Freitag, April 29, 2011

Andererseits hängt horizontal auch kein Vorhang mehr

Ich bleib in diesem Prozess, aber ich bestimme was ich einnehme, und das nimmt mich ein. Wenn mich etwas einholt, hole ich aus. Wenn mich etwas überholt, springe ich aus dem Flugzeug und überhole meinerseits, mit 200km/h, weil ich weiss, dass auf meinem Rücken ein Mann mit Fallschirm angebunden ist. Und er heisst nicht Ross. Ha ha ha.

Über dem Pazifik hängt kein Bleivorhang

Ich würde ja auch lieber über etwas anderes schreiben. Ab morgen wieder.

Sind wir mal die Generation Post-Fukushima? Was sagen 0,2 Millisievert aus, oder 1,7 Mikrosievert? Werden wir uns mal alle damit auskennen und Kopfrechenübungen in der Schule damit gestalten? In den Healingrooms werden Menschen von Krebs geheilt; jede und jeder hat irgendjemanden in der Familie die oder der an Krebs erkrankt ist und gestorben. Werden unsere Kinder einst erstaunt fragen "Wie, du hast jemanden in deiner Familie, der nicht krebskrank ist? Wie alt ist er?". Was bedeutet eine Halbwertszeit von 47'000 Jahren, wenn ich Grossmutter werden möchte von gesunden Grosskindern? Kann ein Smoothie noch gesund sein, wenn er aus Spinatblättern besteht, die mit Regen getränkt, und aus Erdbeeren, die von Wind geschaukelt wurden? Über dem Pazifik hängt kein Bleivorhang.

Was ist die Zukunft von Heilungsgebet? Können wir Menschen durch Handauflegen im Namen von Jesus dekontaminieren? Und wenn ja, müsste man das alle drei Wochen wiederholen, um eine Krebsbildung zu verhindern?

Kann ich heute noch Optimistin sein ohne meine Augen bewusst zu verschliessen? Die einzigen, die nicht verunsichert sind in meinem Umfeld sind die, die keine Zeitung lesen, sich nicht informieren, die das Wort "Fukushima" vielleicht irgendwo schon mal gehört haben. Und eine von ihnen wusste nicht, was "Tschernobyl" ist, als ich ihr von meinen Gedanken erzählte. Sie ist gleich alt wie die Katastrophe, die 25 Jahre lang als "Die Katastrophe" galt, aber pünktlich zum Jubiläum abgelöst wurde. Vom Ostblock zum Fernen Osten.

Ich möchte ja nicht so zynisch schreiben, wirklich nicht, es tut mir einfach. Ich werde da hindurchgehen und anders rauskommen, das ist ein Prozess, ich bin eine verbal processor. Literary processor. Alles wird gut. Schon nur, weil es schriftlich dasteht. I declare I declare.

Wäre die Lösung, sich nicht mit etwas auseinanderzusetzen, was so auseinandergesetzt ist, dass kein Gefäss der Welt seine Einzelteile gemeinsam halten könnte? Ist die Lösung, sich Gott auszusetzen, weil er um ein so Vielfaches grösser und stärker ist, als dass wir es jemals erfassen könnten? Ist meine einzige Option, Sätze zu bilden, die nicht verstanden werden können, um das nicht verstanden werden könnende in Worte zu fassen?

