Ich wurde in den Masterstudiengang aufgenommen!!!
Wie schon verschiedentlich erwähnt, ging meiner Bewerbung für den MA eine lange Zeit des Abwägens voraus: Wäre es nicht vernünftig, einen richtigen Berufsabschluss / ein vernünftiges Studium zu machen? Was, wenn wir in den nächsten Jahren Kinder kriegen und beide als Aushilfen im Stundenlohn arbeiten? Ist es überhaupt ok, auf die Karte "Schreiben" zu setzen, oder gilt das höchstens als Hobby?
Ich informierte mich konkret über verschiedene alternative Möglichkeiten: Von Hebamme über Internationale Beziehungen, Dolmetscherin und Ernährungsberaterin bis hin zum Wirtepatent prüfte ich allerlei Optionen eingehend, sehr eingehend sogar.
Alle diese Wege würde ich gerne beschreiten und in einem dieser Berufsfelder arbeiten. Aber am meisten lebendig werde ich, wenn ich schreibe, vorlese, oder Rap-Auftritte habe.
Nun war ich heute an einer Diskussionsrunde meiner früheren und zukünftigen Hochschule, zum Thema Vereinbarkeit von künstlerischer Berufstätigkeit und Familie. Es sprachen zum Beispiel ein aktueller Bachelorstudent (Literarisches Schreiben), der seine heute 8-jährige Tochter grösstenteils alleine aufgezogen hat. Und eine 34-jährige Frau, die mit mir zusammen den Bachelor abgeschlossen hat, und die damals eine 8-jährige Tochter hat und heute, wo diese Tochter 15 ist, noch einen siebenmonatigen Sohn hat. Sie arbeitet als freischaffende Autorin. Ausserdem war eine Gleichstellungsbeauftragte anwesend und eine Vertreterin einer Anlaufstelle für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie man erahnen kann, waren die anderthalb Stunden äusserst spannend! Und ich fühle, dass ich mutig in die nächsten Jahre gehen kann, mit Studium, mit dem Schreiben, mit einem Mann, der Musiker ist, und mit schwanger werden und Kinder haben.
Obwohl wir so gern möchten, werden wir noch nicht grad loslegen mit Babies, aber es tut gut zu wissen, dass ich wirklich nicht mit Angst partnern muss, und dass es viele andere in ähnlichen Situationen gibt, die öffentlich sagen: Hey, es geht durchaus! Alles kostet immer einen Preis, aber das ist auch ohne Kinder so.
Mittwoch, Mai 14, 2014
Freitag, Mai 09, 2014
Unsere Mitbewohnerinnen
Wir wohnen in einem tollen, alten Haus. Je nach Windstärke draussen ist es drinnen wärmer oder kälter. Und wie schon letzten Frühsommer haben wir auch dieses Jahr wieder hunderte von kleinen schwarzen Mitbewohnerinnen. Letztes Jahr waren unser Schlafzimmer sowie das Küchenlavabo in.
Dieses Jahr war eines Morgens das ganze Badezimmer voll von ihnen. Und kurz darauf unser Küchenschrank.... Im Badezimmer ganze Autobahnen von Ameisen, mehrspurig, von der Waschmaschine unter die Badewanne und zurück. Niemand weiss warum. In der Küche hingegen kam es nie zu einer Strasse. Einfach jeden Morgen Dutzende von herumirrenden Ameisen. Zwischen den Ölflaschen, hinter den Brotaufstrichen, um die Teller herum, und - der absolute Hit - im Wasserkocher. Zum Teil noch verzweifelt schwimmend, zum Teil schon tot. Mein Tee-Konsum nahm rapide ab.
Jedenfalls haben wir uns nach wochenlangem Kampf so langsam an sie gewöhnt (wir probierten ALLE nichttödlichen Varianten der Vertreibung die es nur gibt, sowie nach unzähligen Misserfolgen auch Gift und Köder - aber das geht ja nicht dort, wo wir Nahrung aufbewahren).
