Montag, Dezember 24, 2012

85 Einträge später...!

Alle sind sie weg. Das ist auf eine Art traurig, aber wer mich kennt, weiss, dass ich die Ruhe liebe. Ahhh!! In Ruhe denken. Sein. Aus dem Fenster schauen. Aber gleichzeitig freue ich mich wie ein kleines Kind auf in 17 Tagen!!!!!! Und das kam so:

31.Dezember 2011 - vor etwa einem Jahr also. Da verfasste ich diesen Blogeintrag und schrieb von einem "Drama", dass sich ereignet habe. Das war auch mein 900. Blogeintrag. Damals ging ich nicht näher auf das Drama ein. Heute kann ich das schmunzelnd tun. Also, ich fuhr nämlich an besagtem Tag mit dem Auto nach Hause, und plötzlich überkam mich das riesig wirkende Gefühl, dass mich NIE ein Mann lieben und heiraten wollen würde. Worauf ich sofort den Heiligen Geist sagen hörte "äähm..nein. Du wirst einen haben". Ok. Wenn du es sagst.

Es folgte, einige Tage darauf, ein neuer Blogeintrag, in dem ich schrieb: "Und ich hatte eine super Zeit mit den Leuten dort, mit Besuchern und Besucherinnen"..... - ja, wer war denn da noch ein Besucher, nebst meinem Pastor und dessen Frau? Ja, wer wohl?! Ja genau, mein zukünftiger Ehemann, den ich in dieser Woche kennenlernte. Das war am 20.1.

Am 23.1. erhielt ich die erste e-mail von diesem Traummann. Und am 27.1. bloggte ich: ""Crazy". Ich weiss nicht, wie oft ich dieses Wort in den vergangenen zwei Wochen benutzt habe... Ich glaub ich komme nicht nur in eine neue Season, sondern in einen neuen Lebensabschnitt hinein. Manches fängt an und wirkt sich auf alles in mir aus, aber es ist noch zu frisch, zu unbekannt, als dass ich es einfach so geniessen könnte, ohne gleichzeitig auch verunsichert zu sein. Je mehr ich weiss, umso mehr Fragen scheine ich zu haben. Und je mehr Fragen, umso besser gelingt es mir, das Jetzt zu geniessen. Alles wird gut, es ist schön."

Crazy town indeed!



Natürlich gab es dieses Jahr auch viele Tränen und viel Schmerz. Ich machte Fehler und richtete "messes" an. Die wieder aufgeräumt werden mussten. Und es passiert auch weiterhin ab und zu. Aber in dem drin zu lernen, dass das nicht bedeuten muss, dass ich jetzt nicht mehr geliebt werde. Oder dass ich mich nicht selbst bestrafen muss und hart sein zu mir. Oder zu andern. Und zu lernen, mich ganz in den Schmerz hineinzulehnen, anstatt zu versuchen, ihn zu betäuben. Und dann mich heilen zu lassen. Im Intimität haben mit einem liebenden Gott. Und die Freude des Moments in dem ich feststelle, dass ich tatsächlich nun in einer ähnlichen Situation anders, weniger impulsiv, weniger stark, weniger verletzend reagiert habe.... Was für ein Prozess!

Weiter im Jahresrückblick:
- Ich begann, einen Mann zu lieben. Ich lernte, geliebt zu werden zuzulassen. Ich begann zu vertrauen.
- Ich lernte ganz ganz viel über Beziehungen. Und bin immer noch daran.
- Ich begann, italienisch zu lernen.
- Ich flog ein Flugzeug.
- Ich erhielt einen Heiratsantrag.
- Ich begann, ein Buch zu schreiben.
- Ich durfte mein absolutes Traumpraktikum anfangen.

Und vieles weiteres mehr. Ich bin überaus dankbar und überwältigt.

