Donnerstag, September 20, 2012

Mittwoch, September 12, 2012

Kapitel 1: Liebe. Kapitel 2: Liebe. Kapitel 3: Liebe. Und so weiter.

Fast jeden Dienstag haben wir ein Treffen für alle PraktikantInnen. Meistens spricht dann Paul Manwaring. Ich nenne ihn Paul "the brain" Manwaring. Gosh, die Erkenntnisse die er hat! Anyway, diesen Dienstag begannen wir mit Zeugnissen vom Sommer. Es kamen einige unglaubliche Zeugnisse über Heilungen. Zum Beispiel eine Frau, die eine Herztransplantation bereits geplant hatte für die nächste Woche. Da wurde sie komplett geheilt und brauchte die Operation nicht.

Dann bekam ein Mitstudent das Mikrofon und erzählte unter Tränen eine Geschichte, die sich über den Sommer zugetragen hatte. Wenn ich die jetzt hier aufschreiben würde, dann würde sie völlig belanglos ausschauen. Oder zumindest ist kein krasses Wunder oder so drin. Aber als er die Geschichte, wie Gott ihm seine Liebe gezeigt hatte, erzählte, war so eine krasse Salbung darauf. Er sagte selbst immer wieder: "Es spielt keine Rolle, was du tust, wieviel Gunst du erfährst, oder was für eine Salbung du hast. Gott liebt dich! Das ist alles! Das ist alles was nötig ist! Der Rest ist Zusatz".

Der Leiter des 3rd years und seine Praktikantin griffen das auf und merkten, dass Gott da zu uns als Klasse spricht. Wir sind alle irgendwo in der Church verteilt als PraktikantInnen, arbeiten mit, haben Projekte, sind beschäftigt. Wir sind nicht mehr die Klasse, die jeden Tag zusammenkommt und empfängt. Und doch hat Gott etwas mit uns als Klasse, dieses Jahr, vor. Und das ist im Moment sicher mal seine LIEBE. Nicht "wer erlebt die krasseren Sachen". Unser Leiter sagte auch, dass als Jesus getauft wurde und Vater Gott sagte "Dies ist mein gelieber Sohn", da hätte er auch öffentlich klarmachen können: "Dies ist mein allmächtiger Sohn" oder "Dies ist mein allwissender Sohn", oder irgendein beliebiges, wichtiges Adjektiv, das man braucht, um die Welt zu retten. Aber nein, der GELIEBTE. Und so sind auch wir geliebt. Das reicht. Das ist alles!

Paul Manwaring sprach als nächstes. Über Authentizität. Ist unser Leben fähig, die Botschaft zu tragen, die wir predigen? Ja, Gott gibt uns eine Botschaft, aber es ist viel wichtiger, in ein Leben zu investieren, das fähig ist, diese Botschaft zu leben. Unser allergrösser Auftrag, der uns allen gemeinsam ist: Vater Gott auf der Erde zu repräsentieren. Auch das Mutterherz Gottes. "Ich sage nicht, dass wir die Bibel in Sie-Gott umschreiben sollen. Aber wir sollen die Art umschreiben, wie wir Gott auf der Erde repräsentieren". "Wir sind dazu berufen, einen Ort zu schaffen, wo alle Menschen hinrennen können und die Vaterliebe Gottes erfahren können". DAS ist Evangelisation. "Der Geist der Adoption ist eine Tag-für-Tag, eine Woche-für-Woche, eine Jahr-für-Jahr -Erfahrung, nicht ein einmaliges Erlebnis". Wir sind angenommen, geliebt, wir sind Töcher und Söhne eines liebenden Gottes.