Heute: Ich nehme den Wasserkocher, öffne den Deckel und sage: "Oh!! Schon der zweite Tag in Folge, an dem am Morgen keine Ameisen darin sind. ... ah nein, da ist eine." - Gianni: "Ich denke, sie haben gestern einfach einen Tagesausflug unternommen".
Wie X mal am Tag, versuche ich, eine Ameise irgendwo einzufangen und rauszuwerfen. Ich rette ihr Leben, aber sie bricht in Panik aus und dreht völlig durch. Ich zu ihr "Komm jetzt, Baby! Kleine...! Ich rette dir gerade das Leben!"
Wir sitzen beim Frühstück. Gianni holt den Honig (wir haben noch ein Glas übrig von den Hochzeitsgeschenken... mein Mann isst es noch auf. Ich esse keinen Honig mehr) und stellt ihn auf den Tisch. Dutzende Ameisen fallen vom Glas herunter und fliehen in alle Richtungen. Ich zu Gianni: "Warum hast du die jetzt hierhergebracht?"
Man beobachtet also eindeutig eine Vermenschlichung, die schleichend stattgefunden hat. Eine Moral der Geschicht' gibt's nicht. Das war einfach ein Einblick in unseren Frühsommeralltag.
Dieses Jahr war eines Morgens das ganze Badezimmer voll von ihnen. Und kurz darauf unser Küchenschrank.... Im Badezimmer ganze Autobahnen von Ameisen, mehrspurig, von der Waschmaschine unter die Badewanne und zurück. Niemand weiss warum. In der Küche hingegen kam es nie zu einer Strasse. Einfach jeden Morgen Dutzende von herumirrenden Ameisen. Zwischen den Ölflaschen, hinter den Brotaufstrichen, um die Teller herum, und - der absolute Hit - im Wasserkocher. Zum Teil noch verzweifelt schwimmend, zum Teil schon tot. Mein Tee-Konsum nahm rapide ab.
Jedenfalls haben wir uns nach wochenlangem Kampf so langsam an sie gewöhnt (wir probierten ALLE nichttödlichen Varianten der Vertreibung die es nur gibt, sowie nach unzähligen Misserfolgen auch Gift und Köder - aber das geht ja nicht dort, wo wir Nahrung aufbewahren).
Heute: Ich nehme den Wasserkocher, öffne den Deckel und sage: "Oh!! Schon der zweite Tag in Folge, an dem am Morgen keine Ameisen darin sind. ... ah nein, da ist eine." - Gianni: "Ich denke, sie haben gestern einfach einen Tagesausflug unternommen".
Wie X mal am Tag, versuche ich, eine Ameise irgendwo einzufangen und rauszuwerfen. Ich rette ihr Leben, aber sie bricht in Panik aus und dreht völlig durch. Ich zu ihr "Komm jetzt, Baby! Kleine...! Ich rette dir gerade das Leben!"
Wir sitzen beim Frühstück. Gianni holt den Honig (wir haben noch ein Glas übrig von den Hochzeitsgeschenken... mein Mann isst es noch auf. Ich esse keinen Honig mehr) und stellt ihn auf den Tisch. Dutzende Ameisen fallen vom Glas herunter und fliehen in alle Richtungen. Ich zu Gianni: "Warum hast du die jetzt hierhergebracht?"
Man beobachtet also eindeutig eine Vermenschlichung, die schleichend stattgefunden hat. Eine Moral der Geschicht' gibt's nicht. Das war einfach ein Einblick in unseren Frühsommeralltag.
Freitag, Mai 02, 2014
Ich kann das neue Land nur betreten, wenn ich das Seil loslasse, an dem ich mich hinüberschwinge
Ich bin nun 31-jährig und habe keine Berufsausbildung. Als es darum ging, sich dafür zu entscheiden, war ich in einer schwierigen Lebensphase, voller Unsicherheiten, Identitätskrisen, gleichzeitig voller Idealismus und grosser Träume. Irgendwie schaffte ich das Gymnasium. Und dann ergab das eine das andere.