Was hab ich nun von den drei Jahren hier? Mehr Wissen über Heilung und das Übernatürliche? Eine Goldstaubwolke erlebt? Mehr Bibelkenntnis? Lehre über Leiterschaft verinnerlicht?
Ja.
Aber vor allem, und ich meine VOR ALLEM - vor!!! all dem - durfte ich heil werden. Alleine der Ausdruck "heil werden". Ich könnte einfach mal an einem Morgen sagen "heil werden" und den ganzen restlichen Tag darin schwelgen.
Ich wurde heil an dem Tag, als Jesus am Kreuz starb. Fertig. In genau diesem Moment trat ich in den "Raum des Heil seins" (dieses Bild des Raums habe ich von Eric Johnson gestohlen). Nur wusste ich das eine laaaaange Zeit nicht. Die letzten zweieinhalb Jahre durfte ich an einem wundervollen Ort verbringen, und diesen Raum des Heil seins entdecken, ausprobieren, erleben. Jetzt weiss ich so viel mehr, was Jesus für mich getan hat - für jeden Menschen getan hat. Wow!!!




Samstag, Dezember 22, 2012

Massnahmen

Manchmal muss das Mass erst voll sein. Bevor es ausgeleert werden kann.

So war es mit den Ameisen: Kurz nach unserem Einzug in die Wohnung krabbelten vereinzelt Ameisen herum: Über unsere Bücher, über den Tisch, aus den Taschen, auf dem Bett. Während meine Mitbewohnerinnen die kleinen Insekten sofort reflexartig zerdrücken wollten, war ich stets reflexartig lieb und schneller, und trug jedes einzelne Tierchen aus der Wohnung heraus. Mit der Zeit wurde es auch mir zuviel. Und als wir Nester im Teppich neben unseren Matratzen entdeckten, war eben das Mass voll: Ich, die tierliebendste Person die ich kenne, griff zum Giftspray und Staubsauger. Dann kam glücklicherweise der Winter.

So ist es mit dem Einbiegen: Neben unserem Wohnblock verläuft eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt. Zwei Spuren in jede Richtung. Immer befahren. Kommt von links nichts, ist bestimmt grad rechts, weiter unten, eine Ampel auf grün gesprungen. Die Autos fahren 70km/h. Ich will links abbiegen und warte. Und warte, und warte, und warte. Meine BeifahrerInnen sagen mit der Zeit: "Du kannst fahren". Ich warte immer noch. Um sicher zu sein. Bis irgendwann das Mass voll ist, und ich in eine Lücke hineinbrause, der vorher mindestens zehn grössere vorausgegangen sind. Dasselbe wenn ich dringend wohin muss. Dann passe ich in jedes Zeitfensterchen, das sich vor mir auf drei Spuren auftut.

Wer kennt das nicht: Etwas tut ein bisschen weh. Whatever. Wird schon vorbei gehen. Aber so nach zwei Monaten Ohrenschmerzen reicht es mir, und ich wechsle ab mit beten, Knoblauch ins Ohr stopfen und homöopatische Tropfen hineinzupipettlen. (Es gab NUR homöopatische, ich hab sogar beim Apotheker nachgefragt)

Zu guter letzt: Aufräumen. Ich liebe es, wenn das Zimmer ordentlich aufgeräumt ist und wenn nichts herumliegt. Wie kommt es denn, dass es trotzdem meistens aussieht, als wäre ein Wirbelsturm vorbeigezogen und ich hätte dabei das Fenster offengelassen? ...da war wohl das Mass noch nicht ganz voll. Aber wenn es mal voll ist, dann ist nichts mehr vor mir sicher, und dann sieht das Zimmer so aus wie jetzt, und ich fühle mich wohl wie noch nie und wenn meine Mutter das sehen würde, wäre sie stolz auf mich. Ihr Mass ist nämlich mit grossem Abstand vor mir voll...

