gelegenheit ergab, dazuzulernen, oder eine andere Form von Fliegen auszuprobieren, packte er sie beim Schopf.
Und so blickte ich heute Morgen in den Spiegel und sah: Meine Zähne. Und zwar: Die Schaufeln praktisch ganz beieinander. Die untere Zahnreihe nicht mehr wild hinter- und durcheinander, sondern fast perfekt in Reih und Glied. Die beiden Seitenreihen links sind direkt übereinander - fast. ABER: Wenn ich zusammenbeisse, dann passt es noch nicht. Es fühlt sich komisch an, unbefriedigend, ich kann nicht richtig beissen und kauen.
Seit Anfang Februar dieses Jahres trage ich eine Spange. Alle zwei Wochen kommt eine neue Schiene dran, und dann tut es immer am meisten weh. In all den Monaten seit Februar fiel mir nur mehr und mehr auf, dass die Lücke vorne kleiner wurde, und das Beissen schwieriger. Aber ansonsten nahm ich eigentlich nur die mühsamen Begleiterscheinungen der Spange wahr.
Logischerweise gibt es auch hier die Pointe: Durchbrüche sind super - und daneben gibt es auch Umbrüche, deren Effekt nicht weniger toll ist. Aber sie passieren manchmal über so lange Zeit, dass sie einem kaum auffallen. Aber plötzlich stehen Alpen da.
Manchmal ist es auch so: BÄM - Durchbruch: eine Spange auf den Zähnen! Und dann der Prozess der Umsetzung.. das ist der Lebensstil, Gedankenmuster, tägliche Entscheidungen.
Immer wieder geht es auch so: Du schreibst einen Traum auf (ein kleines Flugzeug fliegen - als Pilotin) und denkst dir noch während des Schreibens, ja ja, vielleicht in 25 Jahren mal.. und nichts geschieht, nichts, nichts, nichts, bis 10 Monate später: BÄM:
Donnerstag, Oktober 18, 2012
Zugfahren
Was für ein schöner Zug! Hier noch auf deutsch:
Taktiken - Strategien - Vision - Bestimmung - Identität ->>
° ° ° ° ° ° ° ° ° °
Ich kann mehrere Taktiken haben, Strategien ändern sich durch Lebenserfahrung, ich kann sogar die Vision wechseln oder ändern. Aber die Bestimmung fühle ich, lerne ich kennen, kenne ich: Wozu bin ich auf der Welt? Welchen Unterschied will ich machen? Was fehlte, wenn ich es nicht bringen würde? Was für Gaben habe ich? Wenn ich meine Bestimmung kenne, dann ändert die sich eigentlich nicht mehr. Und schon gar nicht meine Identität. Der Zug muss von vorne gezogen werden. Ich lebe aus dem heraus, wer ich bin! Es können Schwierigkeiten oder Widerstände kommen und ich muss die Taktiken ändern - aber ich weiss immer, wer ich bin (und wer nicht), und was ich im Leben will (und was nicht).
Wie beim Radio, wo ich bestimme, welche Frequenz ich wähle, und ein entsprechendes Programm höre ich dann, so bestimme ich auch die Frequenz dessen, worauf ich fokussiere. Betrachte ich ständig das, was noch nicht klappt, was ich noch nicht weiss, was ich nicht kann, dann werde ich automatisch glauben, dass ich es nicht kann, dass ich es nicht weiss, und dass es nicht klappt. Schaue ich hingegen auf das was Gott tut, auf das was ich kann und weiss, auf meine Freiheit und auf die Orte, wo ich geheilt und ganz bin, dann ist meine Identität stark und wird zur Lokomotive - der ganze Rest folgt dann von selbst.
Das sind Auszüge aus einem "financial prosperity teaching", also einer Vorlesung über Finanzielles Wohlergehen, das ich gestern von Greg Pruden, einem Kanadier, hörte. Ich hab hier mehr die allgemeinen Sachen, die Rahmenbedingungen aufgeschrieben. Wer das ganze teaching (auf englisch) möchte, kann sich bei mir melden.. I like it a loooot!
Montag, Oktober 15, 2012
Gesundheit im Geist, in der Seele, und auch am Körper
In der letzten Augustwoche, als ich noch in der Schweiz war, hatte mein Freund einen Atemwegsinfekt, mit Antibiotikabehandlung. Gleichzeitig begann meine Lunge zu schmerzen. Ja klar, dachte ich, die eingebildete Kranke. Man erwartet Symptome und hat Symptome. Die Symptome blieben, aber ich hatte weder Fieber noch Schnupfen. Ich arbeitete normal weiter, und es war ziemlich intensiv bei der Arbeit. Daneben zog ich noch um, und trug meine Habseligkeiten in Kisten und Taschen Treppen runter und rauf.
Dann flog ich nach Kalifornien.
Hier schmerzte meine Lunge immer noch. Zum Teil tat jeder Atemzug weh. Aber hier bestimmten Waldbrände die Luft, somit dachte ich, dass es die Luftqualität ist, bzw. immer noch die "Erkältung" aus der Schweiz.
Das ist jetzt ca. 7 Wochen her. Gestern Abend ging ich ins Bett und mein Brustkorb tat so weh, dass es mir wirklich Sorgen machte. Seit so langer Zeit immer Schmerzen beim Atmen und Liegen.
Also fuhr ich heute zum Arzt. Die Voruntersuchung ergab: Kein Fieber, normaler Blutdruck, Puls, und 100% Sauerstoffsättigung des Blutes. Der Arzt befragte mich und runzelte die Stirn. Ungewöhnliche Symptome für jemanden, die so gesund ist wie ich. Kein Husten? Keine erhöhten Schmerzen beim Velofahren, wo ich intensiver atme? Er wollte bestimmte Sachen ausschliessen können, wie z.B. ein durch einen Infekt vergrössertes Herz oder etwas ungutes auf der Lunge. Also musste ich mich ausziehen und in so ein dünnes Spitalmäntelchen schlüpfen. Es gab ein EKG (50.-) und zwei Lungen-Röntgenbilder (75.-). Äusserst interessant anzuschauen: Hier die Lungenflügel, hier das Herz, hier der Magen, die Rippen,... -- aber alles ok!
Ich zog mich wieder um, und der Arzt kam herein mit einem riesigen Anatomiebuch. Er zeigte mir den Brustkorb und erklärte, dass die Rippen so eine Art Gelenke (?) haben, oder Knorpel (?), und das kann sich entzünden - z.B. beim schweren und ruckartigen Lastenheben. Wir machten den Test. Ich sollte meine Rippen eine nach der anderen abtasten und schauen, ob es weh tut. Ähm... ich versuchte es. Aber es klappte nicht. Also musste ich mich wieder ausziehen, der Arzt holte eine Praxisangestellte, die Wache stand, und dann tastete er mich ab. Tatsächlich - Schmerzen wenn er drückte!
Jetzt hab ich entzündungshemmende Schmerzmedikamente, eine grosse Rechnung, und das Wissen, dass mein Herz und meine Lunge absolut gesund sind. Morgen geht's noch ins Labor für ein paar Bluttests..
Dann flog ich nach Kalifornien.
Hier schmerzte meine Lunge immer noch. Zum Teil tat jeder Atemzug weh. Aber hier bestimmten Waldbrände die Luft, somit dachte ich, dass es die Luftqualität ist, bzw. immer noch die "Erkältung" aus der Schweiz.
Das ist jetzt ca. 7 Wochen her. Gestern Abend ging ich ins Bett und mein Brustkorb tat so weh, dass es mir wirklich Sorgen machte. Seit so langer Zeit immer Schmerzen beim Atmen und Liegen.
Also fuhr ich heute zum Arzt. Die Voruntersuchung ergab: Kein Fieber, normaler Blutdruck, Puls, und 100% Sauerstoffsättigung des Blutes. Der Arzt befragte mich und runzelte die Stirn. Ungewöhnliche Symptome für jemanden, die so gesund ist wie ich. Kein Husten? Keine erhöhten Schmerzen beim Velofahren, wo ich intensiver atme? Er wollte bestimmte Sachen ausschliessen können, wie z.B. ein durch einen Infekt vergrössertes Herz oder etwas ungutes auf der Lunge. Also musste ich mich ausziehen und in so ein dünnes Spitalmäntelchen schlüpfen. Es gab ein EKG (50.-) und zwei Lungen-Röntgenbilder (75.-). Äusserst interessant anzuschauen: Hier die Lungenflügel, hier das Herz, hier der Magen, die Rippen,... -- aber alles ok!
Ich zog mich wieder um, und der Arzt kam herein mit einem riesigen Anatomiebuch. Er zeigte mir den Brustkorb und erklärte, dass die Rippen so eine Art Gelenke (?) haben, oder Knorpel (?), und das kann sich entzünden - z.B. beim schweren und ruckartigen Lastenheben. Wir machten den Test. Ich sollte meine Rippen eine nach der anderen abtasten und schauen, ob es weh tut. Ähm... ich versuchte es. Aber es klappte nicht. Also musste ich mich wieder ausziehen, der Arzt holte eine Praxisangestellte, die Wache stand, und dann tastete er mich ab. Tatsächlich - Schmerzen wenn er drückte!
Jetzt hab ich entzündungshemmende Schmerzmedikamente, eine grosse Rechnung, und das Wissen, dass mein Herz und meine Lunge absolut gesund sind. Morgen geht's noch ins Labor für ein paar Bluttests..