Donnerstag, April 28, 2011

Diving into the sky without going to heaven



OK. Hintendrein ist es noch viel verrückter als wenn man schon im Flugzeug (siehe Foto oben, im Hintergrund) sitzt. Aber auch dort: Drei Leute springen alle einzeln raus. Und dann springt meine kleine Schwester, angebunden an einen Mann, raus. Wir befinden uns auf 4'000 Meter über Meer. Mein Grosse-Schwester-Verantwortungsgefühl, präsent seit beinahe 26 Jahren, wird arg strapaziert. Aber dazu bleibt nicht viel Zeit, denn wenige Sekunden später baumele ich, an einen Mann angebunden, selbst in der Luft, nur der Mann sitzt noch im Flugzeug. Er sagt "thanks for celebrating my 10th jump with me" -hahaha!- dann ruft er "Ready - set - go!" und schon fallen wir, wie in Zeitlupe, herunter. Zuerst sehe ich noch den Himmel, dann einfach Felder, Felder, Felder. Es ist eisig kalt und der Wind! Der Wind!!! Der Mann haut mich auf die Schultern. Und noch einmal. Ach ja stimmt, das ist das Zeichen dafür, dass ich meine Arme nun frei bewegen darf. Aber was soll ich tun mit ihnen? Ich bin zu sehr damit beschäftigt, meinen Mund geschlossen zu halten und irgendwie zu probieren, durch die Nase zu atmen. Meine Wangen werden beliebig verformt, Tränen laufen unter der Fliegerbrille raus. Wir rasen mit ca. 200km/h dem Boden entgegen. In meinem Kopf bildet sich langsam ein Gedanke, und noch ein zweiter. Eine Minute freier Fall. Dann packt mein Instructor meinen linken Arm und hält ihn mir vor die Augen. Ich sehe auf den Höhenmeter, der nun 6'500 Fuss anzeigt, also ca. 2'000müM. OK, nun muss ich den Fallschirm auslösen. Ich greife rechts nach hinten, finde den Hebel, starre auf den Höhenmeter, sehe 1'700m, und ziehe. Zack!! macht es, und fühlt sich an als würden wir nach oben gerissen, was natürlich nicht stimmt, wir fallen immer noch. Plötzlich ist es ganz ruhig. Ross, mein Begleiter, jubelt. Ich starre immer noch auf die Felder. Er zeigt mir einen See in der Distanz, und Berge, aber ich starre auf die Felder und weiss gar nicht was denken oder fühlen, ausser "das ging krass schnell vorbei". Unter uns ist jetzt das Flugfeld, und es wird rasant grösser. Zweimal noch ein lustiges Manöver mit dem Fallschirm, dann kommt die Landung. Kurz danach landet meine Schwester, und einige Stunden später gehen meine Ohren auch wieder auf.
Wow! Ein spontaner Entscheid unter Schwestern, auf der Rückreise vom Verwandtenbesuch in San Jose und San Francisco. I'm so proud of us!

Donnerstag, April 21, 2011

Weniger als ein Monat

Oh my gooosh. 5 Tage Schule übrig. Das letzte Intern-Gespräch, das zweitletzte Mal Smallgroup, die letzte Revivalgroupparty. Das letzte Buch zu lesen beginnen (Strenghten yourself in the Lord, Bill Johnson) und vom Grasping God's Word bleibt nur noch der Appendix übrig. Das letzte Mal Danny Silk hören.
Rückblicke, dem Revivalgrouppastor erzählen von den vergangenen neun Monaten, was passiert ist, wie es mir geht. Am Morgen vor dem Sonnenaufgang, der leider wegen Regenwolken nie sichtbar wird, im Prayerhouse sitzen und von einer revelation über Epheser 5,15-18 überwältigt werden während ich zum Fenster raus auf die Bethel Church schaue. Wow, dass ich hier sein darf. Wow, dass ich heute hier bin. Dass ich heute hier lebe. Seit etwa drei Jahren geht es mir so gut und es wird einfach immer besser und besser und besser. Klar gibt es harte Zeiten wenn ich Sachen, die passieren, anschaue, oder wenn sich grosse Fragen vor mir aufwerfen oder wenn Enttäuschungen meinen Weg kreuzen. Aber jeden Tag und jede Nacht wieder realisieren, wie gut Gott ist. Seine Nähe wahrnehmen, meinen Geist wach und lebendig in mir spüren wie eine... na gut, es wird kitschig. Aber hey, Gott ist vermutlich kitschig. Ich bin kitschig. Whatever. Wozu ernst und intellektuell sein wenn ich viel lieber locker flockig lustig intellektuell bin? Und nicht mal weiss, wie man intellektuell eigentlich schreibt, mit wievielen lllls und so.