Mittwoch, Dezember 19, 2012

Roh und echt

Meine Chiropraktorin machte mich wieder mal darauf aufmerksam, wie gut es wäre, viel rohes Gemüse zu essen. Da ich nicht gern kalte Sachen esse, schon gar nicht im Winter, drücke ich mich immer ein bisschen vor dem. Aber ich weiss, wie gut es wäre. Ich sah mich also schon am Tisch sitzen und an Blumenkohl knabbern. Dann aber fiel mir etwas besseres ein:



Montag, Dezember 17, 2012

Der Körper

Der Körper fasziniert mich. Wie alles funktioniert, bzw. was passiert, wenn etwas nicht mehr in Ordnung - nicht mehr in der richtigen Ordnung - ist. Zusammenhänge. Erkenntnisse. Lange, sehr lange Zeit lebte ich sehr ignorant an meinem Körper vorbei. Ich war mir nicht bewusst, dass unterhalb meines Kopfes auch noch etwas ist. Ich war intellektuell hochschwebend und tiefgehend, aber hatte kein Körperbewusstsein. Schmerzen? Schmerzmedikamente. Dann hatten wir eine Frau in unserer Jesusfreaks Gruppe, die kaufte konsequent bio, fair gehandelt, und lokal ein. Irgendwann machte ich mir Gedanken darüber. Somit änderte sich mein Konsumverhalten und meine Ernährung radikal.

Der männliche Körper und der weibliche Körper. So verschieden!! Schon nur der Monatszyklus und die Hormone! Inzwischen ist mein Körperbewusstsein so gewachsen, dass ich genau spüre, wie sich die Hormone nach dem Eisprung ändern und wie ich mich anders fühle. Der Zyklus meiner Zimmernachbarin und meiner haben sich einander angepasst. Es ist anscheinend erwiesen, so las ich, dass Frauen, die einen unregelmässigen Zyklus haben, einen regelmässigeren bekommen, wenn sie sich auf ihn achten und über eine gewisse Zeit hinweg dessen Symptome notieren.

Schmerzen: So viele Gründe, so viele Behandlungsmöglichkeiten. So hatte ich Schmerzen beim Atmen und wenn ich mich hinlegte, und war überzeugt, dass es sich um ein Lungenproblem handeln musste. Der Arzt machte ein EKG und ein Lungenröntgenbild. Nichts. Schliesslich waren es die Knorpel meiner Rippen. Nun habe ich ein Problem mit dem Knie. Dabei ist es eigentlich gar nicht das Knie. Das eigentliche Problem ist wahrscheinlich, dass die Muskeln auf der Oberseite meiner Oberschenkel trainierter sind als die auf der anderen Seite, und dass somit das Knie nicht ausbalanciert ist. Nebst Hochlagern, nicht mehr velofahren und Eis auflegen ist also gezielter Muskelaufbau angesagt. Faszinierend!!

Einmal, ich vergass den genauen Grund, war ich wütend auf jemanden, und hatte plötzlich starke Kopfschmerzen. Ich vergab der Person, und augenblicklich waren alle Schmerzen weg. Faszinierend!

Ich gehe regelmässig zur Chiropraktorin und komme jeweils aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie bringt alles an die richtige Stelle, und schon werden Organe besser durchblutet, ich fühle mich wacher, aufgeweckter, besser.

Und so gehen die Beobachtungen weiter und ich lerne, lerne, lerne, und staune einfach nur.

Donnerstag, Dezember 13, 2012

Nachtrag zum Vortrag vom Vortag

Nachtrag zum letzten Vortrag: Die letzten paar Monate habe ich mich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt, und heute schrieb ich einfach frisch von der Leber weg, aus dem Herzen hinaus, was mir auf dem Magen lag, von ganzer Seele, was mir so im Kopf herumschwirrte. Es hat vermutlich nicht alles Hand und Fuss. Ich habe es mehr so aus dem Handgelenk geschüttelt. Vielleicht ist einiges an den Haaren herbeigezogen. Anderes braucht mehr Fersengeld. Bei manchen Themen, ich gebe es zu, habe ich ge-ellenbögelet. Doch ich empfange mit offenen Armen jeden Input, auch wenn ich es dir vielleicht aus der Nase ziehen muss. Aber gewisse Dinge sind mir einfach ins Auge gestochen. Ich bin ein Vollblut-D, ich gebe es zu, und manchmal schiesse ich, ohne zu zielen. Ich hoffe, du verstehst mich.