Sonntag, Oktober 14, 2012
Beziehungen, lernen, lernen, lernen und staunen
Es sind allgemein intensive Zeiten für mich. Natürlich vermisse ich Gianni, jeden Tag, immer. Zuerst spielte ich mit dem Gedanken, das Vermissen einfach unterdrücken zu versuchen... indem ich beschäftigt bin mit anderen Sachen. Aber dann las ich weiter im "The gift of imperfection" von Dr.Brené Brown, und lernte, dass wenn man negative Gefühle betäubt (mit facebook, Alkohol, Filmeschauen,....), dass dann auch die positiven Gefühle betäubt werden. Dass man dann auch weniger fähig ist, die positiven Gefühle wie z.B. Liebe oder Freude in ihrer Fülle wahrzunehmen. Sie schlägt vor, dass man, anstatt negative Gefühle zu betäuben, sich in sie "hineinlehnt". Das sage ich mir jetzt immer. Leaning into the pain. Und es wäre ja sowieso besorgniserregend, wenn ich ihn nicht vermissen würde.
Anyway, auch sonst. Die ganze Zeit kommt irgendwas hoch, besonders was Beziehungen angeht. Ich, die ich viele viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, mir Unabhängigkeit gross auf die Fahne schrieb, finde mich plötzlich ÜBERALL in Beziehungen. In meinem Zimmer wohnt noch jemand anderes. Im Zimmer gegenüber nochmals zwei. Meine Mentorin hat noch 5 weitere Interns. Ich habe einen Verlobten und bin eine Verlobte. Die Swissmeetings sind Familientreffen. Dann die Beziehungen in die Schweiz, über skype. Beziehungen nach Polen. Beziehungen zu lieben Menschen hier. Und ich lerne, lerne, lerne. Lerne, lerne, lerne. Manchmal verhalte ich mich nicht richtig, und manchmal sogar ziemlich pubertär. Leute um mich herum benutzen "brave communication": Sie sprechen Dinge an, liebevoll, aber ehrlich. Ich werde konfrontiert. Und es ist ein sicherer Ort hier; ich darf Sachen auf den Grund gehen, Wurzeln ausgraben und ausheilen.
Und dann sagt mir Gott, das sei eigentlich der Hauptgrund, warum ich nochmal hier bin. Um noch mehr "whole", ganzheitlich gesund zu werden.
Kaum weiss ich das, bekommt auch die "Nebensache", mein Praktikum, wieder solch eine Wendung, dass es trotzdem die Hauptsache ist, auch wenn mein Herz die Hauptsache ist. Kann nicht auch alles Hauptsache sein?
Plötzlich finde ich, die ich doch schon immer die Welt verändern wollte, mich wieder in einem Treffen von drei Leuten, die alle dazu angestellt sind, die Welt zu verändern. Einer hat mit seinem ca. 20-köpfigen Team einen 40-Jahresplan ausgearbeitet, mit dem global players ihr Wissen und ihre Erfahrung zugänglich machen, und mit dem hunderttausende bis zu Millionen von Leuten sich vernetzen können. Unglaublich. Nächste Woche trifft er sich mit jemandem aus dem engsten Wahlkampfteam des US-Präsidenten. Ein anderer aus dem Treffen hat einen Zehnjahresplan ausgearbeitet, wie eine ganze Generation von Menschen wieder aktiv träumen kann, also wirklich ihre Träume Realität werden lassen kann. -----dass es überhaupt so ein Treffen gibt! Und dass ich Teil davon sein durfte! Wow! Ich denke, ich werde in 40 Jahren mal auf dieses Treffen zurückschauen und staunen.
Daneben Hochzeitsplanung! Und Lesen, lesen, lesen. Es kam auch, wie es kommen musste: Ich habe mir schon ein neues Buch gekauft (ich habe noch X weitere in der Warteliste....). Es ist ein DISC Training Workbook. So kann ich noch mehr lernen, wie und warum Leute reagieren und leben.
Anyway, auch sonst. Die ganze Zeit kommt irgendwas hoch, besonders was Beziehungen angeht. Ich, die ich viele viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, mir Unabhängigkeit gross auf die Fahne schrieb, finde mich plötzlich ÜBERALL in Beziehungen. In meinem Zimmer wohnt noch jemand anderes. Im Zimmer gegenüber nochmals zwei. Meine Mentorin hat noch 5 weitere Interns. Ich habe einen Verlobten und bin eine Verlobte. Die Swissmeetings sind Familientreffen. Dann die Beziehungen in die Schweiz, über skype. Beziehungen nach Polen. Beziehungen zu lieben Menschen hier. Und ich lerne, lerne, lerne. Lerne, lerne, lerne. Manchmal verhalte ich mich nicht richtig, und manchmal sogar ziemlich pubertär. Leute um mich herum benutzen "brave communication": Sie sprechen Dinge an, liebevoll, aber ehrlich. Ich werde konfrontiert. Und es ist ein sicherer Ort hier; ich darf Sachen auf den Grund gehen, Wurzeln ausgraben und ausheilen.
Und dann sagt mir Gott, das sei eigentlich der Hauptgrund, warum ich nochmal hier bin. Um noch mehr "whole", ganzheitlich gesund zu werden.
Kaum weiss ich das, bekommt auch die "Nebensache", mein Praktikum, wieder solch eine Wendung, dass es trotzdem die Hauptsache ist, auch wenn mein Herz die Hauptsache ist. Kann nicht auch alles Hauptsache sein?
Plötzlich finde ich, die ich doch schon immer die Welt verändern wollte, mich wieder in einem Treffen von drei Leuten, die alle dazu angestellt sind, die Welt zu verändern. Einer hat mit seinem ca. 20-köpfigen Team einen 40-Jahresplan ausgearbeitet, mit dem global players ihr Wissen und ihre Erfahrung zugänglich machen, und mit dem hunderttausende bis zu Millionen von Leuten sich vernetzen können. Unglaublich. Nächste Woche trifft er sich mit jemandem aus dem engsten Wahlkampfteam des US-Präsidenten. Ein anderer aus dem Treffen hat einen Zehnjahresplan ausgearbeitet, wie eine ganze Generation von Menschen wieder aktiv träumen kann, also wirklich ihre Träume Realität werden lassen kann. -----dass es überhaupt so ein Treffen gibt! Und dass ich Teil davon sein durfte! Wow! Ich denke, ich werde in 40 Jahren mal auf dieses Treffen zurückschauen und staunen.
Daneben Hochzeitsplanung! Und Lesen, lesen, lesen. Es kam auch, wie es kommen musste: Ich habe mir schon ein neues Buch gekauft (ich habe noch X weitere in der Warteliste....). Es ist ein DISC Training Workbook. So kann ich noch mehr lernen, wie und warum Leute reagieren und leben.
Dienstag, Oktober 02, 2012
Verlobung geht nur in Beziehung, und Beziehungen rocken meine Welt
Wenn man den schönsten Besuch aus der Schweiz bekommt und dazu noch einen Ring von ihm, dann kommt man nicht mehr wirklich zum Blog schreiben. Aber dafür einen Haufen Inspiration.
Zwei Wochen sich ausgiebig mit Beziehung auseinandersetzen. Überhaupt auch schon vorher, da wir jetzt zu viert in einer Zweizimmerwohnung leben und uns noch nicht alle wirklich kennen. Das Zimmer zu teilen ist einfacher, als ich es erwartet hätte. Bis auf den Schlaf. Meine Zimmergenossin hat einen supertiefen Schlaf, ich hingegen kann am Morgen detailliert Auskunft geben, wann der Hund auf der anderen Hügelseite gebellt hat, über was die Nachbaren auf dem Balkon stritten (und von wann bis wann), was für einen Weckerklingelton die Nachbaren unter uns haben, und wie häufig die Polizei vorbeifuhr. OK, es ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber ich wache auf, vor allem dann, wenn meine Zimmernachbarin nach mir schlafen geht und/oder früher aufsteht. Oder noch ein sms bekommt, wenn ich schon schlafe. ABER man gewöhnt sich daran, an die Geräusche; sie werden einem vertraut, sie sinken ins Untergeschoss der Wahrnehmung.
Einen Beziehungskurs machen, der auch Ehevorbereitungskurs der Bethel Church ist. Der Kursleiter sagt in der ersten Stunde "Mein Ziel ist es, dass sich möglichst viele von euch wieder trennen". Das klingt harsch und nicht lieb, aber tatsächlich heiraten 6 von 10 teilnehmenden Paaren nach dem Kurs nicht. 4 trennen sich und zwei warten ab. Der Kurs ist etwas vom Besten, was ich je gemacht habe. Ich lerne über den Unterschied von "powerful" und "powerless", schreibe nach einem einfachen Modell meine Lebensvision, komme ins Nachdenken über "7 Säulen von gesunden Beziehungen" und das Erlernen von Liebessprachen, lerne über Konfliktmanagement und Kommunikation. Ausserdem machten wir den prepare&enrich test und hatten super Resultate, und dennoch stundenlange Gespräche darüber im Anschluss an die Auswertung mit unserer Kursleiterin.