Mit meiner Mutter in der Sanctuary stehen und lachen. Mit meiner Schwester durch Redding kurven und im DMV (Department of Motor Vehicles) für nichts anstehen. Herrlich. Heute war ich nochmal im DMV, eine halbe Stunde vor Türöffnung! Und die Schlange der Wartenden ging schon um das Gebäude herum. Im Regen! Dafür lernt man die lustigsten Leute kennen. Und am Schluss wurde mein Fahrausweis sogar verlängert, obwohl mein I20-Formular nicht den richtigen Stempel aufweist. Sehr interessant, ich weiss. Egal.

Es sind sooooo viele Schweizer BesucherInnen da - gibt es überhaupt noch Leute in der Schweiz? Wir sind inzwischen nicht nur die Gottesdienste, sondern auch die Schulstunde per Mikrofon und Kopfhörer am simultanübersetzen (vereinzelt..). Heute Abend konnte ich helfen, Judy Franklin zu übersetzen. Äusserst empfehlenswert. Wenn man gern mal mit Jesus im Garten herumhängt, kann ich ihre mp3s oder DVDs oder ihr Buch sehr empfehlen.

Wir hoffen weiter auf Temperaturen über 15°, und verbleiben währendessen mit vorosterlichen Grüssen. Wir lieben euch. J&S

Mittwoch, April 13, 2011

11

Es gilt ernst: Noch 11 Tage Schule. Krass!!!!!!!!! Beim Einkaufen nehme ich nur noch Dinge in den Einkaufskorb, die ich auch wirklich nächstens brauchen werde.

Gestern Schulschluss kurz nach halb sechs, Impartation von Joaquin Evans, und um Sieben lag ich mutterseelenallein in der Sanctuary, immer noch. Weich wie eine verkochte Nudel. Was machst du, wenn Starkstrom dich erwischt? Du kannst nicht mehr schlafen in der Nacht und liest zwei Stunden lang im Hayford Bible Handbook. Hahaha. Dem sagt man "Homework-catch up, das Spass macht".
Es bleibt nur noch ein Buch auf der Leseliste, und nur noch ein "Kingdom Foundations"-Kapitel. Währenddessen rückt der Sommer näher. Innerhalb von einer Woche reisen drei meiner Familienmitglieder von drei verschiedenen Ländern in die Schweiz zurück. Die andern zwei verbleiben noch in Kalifornien.

Es ist super, den Klassenraum erst nach Sieben zu verlassen. Man findet zum Beispiel liegengelassene Kugelschreiber.

Samstag, April 09, 2011

Und noch mehr

Heute hörten wir eine Stunde lang nur Berichte von den Missionstrips. Ich wurde sowas von weggeblasen... so sehr, dass meine Erinnerung wiedermal litt. Es ist einfach zu gut, um sich alles merken zu können! Am besten, man schnappt sich den Heiligen Geist und geht los und erlebt selber solche Stories.

Also, aber dieses hier kann man nicht vergessen:
Eine Mitstudentin war glaubich in Sierra Leone (oder sonst irgendwo im Ausland). Sie traf eine ältere Frau, die blind ist seit sie zweijährig ist. Die Blindheit hielt die Güte Gottes nicht aus und die Augen wurden sehend!!! Und jetzt kommts: Die Mitstudentin sagte sich, hmm, diese Frau hat ja gar nie lesen lernen können, aber sie soll lesen können! Dann betete sie, und hielt anschliessend der Frau eine Bibel hin. Und die Frau begann vorzulesen!!!!!!!! COME ON!!!!!!!!!!!!!

