Mittwoch, Juli 28, 2010

Wer will schon seine Reise arrangieren

Gestern Abend sagt meine Chefin zu mir, sie esse heute auch da, mit ihren deutschen Freunden. Ich: Ah ja? Deutsche Freunde? Woher denn? Sie: Aus Frankfurt. Ich: Und sie fahren morgen nach Hause und haben noch Platz im Auto? Sie: Ja, sie reisen morgen ab und haben einen fetten Mercedes; bei der Hinfahrt haben sie auch einen Tramper mitgenommen. Ich: !!!
Später, beim Wein einschenken, hat meine Chefin bereits für mich nachgefragt, aber die Geschichte endet kurz vor der Sensation damit, dass die Frankfurter sich einen riesen Sessel gekauft haben, der die ganze Rückbank zusperrt.

Kein Problem: Wo's e Strass het, het's Outo / Wo's Outo het, het's teu i mini Richtig / u wo's teu i mini Richtig het, git's serig wo mi mitnäh / u wo's serig wo mi mitnäh git, da chumi hei!

"hei" heisst in diesem Fall: Freakstock! The hitchhike queens melden sich ab.

Dienstag, Juli 27, 2010

Von Senatoren, Republikanerinnen und meiner armen Seele

Wenn ich vernehme, wie einige von mir ansonsten äusserst hochgeschätzte US-AmerikanerInnen politisch denken, dann kriege ich richtig körperliche Schmerzen. Aacchchchchch

Hoffentlich werde ich in Redding nie in Diskussionen über US-Politik verwickelt. Oh Jesus help me.

Oder aber ich stürze mich richtig rein.

Oder ich spiele Blockflöte für den Frieden.

Montag, Juli 26, 2010

Biel-Bern asiatische Art

Ich sprinte durch den Garten und hänge "Montags geschlossen"-Schilder auf. Ich rase in die Küche, kontrolliere alle Kühlschränke in Windeseile und putze die Bar in einer Geschwindigkeit, dass der Lappen meiner Hand kaum hinterherkommt. Aber dann läutet noch das Telefon. Eine Zimmerreservation für Mitte August. Und dann steht plötzlich noch eine Frau da und will Wein kaufen. Als ich aus dem Hotel stürze, fährt zeitgleich mein Zug nach Bern ab. Hm. Der Zug eine halbe Stunde später ist mir zu spät. Für Autostop hab ich kein Schild dabei. Aber schliesslich habe ich Psalm 28,7 im Gepäck: "Der HERR ist meine Stärke und mein Schild". Also stehe ich um 19.30 Uhr an der Autostrasse; der Gottesdienst in Bern hat gerade begonnen. Nach wenigen Minuten hält ein Auto an. Vorne ist der Fahrer und daneben vermutlich seine Tochter, hinten sind die Scheiben verdunkelt, aber schemenhaft kann ich Personen dahinter wahrnehmen. Ich öffne die Beifahrertür, der Fahrer fragt "Bern?" und sagt mir dann, er fahre nur bis Schönbühl. Eigentlich würde ich jetzt dankend ablehnen, aber das Mädchen klettert schon auf den Rücksitz und plötzlich bin ich einfach eingestiegen. Ich drehe mich um und will dem Mädchen danken, als ich meinen Augen kaum traue: Hinten sitzen 5 kichernde VietnamesInnen neben- und aufeinander: Die Mutter, deren Schwester, ein etwa 12-jähriges Mädchen und zwei etwa 8-jährige Kinder. Jetzt wird mir auch klar, wozu die verdunkelten Scheiben. Der Fahrer sagt: Wenn Polizei kommt, dann sehen sie nichts, kein Problem. Aber wenn Polizei kommt, darfst du nicht telefonieren, sonst Problem. Alles klar! So fahren wir zu siebt im PKW nach Schönbühl, dort finde ich zuerst einen Bahnhof, wo zwar jeden Tag Züge durchfahren, aber wo sie sonntags nicht anhalten. Glücklicherweise ist nur wenige hundert Meter weiter hinten der nächste. Pünktlich zur Predigt über Psalm 42 und den Hunger nach Gottes Gegenwart laufe ich in den Gottesdienst.

Mittwoch, Juli 21, 2010

Gott als Vater und Konsequenz daraus

So lustig, dass Patenkind auf english godchild heisst bzw. goddaughter oder godson. Heute durfte ich wieder mal meinen Gottebub besuchen. Er ist bald 30 Wochen alt, 30 Wochen seit der Zeugung, oder wenn man vom Geburtstermin ausrechnet, wäre er -10 Wochen. Er ist wahrlich ein Wunder! Noch nicht ganz ein Wonneproppen, aber immerhin hat er in den letzten zwei Wochen ganze 10 Gramm zugenommen und ist jetzt 1'125 Gramm leicht. Ah, er ist einfach wunderschön. Wir segneten ihn und die süsse, prickelnde Gegenwart Gottes war so herrlich. Letzte Woche hatte er einen Infekt, es war ganz schlimm, es wurden viele BeterInnen aktiv. Plötzlich ging es ihm wieder viel besser, und die Ärzte waren sehr erstaunt und sprachen von einem "Wunder". It's the mighty name of Jesus, ha!
Wenn man ins Kinderspital reinkommt (im Untergeschoss-Eingang..) ist vor einem ein Schild mit der Aufschrift "Aufbahrungsraum". Im Kinderspital! Da gibt es für mich echt keinen grösseren Wunsch, als DRT's (Dead Raising Teams) dort drinnen. Das darf doch einfach nicht sein! Not on our shift.