Draussen schlafen

Das ging so: Um 22 Uhr zügeln meine Mitbewohnerin und ich unsere Matratzen auf den Balkon. Noch immer ist es warm, wahrscheinlich über 20 Grad. Man sieht die Sundial Bridge durch die Äste des Baumes leuchten, links und rechts davon die Lichter der Stadt, oben sind Sterne auszumachen. Unten lärmt eine riesen Lüftungsanlage. Die Nachbarin sitzt auf ihrem Balkon in der Sitzhängematte und liest.
Gegen 22.30 Uhr schlafen wir ein. Die Lüftung hat aufgehört zu lärmen. Plötzlich erwache ich, weil eine Frau hysterisch schreit. Sie regt sich unendlich über irgendetwas wegen Auto und 20 Minuten und anderen Leuten auf. Zwischendurch antwortet eine ruhige Männerstimme: "Ich hab's im Griff, Schatz, ich werde mit ihnen reden", "Ich will nicht, dass das zu einer grossen Beziehungssache wird, Honey", etc. Unsere Nachbarn. Ich schaue auf die Uhr: 2.30h. Und gehe mal aufs WC. Als ich zurückkomme, ist die Frau ruhig, und der Mann telefoniert mit einer Mietautofirma, aber das nächste jetzt verfügbare Auto ist am Flughafen Los Angeles. Der Mann bedankt sich trotzdem höflich, und raucht eine Zigarette. Meine Mitbewohnerin und ich rauchen passiv mit.
Als es tagt, erwache ich wieder. Direkt über mir ist trotz der Dämmerung der grosse Wagen und der Mond. Minutenlang starre ich in den Himmel, bevor ich wieder einschlafe. Dann erwache ich wieder, weil Rauch im Hals kratzt. Der Nordwind ist aufgekommen und hat wieder Waldbrandrauch hergeblasen. Ich bin froh, als es 7 Uhr ist, und ich aufstehen kann für die Schule. Trotzdem war es wunderschön.

Samstag, September 08, 2012

Ins Tern Ship

Heute können wir in unsere neue Wohnung zügeln. How exciting!!! Bevor wir die Schlüssel erhielten, mussten wir ungefähr 35x unterschreiben, immer wieder, für alles mögliche.
Ich hatte ausserdem mein erstes Internship-Treffen. Ab nächster Woche werde ich also 20h/Woche ein Praktikum machen. Was genau, wird sich nach und nach entfalten.

Jetzt muss ich aufstehen und meine x-fach durchwühlten Koffer neu packen. Am Nachmittag wohl mal in die Brocki, damit wir abends eine Matratze zum schlafen und Lampen im Zimmer haben... Auf dem Gasherd (yeah!!!) stehen schon meine zwei Mokka-Schrauber parat.

Freitag, September 07, 2012

Ist da noch Unvergebung? Hahaha!!

Gerade hatten wir ein Infotreffen für HealingroomsmitarbeiterInnen. Es gab bereits vor ein paar Monaten ein längeres Teaching über ein paar Änderungen. Zum Beispiel wird jetzt hier in den Heilungsräumen nicht mehr länger gefragt, ob eventuell noch Unvergebung da sei, die einer Heilung im Weg stehe. Nein, die Heilungsraumleiter glauben, dass es nichts gibt, was eine Heilung behindern kann. Jesus fragte die Leute auch nicht danach, ob sie noch jemandem vergeben müssen, bevor er sie heilte. Oder ob da noch Generationenflüche seien.  - Anyway, es ist mir wichtig zu sagen, dass es hier ein etwa einstündiges Teaching darüber gab, und dass ich das hier nicht exakt wiedergeben kann. Aber ich liebte das Teaching, und ich liebe die Haltung hier: Es ist die Güte Gottes, die heilt, nicht unsere Arbeit, indem wir Sachen brechen oder allen möglichen Leuten vergeben. Was weder hier jemand sagt noch ich jetzt, ist dass Vergebung nicht wichtig wäre. Das Gegenteil ist der Fall - es ist das Beste überhaupt! Aber Gott wartet nicht darauf, bis wir perfekt sind, so dass er uns heilen kann!!!

Ich schreibe diesen Eintrag, weil meine Erinnerungen an meinen Velounfall vor zwei Jahren wieder wach wurden... Ich fiel in voller Geschwindigkeit auf meine Schulter und verletzte die Rotatorenmanschette. Bis ich schmerzfrei war, dauerte es anderthalb Jahre. Ich ging zum Arzt, nahm viele Medikamente, besuchte eine Physiotherapeutin, Massage, und schlussendlich war es eine Chiropraktorin, die mich ganz schmerzfrei machte. Während all dieser Zeit war ich hier in Redding. Da ist es logisch, dass ich unzählige (!) Heilungsgebete erhalten durfte. In der Schule, in Gottesdiensten, in den Heilungsräumen, an Schweizertreffen, in der Kleingruppe, in Kursen, bei FreundInnen,....... unzählige Male!!

Und es war tatsächlich leider doch ab und zu so: 1.Gebet, und dann erwartungsvoller Blick: "Und?" - 2. ich spüre gar keine Änderung und immer noch Schmerz. - 3. "Kannst du es austesten? Etwas tun, was du vorher nicht konntest?" - 4. Ich teste es aus und AIII!!!! es tut noch viel mehr weh, weil ich diese Bewegung nicht hätte machen sollen. - 5. "Ähm, kann es vielleicht sein, dass du noch jemandem vergeben solltest?" -------- (!!!).