Eine andere Mitstudentin; sie ist eine pensionierte Opernsängerin, war in Asien und berichtete heute, dass sie einen ganzen Spitaltrakt leergebetet hätten. Mark, unser Schulleiter, fragte nach: "einen ganzen Spitaltrakt??" und sie erwiderte "well... actually the whole hospital". Sie hätten gebetet, und alle Schmerzen seien verschwunden, dann für die nächste Person, alle Schmerzen weg, die nächste Person, alle Schmerzen weg, etc. etc. etc.

Ein weiteres Team war in Russland. Eine Studentin sah, wie ein Mann mit Krücken den Gottesdienst verliess. Sie wollte unbeding für ihn beten und rannte ihm hinterher zu seinem Auto, ohne ÜbersetzerIn. Per Handzeichen bedeutete sie ihm, dass sie für ihn beten wolle. Der Mann kehrte zurück ins Gebäude. Zusammen mit einem anderen Mitstudenten beteten sie auf englisch, ohne Übersetzung. Sie hatten keine Ahnung was das Problem war, sie sahen einfach die Krücken. Der Mann begann, vorsichtig auf sein Bein zu stehen. Dann verlagerte er noch mehr Gewicht darauf, und noch mehr. Am Schluss hüpfte er herum, lief Treppen herauf und herunter und rannte herum. Als später ein Übersetzer seine Story hörte und übersetzte, stellte sich heraus, dass dem Mann in einer Operation so viel Metall in sein Bein und seinen Fuss eingesetzt wurde, dass er unmöglich normal laufen konnte. Also wirklich: Die Metallstangen und -schrauben fixierten den Fuss so, dass er nicht normal laufen konnte. Aber nun lief und hüpfte dieser Mann herum, als wäre nie was gewesen! Hahaa!


Was mich auch sehr berührte, ist dass viiiiele viiiele meiner MitstudentInnen, die heute solche Geschichten erzählten, zur Einleitung sagten, sie hätten vorher noch nie Heilung gesehen, wenn sie gebetet hatten. Oder nur selten. Oder "nur" für ein Kopfweh. Und nun bei Krebs.

Tumore, die sicht- und spürbar waren, verschwanden einfach im Nichts!

Ein Mann hatte Nierensteine so gross, dass man sie spüren konnte. Er konnte nicht aufs Klo und war in immensen Schmerzen. Der Student, der für ihn betete, konnte nichtmal fertig beten. Er hatte erst gerade den ersten Satz angefangen, als er die harten Klumpen bei den Nieren nicht mehr fühlte, und der Mann rief: "Ich habe keine Schmerzen mehr! Ich muss unbedingt pinkeln gehen! Aber warte auf mich, ich will danach Jesus in mein Leben einladen!"

Eine junge Mitstudentin, die beide ihre Eltern durch Krebs verloren hatte, traf in Afrika auf eine Frau, die ihr sagte, sie leide unter sehr starken Schmerzen im Bauch. Die Studentin legte ihr die Hände auf und hatte sofort den Gedanken, sie solle "Krebs wegschicken". Das tat sie, und spürte, wie etwas im Bauch wegging. Die Frau machte grosse Augen und sagte, alle Schmerzen seien weg.

Donnerstag, April 07, 2011

Geschichten vom Dump

Wir hatten zwei Tage lang einen Testrun und Schule im Convention Center. Das sind nur 25 Minuten Velofahrt anstatt 13, aber der Rückweg ist nonstop bergauf. Ich laufe herum wie halb gelähmt. Ich weiss auch nicht warum ich immer einen Temporekord aufstellen muss.

Gestern erzählten wir in der Revivalgroup, was so auf den Missionstrips passiert ist. Ich wünschte, meine Erinnerungskapazität wäre grösser, dann könnte ich jetzt hier alles aufschreiben. Somit bleiben mir nur einige Geschichten von unserem Trip:

Einmal kommen wir mit dem Bus auf der Abfalldeponie an und sind grad am Aussteigen, als der lokale Pastor schreit: "Alle in den Bus, alle in den Bus!". Wieder drinnen, erfahren wir, dass anscheinend eine Gang den Truck der lokalen Church umzingelt hat. Die haben alle Macheten, weil fast alle Leute auf dem Garbage Dump Macheten haben. Unser Leiter und Winnie reagieren etwa so.. "eine Gang? Wunderbar. Lasst uns rausgehen und die Essensausgabe anfangen. Worshippers, nehmt eure Instrumente. Lasst uns Party machen". Also laufen wir rüber zum Truck, beginnen Musik zu machen, mit den Kindern zu tanzen, und 600 Portionen Essen auszugeben. Ich sehe die Gangmembers, aber sie machen nichts. Ich glaub sie kam sogar Essen abholen. Wir bleiben danach noch etwa 2 Stunden dort und es passiert nur Gutes: Unzählige Heilungen, unsere Jungs surfen zusammen mit den Kindern die Ghüderlastwagen,..

Wir gehen auf einen Markt. Nathalie und ich wollen Geld wechseln und betreten eine Bank. Der Sicherheitsangestellte hört, dass wir Geld wechseln wollen, und schickt uns zu einer anderen Bank. Bei dieser angekommen, schickt uns der Angestellte in eine Bar vis-à-vis. !!! Wir sind leicht verwirrt, gehen aber in die Bar. Ein junger Mann mit einem Bier in der Hand nimmt unsere US Dollars und bringt uns nicaraguanisches Geld. Nathalie fragt ihn, ob er Kopfschmerzen habe. Das hat er nicht und natürlich fragt er, warum sie das denke? Sie erklärt, dass sie manchmal die Schmerzen von anderen Menschen spüre, weil Gott diese Menschen heilen will. Aber offensichtlich sei sie hier falsch gelegen.. Der junge Mann sagt, nun, er habe Schmerzen im Bein. Und er zeigt uns eine riesige unschöne Wunde am Bein, die von einem Motorradunfall stammt. Es ist entzündet. Wir dürfen für ihn beten und sofort spürt er eine Kälte auf der Wunde und alle Schmerzen verschwinden. Am Schluss prophezeien wir noch über ihm. Fun times!

Auf einem Garbage Dump sehe ich eine Frau, die aussieht als ob es ihr gar nicht gut gehe. Ich frage sie, ob sie Schmerzen habe oder krank sei. Sie sagt ja. Ich frage, wo die Schmerzen sind. Sie zeigt auf ihren ganzen Körper. Mit einer Kollegin zusammen beten wir, und da unser Spanisch äusserst limitiert ist, hält sich das Gebet etwa in diesen Grenzen "Se sano en el nombre de Jesus, no mas dolor!" (Sei gesund im Namen von Jesus, keine Schmerzen mehr). Die Frau schaut auf und sagt, sie habe keine Schmerzen mehr ausser im Kopf. "Declaramos la paz de Dios en tu cabeza" (oder so) (Wir deklarieren den Frieden von Gott in deinem Kopf). Inzwischen kommt ein Übersetzer hinzu und er erfährt, dass sie Schmerzen am ganzen Körper gehabt hatte, nach dem Beten nur noch Kopfweh, und jetzt gar keine mehr. Grad als wir sie umarmen kommt Georgian Banov und spielt auf seiner Geige für sie, nur für sie, etwa 1-2 Minuten lang. Von da an strahlt die Frau übers ganze Gesicht und hört gar nicht mehr auf damit!

Eine Frau ist auf einem Auge komplett blind. Wenn wir ihr gesundes Auge abdecken, sieht sie nichts. Nach einem Gebet sieht sie Schatten und Umrisse. Nach einem weiteren sieht sie Farben und kann sagen, wieviele Finger wir einige Schritte entfernt aufstrecken! Ich weiss nicht, ob es dann noch besser wurde oder nicht.

Eine alte, taube Frau. Sie hört nichts aber lächelt viel. Teamkollegen beten für sie. Dann flüstert einer der Jungs ihr Sachen ins Ohr und sie wiederholt, was er gerade gesagt hat. Er läuft weiter weg und sagt Sätze. Sie wiederholt sie. Er läuft noch weiter weg, sie wiederholt immer noch alles. Yeah!

