Mittwoch, Dezember 31, 2008

Ferien, finally!!

Es war ein schoener sonniger Tag, also beschlossen wir, raus zu gehen. Sylwia fuehrte mich in eine Gegend, in die wohl kein Tourist geht. Die Gegend wird von den Leuten hier "Triangle" genannt, nach dem Bermuda-Dreieck. Die Haeuser dort sind teilweise so alt, dass sie einsturzgefaehrdet sind und deswegen alle Eingaenge und Fenster im Parterre zugemauert. Aber auch in Hausern mit kaputten Fensterscheiben, die notduerftig mit Karton oder Plastiksaecken geflickt sind, wohnen Familien oder alte Leute. Ab und zu steht ein neueres Haus da, das ist dann wohl eine Stelle wo vor 63 Jahren eine Bombe eingeschlagen hat... Aber wunderschoen, mit vielen Details, Verzierungen, Verschnoerkelungen, kleinen Erkern. Nur wurde dort jahrzehntelang nichts mehr daran gemacht, so ist es jetzt die aermste Gegend der Stadt.

Der absolute Tageshoehepunkt war aber ein kleiner zugefrorener See. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal auf einem zugefrorenen See gewesen bin. Das hier war eher ein grosser Weiher als ein See, mitten in der Stadt, in einem grossen Park. Kinder spielten darauf, schlitterten zur Insel rueber oder darum herum. Ich schloss mich ihnen an, obwohl die Kommunikation schwierig war. Fotos folgen...

Gestern waren wir auswaerts essen. Sylwia schlug Salat vor, ich war natuerlich dagegen, Salat ist ja kein Essen.. Aber dann bestellte ich Kartoffel-Apfel-Salat, sie Wildreis-Ananas-Salat, pro Person kostete das ca. 4 Franken / knapp 3 Euro. Was wir bekamen waren keine Teller, sondern Schuesseln, und zwar richtig grosse! Wer mich kennt weiss, dass ich VIEL essen kann. Manche Leute machen sich schon darueber lustig. Aber gestern war es wirklich viel.....

So gingen wir anschliessend ins Kino. Wer Lust hat auf den kitschigsten Kitsch, dem oder der empfehle ich waermstens "Australia"!! Zeitenweise musste ich meine Augen schliessen, weil es too much war, zu kitschig. Aber schoen, doch, wuerde ich eventuell wieder schauen gehen.

Morgen gehts fuer einen Tag nach Poznan, uebermorgen dann fuer ein bis zwei Tage nach Gliwice.

Langer Bericht einer mittellangen Reise

Biel/Bienne-Stuttgart
Letzten Samstag wollte ich um 10 an der Strasse stehen um nach Stuttgart zu trampen. Es wurde 11, es wurde 12, und um 12 Uhr 30 stand ich dann endlich an der Hauptstrasse in Biel, die zur Autobahnauffahrt fuehrt. Eine halbe Minute spaeter sass ich bereits in einem ausgebauten VW Bus und wurde direkt an der Auffahrt ausgeladen. Ich stellte mich hin, Daumen raus, und das zweite Auto - mit Thurgauer Nummernschild - hielt an! Er, ein Fischer vom Bodensee, fuhr nach Schaffhausen und ich ging das Risiko ein, in Schaffhausen selbst auszusteigen statt an einer Tankstelle auf der Autobahn. Der Platz erwies sich als Reinfall am Rheinfall... alle Autos mit Schaffhauser Nummernschild, nur selten fuhr eines auf die Autobahn. Ich nutzte die Pause um etwas zu essen und probierte es 5 Minuten spaeter nochmal. Da hielt ein Auto mit Luzerner Kennzeichen an. Ein junger netter Maurer, und er besucht seine Freunde in Stuttgart! Biel-Stuttgart: 10 Minuten Wartezeit insgesamt!

Stuttgart-Wroclaw PL
Am Montagmorgen stand ich um 6 Uhr frueh auf und war eine knappe Stunde spaeter am Stadtrand von Stuttgart an einer Tankstelle kurz vor der Autobahnauffahrt. Es war dunkel, eiskalt und nichts los an der Tankstelle. Ich stand mit Schild an der zweispurigen Strasse und liess die Autos an mir vorbeirasen. Wenn eines zur Tankstelle rausfuhr, sprach ich die Fahrer an. Aber alle fuhren nur in die naechste Ortschaft. Endlich, nach etwa 20 Minuten, hielt Salvadore aus Italien an um sich einen Kaffee zu kaufen. Er arbeitet als selbstaendiger Isolationsirgendwas um Geld zu verdienen, weil er nebenbei noch die Ausbildung zum Floristen macht!! Er liess mich an der Raststaette Wunnenstein raus, noch bevor die Sonne aufgegangen war.