Am Anfang prüfte ich sofort mein Herz. War da noch Unvergebung? Ja. Also vergab ich diesen Personen. Nochmal Heilungsgebet, wieder keine Besserung. Hmm.....   Mit der Zeit wurde es schwieriger: Ich prüfte und prüfte, und vergab am Schluss meinem Velo, der Strasse, auf die ich fiel, mir selbst, der Dunkelheit, in der es geschah, und allem möglichen damit verbundenen. Nichts. Ich vergab meiner Lehrerin in der ersten Klasse für einen kleinen Vorfall, der mir plötzlich eingefallen war.

...... nach Monaten von Schmerzen und Gebeten war ich schon fast soweit, einfach wirklich allem zu vergeben: Dem Bleistift, der mir einmal runtergefallen war. Dem Flugzeug, das Verspätung gehabt hatte. Den Regenwolken, die mich nass machten. Der Sonne, die mich verbrannt hatte. Dem Hügel, der so steil war. Den Fliegen, die.. - ok, ich übertreibe natürlich völlig jetzt. Aber ich forschte wirklich tief in mir, denn wenn ich dem Beter (es war übrigens wirklich fast immer ein Mann, der mich das fragte) sagen würde, da wäre keine, aber wirklich gar keine Unvergebung in mir, dann würde er sich bestimmt etwas ungutes dabei denken.........

Es endete damit, dass ich mich nur noch selten meldete, wenn gefragt wurde, ob jemand Gebet für Heilung braucht. Schliesslich hatte ich ja alles getan, hart gearbeitet (vergeben), und wusste nicht, was ich denn NOCH tun sollte. Warum also melden für Gebet.

Dabei verpasste ich genau den Punkt: GAR NICHTS!!!!!!!! muss ich tun für Heilung!!! Eben gerade nichts!!!! Habe ich denn noch nie die Bibel gelesen? Ihr verhexten Galater! Wollt ihr wieder zurück zu den guten Taten?!

Darum bin ich soooooo froh, heute Teil eines Heilungteams sein zu dürfen, in dem die Gebete nicht länger als 10 Sekunden sein sollten, indem Dämonen nicht ausgetrieben, sondern herausgeliebt werden (sie gehen von selbst, wenn man die Person einfach liebt, weil sie Liebe nicht ausstehen können), wo nicht die Krankheit angeschaut wird, sondern die Person Jesus, die Güte Gottes.

Heute sagte der Co-Leiter der Heilungsräume: "Wenn du merkst, dass du beim Heilungsgebet anfängst, dich anzustrengen, dann sage laut 'Ich künde'. Es passiert am meisten Heilung, wenn du kündest. Wenn du aufhörst, zu arbeiten. Gut/Richtig beten zu wollen".

Come on!!!

Und Medizin ist nicht Zweitklassheilung. Ich liebe meine Chiropraktorin. Gott hat mich durch sie geheilt!!

Mittwoch, September 05, 2012

Von Nostalgik zu Pragmatik

Gestern war mein Körper hier, aber mein Herz noch gar nicht.

Heute kam es langsam nach.

Wie kommt ein Herz irgendwo an? Was macht man mit dem Herzen? Man hat gern. Ich fühle mich schon wohler hier, weil ich die Hitze mag. Das Autofahren. Die Sonne. Die Freundlichkeit der KassiererInnen. Den Kaffee. Die Freude der Menschen in Bethel, die alle spürbar den Heiligen Geist so sehr lieben. Die Hitze, noch einmal.

Das ändert nichts daran, dass man gewisse Menschen oder Sachen vermisst.

Ausserdem musste ich schmunzeln. Als ich fürs 1st year hierherkam, hatte ich 1001 Sachen aus der Schweiz dabei. Schokolade en masse, Ovopulver, Herbamare, Rivella,.... Fürs 2nd year dasselbe. Geschenke für meine Bekannten hier. Schokolade,..... Nun, fürs 3rd year, packte ich pragmatischer: Keine Schokolade, keine Geschenke, keine zusätzlichen Schuhe, keine Winterjacke. Kann ich alles hier ausleihen/ in der Brocki/auf einem Yardsale kaufen. Schokolade kann ich dann in 9 Monaten wieder genug essen und bis dahin gibt es hier auch genügend Süssigkeiten... Bücher....- die letzten zwei Jahre brachte ich doch tatsächlich Bücher aus der Schweiz mit. NIE hatte ich auch nur ein bisschen Zeit, die zu lesen. Ausserdem kommt hier jede Woche ein neues Buch raus, das ich unbedingt lesen will. Aber auch dieses Jahr konnte ich es nicht lassen, wenigstens zwei Bücher einzupacken....