Heute bin ich plötzlich eine erwachsene Frau, so scheint es. Ich trage zwar lauter gepunktete Kleider - sogar mein Badeanzug ist gepunktet. Doch kürzlich las ich die Frage einer 25-jährigen Frau, ob sie als Erwachsene noch gepunktete Badeanzüge tragen darf. Mir schoss der Gedanke durch den Kopf: "Bin ich auch erwachsen?", als ich daraufhin realisierte, dass dem wohl so ist. Wobei... ist man nicht erst ab 45 erwachsen? Oder ab füfefüfzgi? Anyway, das Darübernachdenken stürzte mich kurz in eine frühzeitige Midlifecrisis. Denn passend zum Thema beschäftige ich mich sowieso schon die ganze Zeit mit Themen wie "wenn ich noch Kinder will - wie früh sollten wir anfangen zu probieren?", "sollte ich nicht doch noch einen Berufsabschluss machen? Aber welchen? Und dann dauert das 3-5 Jahre??".
Ich bin nicht mehr 20. Zum Glück. Aber ich habe auch andere Bedürfnisse ans Leben. Luxusbedürfnisse, klar. Doch wenn ich wählen kann, dann bin ich extremst dankbar für meine Arbeitsstelle, in der ich Verantwortung trage und in der mir vertraut wird. Ich bin ungelernte Serviceangestellte und darf so viel mitprägen, mitdenken, mitgestalten. Wow. Ich darf am Morgen die erste sein, die aufschliesst, und am Abend die letzte, die abschliesst.
Aber dieser Job ist nicht gerade in der Ecke, in der meine Familie, meine Freundinnen und Freunde leben. Ich liebe die Stadt, in der wir wohnen: Die Zweisprachigkeit, der Gemüsemarkt um die Ecke, der grosse und schöne Bioladen drei Gehminuten von hier, der See, die kulturelle Vielfalt und Kreativität. Dennoch merke ich, dass eine Entscheidung vor mir steht, der ich mich früher oder später stellen werden muss: Welchen Stellenwert gebe ich Freundschaften, Familie? Es ist so einfach, sich zu entfremden voneinander, wenn man sich wochenlang nicht sieht, weil man so busy ist im Arbeitsalltag. Kann ich mir vorstellen, meinen geliebten Job aufzugeben und wegzuziehen, ins Unbekannte? Als eine 31-jährige Frau ohne Berufsbildung und mit nicht viel mehr Erfahrung als die einer Serviceaushilfe eine neue Stelle zu suchen in der Hauptstadt oder darum herum? Ich, die ich als tendenziell eher Introvertierte (ich bin etwa gerade halb/halb, aber eher intro..) am liebsten mein vertrautes Umfeld habe..? Aber dafür hätten wir mehr Beziehung, mehr Familie, mehr Zusammenleben.
Wenn ich etwas erreichen will, Träume leben will, dann ist Risiko wohl unumgänglich. Ich kann nur etwas neues ergreifen, wenn ich Altes loslasse. Ein Auto, das nicht fährt, kann auch nicht gesteuert werden....... All diese Dinge sagte ich einer Freundin, als sie sich überlegte, ihren Job zu künden für etwas Neues. Nun hat sie tatsächlich gekündet, noch ohne eine neue Stelle gefunden zu haben. Mutig oder unweise? Bill Johnson sagte, manchmal kommt Menschenfurcht als Weisheit getarnt daher.. Ich kann gut mein Leben lang als Serviceaushilfe arbeiten. Aber ist das meine Berufung? Doch wenn ich reduziere oder aufhöre, wie bezahlen wir dann unsere Rechnungen? Und wann kommt der Moment, wo wir noch die Kinder bekommen können, an deren Namen wir schon herumdenken?
So bin ich am daran herumdenken, und erfahre in den nächsten zwei Wochen, ob ich für den Master aufgenommen werde (schon wieder Kunst.. nichts "richtiges", hahaha, aber auch meine einzige Option für einen Master). Danach wird sich einiges entscheiden müssen... Wohnort, Job,.. Oh Lord!!
Gut dass ich weiss, dass Gott bis jetzt immer treu war, und Er ist ja derselbe morgen, wie er gestern war und heute ist... Gut dass in der Bibel steht, dass wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit gehen.
