von Biel/Bienne nach Wroclaw PL in sagenhaften 11 Stunden, Stau inklusive! Mit zwei Fahrern. Von kurz nach Stuttgart bis in Wroclaw vor die Haustuere in einem schicken Audi quattro mit Airconditioning und Sitzheizung fuer jeden Sitz einzeln. Eine solch kurze Reise erfordert selbstverstaendlich ein gewisses Fahrtempo und einen `leicht` agressiven Fahrstil, aber so bleibe ich zumindest wach und in staendigem innigem Gebet.
Sehr sehr komisch, morgens um 5 noch in Biel zu sein und abends um 5 in Polen in einer anderen Kueche zu sitzen. Aber nach einem 3-Stunden-`nap` bin ich nun wie frisch geboren.
Als erstes hier in Polen kennengelernt ein schoenes anmutiges Liebeslied.
Freitag, März 28, 2008
Mittwoch, März 26, 2008
Sorgen eines Rapstars
Bekanntlich bin ich ja nun wöchentlich im Studio um Texte aufzunehmen, einzurappen, oder wie man das nennen will. Nach drei bis vier Durchläufen werde ich jeweils schon heiser. Und für ein Lied brauche ich zurzeit noch viel mehr Durchläufe. Was tun? Ein bisschen Heiserkeit gebe eine sexy Stimme, liess ich mir sagen und nahm so nun schon einige sexy-Stimme-Lieder auf. Allerdings möchte ich nicht ein ganzes Album so sexy haben. Es gibt ja auch ernsthaftere Texte in meinem Repetoir.
Ich liess mich also in der Drogerie meines Vertrauens beraten. Es gibt zum Beispiel die Glycerin-Lutschtabletten von Grethers. Diese kann ich aber kaum in der Aufnahmekammer lutschen, dafür in den Pausen umso mehr, und umso schnell sind sie auch weg. Da eine Schachtel zehn Franken kostet, hab ich die Grethers Pastillen AG angebettelt, und sie haben mir tatsächlich 3 Schachteln geschickt. Dann gibt es als weitere Möglichkeit homöopathische Kügelchen gegen Heiserkeit. Hin- und hergerissen zwischen den zwei Lagern mit ihren Slogans (da wären einmal: "Homöopathisch - unsympathisch!" und auf der anderen Seite: "Homöopathisch - sympathisch!") bin ich nun noch auf eine weitere Variante ausgewichen: Spagyrik-"Das Beste aus Heilkräutern"-Spray. Arnika, Belladonna, Propolis und weiteres, was die Natur so hergibt, soll ich mir nun "akut: stündlich 3 Spritzer in den Mund" guttun lassen. Das Foto unten zeigt, wie gut dieser Spray mundet.

Das Beste wären wohl Stimm- und Atemübungen. Woher bloss diese nehmen?
Aber sind die Texte einmal geschrieben und aufnahmebereit, kriegt man auch Möglichkeiten für Lesungen und ähnliches, und das ist wahrlich eine sehr sehr tolle Art, sein Geld zu verdienen. Ausserdem gibt's Gratisbier. Danke Sibe für die Fotos!
Ich liess mich also in der Drogerie meines Vertrauens beraten. Es gibt zum Beispiel die Glycerin-Lutschtabletten von Grethers. Diese kann ich aber kaum in der Aufnahmekammer lutschen, dafür in den Pausen umso mehr, und umso schnell sind sie auch weg. Da eine Schachtel zehn Franken kostet, hab ich die Grethers Pastillen AG angebettelt, und sie haben mir tatsächlich 3 Schachteln geschickt. Dann gibt es als weitere Möglichkeit homöopathische Kügelchen gegen Heiserkeit. Hin- und hergerissen zwischen den zwei Lagern mit ihren Slogans (da wären einmal: "Homöopathisch - unsympathisch!" und auf der anderen Seite: "Homöopathisch - sympathisch!") bin ich nun noch auf eine weitere Variante ausgewichen: Spagyrik-"Das Beste aus Heilkräutern"-Spray. Arnika, Belladonna, Propolis und weiteres, was die Natur so hergibt, soll ich mir nun "akut: stündlich 3 Spritzer in den Mund" guttun lassen. Das Foto unten zeigt, wie gut dieser Spray mundet.