Mittwoch, Dezember 12, 2012

10 Schritte zur Heirat.. oder so.

Ohne lange nachzudenken, aber nach vielem darüber nachdenken, hier meine Gedanken in zehn Schritten.

1. Will ich heiraten?
Wenn du heiraten willst, dann öffne dich, Leute des anderen Geschlechts kennenzulernen. Damit meine ich nicht, sie von weitem im Gottesdienst anzuschauen und dann die nächsten drei Jahre damit zu verbringen, Gott zu fragen, ob er/sie der oder die Richtige ist. Ich meine damit, dass du dich getraust, mit dieser Person ins Gespräch zu kommen, oder über die Person Auskünfte einzuholen.
Gemäss Paulus ist man zum Single-Sein berufen, wenn man keinen Sextrieb hat. Ja genau, Sextrieb. Gerade unter Christen tut man ja häufig so, als ob man keinen hätte, oder als ob er etwas schlechtes wäre. ähhm.. würde irgendjemand so verrückt sein, zu heiraten, wenn man nicht motiviert wäre durch den Sextrieb? Ich zeichne hier ein Bild, gell.

2. Daten und D.T.R.
Warum tun immer alle so, als ob niemand eine Beziehung sucht, dabei suchen alle eine Beziehung? Gerade in der Schweiz erlebte ich es immer so, dass man jaaaa nicht zeigen will, dass man eventuell "mehr" will. Dabei sind wohl nur wenige zum Single-Sein berufen. Warum also nicht einfach offen und unkompliziert einander kennenlernen? Hier in den USA ist es völlig normal, zu "daten". Das heisst noch lange nicht, dass man jetzt ein Paar ist und dass es eine soziale Katastrophe ist, wenn man wieder aufhört, zu daten. Im Gegenteil. Man geht mal zusammen einen Kaffee trinken, lernt sich kennen, und hat immer wieder "D.T.R.'s" - Defining the Relationship: Sind wir uns ganz unverbindlich am kennenlernen? Oder sind wir bereits soweit, dass wir zur Zeit mit niemand anderem mehr coffee dates haben würden? Oder können wir uns gar vorstellen, Freund&Freundin zu sein? Wenn nicht - kein Problem! Aber wir konnten uns wenigstens kennenlernen und uns klarer werden, wen oder was wir wollen.

3. Kann ich mir vorstellen, diese Person zu heiraten?
Wenn nicht - dann date sie auch nicht mehr länger.
 
Wenn ja - JEDE Person hat Fehler. Die Frage ist: Haben wir dieselben Grundwerte im Leben? Super. Haben wir Ziele, die ganz deutlich nicht vereinbar sind? Nicht? Super. Können wir offen zusammen kommunizieren und ist das Ziel unserer Kommunikation, einander besser zu verstehen? Haben wir ähnliche Vorstellungen vom Leben mit Gott, von Familie/Kindern, und von Ehe? Spüren wir Frieden über der Beziehung?

Haben wir denselben Ruf?
Ein Klassiker. Ich stelle mir diese Frage ja auch. Besonders, seit ich mich plötzlich vermehrt in die Mission berufen fühle, während mein zukünftiger Mann noch niemals an so etwas gedacht hat. Aber hey, ist Gott nicht gut und gross genug, um beiden Ehepartnern in einer Ehe ähnliche Sachen auf's Herz zu legen? Das Ehepaar, das uns trauen wird, hatte vor 20 Jahren bei ihrer Heirat KEINEN SCHIMMER von dem, was sie jetzt so perfekt eingespielt tun.