Heute bin ich plötzlich eine erwachsene Frau, so scheint es. Ich trage zwar lauter gepunktete Kleider - sogar mein Badeanzug ist gepunktet. Doch kürzlich las ich die Frage einer 25-jährigen Frau, ob sie als Erwachsene noch gepunktete Badeanzüge tragen darf. Mir schoss der Gedanke durch den Kopf: "Bin ich auch erwachsen?", als ich daraufhin realisierte, dass dem wohl so ist. Wobei... ist man nicht erst ab 45 erwachsen? Oder ab füfefüfzgi? Anyway, das Darübernachdenken stürzte mich kurz in eine frühzeitige Midlifecrisis. Denn passend zum Thema beschäftige ich mich sowieso schon die ganze Zeit mit Themen wie "wenn ich noch Kinder will - wie früh sollten wir anfangen zu probieren?", "sollte ich nicht doch noch einen Berufsabschluss machen? Aber welchen? Und dann dauert das 3-5 Jahre??".
Ich bin nicht mehr 20. Zum Glück. Aber ich habe auch andere Bedürfnisse ans Leben. Luxusbedürfnisse, klar. Doch wenn ich wählen kann, dann bin ich extremst dankbar für meine Arbeitsstelle, in der ich Verantwortung trage und in der mir vertraut wird. Ich bin ungelernte Serviceangestellte und darf so viel mitprägen, mitdenken, mitgestalten. Wow. Ich darf am Morgen die erste sein, die aufschliesst, und am Abend die letzte, die abschliesst.
Aber dieser Job ist nicht gerade in der Ecke, in der meine Familie, meine Freundinnen und Freunde leben. Ich liebe die Stadt, in der wir wohnen: Die Zweisprachigkeit, der Gemüsemarkt um die Ecke, der grosse und schöne Bioladen drei Gehminuten von hier, der See, die kulturelle Vielfalt und Kreativität. Dennoch merke ich, dass eine Entscheidung vor mir steht, der ich mich früher oder später stellen werden muss: Welchen Stellenwert gebe ich Freundschaften, Familie? Es ist so einfach, sich zu entfremden voneinander, wenn man sich wochenlang nicht sieht, weil man so busy ist im Arbeitsalltag. Kann ich mir vorstellen, meinen geliebten Job aufzugeben und wegzuziehen, ins Unbekannte? Als eine 31-jährige Frau ohne Berufsbildung und mit nicht viel mehr Erfahrung als die einer Serviceaushilfe eine neue Stelle zu suchen in der Hauptstadt oder darum herum? Ich, die ich als tendenziell eher Introvertierte (ich bin etwa gerade halb/halb, aber eher intro..) am liebsten mein vertrautes Umfeld habe..? Aber dafür hätten wir mehr Beziehung, mehr Familie, mehr Zusammenleben.
Wenn ich etwas erreichen will, Träume leben will, dann ist Risiko wohl unumgänglich. Ich kann nur etwas neues ergreifen, wenn ich Altes loslasse. Ein Auto, das nicht fährt, kann auch nicht gesteuert werden....... All diese Dinge sagte ich einer Freundin, als sie sich überlegte, ihren Job zu künden für etwas Neues. Nun hat sie tatsächlich gekündet, noch ohne eine neue Stelle gefunden zu haben. Mutig oder unweise? Bill Johnson sagte, manchmal kommt Menschenfurcht als Weisheit getarnt daher.. Ich kann gut mein Leben lang als Serviceaushilfe arbeiten. Aber ist das meine Berufung? Doch wenn ich reduziere oder aufhöre, wie bezahlen wir dann unsere Rechnungen? Und wann kommt der Moment, wo wir noch die Kinder bekommen können, an deren Namen wir schon herumdenken?
So bin ich am daran herumdenken, und erfahre in den nächsten zwei Wochen, ob ich für den Master aufgenommen werde (schon wieder Kunst.. nichts "richtiges", hahaha, aber auch meine einzige Option für einen Master). Danach wird sich einiges entscheiden müssen... Wohnort, Job,.. Oh Lord!!