Auf einem Dump, auf dem sowohl Bethel wie auch Global Celebration (Winnie und Georgian Banov) noch nie gewesen waren. Als wir ankommen, erklärt Georgian per Megafon und Übersetzer, wer wir sind und was wir machen. Zuerst machen wir Party: Musik, und wir tanzen wild mit den Kindern im Staub herum. Dann ruft Georgian alle, die Heilung brauchen, zum Truck. Ich bin grad in der Nähe und er winkt mir, ich solle beten kommen. Es hat soooo viele Leute, die Heilung brauchen. Ich frage die erste Frau, sie hat Rückenschmerzen. Ein kurzes Gebet und die Frage "ist es besser?" - "si!" - "hast du noch Schmerzen?" - "no!". Dann die nächste, dasselbe, die nächste, dasselbe. Neben mir ist ein Mann, der schwanger aussieht. Er hat einen Tumor im Bauch. Sie beten, und dann sieht sein Bauch normal aus, flach!

Auf demselben Dump, später. Ich trage ein vierjähriges Mädchen, das allerdings aussieht wie zwei und das kein Wort spricht, und warte mit ihm in der Schlange zur Essensausgabe. Vor mir steht Chris mit einem Teenagerjungen, der Farbe schnüffelt. Der Junge, Daniel, ist high, ich umarme ihn auch und versuche mit ihm zu reden, aber wir können nicht zu ihm hindurchdringen. Es ist wirklich traurig. Chris umarmt ihn einfach und steht mit ihm in der Schlange. Plötzlich läuft Daniel davon. Später im Bus erfahre ich die Fortsetzung: Daniel rannte in einen anderen von unserem Team, und der sagte ihm, er solle doch die Farbe wegschmeissen. Daniel begann zu weinen, warf die Farbe weg, bekam zu Essen und wurde komplett nüchtern. Er begann von sich aus, zu Jesus zu reden, und erfuhr die Liebe von Gott. Er sprach noch länger mit Chris und einem anderen und war danach total verändert.

Auf der Heimreise. Am ersten Flughafen in den USA, wir müssen durch die Immigration. Nathalie ist vor mir, und als sie an die Reihe kommt, sehe ich sie bald lachen, zusammen mit dem Immigration Officer. Als ich dran bin, lacht der Beamte immer noch und sagt mir, diese Frau habe seinen Tag hell gemacht. Später erfahre ich, was passiert ist: Er hatte sie gefragt, was denn die "Bethel School of Supernatural Ministry" sei (steht auf unserem Visa). Nathalie erklärte, dass wir unter anderem für Kranke beten und viele werden geheilt. Sie erzählt, dass sie zum Beispiel oft nur von einer Heilung erzählen müsse, und schon werden weitere Menschen geheilt. Der Beamte erwidert, nun, sein Rücken sei jedenfalls von ihrer Erzählung nicht geheilt, er habe immer noch Schmerzen. Nathalie, schlagfertig wie immer, sagt "nun, ich deklariere einfach, dass Sie keine Schmerzen mehr haben, im Namen von Jesus". Der Beamte macht nun grosse Augen, sagt nichts mehr und bewegt sich auf dem Stuhl hin und her. Dann berichtet er, alle Schmerzen seien weg. hahaha!