Es reist sich so viel leichter ohne den ganzen Kram.

Von der Glorycloud zur Smokecloud

Plötzlich wachte ich auf - das Flugzeug stand still, es war ganz ruhig. Ich schaute aus dem Fenster, aber die Piste war dunkel. Warum wir wohl nicht ausstiegen? Ich schaute fragend zur Flight Attendant, die ganz hinten im Flugzeug stand. Die meisten der 17 anderen Passagiere schliefen. Plötzlich schüttelte das Flugzeug, und die Propeller machten wieder einen riesen Lärm. Das Flugzeug legte sich in eine Kurve, ein Signalton machte darauf aufmerksam, dass man sich anschnallen musste. Jetzt begann erst der Sinkflug auf Redding.....

Als wir so auf Redding zuflogen, fiel mir auf, dass die Stadt unter einer grossen, grauen Schicht lag. Und als wir dann landeten, war immer noch alles grau. Wir stiegen aus und ich roch es: Rauch! Ich hatte ja bereits davon gehört. Wegen einem grossen Waldbrand in der Umgebung ist die Stadt seit einem Monat in einer Rauchwolke. Weil es erst in ein paar Monaten regnen wird, bleibt das wohl auch noch eine Weile so... Anscheinend hat Kalifornien nicht genug Geld, um alle nötigen Massnahmen zur Feuerbekämpfung zu bezahlen..

Jetzt organisieren wir Strom-, Gas- und Wasseranschluss, ausserdem Internet, Hausratsversicherung, Mietzinskonto.. und suchen, zusammen mit Dutzenden anderen StudentInnen, nach Matratzen, Möbeln, Sofas,... Zum Glück haben wir unglaublich Gunst und schon einige Dinge erhalten.

Dienstag, September 04, 2012

weg zum dritten

Eine Nacht durchgemacht; es ist wieder einmal soweit - nach Amerika fliegen... also, ein Bericht einer müden Frau ohne Schlaf seit 24h, während ich auf das kleine Flugi nach Redding warte.

In Milano dem Mann tschüss sagen, dem ich so gar gar gar nicht tschüss sagen will. Dann im Flugzeug nach Frankfurt die erste Aufregung: Ein Mann steht im Gang und ruft zur Flight Attendant: "Diese Frau hat meinen Platz gestohlen!!". Es stellt sich heraus, dass die Frau bereits den Boarding Pass ihres Anschlussfluges in der Hand gehalten hatte, und auf dieser Sitznummer ist... dann ein Flight Attendant, der konsequent allen Apfelsaft einschenkt, auch wenn sie Orangen- oder Tomatensaft bestellen. Ich bestellte Apfelsaft.

Viereinhalb Stunden Aufenthalt in Frankfurt, im Terminal Z, das menschenleer ist bis auf mich und auf drei Angestellte eines Cafés, die sich lautstark über ihren Chef aufregen. Ich lese mich durch alle möglichen Zeitungen. Flugzeug nach San Francisco. Noch bevor sich mein Sitznachbar neben mich gesessen hat, sind wir schon im Gespräch. Noch bevor die erste Flugstunde vorbei ist, bete ich schon für sein Herz, das am Freitag operiert werden muss wegen Herzfehler (das Loch, das Neugeborene haben, ging nie ganz zu. Jetzt ist er 60 und sie haben es gerade erst gemerkt). Er umarmt mich immer wieder und sagt, wir seien von Gott nebeneinandergesetzt worden. Vor 29 Jahren wanderten seine Frau und er auf der Flucht vor dem Kommunismus aus Polen in die USA aus. Stundenlange Gespräche über Katholizismus, den Himmel, Gebet für Heilung, Wunder und Marienerscheinungen.
Das Essen ist vorzüglich. Love it. Vegetarisch und dann noch Glace, und zum Zmorge ein Sandwich, wobei, es ist ja jetzt eben hier Abend, und gerade als wir im Landeanflug über San Fran sind, versinkt die feuerrote Sonnenkugel im Pazifik.

Immigration geht alles gut. Uff oder leider?? Im Flugzeug gab es eine Zeit, da weinte ich bitterlich. Während mein Sitznachbar schlief. Mir wurde bewusst, dass ich mich in rasender Geschwindigkeit jede Stunde hunderte von Kilometern von meinem Liebsten entferne.

Anyway, es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als nun in die kleine Redding-Kiste einzusteigen. Das machte ich noch nie. In 11 Stunden bin ich schon an der Registration fürs dritte Jahr....

Buonanotte