Und hier noch die Geschichte unserer Verlobung:
Da wir schon seit einiger Zeit wussten, dass wir heiraten wollen, erwartete ich, dass ein Antrag in den zwei Wochen des Zusammenseins kommen würde. Aber wie? Wann? Wo? Wie würde ich reagieren, würde ich bereit sein? Die richtigen Kleider tragen? Reagieren, wie man sollte? Ich meine damit nicht, dass ich nicht wusste, ob ich Ja sagen sollte - das war schon seit Januar keine Frage mehr - aber ich hatte mir wohl einen Druck auferlegt, vom Hören anderer Geschichten und von Filmen. Ich teilte meine Unsicherheiten mit, und der beste Mann nahm mir jeden Druck weg und sagte, ich solle einfach mich selbst sein. Wir gingen am Mittwochabend in den DTR (Defining the Relationship) Kurs und nahmen noch meine Mitbewohnerin mit zu Bethel. Als wir ankamen, sagte sie mir, sie brauche keinen Ride nach Hause, sie könne mit jemand anderem mitfahren. Das fand ich verdächtig.... Der Kurs endete um 20.15 Uhr, ich war völlig aufgewühlt und unsicher darüber, ob ich wirklich so "powerful" bin, wie ich es sein wollte. Wir liefen zum Auto, und Gianni fragte, ob wir noch zum Fluss spazierengehen wollten. Es war bereits dunkel, und noch nie hatte er so etwas vorgeschlagen. Nun wusste ich, dass es wahrscheinlich soweit war... Wir fuhren zur berühmten Sundial Bridge, und als wir parkten, nahm er seine Tasche mit auf den Spaziergang. Äusserst ungewöhnlich für einen Mann! Ich liess mir nichts anmerken, aber ich wurde mit jedem Schritt nervöser und nervöser. Gianni sagte: "Lass uns hier lang gehen" - ein schmaler Weg, der in den stockfinsteren Wald führte. Ich warf ein: "dort ist NICHTS", aber er meinte, wir sollen es trotzdem probieren. Ich hielt mich an ihm fest, aus Nervosität und weil es stockfinster war. Er schaute immer wieder nach links ins Gebüsch und schien etwas zu suchen (was ich später erfuhr: Er hatte den Platz vorher per googlemaps ausgecheckt, war aber noch nie dortgewesen). Gerade, als er kurz davor war, umzukehren, sah ich etwas ähnliches wie eine Bank im Mondlicht. Erleichtert steuerte er darauf zu. Es waren ein Tisch mit eingebautem Schachfeld, sowie zwei Steinbänke dort. Wir setzten uns hin. Vor uns der Sacramentoriver, im spärlichen Licht der Sundial Bridge. Über uns der Sternenhimmel. Es war perfekt. Ich sagte nichts. Gianni fragte: "Weisst du, warum wir hier sind?" - Ich: "Ja.." - Er: "Willst du mich heiraten?" - Ich: "YES!" - Er: "oh, warte".. und dann kniete er sich vor mir hin und fragte noch einmal, und ich sagte noch einmal Ja, worauf er mir die Schachtel mit dem Ring gab, aber ich war so zutiefst berührt, dass ich ihn nur umarmte und es mir ganz schwindlig wurde. Ich konnte nicht mehr sprechen. Er fragte mich irgendwann, ob ich nicht den Ring sehen wollte. Oh ja, natürlich!! Bloss war es stockdunkel. Im Licht unserer Handys sah ich immerhin, dass es genau die Art Ring war, die ich am liebsten habe: Nicht einen grossen Stein obendrauf, sondern einen kleinen Diamanten in den Weissgoldring eingearbeitet. Dann sagte er mir all die wunderschönen Dinge, warum er mich heiraten wolle. Ich weinte ein bisschen. Dann mussten wir pressieren, weil er einen Tisch im besten Restaurant der Stadt reserviert hatte, direkt am Fluss. Bevor wir zurückgingen, jubelte ich laut in die Nacht hinein. Bei der Sundial Bridge sassen vier ältere Personen. Ich war so oberglücklich, dass ich ihnen zurief: "I just got engaged!!!!!". Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. Eine der vier Personen murmelte mürrisch: "Congratulations". Hahaha. Wir mussten lachen und freuten uns umso mehr. Das Essen war super, bloss konnte ich weder lesen noch reden, weil ich so positiv durcheinander war. Die Rettung war eine Schulkollegin, die auch dort auf der Terrasse ist. Sie ist eine wirklich leidenschaftliche Person, und so drückte sie mich und freute sich derart stark, dass ich wieder zu funktionieren begann. Nach dem Cocktail und Essen fuhren wir nach Hause, wo noch ein Dessert, Schaumwein und liebe FreundInnen auf uns warteten. Einfach perfekt.
Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war tatsächlich ein Ring an meinem Ringfinger!!!!!!!
Zwei Wochen sich ausgiebig mit Beziehung auseinandersetzen. Überhaupt auch schon vorher, da wir jetzt zu viert in einer Zweizimmerwohnung leben und uns noch nicht alle wirklich kennen. Das Zimmer zu teilen ist einfacher, als ich es erwartet hätte. Bis auf den Schlaf. Meine Zimmergenossin hat einen supertiefen Schlaf, ich hingegen kann am Morgen detailliert Auskunft geben, wann der Hund auf der anderen Hügelseite gebellt hat, über was die Nachbaren auf dem Balkon stritten (und von wann bis wann), was für einen Weckerklingelton die Nachbaren unter uns haben, und wie häufig die Polizei vorbeifuhr. OK, es ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber ich wache auf, vor allem dann, wenn meine Zimmernachbarin nach mir schlafen geht und/oder früher aufsteht. Oder noch ein sms bekommt, wenn ich schon schlafe. ABER man gewöhnt sich daran, an die Geräusche; sie werden einem vertraut, sie sinken ins Untergeschoss der Wahrnehmung.
Einen Beziehungskurs machen, der auch Ehevorbereitungskurs der Bethel Church ist. Der Kursleiter sagt in der ersten Stunde "Mein Ziel ist es, dass sich möglichst viele von euch wieder trennen". Das klingt harsch und nicht lieb, aber tatsächlich heiraten 6 von 10 teilnehmenden Paaren nach dem Kurs nicht. 4 trennen sich und zwei warten ab. Der Kurs ist etwas vom Besten, was ich je gemacht habe. Ich lerne über den Unterschied von "powerful" und "powerless", schreibe nach einem einfachen Modell meine Lebensvision, komme ins Nachdenken über "7 Säulen von gesunden Beziehungen" und das Erlernen von Liebessprachen, lerne über Konfliktmanagement und Kommunikation. Ausserdem machten wir den prepare&enrich test und hatten super Resultate, und dennoch stundenlange Gespräche darüber im Anschluss an die Auswertung mit unserer Kursleiterin.
Und hier noch die Geschichte unserer Verlobung:
Da wir schon seit einiger Zeit wussten, dass wir heiraten wollen, erwartete ich, dass ein Antrag in den zwei Wochen des Zusammenseins kommen würde. Aber wie? Wann? Wo? Wie würde ich reagieren, würde ich bereit sein? Die richtigen Kleider tragen? Reagieren, wie man sollte? Ich meine damit nicht, dass ich nicht wusste, ob ich Ja sagen sollte - das war schon seit Januar keine Frage mehr - aber ich hatte mir wohl einen Druck auferlegt, vom Hören anderer Geschichten und von Filmen. Ich teilte meine Unsicherheiten mit, und der beste Mann nahm mir jeden Druck weg und sagte, ich solle einfach mich selbst sein. Wir gingen am Mittwochabend in den DTR (Defining the Relationship) Kurs und nahmen noch meine Mitbewohnerin mit zu Bethel. Als wir ankamen, sagte sie mir, sie brauche keinen Ride nach Hause, sie könne mit jemand anderem mitfahren. Das fand ich verdächtig.... Der Kurs endete um 20.15 Uhr, ich war völlig aufgewühlt und unsicher darüber, ob ich wirklich so "powerful" bin, wie ich es sein wollte. Wir liefen zum Auto, und Gianni fragte, ob wir noch zum Fluss spazierengehen wollten. Es war bereits dunkel, und noch nie hatte er so etwas vorgeschlagen. Nun wusste ich, dass es wahrscheinlich soweit war... Wir fuhren zur berühmten Sundial Bridge, und als wir parkten, nahm er seine Tasche mit auf den Spaziergang. Äusserst ungewöhnlich für einen Mann! Ich liess mir nichts anmerken, aber ich wurde mit jedem Schritt nervöser und nervöser. Gianni sagte: "Lass uns hier lang gehen" - ein schmaler Weg, der in den stockfinsteren Wald führte. Ich warf ein: "dort ist NICHTS", aber er meinte, wir sollen es trotzdem probieren. Ich hielt mich an ihm fest, aus Nervosität und weil es stockfinster war. Er schaute immer wieder nach links ins Gebüsch und schien etwas zu suchen (was ich später erfuhr: Er hatte den Platz vorher per googlemaps ausgecheckt, war aber noch nie dortgewesen). Gerade, als er kurz davor war, umzukehren, sah ich etwas ähnliches wie eine Bank im Mondlicht. Erleichtert steuerte er darauf zu. Es waren ein Tisch mit eingebautem Schachfeld, sowie zwei Steinbänke dort. Wir setzten uns hin. Vor uns der Sacramentoriver, im spärlichen Licht der Sundial Bridge. Über uns der Sternenhimmel. Es war perfekt. Ich sagte nichts. Gianni fragte: "Weisst du, warum wir hier sind?" - Ich: "Ja.." - Er: "Willst du mich heiraten?" - Ich: "YES!" - Er: "oh, warte".. und dann kniete er sich vor mir hin und fragte noch einmal, und ich sagte noch einmal Ja, worauf er mir die Schachtel mit dem Ring gab, aber ich war so zutiefst berührt, dass ich ihn nur umarmte und es mir ganz schwindlig wurde. Ich konnte nicht mehr sprechen. Er fragte mich irgendwann, ob ich nicht den Ring sehen wollte. Oh ja, natürlich!! Bloss war es stockdunkel. Im Licht unserer Handys sah ich immerhin, dass es genau die Art Ring war, die ich am liebsten habe: Nicht einen grossen Stein obendrauf, sondern einen kleinen Diamanten in den Weissgoldring eingearbeitet. Dann sagte er mir all die wunderschönen Dinge, warum er mich heiraten wolle. Ich weinte ein bisschen. Dann mussten wir pressieren, weil er einen Tisch im besten Restaurant der Stadt reserviert hatte, direkt am Fluss. Bevor wir zurückgingen, jubelte ich laut in die Nacht hinein. Bei der Sundial Bridge sassen vier ältere Personen. Ich war so oberglücklich, dass ich ihnen zurief: "I just got engaged!!!!!". Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. Eine der vier Personen murmelte mürrisch: "Congratulations". Hahaha. Wir mussten lachen und freuten uns umso mehr. Das Essen war super, bloss konnte ich weder lesen noch reden, weil ich so positiv durcheinander war. Die Rettung war eine Schulkollegin, die auch dort auf der Terrasse ist. Sie ist eine wirklich leidenschaftliche Person, und so drückte sie mich und freute sich derart stark, dass ich wieder zu funktionieren begann. Nach dem Cocktail und Essen fuhren wir nach Hause, wo noch ein Dessert, Schaumwein und liebe FreundInnen auf uns warteten. Einfach perfekt.