Gut dass ich weiss, dass Gott bis jetzt immer treu war, und Er ist ja derselbe morgen, wie er gestern war und heute ist... Gut dass in der Bibel steht, dass wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit gehen.
Donnerstag, Mai 01, 2014
Eine Hochzeit mit Seidentofu, Parmesan und Ameisen
Wir waren in Italien an der Hochzeit meiner Schwägerin. Etwa 45 Minuten von der Grenze entfernt. Die Braut wünschte sich ein veganes Menu, und bestellte gleich noch ein paar mehr mit, für ihre Mutter, ihre beiden Brüder und deren Frauen, und für zwei andere Gäste. Kein Problem sei dies, sagte der Wirt.
Der Ort war wunderschön, das Wetter perfekt. Ich war angezogen wie im Sommer und das Wetter verhielt sich auch dementsprechend. Sonnencrème, Sonnenbrille, alles gut.
Nach Apérohäppchen - ich musste aus den 7 verschiedenen Angeboten immer das einzig vegane, Couscoussalat, retten, bevor die FleischesserInnen es wegassen - kam ein Buffet mit Vorspeisen. Ich übersprang die lange Käsesektion, schöpfte grosszügig vom gegrillten Gemüse, und verliess die Schlange der Anstehenden noch vor dem riesigen Fleisch-Teil. Mmmmh.
Erster Gang: Pasta. Absolut herrlich. Es gab Pasta mit Fisch für die Mehrheit, und Pasta ohne Fisch für uns. So gut, dass ich gleich noch eine zweite Portion nahm (oje, Gluten...! Stunden später bereute ich es... aber es war es irgendwie wert).
Zweiter Gang: Risotto. Soooo gut! Diesmal bekamen alle dasselbe Risotto, und der Kellner sagte noch extra, dass dies für alle sei - auch für die VeganerInnen. Mein Schwiegervater fragte nach: Ob es Parmesankäse im Risotto habe? Ja, das habe es. ....ok.....?!........?!
Hauptgang: Irgendein Stücktotes Tier Fleisch mit Gemüsespaghetti. Für uns: Tofu mit Gemüsespaghetti. Wir probierten... es schien eindeutig Seidentofu zu sein - den verwendet man eigentlich hauptsächlich für Desserts... für Mousses und so... Ausserdem ist die wunderbare Eigenart von Tofu die, dass er nach nichts schmeckt. Man kann ihn also in alle Richtungen würzen, marinieren, räuchern, braten, bestreuen,........... unser Seidentofu war anscheinend einfach so aus der Packung auf den Teller gestürzt und dann serviert worden...
Ich musste schmunzeln. Nichtsdestotrotz war ich geehrt und glücklich, dass es extra etwas veganes (oder auch nicht?????) für uns gab, und abgesehen vom Seidentofu war es wirklich herrlich.
Gianni und ich hatten dann noch eine Diskussion beim Dessertbuffet (vegane Option: Früchte). Und zwar darüber, ob man jetzt einen "Ausnahme-Tag" machen solle oder nicht. Ich fuhr mit Argumenten auf wie "Ich bin zwar verheiratet, aber ich mache heute einen Ausnahmetag", "Ich bin Christ - aber heute ist mein Ausnahmetag", "Das sind meine Kinder, aber heute ist mein Ausnahmetag". Er fand es extrem. Ich fand es extrem einleuchtend.
Wir lieben uns trotzdem.
Die Hochzeit war wirklich wunderwunderschön!