Nach dem Besuch war ich im Coop und kaufte ein Bierchen. Vor mir an der Kasse war ein stark schwitzender Mann, der etwa 10 Dosen Billigstbier in seinem Einkaufskorb hatte. Er fluchte halblaut vor sich hin. Zuerst wollte ich an eine Kasse mir kürzerer Warteschlange wechseln, aber kehrte dann wieder zurück. Plötzlich drehte sich der Mann zu mir und sagte unvermittelt "meine Niere ist kaputt". Nachdem er und ich bezahlt hatten, liefen wir aus dem Supermarkt und auf den Bahnhofplatz. Ich bot ihm Gebet an, aber er sagte es ginge nicht, er habe Kollegen in Sichtweite. Ich bot ihm an, zu beten in derselben Art wie wir zusammen sprächen, ohne Augenschliessen Händefalten oder gar -auflegen, und so war er einverstanden. Trotzdem musste er die ganze Zeit damit kämpfen, nicht die Augen zu schliessen. Und als ich Amen gesagt hatte, bekreuzigte er sich und sagte "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen Amen Amen". Jetzt muss nur noch die neue Niere gewachsen sein oder wachsen.

Montag, Juli 19, 2010

Montag ist mein Tag

Am Samstag liess ich für mich beten wegen der Symptome ständige Übelkeit seit einer Woche und Gedächtnisprobleme. Zu letzterem gibt es bereits einige lustige Anekdoten: Eine Kollegin ruft mich an und ich hänge auf mit den Worten "ok, super, in einer Viertelstunde bei XY! Bis gleich!". Eine halbe Stunde später klingelt mein Telefon. Die Kollegin von vorhin ist dran "wo bist du?". Ich wusste von nichts mehr! Was? Was wo bist du? Oder später an dem Tag: Ich nehme die Bestellung an einem Zweiertisch auf: Apéro, Wein, Wasser, Essen. Dann bringe ich Apéro, Wein, Wasser, das richtige Besteck, und mache Brot parat. Und warte. Irgendwann dünkt es mich, dass die Küche schon sehr lang hat, um die Bestellung rauszuschicken. Meine Kollegin geht nachfragen und es stellt sich heraus, dass die Küche von gar nichts weiss, weil ich die Essensbestellung weder getippt noch in die Küche gebracht habe! Das ist mir in den über 4 Jahren in diesem Betrieb noch nie passiert... Auf jeden Fall sagte am Samstag einer der Beter "Ich habe den Eindruck, du sollst dich erholen". Mist, ich hatte es geahnt... Also gibt es heute einen freien Tag. Sich zu zwingen, nichts zu machen, geht noch. Aber wie kann man aufhören zu denken, was man noch alles sollte? Da gibt es nur eine Möglichkeit: Hitchhiking from lake to lake. Au revoir!

Dienstag, Juli 13, 2010

Höhere Gewalt

Im Zuge der Schutti-WM wurde immer wieder von der Hand Gottes gesprochen. Während das Finalspiel im Gang war, fuhr ich mit dem Zug von Bern nach Biel, und da leuchtete sie mir rot entgegen: Die Hand Gottes! Leider ist sie auf dem Foto nur noch blassrosa und schwer zu erkennen, denn in natura war sie wirklich eindrücklich.


Am Montag fuhr ich gemütlich mit meiner Fahrerin von Bern nach Biel, es hatte keine Autos und war ein ruhiger Abend. Ich zu ihr "Diese Strecke ist wirklich super. Nie Stau. Ich fahre diese Autobahn etwa zweimal pro Woche und ich hab noch nie Stau erlebt". Nur wenige Minuten (!) darauf:

Schlussendlich brauchte ich für Bern-Biel 1 Stunde und 50 Minuten!! (Normal: 30 Minuten)

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Zur Hand Gottes lässt sich noch anfügen: Sie zeigt ja mit dem Daumen nach unten. Nun weiss ich nicht, ob das war, weil ich im Zug anstatt im Auto sass. Vielleicht war es auch das: Ich war gerade so am sinnieren, dass es ja theoretisch möglich wäre, dass dies mein letzter Sommer als Single wäre. Da blickte ich in den Himmel und sah diese Hand: negativ, Salome! Hahaha! Man wünscht sich doch immer, dass Gott Sachen an den Himmel schreibt :-)

Dienstag, Juli 06, 2010

Grosse Wunder ganz klein

Wir haben kein Internet mehr zu Hause. Wie frei sind plötzlich meine Tage! Und wieviele wichtige Informationen ich verpasse! Mein Laptop ist jetzt an meinem Arbeitsort verstaut; zum Glück verfügen Hotels über Wireless..

Ich bin Gotte geworden! Eigentlich wäre das Baby erst Ende September / Anfang Oktober zur Welt gekommen, und ich hätte es erst an Weihnachten sehen können. Aber durch vorzeitige Wehen kam alles anders, und jetzt ist der Kleine drei Monate zu früh draussen. Er heisst Emilio Louis, ist 980 Gramm leicht und ein Wunder! Er hat alles! Er hat diese Linien in der Handinnenfläche und auf den Fusssohlen, er hat Fingernägelchen, Zehen, Fingerbeeren, Häärchen,... und dabei gibt es ihn erst seit 27 Wochen und 5 Tagen. Er atmet selbständig. Sein Ärmchen ist dünner als mein kleiner Finger. Sein Köpfchen passt in eine Hand.
Gleichzeitig hat meine Mitbewohnerin ein solch kleines Baby in ihrem Bauch drin und wird es in etwa 3 Monaten erst gebären. Emilio wird immer drei Monate älter sein, obwohl beide Babys in derselben Woche gezeugt wurden.