Und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war tatsächlich ein Ring an meinem Ringfinger!!!!!!!
Donnerstag, September 20, 2012
Mittwoch, September 12, 2012
Kapitel 1: Liebe. Kapitel 2: Liebe. Kapitel 3: Liebe. Und so weiter.
Fast jeden Dienstag haben wir ein Treffen für alle PraktikantInnen. Meistens spricht dann Paul Manwaring. Ich nenne ihn Paul "the brain" Manwaring. Gosh, die Erkenntnisse die er hat! Anyway, diesen Dienstag begannen wir mit Zeugnissen vom Sommer. Es kamen einige unglaubliche Zeugnisse über Heilungen. Zum Beispiel eine Frau, die eine Herztransplantation bereits geplant hatte für die nächste Woche. Da wurde sie komplett geheilt und brauchte die Operation nicht.
Dann bekam ein Mitstudent das Mikrofon und erzählte unter Tränen eine Geschichte, die sich über den Sommer zugetragen hatte. Wenn ich die jetzt hier aufschreiben würde, dann würde sie völlig belanglos ausschauen. Oder zumindest ist kein krasses Wunder oder so drin. Aber als er die Geschichte, wie Gott ihm seine Liebe gezeigt hatte, erzählte, war so eine krasse Salbung darauf. Er sagte selbst immer wieder: "Es spielt keine Rolle, was du tust, wieviel Gunst du erfährst, oder was für eine Salbung du hast. Gott liebt dich! Das ist alles! Das ist alles was nötig ist! Der Rest ist Zusatz".
Der Leiter des 3rd years und seine Praktikantin griffen das auf und merkten, dass Gott da zu uns als Klasse spricht. Wir sind alle irgendwo in der Church verteilt als PraktikantInnen, arbeiten mit, haben Projekte, sind beschäftigt. Wir sind nicht mehr die Klasse, die jeden Tag zusammenkommt und empfängt. Und doch hat Gott etwas mit uns als Klasse, dieses Jahr, vor. Und das ist im Moment sicher mal seine LIEBE. Nicht "wer erlebt die krasseren Sachen". Unser Leiter sagte auch, dass als Jesus getauft wurde und Vater Gott sagte "Dies ist mein gelieber Sohn", da hätte er auch öffentlich klarmachen können: "Dies ist mein allmächtiger Sohn" oder "Dies ist mein allwissender Sohn", oder irgendein beliebiges, wichtiges Adjektiv, das man braucht, um die Welt zu retten. Aber nein, der GELIEBTE. Und so sind auch wir geliebt. Das reicht. Das ist alles!
Paul Manwaring sprach als nächstes. Über Authentizität. Ist unser Leben fähig, die Botschaft zu tragen, die wir predigen? Ja, Gott gibt uns eine Botschaft, aber es ist viel wichtiger, in ein Leben zu investieren, das fähig ist, diese Botschaft zu leben. Unser allergrösser Auftrag, der uns allen gemeinsam ist: Vater Gott auf der Erde zu repräsentieren. Auch das Mutterherz Gottes. "Ich sage nicht, dass wir die Bibel in Sie-Gott umschreiben sollen. Aber wir sollen die Art umschreiben, wie wir Gott auf der Erde repräsentieren". "Wir sind dazu berufen, einen Ort zu schaffen, wo alle Menschen hinrennen können und die Vaterliebe Gottes erfahren können". DAS ist Evangelisation. "Der Geist der Adoption ist eine Tag-für-Tag, eine Woche-für-Woche, eine Jahr-für-Jahr -Erfahrung, nicht ein einmaliges Erlebnis". Wir sind angenommen, geliebt, wir sind Töcher und Söhne eines liebenden Gottes.
Dann bekam ein Mitstudent das Mikrofon und erzählte unter Tränen eine Geschichte, die sich über den Sommer zugetragen hatte. Wenn ich die jetzt hier aufschreiben würde, dann würde sie völlig belanglos ausschauen. Oder zumindest ist kein krasses Wunder oder so drin. Aber als er die Geschichte, wie Gott ihm seine Liebe gezeigt hatte, erzählte, war so eine krasse Salbung darauf. Er sagte selbst immer wieder: "Es spielt keine Rolle, was du tust, wieviel Gunst du erfährst, oder was für eine Salbung du hast. Gott liebt dich! Das ist alles! Das ist alles was nötig ist! Der Rest ist Zusatz".
Der Leiter des 3rd years und seine Praktikantin griffen das auf und merkten, dass Gott da zu uns als Klasse spricht. Wir sind alle irgendwo in der Church verteilt als PraktikantInnen, arbeiten mit, haben Projekte, sind beschäftigt. Wir sind nicht mehr die Klasse, die jeden Tag zusammenkommt und empfängt. Und doch hat Gott etwas mit uns als Klasse, dieses Jahr, vor. Und das ist im Moment sicher mal seine LIEBE. Nicht "wer erlebt die krasseren Sachen". Unser Leiter sagte auch, dass als Jesus getauft wurde und Vater Gott sagte "Dies ist mein gelieber Sohn", da hätte er auch öffentlich klarmachen können: "Dies ist mein allmächtiger Sohn" oder "Dies ist mein allwissender Sohn", oder irgendein beliebiges, wichtiges Adjektiv, das man braucht, um die Welt zu retten. Aber nein, der GELIEBTE. Und so sind auch wir geliebt. Das reicht. Das ist alles!
Paul Manwaring sprach als nächstes. Über Authentizität. Ist unser Leben fähig, die Botschaft zu tragen, die wir predigen? Ja, Gott gibt uns eine Botschaft, aber es ist viel wichtiger, in ein Leben zu investieren, das fähig ist, diese Botschaft zu leben. Unser allergrösser Auftrag, der uns allen gemeinsam ist: Vater Gott auf der Erde zu repräsentieren. Auch das Mutterherz Gottes. "Ich sage nicht, dass wir die Bibel in Sie-Gott umschreiben sollen. Aber wir sollen die Art umschreiben, wie wir Gott auf der Erde repräsentieren". "Wir sind dazu berufen, einen Ort zu schaffen, wo alle Menschen hinrennen können und die Vaterliebe Gottes erfahren können". DAS ist Evangelisation. "Der Geist der Adoption ist eine Tag-für-Tag, eine Woche-für-Woche, eine Jahr-für-Jahr -Erfahrung, nicht ein einmaliges Erlebnis". Wir sind angenommen, geliebt, wir sind Töcher und Söhne eines liebenden Gottes.
Draussen schlafen
Das ging so: Um 22 Uhr zügeln meine Mitbewohnerin und ich unsere Matratzen auf den Balkon. Noch immer ist es warm, wahrscheinlich über 20 Grad. Man sieht die Sundial Bridge durch die Äste des Baumes leuchten, links und rechts davon die Lichter der Stadt, oben sind Sterne auszumachen. Unten lärmt eine riesen Lüftungsanlage. Die Nachbarin sitzt auf ihrem Balkon in der Sitzhängematte und liest.
Gegen 22.30 Uhr schlafen wir ein. Die Lüftung hat aufgehört zu lärmen. Plötzlich erwache ich, weil eine Frau hysterisch schreit. Sie regt sich unendlich über irgendetwas wegen Auto und 20 Minuten und anderen Leuten auf. Zwischendurch antwortet eine ruhige Männerstimme: "Ich hab's im Griff, Schatz, ich werde mit ihnen reden", "Ich will nicht, dass das zu einer grossen Beziehungssache wird, Honey", etc. Unsere Nachbarn. Ich schaue auf die Uhr: 2.30h. Und gehe mal aufs WC. Als ich zurückkomme, ist die Frau ruhig, und der Mann telefoniert mit einer Mietautofirma, aber das nächste jetzt verfügbare Auto ist am Flughafen Los Angeles. Der Mann bedankt sich trotzdem höflich, und raucht eine Zigarette. Meine Mitbewohnerin und ich rauchen passiv mit.
Als es tagt, erwache ich wieder. Direkt über mir ist trotz der Dämmerung der grosse Wagen und der Mond. Minutenlang starre ich in den Himmel, bevor ich wieder einschlafe. Dann erwache ich wieder, weil Rauch im Hals kratzt. Der Nordwind ist aufgekommen und hat wieder Waldbrandrauch hergeblasen. Ich bin froh, als es 7 Uhr ist, und ich aufstehen kann für die Schule. Trotzdem war es wunderschön.
Gegen 22.30 Uhr schlafen wir ein. Die Lüftung hat aufgehört zu lärmen. Plötzlich erwache ich, weil eine Frau hysterisch schreit. Sie regt sich unendlich über irgendetwas wegen Auto und 20 Minuten und anderen Leuten auf. Zwischendurch antwortet eine ruhige Männerstimme: "Ich hab's im Griff, Schatz, ich werde mit ihnen reden", "Ich will nicht, dass das zu einer grossen Beziehungssache wird, Honey", etc. Unsere Nachbarn. Ich schaue auf die Uhr: 2.30h. Und gehe mal aufs WC. Als ich zurückkomme, ist die Frau ruhig, und der Mann telefoniert mit einer Mietautofirma, aber das nächste jetzt verfügbare Auto ist am Flughafen Los Angeles. Der Mann bedankt sich trotzdem höflich, und raucht eine Zigarette. Meine Mitbewohnerin und ich rauchen passiv mit.