Und noch eine Szene daraus: Wir sitzen so am Tisch, 9 Personen, inmitten von johlenden und feiernden anderen Gästen. Plötzlich läuft eine Ameise über den Tisch, an meinem Sitznachbarn vorbei. Ich ahne schon, dass jemand versuchen wird, sie zu zerdrücken. Ich bin hin- und hergerissen: Soll ich einschreiten? Oder ist das jetzt "extrem"? Soll ich mich diesmal zurückhalten? So tue ich zuerst nichts. Aber als er mit dem Finger auf sie eindrückt, muss ich wegschauen. Zu meinem grossen Erstaunenrettet ein Engel Gottes das kleine Geschöpf verpasst mein Nachbar sie immer und immer wieder mit seinem Finger. Seine Frau versucht es nun, da die Ameise inzwischen vor ihr ist. Auch sie trifft mehrmals daneben. Ein Wunder. Die Ameise rettet sich unter das gläserne Tisch-Set. Wir schauen, wie sie unten durch krabbelt. Kurz bevor sie am andern Ende wieder rauskommt, kommt mein Moment: "I got this!", rufe ich, schnappe ein Stück Papier, lasse die Ameise darauflaufen, und trage sie hinaus ins Freie. Dann gehe ich zurück zum Tisch und sage zu meinem Mann: Schon wieder ein Leben gerettet.
(Bei uns zuhause rette ich jeden Tag Dutzende von Ameisenleben. Aber es musste auch schon hunderte sterben, weil alles friedliche leider nicht funktioniert hat)
Der Ort war wunderschön, das Wetter perfekt. Ich war angezogen wie im Sommer und das Wetter verhielt sich auch dementsprechend. Sonnencrème, Sonnenbrille, alles gut.
Nach Apérohäppchen - ich musste aus den 7 verschiedenen Angeboten immer das einzig vegane, Couscoussalat, retten, bevor die FleischesserInnen es wegassen - kam ein Buffet mit Vorspeisen. Ich übersprang die lange Käsesektion, schöpfte grosszügig vom gegrillten Gemüse, und verliess die Schlange der Anstehenden noch vor dem riesigen Fleisch-Teil. Mmmmh.
Erster Gang: Pasta. Absolut herrlich. Es gab Pasta mit Fisch für die Mehrheit, und Pasta ohne Fisch für uns. So gut, dass ich gleich noch eine zweite Portion nahm (oje, Gluten...! Stunden später bereute ich es... aber es war es irgendwie wert).
Zweiter Gang: Risotto. Soooo gut! Diesmal bekamen alle dasselbe Risotto, und der Kellner sagte noch extra, dass dies für alle sei - auch für die VeganerInnen. Mein Schwiegervater fragte nach: Ob es Parmesankäse im Risotto habe? Ja, das habe es. ....ok.....?!........?!
Hauptgang: Irgendein Stück
Ich musste schmunzeln. Nichtsdestotrotz war ich geehrt und glücklich, dass es extra etwas veganes (oder auch nicht?????) für uns gab, und abgesehen vom Seidentofu war es wirklich herrlich.
Gianni und ich hatten dann noch eine Diskussion beim Dessertbuffet (vegane Option: Früchte). Und zwar darüber, ob man jetzt einen "Ausnahme-Tag" machen solle oder nicht. Ich fuhr mit Argumenten auf wie "Ich bin zwar verheiratet, aber ich mache heute einen Ausnahmetag", "Ich bin Christ - aber heute ist mein Ausnahmetag", "Das sind meine Kinder, aber heute ist mein Ausnahmetag". Er fand es extrem. Ich fand es extrem einleuchtend.
Wir lieben uns trotzdem.
Die Hochzeit war wirklich wunderwunderschön!
Und noch eine Szene daraus: Wir sitzen so am Tisch, 9 Personen, inmitten von johlenden und feiernden anderen Gästen. Plötzlich läuft eine Ameise über den Tisch, an meinem Sitznachbarn vorbei. Ich ahne schon, dass jemand versuchen wird, sie zu zerdrücken. Ich bin hin- und hergerissen: Soll ich einschreiten? Oder ist das jetzt "extrem"? Soll ich mich diesmal zurückhalten? So tue ich zuerst nichts. Aber als er mit dem Finger auf sie eindrückt, muss ich wegschauen. Zu meinem grossen Erstaunen
(Bei uns zuhause rette ich jeden Tag Dutzende von Ameisenleben. Aber es musste auch schon hunderte sterben, weil alles friedliche leider nicht funktioniert hat)
Abonnieren
Posts (Atom)