4. Wenn ja - dann go for it.
Sobald du heiratest, ist er/sie der oder die Richtige. Gott wird sich hinter die Ehe stellen. Es gibt Ehen von Leuten, wo man denkt, die hätten NIE heiraten sollen. Aber gerade Beispiele wie Sheri&Danny Silk zeigen, dass auch das für Gott kein Problem ist. Vielleicht dauert es ein bisschen länger, an Sachen zu arbeiten. Vielleicht ist nicht gerade alles einfach. Aber was ich damit sagen will: Ich glaube nicht, dass man vor dem Heiraten sich ewig von der Frage verunsichern lassen soll "ist er/sie die Richtige? Ist es Gottes Wille?". Ich bevorzuge Fragen wie diese: Sind wir einigermassen gesund? Sind wir gewillt, Leute in unsere Beziehung schauen und reden zu lassen? Sind wir motiviert, an uns und unserer Beziehung zu arbeiten zu hineinzuinvestieren? (z.B. durch Kurse, Bücher, Coaching). Leben wir beide eine lebendige Beziehung mit Gott?

5. Heiraten nur wegen Sex?
Je mehr Intimität, umso mehr Verbindlichkeit ist nötig, damit sich beide - oft mehr die Frau - sicher und geschützt fühlen in der Beziehung. Wenn man ewig wartet, fördert das erstens nicht gerade das Sicherheitsgefühl und Vertrauen, und zweitens ist ja eben trotz allgemeinen Stillschweigens darüber noch der Sextrieb da, und der wird bei wachsender Vertrautheit immer stärker. Ich rede aus Erfahrung. Wenn man dann ewig wartet, ist es gut möglich wahrscheinlich, dass man "zu weit" geht. Wie weit ist zu weit? Zu weit ist, wenn die körperliche Intimität weiter geht als die Verpflichtung zueinander.
Und mal ehrlich: Man muss wirklich nicht jemanden küssen, um herauszufinden, ob man diese Person heiraten will. Um nicht ein ganzes Ölfass auf eine Flamme zu werfen, ist es besser, möglichst gar nichts körperliches zu tun, bevor man weiss, dass man heiratet. Gianni und ich haben uns nicht geküsst, bevor wir uns nicht beide sicher waren, dass wir einander heiraten wollen. Und ja: Wir wollten UNBEDINGT küssen! Aber wie froh bin ich, dass wir uns zuerst klar über unsere gemeinsame Zukunft wurden. Zungenküssen vor der Ehe ist auch unnötig bzw. kontraproduktiv. Und alles Anfassen sowieso. Das ist zu hart, zu unmöglich? Deswegen plädiere ich eben für's schnell heiraten.
Wie oft hörte ich, und sagte sogar selbst, wie doof ich es finde, "nur wegen Sex" zu heiraten. Inzwischen vertrete ich genau das Gegenteil. Wobei es völlig klar ist, dass niemand nur wegen Sex heiratet. Da überlegt man sich trotz Sextrieb schon noch andere Sachen, nämlich alles Essentielle. Darum: Hat man das Essentielle geklärt, kann man es gut wagen. Wenn man sich noch unsicher fühlt, kann man Schritte unternehmen. Es gibt heutzutage Unmengen von grossartigen Sachen auf dem Markt, um Paaren zu helfen, ihre Beziehung zu vertiefen und zu stärken: Bücher, Kurse, Coaching.