Als es tagt, erwache ich wieder. Direkt über mir ist trotz der Dämmerung der grosse Wagen und der Mond. Minutenlang starre ich in den Himmel, bevor ich wieder einschlafe. Dann erwache ich wieder, weil Rauch im Hals kratzt. Der Nordwind ist aufgekommen und hat wieder Waldbrandrauch hergeblasen. Ich bin froh, als es 7 Uhr ist, und ich aufstehen kann für die Schule. Trotzdem war es wunderschön.
Samstag, September 08, 2012
Ins Tern Ship
Heute können wir in unsere neue Wohnung zügeln. How exciting!!! Bevor wir die Schlüssel erhielten, mussten wir ungefähr 35x unterschreiben, immer wieder, für alles mögliche.
Ich hatte ausserdem mein erstes Internship-Treffen. Ab nächster Woche werde ich also 20h/Woche ein Praktikum machen. Was genau, wird sich nach und nach entfalten.
Jetzt muss ich aufstehen und meine x-fach durchwühlten Koffer neu packen. Am Nachmittag wohl mal in die Brocki, damit wir abends eine Matratze zum schlafen und Lampen im Zimmer haben... Auf dem Gasherd (yeah!!!) stehen schon meine zwei Mokka-Schrauber parat.
Ich hatte ausserdem mein erstes Internship-Treffen. Ab nächster Woche werde ich also 20h/Woche ein Praktikum machen. Was genau, wird sich nach und nach entfalten.
Jetzt muss ich aufstehen und meine x-fach durchwühlten Koffer neu packen. Am Nachmittag wohl mal in die Brocki, damit wir abends eine Matratze zum schlafen und Lampen im Zimmer haben... Auf dem Gasherd (yeah!!!) stehen schon meine zwei Mokka-Schrauber parat.
Freitag, September 07, 2012
Ist da noch Unvergebung? Hahaha!!
Gerade hatten wir ein Infotreffen für HealingroomsmitarbeiterInnen. Es gab bereits vor ein paar Monaten ein längeres Teaching über ein paar Änderungen. Zum Beispiel wird jetzt hier in den Heilungsräumen nicht mehr länger gefragt, ob eventuell noch Unvergebung da sei, die einer Heilung im Weg stehe. Nein, die Heilungsraumleiter glauben, dass es nichts gibt, was eine Heilung behindern kann. Jesus fragte die Leute auch nicht danach, ob sie noch jemandem vergeben müssen, bevor er sie heilte. Oder ob da noch Generationenflüche seien. - Anyway, es ist mir wichtig zu sagen, dass es hier ein etwa einstündiges Teaching darüber gab, und dass ich das hier nicht exakt wiedergeben kann. Aber ich liebte das Teaching, und ich liebe die Haltung hier: Es ist die Güte Gottes, die heilt, nicht unsere Arbeit, indem wir Sachen brechen oder allen möglichen Leuten vergeben. Was weder hier jemand sagt noch ich jetzt, ist dass Vergebung nicht wichtig wäre. Das Gegenteil ist der Fall - es ist das Beste überhaupt! Aber Gott wartet nicht darauf, bis wir perfekt sind, so dass er uns heilen kann!!!
Ich schreibe diesen Eintrag, weil meine Erinnerungen an meinen Velounfall vor zwei Jahren wieder wach wurden... Ich fiel in voller Geschwindigkeit auf meine Schulter und verletzte die Rotatorenmanschette. Bis ich schmerzfrei war, dauerte es anderthalb Jahre. Ich ging zum Arzt, nahm viele Medikamente, besuchte eine Physiotherapeutin, Massage, und schlussendlich war es eine Chiropraktorin, die mich ganz schmerzfrei machte. Während all dieser Zeit war ich hier in Redding. Da ist es logisch, dass ich unzählige (!) Heilungsgebete erhalten durfte. In der Schule, in Gottesdiensten, in den Heilungsräumen, an Schweizertreffen, in der Kleingruppe, in Kursen, bei FreundInnen,....... unzählige Male!!
Und es war tatsächlich leider doch ab und zu so: 1.Gebet, und dann erwartungsvoller Blick: "Und?" - 2. ich spüre gar keine Änderung und immer noch Schmerz. - 3. "Kannst du es austesten? Etwas tun, was du vorher nicht konntest?" - 4. Ich teste es aus und AIII!!!! es tut noch viel mehr weh, weil ich diese Bewegung nicht hätte machen sollen. - 5. "Ähm, kann es vielleicht sein, dass du noch jemandem vergeben solltest?" -------- (!!!).
Am Anfang prüfte ich sofort mein Herz. War da noch Unvergebung? Ja. Also vergab ich diesen Personen. Nochmal Heilungsgebet, wieder keine Besserung. Hmm..... Mit der Zeit wurde es schwieriger: Ich prüfte und prüfte, und vergab am Schluss meinem Velo, der Strasse, auf die ich fiel, mir selbst, der Dunkelheit, in der es geschah, und allem möglichen damit verbundenen. Nichts. Ich vergab meiner Lehrerin in der ersten Klasse für einen kleinen Vorfall, der mir plötzlich eingefallen war.
...... nach Monaten von Schmerzen und Gebeten war ich schon fast soweit, einfach wirklich allem zu vergeben: Dem Bleistift, der mir einmal runtergefallen war. Dem Flugzeug, das Verspätung gehabt hatte. Den Regenwolken, die mich nass machten. Der Sonne, die mich verbrannt hatte. Dem Hügel, der so steil war. Den Fliegen, die.. - ok, ich übertreibe natürlich völlig jetzt. Aber ich forschte wirklich tief in mir, denn wenn ich dem Beter (es war übrigens wirklich fast immer ein Mann, der mich das fragte) sagen würde, da wäre keine, aber wirklich gar keine Unvergebung in mir, dann würde er sich bestimmt etwas ungutes dabei denken.........
Es endete damit, dass ich mich nur noch selten meldete, wenn gefragt wurde, ob jemand Gebet für Heilung braucht. Schliesslich hatte ich ja alles getan, hart gearbeitet (vergeben), und wusste nicht, was ich denn NOCH tun sollte. Warum also melden für Gebet.
Dabei verpasste ich genau den Punkt: GAR NICHTS!!!!!!!! muss ich tun für Heilung!!! Eben gerade nichts!!!! Habe ich denn noch nie die Bibel gelesen? Ihr verhexten Galater! Wollt ihr wieder zurück zu den guten Taten?!
Darum bin ich soooooo froh, heute Teil eines Heilungteams sein zu dürfen, in dem die Gebete nicht länger als 10 Sekunden sein sollten, indem Dämonen nicht ausgetrieben, sondern herausgeliebt werden (sie gehen von selbst, wenn man die Person einfach liebt, weil sie Liebe nicht ausstehen können), wo nicht die Krankheit angeschaut wird, sondern die Person Jesus, die Güte Gottes.
Heute sagte der Co-Leiter der Heilungsräume: "Wenn du merkst, dass du beim Heilungsgebet anfängst, dich anzustrengen, dann sage laut 'Ich künde'. Es passiert am meisten Heilung, wenn du kündest. Wenn du aufhörst, zu arbeiten. Gut/Richtig beten zu wollen".
Come on!!!
Und Medizin ist nicht Zweitklassheilung. Ich liebe meine Chiropraktorin. Gott hat mich durch sie geheilt!!
Ich schreibe diesen Eintrag, weil meine Erinnerungen an meinen Velounfall vor zwei Jahren wieder wach wurden... Ich fiel in voller Geschwindigkeit auf meine Schulter und verletzte die Rotatorenmanschette. Bis ich schmerzfrei war, dauerte es anderthalb Jahre. Ich ging zum Arzt, nahm viele Medikamente, besuchte eine Physiotherapeutin, Massage, und schlussendlich war es eine Chiropraktorin, die mich ganz schmerzfrei machte. Während all dieser Zeit war ich hier in Redding. Da ist es logisch, dass ich unzählige (!) Heilungsgebete erhalten durfte. In der Schule, in Gottesdiensten, in den Heilungsräumen, an Schweizertreffen, in der Kleingruppe, in Kursen, bei FreundInnen,....... unzählige Male!!
Und es war tatsächlich leider doch ab und zu so: 1.Gebet, und dann erwartungsvoller Blick: "Und?" - 2. ich spüre gar keine Änderung und immer noch Schmerz. - 3. "Kannst du es austesten? Etwas tun, was du vorher nicht konntest?" - 4. Ich teste es aus und AIII!!!! es tut noch viel mehr weh, weil ich diese Bewegung nicht hätte machen sollen. - 5. "Ähm, kann es vielleicht sein, dass du noch jemandem vergeben solltest?" -------- (!!!).
Am Anfang prüfte ich sofort mein Herz. War da noch Unvergebung? Ja. Also vergab ich diesen Personen. Nochmal Heilungsgebet, wieder keine Besserung. Hmm..... Mit der Zeit wurde es schwieriger: Ich prüfte und prüfte, und vergab am Schluss meinem Velo, der Strasse, auf die ich fiel, mir selbst, der Dunkelheit, in der es geschah, und allem möglichen damit verbundenen. Nichts. Ich vergab meiner Lehrerin in der ersten Klasse für einen kleinen Vorfall, der mir plötzlich eingefallen war.
...... nach Monaten von Schmerzen und Gebeten war ich schon fast soweit, einfach wirklich allem zu vergeben: Dem Bleistift, der mir einmal runtergefallen war. Dem Flugzeug, das Verspätung gehabt hatte. Den Regenwolken, die mich nass machten. Der Sonne, die mich verbrannt hatte. Dem Hügel, der so steil war. Den Fliegen, die.. - ok, ich übertreibe natürlich völlig jetzt. Aber ich forschte wirklich tief in mir, denn wenn ich dem Beter (es war übrigens wirklich fast immer ein Mann, der mich das fragte) sagen würde, da wäre keine, aber wirklich gar keine Unvergebung in mir, dann würde er sich bestimmt etwas ungutes dabei denken.........