Das Beste wären wohl Stimm- und Atemübungen. Woher bloss diese nehmen?
Aber sind die Texte einmal geschrieben und aufnahmebereit, kriegt man auch Möglichkeiten für Lesungen und ähnliches, und das ist wahrlich eine sehr sehr tolle Art, sein Geld zu verdienen. Ausserdem gibt's Gratisbier. Danke Sibe für die Fotos!
Montag, März 24, 2008
Je suis une Biennoise. Je la suis.

Mein Waldspaziergang war ein voller Erfolg. Ich hab mich bewegt. Ich war in der Natur, an der frischen Luft. Ich war im Schnee. Ich hatte für mein Theaterstück die Idee Nummer 43, 44 und 45 (und zurück zuhause Nummer 46), allerdings bis jetzt noch nicht die Zeile Nummer 1 vollendet. Dafür hab ich mich mitten im Wald in den Schnee gelegt und ehrfürchtig die im Wind schwankenden Baumwipfel betrachtet.
Ausserdem kam ich wie schon oft ins Nachdenken über die Verschiedenheiten der Sprachen. Zum Beispiel sagen wir "Lebensgefahr" und die Franzosen "Danger de mort". Oder wir sagen "Leitungen nicht berühren" und die Franzosen "Ne pas toucher les Biennois".
Gut Nacht. La Biennoise cee.
mein ach so alternatives Leben
Alternativ? Alternativ? Alternative Musik, alternative Parties, alternatives Leben. Ist mein Leben anders? Anders als was? Ich will anders leben? Ich will leben. Also kaufe ich Bücher und lese sie oder nicht. Ich vergesse, Rechnungen an die Krankenkasse zu schicken und verliere so Geld. Verliere ich so Geld? Bräuchte ich das? Bin ich nicht versorgt? Ich bin versorgt.
Ach und dann die Gedanken über das Reisen, übers weiterkommen, übers weit-weg-Freunde besuchen ohne Geld auszugeben. Über das Zusammentreffen von Menschen, die nebeneinander vorbeileben: Trampen heisst: aktiv reisen. Karten lesen. Die Gegend kennenlernen, andere Leute kennenlernen. Die spannendesten Leute habe ich bis jetzt beim Trampen kennengelernt. Wenn trampen funktioniert (und das tut es fast immer), dann entspannt es Menschen, weil sich fremde Menschen treffen und merken, man kommt aus und ist sich gar nicht so fremd. Trampen gibt Selbstvertrauen; ich spreche fremde Menschen an und meistere Herausforderungen. Und: Ich könnte es mir nie leisten, meine deutschen und polnischen Freunde mit dem Zug zu besuchen. Und überhaupt: Das wenige Geld, dass ich habe, in eine Bahngesellschaft geben, die sich vom Service public zu einem Profitunternehmen wandelt?
Und heute bedeutet "mein Leben": einen Waldspaziergang machen und dabei verschneit werden, und anschliessend ein Theaterstück schreiben.
Ach und dann die Gedanken über das Reisen, übers weiterkommen, übers weit-weg-Freunde besuchen ohne Geld auszugeben. Über das Zusammentreffen von Menschen, die nebeneinander vorbeileben: Trampen heisst: aktiv reisen. Karten lesen. Die Gegend kennenlernen, andere Leute kennenlernen. Die spannendesten Leute habe ich bis jetzt beim Trampen kennengelernt. Wenn trampen funktioniert (und das tut es fast immer), dann entspannt es Menschen, weil sich fremde Menschen treffen und merken, man kommt aus und ist sich gar nicht so fremd. Trampen gibt Selbstvertrauen; ich spreche fremde Menschen an und meistere Herausforderungen. Und: Ich könnte es mir nie leisten, meine deutschen und polnischen Freunde mit dem Zug zu besuchen. Und überhaupt: Das wenige Geld, dass ich habe, in eine Bahngesellschaft geben, die sich vom Service public zu einem Profitunternehmen wandelt?
Und heute bedeutet "mein Leben": einen Waldspaziergang machen und dabei verschneit werden, und anschliessend ein Theaterstück schreiben.
Samstag, März 22, 2008
regenschirme schützen vor überwachungskameras
Das war ein Heidenspass! Ich bin die in der hellblauen Jacke und komme 1, 2 mal ganz kurz vor. Der öffentliche Raum sei unser!
Das werden noch Zeiten!