Montag, April 04, 2011

Futurstalgie

Wie nennt man das Gegenteil von Nostalgie? Eine Sehnsucht nach dem, was in der Zukunft liegt.
Wenn ich den Sonnenuntergang nur sehe, wenn ich über dem Trampolin in der Luft schwebe, ein Bruchteil einer Sekunde lang. Wenn ich einen geheimen Pfad finde, der mich durch die im Boden aufgespiessten Äste führt, die beim letzten Sturm von den Bäumen abgerissen wurden. Andere werden betrunken, wenn man ihnen die Hände auflegt. Ich werde betrunken wenn Gott zu mir spricht. Sprache kommt mir zuhanden, kommt mir abhanden. Worte sind in meinem Mund aber ich weiss noch nicht, welche es sind. Ich will die Welt nicht beschreiben, wenn dies ein überschreiben bedeuten würde. Will ich mich in Worte fassen oder lieber uneingefasst bleiben? Bedeutet sich ausdrücken sich ausdrücken? Kann ich mich ausdrücken wie Zahnpasta? Was bin dann noch ich: Das draussen oder die Hülle? Ich werde nie leer, nie nie nie. Eine plötzliche Nostalgie überfällt mich: Die Zeiten, als ich pro Tag drei Lieder schrieb und morgens um halb sieben in Ramsei im eiskalten Zug mein Tagebuch vollkritzelte. Gott hat eine Deklaration gemacht und dann hat er die Welt in Existenz geschrieben, nur nicht zweidimensional. Ich mag seine Schrift. Ich mag seinen Schreibstil. Ich schreibe während ich freihändig mit dem Velo einen Hoger runterrase.

Samstag, April 02, 2011

Von Träumen und Häusern auf Bäumen

Es ist verrückt. Während meine Mutter und Schwester seit Stunden im Flugzeug hierher sitzen, fülle ich bereits die Umfrage zum Schulende aus. Noch vier Wochen Schule. Noch zweimal Activation.

Letzte Woche war DAS Thema "Träumen". Einfach der Hammer. Danny Silk und Paul Manwaring sprachen übers Träume haben, und dass der Mensch dafür geschaffen ist, seine Träume zu leben und nicht einfach für das Erfüllen von vorgegebenen Erwartungen und vorgeplanten Karrieren. Ich habe nun angefangen, meine Träume aufzuschreiben. Ich bin im Moment bei etwa Nummer 35 angelangt. Meine Liste beinhaltet so verschiedene Dinge wie zum Beispiel "Ich kann spanisch, portugiesisch und polnisch sprechen", "Ich sehe das Polarlicht", "Ich sehe gut ohne Brillen oder Kontaktlinsen", "Ich werde Urgrossmutter", "Ich trampe nach London", "Ich wecke Tote auf" oder "Ich arbeite in der UNO oder im Bundeshaus". Und noch viele weitere mehr. Auch kommt in letzter Zeit immer wieder die Frage "was würdest du tun, wenn ALLES möglich wäre?". Nun, diese Frage ist sehr einfach: Alle AKW's abschaffen. Es ist wirklich erschütternd. Als Tschernobyl passierte, war ich ja auch auf der Welt. Und las dann später in Geschichtsbüchern darüber und bei jedem Jahrestag in der Zeitung. Und plötzlich bin ich mitten drin, und die Milch die ich trinke, weist erhöhte Strahlungswerte auf, ebenso das Wasser hier, und das, obwohl ein riesen Meer dazwischenliegt. Ich will meinen Kindern eine bessere Welt übergeben. Gut, dass ich Träume habe. Und auch gut zu wissen, dass Gott sogar grösser und stärker ist als ein ausser Kontrolle geratenes AKW.

Gestern sprach Bill: There are things that are true, and things that are more true. Revelations are tied to heaven. They don't contradict each other, they build on each other. Truth comes in layers: Understanding -> Conviction -> earnestly seeking -> demonstrating. We often respond to understanding by immediately teaching it. But the greater the understanding, the greater the anointing. We have the natural and the supernatural. God only has the natural.
Oder: We don't follow the "five fold"-model. We follow the model of family.

So. Ich bin mega hintendrein mit Homework. Heute war der einzige Tag der Woche, an dem ich hätte ausschlafen können. Und ich wachte nach fünf Stunden Schlaf auf weil meine MitbewohnerInnen aus Sri Lanka zu unmöglichen Zeiten Cricket-Meisterschaft schauen und Grund zum Jubel zu haben scheinen. Dann konnte ich nicht mehr einschlafen.