Es endete damit, dass ich mich nur noch selten meldete, wenn gefragt wurde, ob jemand Gebet für Heilung braucht. Schliesslich hatte ich ja alles getan, hart gearbeitet (vergeben), und wusste nicht, was ich denn NOCH tun sollte. Warum also melden für Gebet.
Dabei verpasste ich genau den Punkt: GAR NICHTS!!!!!!!! muss ich tun für Heilung!!! Eben gerade nichts!!!! Habe ich denn noch nie die Bibel gelesen? Ihr verhexten Galater! Wollt ihr wieder zurück zu den guten Taten?!
Darum bin ich soooooo froh, heute Teil eines Heilungteams sein zu dürfen, in dem die Gebete nicht länger als 10 Sekunden sein sollten, indem Dämonen nicht ausgetrieben, sondern herausgeliebt werden (sie gehen von selbst, wenn man die Person einfach liebt, weil sie Liebe nicht ausstehen können), wo nicht die Krankheit angeschaut wird, sondern die Person Jesus, die Güte Gottes.
Heute sagte der Co-Leiter der Heilungsräume: "Wenn du merkst, dass du beim Heilungsgebet anfängst, dich anzustrengen, dann sage laut 'Ich künde'. Es passiert am meisten Heilung, wenn du kündest. Wenn du aufhörst, zu arbeiten. Gut/Richtig beten zu wollen".
Come on!!!
Und Medizin ist nicht Zweitklassheilung. Ich liebe meine Chiropraktorin. Gott hat mich durch sie geheilt!!
Mittwoch, September 05, 2012
Von Nostalgik zu Pragmatik
Gestern war mein Körper hier, aber mein Herz noch gar nicht.
Heute kam es langsam nach.
Wie kommt ein Herz irgendwo an? Was macht man mit dem Herzen? Man hat gern. Ich fühle mich schon wohler hier, weil ich die Hitze mag. Das Autofahren. Die Sonne. Die Freundlichkeit der KassiererInnen. Den Kaffee. Die Freude der Menschen in Bethel, die alle spürbar den Heiligen Geist so sehr lieben. Die Hitze, noch einmal.
Das ändert nichts daran, dass man gewisse Menschen oder Sachen vermisst.
Ausserdem musste ich schmunzeln. Als ich fürs 1st year hierherkam, hatte ich 1001 Sachen aus der Schweiz dabei. Schokolade en masse, Ovopulver, Herbamare, Rivella,.... Fürs 2nd year dasselbe. Geschenke für meine Bekannten hier. Schokolade,..... Nun, fürs 3rd year, packte ich pragmatischer: Keine Schokolade, keine Geschenke, keine zusätzlichen Schuhe, keine Winterjacke. Kann ich alles hier ausleihen/ in der Brocki/auf einem Yardsale kaufen. Schokolade kann ich dann in 9 Monaten wieder genug essen und bis dahin gibt es hier auch genügend Süssigkeiten... Bücher....- die letzten zwei Jahre brachte ich doch tatsächlich Bücher aus der Schweiz mit. NIE hatte ich auch nur ein bisschen Zeit, die zu lesen. Ausserdem kommt hier jede Woche ein neues Buch raus, das ich unbedingt lesen will. Aber auch dieses Jahr konnte ich es nicht lassen, wenigstens zwei Bücher einzupacken....
Es reist sich so viel leichter ohne den ganzen Kram.
Heute kam es langsam nach.
Wie kommt ein Herz irgendwo an? Was macht man mit dem Herzen? Man hat gern. Ich fühle mich schon wohler hier, weil ich die Hitze mag. Das Autofahren. Die Sonne. Die Freundlichkeit der KassiererInnen. Den Kaffee. Die Freude der Menschen in Bethel, die alle spürbar den Heiligen Geist so sehr lieben. Die Hitze, noch einmal.
Das ändert nichts daran, dass man gewisse Menschen oder Sachen vermisst.
Ausserdem musste ich schmunzeln. Als ich fürs 1st year hierherkam, hatte ich 1001 Sachen aus der Schweiz dabei. Schokolade en masse, Ovopulver, Herbamare, Rivella,.... Fürs 2nd year dasselbe. Geschenke für meine Bekannten hier. Schokolade,..... Nun, fürs 3rd year, packte ich pragmatischer: Keine Schokolade, keine Geschenke, keine zusätzlichen Schuhe, keine Winterjacke. Kann ich alles hier ausleihen/ in der Brocki/auf einem Yardsale kaufen. Schokolade kann ich dann in 9 Monaten wieder genug essen und bis dahin gibt es hier auch genügend Süssigkeiten... Bücher....- die letzten zwei Jahre brachte ich doch tatsächlich Bücher aus der Schweiz mit. NIE hatte ich auch nur ein bisschen Zeit, die zu lesen. Ausserdem kommt hier jede Woche ein neues Buch raus, das ich unbedingt lesen will. Aber auch dieses Jahr konnte ich es nicht lassen, wenigstens zwei Bücher einzupacken....
Es reist sich so viel leichter ohne den ganzen Kram.
Von der Glorycloud zur Smokecloud
Plötzlich wachte ich auf - das Flugzeug stand still, es war ganz ruhig. Ich schaute aus dem Fenster, aber die Piste war dunkel. Warum wir wohl nicht ausstiegen? Ich schaute fragend zur Flight Attendant, die ganz hinten im Flugzeug stand. Die meisten der 17 anderen Passagiere schliefen. Plötzlich schüttelte das Flugzeug, und die Propeller machten wieder einen riesen Lärm. Das Flugzeug legte sich in eine Kurve, ein Signalton machte darauf aufmerksam, dass man sich anschnallen musste. Jetzt begann erst der Sinkflug auf Redding.....
Als wir so auf Redding zuflogen, fiel mir auf, dass die Stadt unter einer grossen, grauen Schicht lag. Und als wir dann landeten, war immer noch alles grau. Wir stiegen aus und ich roch es: Rauch! Ich hatte ja bereits davon gehört. Wegen einem grossen Waldbrand in der Umgebung ist die Stadt seit einem Monat in einer Rauchwolke. Weil es erst in ein paar Monaten regnen wird, bleibt das wohl auch noch eine Weile so... Anscheinend hat Kalifornien nicht genug Geld, um alle nötigen Massnahmen zur Feuerbekämpfung zu bezahlen..
Jetzt organisieren wir Strom-, Gas- und Wasseranschluss, ausserdem Internet, Hausratsversicherung, Mietzinskonto.. und suchen, zusammen mit Dutzenden anderen StudentInnen, nach Matratzen, Möbeln, Sofas,... Zum Glück haben wir unglaublich Gunst und schon einige Dinge erhalten.
Als wir so auf Redding zuflogen, fiel mir auf, dass die Stadt unter einer grossen, grauen Schicht lag. Und als wir dann landeten, war immer noch alles grau. Wir stiegen aus und ich roch es: Rauch! Ich hatte ja bereits davon gehört. Wegen einem grossen Waldbrand in der Umgebung ist die Stadt seit einem Monat in einer Rauchwolke. Weil es erst in ein paar Monaten regnen wird, bleibt das wohl auch noch eine Weile so... Anscheinend hat Kalifornien nicht genug Geld, um alle nötigen Massnahmen zur Feuerbekämpfung zu bezahlen..
Jetzt organisieren wir Strom-, Gas- und Wasseranschluss, ausserdem Internet, Hausratsversicherung, Mietzinskonto.. und suchen, zusammen mit Dutzenden anderen StudentInnen, nach Matratzen, Möbeln, Sofas,... Zum Glück haben wir unglaublich Gunst und schon einige Dinge erhalten.
Dienstag, September 04, 2012
weg zum dritten
Eine Nacht durchgemacht; es ist wieder einmal soweit - nach Amerika fliegen... also, ein Bericht einer müden Frau ohne Schlaf seit 24h, während ich auf das kleine Flugi nach Redding warte.
In Milano dem Mann tschüss sagen, dem ich so gar gar gar nicht tschüss sagen will. Dann im Flugzeug nach Frankfurt die erste Aufregung: Ein Mann steht im Gang und ruft zur Flight Attendant: "Diese Frau hat meinen Platz gestohlen!!". Es stellt sich heraus, dass die Frau bereits den Boarding Pass ihres Anschlussfluges in der Hand gehalten hatte, und auf dieser Sitznummer ist... dann ein Flight Attendant, der konsequent allen Apfelsaft einschenkt, auch wenn sie Orangen- oder Tomatensaft bestellen. Ich bestellte Apfelsaft.
Viereinhalb Stunden Aufenthalt in Frankfurt, im Terminal Z, das menschenleer ist bis auf mich und auf drei Angestellte eines Cafés, die sich lautstark über ihren Chef aufregen. Ich lese mich durch alle möglichen Zeitungen. Flugzeug nach San Francisco. Noch bevor sich mein Sitznachbar neben mich gesessen hat, sind wir schon im Gespräch. Noch bevor die erste Flugstunde vorbei ist, bete ich schon für sein Herz, das am Freitag operiert werden muss wegen Herzfehler (das Loch, das Neugeborene haben, ging nie ganz zu. Jetzt ist er 60 und sie haben es gerade erst gemerkt). Er umarmt mich immer wieder und sagt, wir seien von Gott nebeneinandergesetzt worden. Vor 29 Jahren wanderten seine Frau und er auf der Flucht vor dem Kommunismus aus Polen in die USA aus. Stundenlange Gespräche über Katholizismus, den Himmel, Gebet für Heilung, Wunder und Marienerscheinungen.
Das Essen ist vorzüglich. Love it. Vegetarisch und dann noch Glace, und zum Zmorge ein Sandwich, wobei, es ist ja jetzt eben hier Abend, und gerade als wir im Landeanflug über San Fran sind, versinkt die feuerrote Sonnenkugel im Pazifik.