6. Warten mit Sex bis zur Ehe??
Da ich nicht weiss, wer alles meinen Blog liest: Warten mit Sex bis zur Ehe ist das Härteste und gleichzeitig das Allerbeste, was ich je gemacht habe. Die Frage ist nämlich nicht "wie weit dürfen wir denn gehen?", sondern "Wie viel Sicherheit, Vertrauen und Schutz können wir einander bieten?". Wenn man eine Beziehung zusammen aufbaut, ganz ohne den Sextrieb ständig aufzuheizen, dann kann man schnell an einen Punkt kommen, wo man sich ganz füreinander entscheiden kann. Dann ist es auch nicht mehr so schwierig, zu warten. Und nochmal als Wiederholung: Zuerst kommt die Verbindlichkeit/Bindung/Hingabe (commitment), dann die körperliche Intimität. Dann ist die Sicherheit und das Vertrauen gross.
Ausserdem: Probiere nicht, die Lust im Zaum zu halten. Töte die Lust. Lust ist etwas, was du nur für dich selbst willst. Lust hilft einem häufig, über Schwächen, Probleme und Ängste hinwegzutäuschen. Was wir in der Ehe für das beste Sexleben aller Zeiten wollen, ist nicht Lust. Es ist sexuelle Leidenschaft. Und die soll man am besten gar nicht erst vorher wecken. (Hohelied 2,7b). Diese Offenbarung über Lust/Leidenschaft ist nicht von mir, sondern von diesem unglaublich empfehlenswerden (englishsprachigen) e-book hier: Asking all the wrong questions. Es ist das beste Buch über Sex vor der Ehe, das ich je gelesen habe. Ich musste es gleich dreimal lesen. Es ist kurz, gut lesbar, und kostet nur ein paar Dollar.
Abgesehen von der Sicherheit und dem Vertrauen, glaube ich auch fest daran, dass bei der Eheschliessung im geistlichen Raum etwas passiert. Dass wie ein besonderern Schutz, eine besondere Verbindung eingerichtet wird über einem. Man wird eins. Was gibt es schöneres, als in diesem Rahmen zum ersten Mal zusammen zu schlafen bzw. all das andere zusammen zu entdecken?!

Eine Seitenbemerkung zu "Männer wollen nur Sex". Wir müssen endlich aufhören, Männer als etwas unterklassiges anzuschauen, weil sie tendenziell einen stärkeren Sextrieb haben als Frauen. Ich lernte nämlich kürzlich dies: Frauen haben einen bedeutend höheren Oxitocin-Wert als Männer. Oxitocin ist ein Hormon, das vor allem dazu beiträgt, dass wir uns binden wollen. Jetzt kommt die Pointe: Es gibt einen Moment, in dem Männer dieselbe grosse Oxitocin-Ausschüttung haben wie Frauen. Nämlich während dem Orgasmus. Könnte das eventuell eine Erklärung sein? Wollen Männer vielleicht unter anderem auch so stark Sex, weil es sich so gut anfühlt, sich verbunden zu fühlen zur Frau, und eine starke Bindung aufzubauen? Einfach ein Gedanke...

7. Aber das Geld/ das Studium/ die Umstände!
Ja.... das ist auch genau der Grund, warum wir noch nicht verheiratet sind. Aber wir wollen beide vielleicht auch nochmal studieren. Und vermutlich werden wir einfach mal in ein WG-Zimmer zügeln statt in eine Wohnung. Aber wie realistisch ist es, nochmal ein bisschen 5 Jahre zu warten, bis dann wirklich alles stimmt? Und in dieser Zeit sexuell an einem sicheren Ort bleiben??

8. Es gibt so viele Scheidungen... Ängste:
Hatten die Leute, die sich heute scheiden lassen, all die Resourcen, die uns heute zur Verfügung stehen? Aus welchem Grund haben sie geheiratet? Was haben sie vorher rein-investiert? Wieviel Vertrauen wurde vorher aufgebaut? Wie war ihre Kommunikation, bevor sie heirateten? Und jetzt: Bist du in derselben Lage?

Was, wenn wir nach der Hochzeit Probleme bekommen? Ja, das kommt vermutlich so. (Let's laugh at that). Ich kenne Paare, die sind in ihren ersten Ehejahren vor allem in die Eheberatung gegangen. Es gibt die traurigen Beispiele, wo es in einer Scheidung endete, aber ich kenne mehr Beispiele von "glücklichen Paaren", die durch viel Beratung gegangen sind, nur weiss es kaum jemand.

9. Meine/Ihre/Seine Vergangenheit...
Ich habe eine Vergangenheit, Gianni hat eine Vergangenheit, alle haben eine Vergangenheit. Die gute Nachricht ist die: Jesus ist ein Profi im Wiederherstellen. Was vergeben ist, ist vergeben. Jesus kann alles wiederherstellen. Wie schon Jesaja sagte: Gedenkt nicht mehr an das Frühere und achtet nicht auf das Vergangene! Siehe, ich wirke Neues,... (ich weiss, es ist aus dem Zusammenhang gerissen. Jesaja 43,18+19).
Vertraue auf das, was Gott im Leben deines Partners getan hat, oder in deinem Leben. Wenn es noch Ding gibt, die Aufarbeitung und Heilung benötigen, dann tu das unbedingt, bevor du heiratest. Es macht vieles einfacher. Aber glaub mir: Es gibt nichts, was Gott nicht mehr wiederherstellen kann. Ich rede aus Erfahrung.