Ein freies Wochenende in Aussicht! Was tun? Endlich einmal alle Kisten auspacken und die Fenster putzen? Bücher lesen und den Keller ausmisten? Oder:
Einen ganzen Tag lang nach Polen fahren? Von da mit polnischen Freunden nach Prag für einen Abend? Hostel und am nächsten Tag zurück nach Polen? Und dann zurücktrampen in die Schweiz? Ja! Ja! Ja!
Dienstag, März 11, 2008
DAS waren noch Zeiten!

Im April 2004, also bald vier Jahre her, bin ich spontan mit Mitfahrzentrale nach Hannover gefahren, von da mit dem Zug nach Celle, zu den Celler Freaks, welche ich ein bisschen aber nicht wirklich kannte. Alle fragten sich, warum ich kam, aber erst am dritten Tag getraute sich jemand, mich das zu fragen. Leider hatte ich nicht wirklich Gründe, weshalb die allgemeine Verwirrung blieb. Soweit ich mich zurückerinnern kann, fand ich die Leute dort einfach cool, so punkrock und so, und ich mochte es, zu reisen, einfach weg, nicht immer Bern und Emmental. Jedenfalls hatte die berühmte Punkrockband Christcore damals Hochbetrieb, und an einem Samstagabend spielten sie in Zittau. Zittau ist ein deutsches Städtchen, welches an Polen und an Tschechien gleichzeitig grenzt. Mit Julia zusammen fuhr ich mit dem Wochenendticket von Celle nach Zittau, und da man mit dem Wochenendticket nur die Regionalzüge benutzen darf, dauerte die Reise 10 Stunden. Das war mein erstes Mal in Berlin, allerdings sind wir nur durch die Stadt durchgefahren; ich war völlig aus dem Häuschen, als ich plötzlich draussen das Schild "Berlin Zoologischer Garten" sah. Nach Berlin folgte der karge Osten: Verlassene Dörfer, zerfallene Bahnhofsgebäude, unendlich scheinende Felder und sonstige Landschaften. In Zittau kamen wir um 10 Uhr Abends an, pünktlich zur ersten Band.
Dies alles fiel mir jetzt wieder ein, weil ich gerade die Homepage der Jesusfreaks Zittau besucht habe, und dort ein Foto fand, welches ich euch nicht vorenthalten möchte. Hinten links, mit dem beigen Hut, bin ich knapp zu erkennen.
Donnerstag, März 06, 2008
Die Zukunft beeinflussen
Dinge NICHT tun, die man tun würde, weil es sich ergibt. Beispielsweise sich an der Kasse oder am Schalter anstellen, und wenn man an der Reihe ist, sich wieder hinten anstellen. So etwas beeinflusst die Zukunft in einem Ausmass, das man sich gar nicht vorstellen kann. Ein Mann hinter einem verlässt so den Laden zwei Minuten früher, somit müssen andere Autos am Fussgängerstreifen anhalten als eigentlich "vorgesehen", er erwischt den früheren Bus, trifft dort alte Bekannte, verliebt sich dort, oder er verliebt sich eben nicht, weil die Frau seiner Träume im späteren Bus gewesen wäre und nun konstant einen Kilometer hinter ihm herfährt.
Samstag, März 01, 2008
Rückzug ist Angriff

...und die Welt hinter einer Plexiglasscheibe. Und was ich geschrieben habe wird zu Kurven auf Monitoren, die mal so und mal so ausschlagen und ab und zu mit einem Delay versehen oder gedoppelt werden und irgendwann in eine CD gepresst.
Bei soviel Output muss auch ab und zu in etwas gelesen werden: Gustave Flaubert - Bouvard und Pécuchet, Elias Canetti - Aufzeichnungen 1973-1984 und "Wir sind überall - weltweit.unwiderstehlich.antikapitalistisch".
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