Immigration geht alles gut. Uff oder leider?? Im Flugzeug gab es eine Zeit, da weinte ich bitterlich. Während mein Sitznachbar schlief. Mir wurde bewusst, dass ich mich in rasender Geschwindigkeit jede Stunde hunderte von Kilometern von meinem Liebsten entferne.
Anyway, es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als nun in die kleine Redding-Kiste einzusteigen. Das machte ich noch nie. In 11 Stunden bin ich schon an der Registration fürs dritte Jahr....
Buonanotte
In Milano dem Mann tschüss sagen, dem ich so gar gar gar nicht tschüss sagen will. Dann im Flugzeug nach Frankfurt die erste Aufregung: Ein Mann steht im Gang und ruft zur Flight Attendant: "Diese Frau hat meinen Platz gestohlen!!". Es stellt sich heraus, dass die Frau bereits den Boarding Pass ihres Anschlussfluges in der Hand gehalten hatte, und auf dieser Sitznummer ist... dann ein Flight Attendant, der konsequent allen Apfelsaft einschenkt, auch wenn sie Orangen- oder Tomatensaft bestellen. Ich bestellte Apfelsaft.
Viereinhalb Stunden Aufenthalt in Frankfurt, im Terminal Z, das menschenleer ist bis auf mich und auf drei Angestellte eines Cafés, die sich lautstark über ihren Chef aufregen. Ich lese mich durch alle möglichen Zeitungen. Flugzeug nach San Francisco. Noch bevor sich mein Sitznachbar neben mich gesessen hat, sind wir schon im Gespräch. Noch bevor die erste Flugstunde vorbei ist, bete ich schon für sein Herz, das am Freitag operiert werden muss wegen Herzfehler (das Loch, das Neugeborene haben, ging nie ganz zu. Jetzt ist er 60 und sie haben es gerade erst gemerkt). Er umarmt mich immer wieder und sagt, wir seien von Gott nebeneinandergesetzt worden. Vor 29 Jahren wanderten seine Frau und er auf der Flucht vor dem Kommunismus aus Polen in die USA aus. Stundenlange Gespräche über Katholizismus, den Himmel, Gebet für Heilung, Wunder und Marienerscheinungen.
Das Essen ist vorzüglich. Love it. Vegetarisch und dann noch Glace, und zum Zmorge ein Sandwich, wobei, es ist ja jetzt eben hier Abend, und gerade als wir im Landeanflug über San Fran sind, versinkt die feuerrote Sonnenkugel im Pazifik.
Immigration geht alles gut. Uff oder leider?? Im Flugzeug gab es eine Zeit, da weinte ich bitterlich. Während mein Sitznachbar schlief. Mir wurde bewusst, dass ich mich in rasender Geschwindigkeit jede Stunde hunderte von Kilometern von meinem Liebsten entferne.
Anyway, es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als nun in die kleine Redding-Kiste einzusteigen. Das machte ich noch nie. In 11 Stunden bin ich schon an der Registration fürs dritte Jahr....
Buonanotte
Donnerstag, August 23, 2012
Anekdoten im Sturmwind
Als ich nach 10 Stunden Arbeit total erschöpft am Tisch sass - ahhh!!! sitzen!!! - und meine Arbeitsstunden notierte, verabschiedeten sich die zwei letzten Gäste. Da die Frau einen eingegipsten Arm hatte, wünschte ich ihr noch gute Besserung. Ihr Mann antwortete: "Ja, zum Glück hat sie nicht vier ?????? (unverständliches Wort)". Ich: "Entschuldigung?" - Er: "Zum Glück hat sie nicht vier ????? (unverständliches Wort)" - Ich: "zum Glück hat sie nicht vier WAS??" - Er: "zum Glück hat sie nicht vier ????? (unverständliches Wort)" - meine Arbeitskollegin und ich beide: "Aha! Ja genau!" *lächeln*lächeln*lächeln*. Kaum waren die beiden draussen, sagte ich zu meiner Kollegin: "was hat er gesagt?" und sie: "KEINE Ahnung!!". Hahahahaha! Einfach lächeln und "aha ja"...
Dann raste ich auf meinem Slalomboard durch die Strassen (Sturmwind im Rücken), als ich plötzlich ein Hupen aus dem Kanal hörte. Ich sah, dass dort schon ein älteres Paar runterschaute. Ich schloss mich ihnen an, und die Hupe war ein schwarzer Schwan. Aus den Medien bin ich bereits bestens informiert, dass solche Schwäne nicht erlaubt sind in der Schweiz. Also fragte ich das Paar: "Sind die Schwarzen nicht illegal in der Schweiz?" ..........
Letzte Nacht war ich im tiefstmöglichen Tiefschlaf, als es plötzlich von draussen schrie: "BITTEEEE!!!! POLIZEI!!!!!! SCHNELLL!!!!!!!". Ich sprang aus dem Bett zum Fenster, das Handy in der Hand, und riss die Store rauf. Unten beim Kanal waren zwei Männer am kämpfen, bzw. einer verprügelte den andern, der ständig schrie: "Bitte!! Polizei!!!!". Mein Herz klopfte bis zum Hals, mir war schwindlig, meine Hand, die versuchte, die Nummer der Polizei einzutippen, zitterte. Ich rief laut "hey!!" raus, und schaffte es beim besten Willen nicht, 117 zu wählen. Die Männer waren inzwischen um die Hausecke verschwunden. Ich lief auf die andere Seite der Wohnung, konnte sie aber nicht mehr sehen, jedoch immer noch hören. Dafür war unten ein dritter Mann, der mit der Polizei telefonierte.... danach konnte ich zweieinhalb Stunden nicht mehr einschlafen....
Gute Nacht!
Montag, August 20, 2012
Was Kaffee und Schlaf gemeinsam haben
Mein Leben ist das beste der Welt. Das merke ich immer wieder, und es wird mir noch klarer, wenn ich nur kurz die Zeitung lese oder irgendwo in der Stadt die Augen aufmache.
So sollte das Ziel meines Lebens sein: selber möglichst oft ein Segen für andere zu sein.
Ich geniesse die besten Erfindungen überhaupt: Kaffee, Wassermelonen, Trauben, Oropax aus Wachs (Das Original! Bester Kauf meines Lebens) und damit verbunden das Schönste überhaupt: Schlaf.
Sonne.
Ich geniesse heute: Schlafen, ohne einen Wecker zu stellen. Mit einer Tasse Kaffee draussen an der Wärme, im Garten der Eltern, die gesamte Zeitung von A bis Z zu lesen, und im Anschluss noch "Das Magazin".
Sonne.
Ich genoss gestern: Mit dem besten Mann aller Zeiten zusammen ein halbes Kilo Wassermelone zum Frühstück zu essen, und dann in Brügg in der ruhigen Aare gegen die Strömung anzuschwimmen. Während uns eine Österreicherin vom Ufer aus anfeuert: "Kommt's schon! Schon 6 Meter g'schafft!"
Hitze, ah! Sonne!
Dankbarkeit kultivieren, praktizieren, bewässern, hegen und pflegen.
So sollte das Ziel meines Lebens sein: selber möglichst oft ein Segen für andere zu sein.
Ich geniesse die besten Erfindungen überhaupt: Kaffee, Wassermelonen, Trauben, Oropax aus Wachs (Das Original! Bester Kauf meines Lebens) und damit verbunden das Schönste überhaupt: Schlaf.
Sonne.
Ich geniesse heute: Schlafen, ohne einen Wecker zu stellen. Mit einer Tasse Kaffee draussen an der Wärme, im Garten der Eltern, die gesamte Zeitung von A bis Z zu lesen, und im Anschluss noch "Das Magazin".
Sonne.
Ich genoss gestern: Mit dem besten Mann aller Zeiten zusammen ein halbes Kilo Wassermelone zum Frühstück zu essen, und dann in Brügg in der ruhigen Aare gegen die Strömung anzuschwimmen. Während uns eine Österreicherin vom Ufer aus anfeuert: "Kommt's schon! Schon 6 Meter g'schafft!"
Hitze, ah! Sonne!
Dankbarkeit kultivieren, praktizieren, bewässern, hegen und pflegen.
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Sonntag, August 19, 2012
Heim-ab
Noch zwei Wochen Schweiz. Seit zwei Jahren schon lebe ich immer irgendwo in einem Zwischenraum. Man richtet sich nicht wirklich ein, lebt zur Untermiete, ist temporaer angestellt. Wenn ich Honig kaufen will, rechne ich zuerst aus, ob es sich noch lohnt - kann ich ihn bis zur Abreise aufessen? Will ich Kleider kaufen, sehe ich wieder davon ab, weil ich bereits an den vollen Koffer denke, mit dem ich bald wieder zum Flughafen gehen werde. Spontan Freundinnen in der Nachbarstadt treffen? Aehm nein, ich spare Geld..
Dasselbe in Redding.. es ist mein Zuhause, aber auch nicht. Ich fuehle mich daheim, aber es ist nicht Heimat. Temporaer, voruebergehend, fuer eine Zeit.
Unzaehlige Male habe ich diesen Sommer gesagt: "Wenn ich dann mal wieder richtig hier lebe, sollte ich das oefters tun / werde ich dem nachgehen / das machen / kann ich wieder ein Sozialleben fuehren / etc.". Vielleicht ist diese Haltung nur die zweitbeste. Vielleicht sollte ich ueberall und immer so leben, als waere es richtig und fuer immer. Aber dann tut der Abschied noch mehr weh.
Es waren die zwei besten Jahre meines Lebens, und das dritte wird mich garantiert nicht enttaeuschen. Trotzdem ist dann mal gut mit dem aus dem Koffer leben, mit dem Wochenaufenthalterin sein, mit dem so halb hier und dann wieder weg.