10. Have fun! 
Investiert, baut eure Beziehung. Und habt Spass dabei. Es macht soviel Freude, offen kommunizieren zu können, auch voreinander weinen und Schwäche zeigen zu können, Ängste einzugestehen. Und dann durchzuarbeiten und danach die vertiefte Verbindung zueinander geniessen zu dürfen. Zusammen beten, die Gegenwart Gottes (Frieden, Freude, Klarheit) willkommen heissen. Zusammen an Orten dienen, zusammen Beziehung zu anderen leben. Die Träume des Partners oder der Partnerin mitträumen, unterstützen. Sein Leben für den andern hingeben. Die Leidenschaft füreinander lebendig halten. Zeit füreinander einrichten. Die Liebessprachen des andern kennen und bewusst einsetzen. Der Beziehung Priorität geben vor dem Dienst, vor der Karriere. Sich lieben lassen, und aktiv lieben.


Ist es wirklich so einfach? Was, wenn es bei mir ganz anders aussieht, einfach nicht klappt? 
Ich weiss es auch nicht. Das sind einfach meine Gedanken nach 11 Monaten Beziehung. Ich war vorher 9 Jahre Single bzw. hatte ein paar ungesunde Geschichten und auch Missbrauch. Vor 13 Monaten war ich noch Single. Und jetzt sitze ich hier im sonnigen Kalifornien, plane meine Hochzeit und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wow wow wow.

Dezember

Und weil ich so lange nichts mehr geschrieben habe, hier gleich noch ein zweiter Post. Aber diesmal mit Fotos. Ein kleiner Einblick in mein Leben hier:

Meine Mentorin und eine ihrer Klassen, in der ich assistieren (haha - vielmehr zuhören, staunen und Notizen nehmen) darf.

Der Sacramento River. Das Ungewöhnliche an diesem Bild ist das Wetter. Es scheint eigentlich immer die Sonne. Das Schöne an diesem Bild ist, dass rechts am Flussufer, kurz vor der Kurve, der beste und schönste Mann aller Zeiten mir dort einen Heiratsantrag gestellt hat.

Und zu guter letzt die Sundial Bridge. Die kleinen Lichter oben im Hintergrund - dort wohne ich. Da ich wegen einer Knieverletzung zur Zeit nicht velofahren kann, lief ich heute ins 1st year. Dann hatte ich die brilliante Idee, auch wieder nach Hause zu laufen. Nur - nach der Sundial Bridge hören die Lichter auf, und man läuft durch einen dunklen Wald. Etwa 100m hinter mir lief ein Mann. Ich betete in Zungen und lief die 40 Minuten walkte die 20 Minuten schnell nach Hause. Vermutlich war der Mann auch ein BSSM Student, aber ich rannte trotzdem. Immerhin hatte ich so mein Workout für die Woche. Es war herrlich.

Dienstag, Dezember 11, 2012

Die Einfachheit von allem zusammen

Warum ist die Schweiz hier so stark vertreten?

Die Schweiz ist klein - Sachen reden sich schnell herum in der christlichen Szene. Die meisten Bücher von hier sind oder werden auf deutsch übersetzt. Gott ist definitiv etwas am tun in der CH. Wir sind reich - es ist verhältnismässig einfach, in wenigen Monaten genug zu verdienen, um hier neun Monate zu verbringen. Und weil es sich viele SchweizerInnen leisten können, Bethel zu besuchen, sind viele StudentInnen hier frühere BesucherInnen.
Das ein paar Gründe..