Dasselbe in Redding.. es ist mein Zuhause, aber auch nicht. Ich fuehle mich daheim, aber es ist nicht Heimat. Temporaer, voruebergehend, fuer eine Zeit.
Unzaehlige Male habe ich diesen Sommer gesagt: "Wenn ich dann mal wieder richtig hier lebe, sollte ich das oefters tun / werde ich dem nachgehen / das machen / kann ich wieder ein Sozialleben fuehren / etc.". Vielleicht ist diese Haltung nur die zweitbeste. Vielleicht sollte ich ueberall und immer so leben, als waere es richtig und fuer immer. Aber dann tut der Abschied noch mehr weh.
Es waren die zwei besten Jahre meines Lebens, und das dritte wird mich garantiert nicht enttaeuschen. Trotzdem ist dann mal gut mit dem aus dem Koffer leben, mit dem Wochenaufenthalterin sein, mit dem so halb hier und dann wieder weg.
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Freitag, August 17, 2012
Ein verrückter Tag, unplugged
Es gibt sie doch, die verrückten Tage. Zuerst träume ich, dass ich am Steuer eines Autos sitze und manövrieren will, aber ich kriege den Rückwärtsgang nicht rein, weil es kompliziert ist, und als ich wieder in den ersten Gang schalten will, bricht der Schalthebel ab. All dies, während auf der engen Strasse sich die Autos hinter mir stauen. So einen Traum interpretiere ich am besten gar nicht erst...
Dann, Mittagsservice bei um die 30 Grad. 25 Gäste sind normal am Mittag, wir haben 39. Gerade, als wir ca. 25 Leute durch haben und eine 10er Gruppe servieren wollen, ist plötzlich der Strom weg. Und es sind nicht die Sicherungen. Aber alles ist aus: In der Küche der Ofen, der Steamer, die Kühlschränke, Gefriertruhen - alles aus. Bei uns vorne die Kaffeemaschine, die Abwaschmaschine, alle Kühlschränke - aus. Die fensterlosen Toiletten - dunkel. Der Keller, in dem grad unser wichtigster Weinlieferant harassenweise Wein liefert - stockdunkel. Die Nachbarin kommt angerannt. Ob bei uns auch der Strom aus sei. Wir wollen der Stromversorgung telefonieren. Aber das Telefon ist auch aus. Auf Internet nachschauen? Geht auch nicht. Haha! Also per Handy der Auskunft anrufen, mit dem Pikettdienst der Energiewerke verbunden werden, aber dort ist besetzt. Inzwischen müssen wir aber weitermachen, die Gäste draussen im sonnigen Garten wollen trotzdem essen und trinken und zahlen. Wir improvisieren. Der Koch kocht auf dem Gasherd alles, was sonst im Ofen wäre. Wir verkaufen den Gästen Glace, weil die schmilzt ja nur.... Irgendwann rufen wir mal die Polizei an, und die sagt uns, es sei in der ganzen Stadt so. Das Geschirr türmt sich überall.... und dann ist der Strom plötzlich wieder da. Musik, Summen von Maschinen, Licht.
Es war irgendwie noch schön.....
Noch nicht erwähnt sind die verschiedensten komischen Gäste, die allesamt HEUTE zu uns kamen. Irgendeiner, der irgendjemanden sucht und uns fragt, ob wir uns denn WIRKLICH nicht erinnern können, dass ein Mann die Kreditkartenquittung mit dem Namen V. unterschrieben habe. Er müsse doch bestimmt schon mal hier gegessen habe, oder zumindest etwas getrunken. Der Mann lässt sich nicht abwimmeln, aber wir bleiben auch im grössten Stress freundlich. Ein anderer bestellt ein Sorbet, und ich erkläre ihm freundlich, dass die Küche inzwischen geschlossen sei, aber ich könne ihm sehr gerne ein eingekauftes, also nicht hausgemachtes Sorbet bringen. Er lässt mich nicht ausreden: Es sei ihm egal, irgend ein hundsgewöhliches Sorbet einfach. Also gut, ich bringe es, und da haut er mit der Faust auf den Tisch und herrscht mich an, das sei imfall kein Sorbet. Ein Sorbet serviere man im hohen Glas und mit Alkohol obendrüber. Seine Frau, vis-à-vis, sagt mir gleichzeitig pausenlos "ist schon gut, es ist schon gut, kein Problem". Mir tut der Mann leid, und ich bin extra freundlich zu ihm, von ganzem Herzen. Am Schluss frage ich ihn, ob das Sorbet gut war, und er bejaht. Uff. Dann kommen Gäste, die schon gestern Abend hier waren, und fragen mich, ob ich denn nie müde sei? Ähm, ja, schon, ich hätte auch schon seit einer halben Stunde Feierabend, aber könne wohl noch eine Weile nicht gehen.....
Anyway. Ich liebe meinen Job nach wie vor sehr sehr sehr. Noch zwei Wochen....
Dann, Mittagsservice bei um die 30 Grad. 25 Gäste sind normal am Mittag, wir haben 39. Gerade, als wir ca. 25 Leute durch haben und eine 10er Gruppe servieren wollen, ist plötzlich der Strom weg. Und es sind nicht die Sicherungen. Aber alles ist aus: In der Küche der Ofen, der Steamer, die Kühlschränke, Gefriertruhen - alles aus. Bei uns vorne die Kaffeemaschine, die Abwaschmaschine, alle Kühlschränke - aus. Die fensterlosen Toiletten - dunkel. Der Keller, in dem grad unser wichtigster Weinlieferant harassenweise Wein liefert - stockdunkel. Die Nachbarin kommt angerannt. Ob bei uns auch der Strom aus sei. Wir wollen der Stromversorgung telefonieren. Aber das Telefon ist auch aus. Auf Internet nachschauen? Geht auch nicht. Haha! Also per Handy der Auskunft anrufen, mit dem Pikettdienst der Energiewerke verbunden werden, aber dort ist besetzt. Inzwischen müssen wir aber weitermachen, die Gäste draussen im sonnigen Garten wollen trotzdem essen und trinken und zahlen. Wir improvisieren. Der Koch kocht auf dem Gasherd alles, was sonst im Ofen wäre. Wir verkaufen den Gästen Glace, weil die schmilzt ja nur.... Irgendwann rufen wir mal die Polizei an, und die sagt uns, es sei in der ganzen Stadt so. Das Geschirr türmt sich überall.... und dann ist der Strom plötzlich wieder da. Musik, Summen von Maschinen, Licht.
Es war irgendwie noch schön.....
Noch nicht erwähnt sind die verschiedensten komischen Gäste, die allesamt HEUTE zu uns kamen. Irgendeiner, der irgendjemanden sucht und uns fragt, ob wir uns denn WIRKLICH nicht erinnern können, dass ein Mann die Kreditkartenquittung mit dem Namen V. unterschrieben habe. Er müsse doch bestimmt schon mal hier gegessen habe, oder zumindest etwas getrunken. Der Mann lässt sich nicht abwimmeln, aber wir bleiben auch im grössten Stress freundlich. Ein anderer bestellt ein Sorbet, und ich erkläre ihm freundlich, dass die Küche inzwischen geschlossen sei, aber ich könne ihm sehr gerne ein eingekauftes, also nicht hausgemachtes Sorbet bringen. Er lässt mich nicht ausreden: Es sei ihm egal, irgend ein hundsgewöhliches Sorbet einfach. Also gut, ich bringe es, und da haut er mit der Faust auf den Tisch und herrscht mich an, das sei imfall kein Sorbet. Ein Sorbet serviere man im hohen Glas und mit Alkohol obendrüber. Seine Frau, vis-à-vis, sagt mir gleichzeitig pausenlos "ist schon gut, es ist schon gut, kein Problem". Mir tut der Mann leid, und ich bin extra freundlich zu ihm, von ganzem Herzen. Am Schluss frage ich ihn, ob das Sorbet gut war, und er bejaht. Uff. Dann kommen Gäste, die schon gestern Abend hier waren, und fragen mich, ob ich denn nie müde sei? Ähm, ja, schon, ich hätte auch schon seit einer halben Stunde Feierabend, aber könne wohl noch eine Weile nicht gehen.....
Anyway. Ich liebe meinen Job nach wie vor sehr sehr sehr. Noch zwei Wochen....
Freitag, August 10, 2012
Was ist eigentlich Mut? und andere Fragen
Häufig bin ich dankbar für Tage, weil ich mich da vom Stress meiner nächtlichen Träume erholen kann. So auch heute. Ich habe noch jetzt spürbar Mühe, richtig atmen zu können. Ich träumte, dass ich von weitem sah, wie ein Lastwagen auf eine Frau fiel. Sofort rannte ich dorthin, und während ich rannte, rief ich meiner Familie zu, sie sollen sofort Feuerwehr und Ambulanz rufen. Sie verstanden nicht, warum, weil sie den Unfall nicht gesehen hatten. Ich kam beim Lastwagen an und dort war schon ein Passant, der den Lastwagen genug anhob, so dass die junge Frau darunter befreit wurde. Es stellte sich heraus, dass der Lastwagen genau dort, wo sie lag, eine Art Einbuchtung hatte, so dass die Frau komplett unversehrt war. Hätte sie auch nur einen Zentimeter weiter oben gelegen, so wäre sie jetzt tot. Ich war so erleichtert, dass ich nur weinte, weinte, weinte. Ich schluchzte derart vor lauter Erleichterung, dass ich gar nicht mehr atmen konnte. Noch jetzt spüre ich das... I don't know what's up with all those dreams..
Auf der Arbeit läuft es so gut, dass wir vom eigenen Erfolg überrollt werden.. Es ist toll, dass wir jeden Abend aus- und überbucht sind, aber man kommt gar nicht mehr dazu, wieder mal alles gut aufzufüllen, zu putzen, vorzubereiten... aber ich liebe es nach wie vor sehr.
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