Ansonsten herrscht Hektik und kehrt Ruhe ein, alles zur selben Zeit. Es läuft viel - aber wenn man nicht hingeht, ist es schön ruhig. Auf eine Art liebe ich die Vorweihnachtszeit und möchte mich voll reinwerfen. Parties, Rückblicke, Ausblicke, Einblicke. Gleichzeitig nehme ich den Hauch einer Inspirationswolke wahr, aber wenn ich zu beschäftigt bin, kann sie nicht bis zu mir vordringen. Aber dann springe ich einfach mit Anlauf hinein.

Geld. Soll ich es entspannt angehen im Wissen, dass Versorgung noch immer gekommen ist? Oder soll ich mich stressen und nervös Zahlen zusammenaddieren? Ersteres. Trotzdem denke ich zurzeit, dass ich ja schon äusserst gerne etwas RICHTIGES studieren würde, an einer richtigen Uni, mit einem richtigen Abschluss, damit ich auch mal etwas Richtiges arbeiten könnte. Aber ich mag nicht mehr immer nur das Nötigste einkaufen und mich halb schlecht fühlen, wenn ich mir mal ein Starbucks Kafi gönne (oder nochmal 7 Bücher). Ich möchte am liebsten einfach wieder servieren gehen, und zwar für ein Jahr oder länger, so, dass ich nicht sparen muss. Aber nochmal gleichzeitig möchte ich genau das wieder tun. Für den nächsten Traum. Für das nächste Privileg. Um mehr zu lernen, mehr zu entdecken. Ich will hart arbeiten und an die Uni und in die Mission und eine Grossfamilie gründen und einfach mal das Leben geniessen und shoppen gehen und so richtig sparen um ein Buch schreiben zu können und alles aufgeben und mit einem Rucksack und meinem Ehemann in den Bergen eines "gefährlichen" Landes Leute lieben gehen und ihnen Jesus bringen. Alles zusammen, gleichzeitig.

Die einzige Lösung dafür lautet: Unsterblichkeit. 1.Korinther 15,51: "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen..." -bäm!!!

Mittwoch, Dezember 05, 2012

Hmm... aber hallo


Heute, mitten im Feierabendverkehr, hatte ein Autofahrer plötzlich ein "medizinisches Problem" und kehrte um - bäm, Geisterfahrer. Nach drei gerammten Autos kam er zum Stillstand.....

Ansonsten durfte ich heute Interessantes lernen über Gebet. Anscheinend gibt es wie drei Stühle, von denen aus man betet. Eigennutz, Angst, oder Liebe. Und wenn man auf der Angst oder im Eigennutz/Stolz "sitzt" und von dort aus betet, ist das natürlich für gar nichts. Manchmal muss man herausfinden, warum man dort gelandet ist. Nämlich, weil man eine Lüge glaubt. Dann kann man grad den Heiligen Geist fragen, was denn die Wahrheit ist. Und zur Liebe wechseln.
Als Jesus erfuhr, dass sein Cousin Johannes geköpft wurde, hätte er sagen können "jetzt zeig ich euch mal, wo der Bartli den Most holt" und einfach mal alle ausradieren durch ein "Gebet". Aber nein. Er "zog sich zurück" (dh. es ist ok, auch mal Schmerz zu spüren) und dann folgten ihm alle Leute und er heilte alle. Er blieb in der Liebe. Als Jesus den Jüngern sagte, dass er bald sterben würde, hätte er auch in die Angst wechseln können. Aber er blieb in der Liebe, die auch sein Vater für die Welt hat. Er blieb der Retter der Welt.

Später durfte ich noch 10 Minuten vor einer Klasse reden über die Gemeinschaft der Schweizerinnen und Schweizer hier an Bethel. Ich bin überwältigt, was es für ein Vorrecht ist, hier sein zu dürfen UND auch noch so eine Gemeinschaft zu erleben mit Leuten, mit denen ich dann in der Schweiz weiterhin Familie und Freundschaft leben kann.
Random facts aus meiner Vorlesung: Die Schweiz passt mehr als zehnmal in Kalifornia hinein. Es sind prozentual zehnmal mehr SchweizerInnen an der BSSM vertreten als AmerikanerInnen.