Da auf dem Parkplatz nur zwei Reisecars standen und ihr Inhalt den Rastplatz bevoelkerte, stellte ich mich an der Auffahrt zur Autobahn hin, mit Schild. Alle 10 Minuten fuhr ein Auto vorbei. Ich war froh um meinen mp3-Player und joggte die naechste Stunde an der Stelle, um nicht einzufrieren. Die Sonne ging auf und stieg hoeher und hoeher, die Polizei kurvte herum und beaeugte mich, einige Schweizer Autos fuhren vorbei und in die falsche Richtung... bis ploetzlich ein Wohnmobil mit Schaffhauser Kennzeichen dastand!

Der Fahrer, ein Rentner aus der Schweiz, fuhr nach Berlin, hatte aber keine Ahnung ueber welche Autobahnen, da er dem GPS das Denken ueberlassen hatte. Ich stieg ein in der Gewissheit, dass das GPS ihn eigentlich genau ueber meine Strecke fahren lassen MUSS, sofern es ueber einen gesunden Menschenverstand verfuegt. Tatsaechlich konnte ich auch lange sitzen bleiben und seinen Geschichten von den zahlreichen Europareisen lauschen. Wir fuhren an allen Raststaetten vorbei, auf denen ich schon mehrmals gestanden bin, an Nuernberg vorbei und ein gutes Stueck die A9 hoch, wo ich dann bei der Raststaette Fraenkische Schweiz ausstieg und wir uns gutes Reisen wuenschten.

Der Parkplatz war voll voll voll, die meisten Autos ebenso. Ich entdeckte eines mit Wroclaw-Schild und trieb mich dort eine Viertelstunde herum in der Hoffnung, dass ein einsamer Fahrer mich bis zum Ziel mitnehmen wuerde. Doch es kamen 3 Leute dahergelaufen und quetschten sich so umstaendlich ins Auto, dass ich mich gar nicht mehr traute zu fragen... So begab ich mich zur Tankstelle hinueber und sprach alle an, die dastanden. Bereits der dritte fuhr ueber die A72 auf die A4, bis Chemnitz. Wieder ein Maurer, nicht sehr gespraechig aber sehr sehr nett.

Kurz vor Chemnitz stand ich wieder etwa eine halbe Stunde oder laenger. Ansprechen war muehsam, so wartete ich wieder an der Auffahrt auf Autos, die aber nur vereinzelt vorbeifuhren. Endlich nahm mich einer mit bis zur naechsten Raststaette, bis zu Dresdner Tor. Die Sonne war bereits am untergehen (vor 16 Uhr), ich war muede und mir war kalt.

An der Tankstelle von Dresdner Tor stieg ich aus, schulterte meinen Rucksack, sprach einen Fahrer an, einen zweiten, und hatte auch schon mein Auto nach Wroclaw! Zwei Nuernberger Landwirte, aber so richtig im dicken Mercedes und in Sklavenhaltermentalitaet: 'Wir stellen nur polnische Arbeitskraefte ein... fuer 6 Euro die Stunde'... naja.. ich wusste die ganze Fahrt nicht was ich von ihnen halten sollte.. Die Fahrt ueber die Grenze und vor allem nach der Grenze dauerte eeeewig und wollte nicht enden. Aber ich sass hinten, hatte meine Ruhe, konnte ab und zu etwas ueber die Schweizer Wirtschaft ("Wieviel verdient denn ein Schweizer Handwerker durchschnittlich? Netto??" "Wie hoch ist eure Mehrwertsteuer?") oder ueber die Schweizer Politik ("Welche Parteien sind bei euch links, welche rechts?") erzaehlen und wurde dann auch netterweise bis halb in die Stadt reingefahren, an eine Tramhaltestelle.

Ich war ganz stolz dass ich alleine ein Tramticket kaufen konnte und den Weg zu Sylwia fand. Dort wurden supertolle Pierogi fuer mich gekocht und alles, alles war gut.

Sonntag, Dezember 28, 2008

Erkenntnisse für die Schweizer

weil in Deutschland das Rauchverbot bereits in Kraft gesetzt wurde

- Im Club riecht es am Anfang nach Parfum, später nach Schweiss
- Nach einer Nacht im Club stinkt man nicht nach Rauch
- Man riecht im Club, wenn jemand Gase aus dem Darm entlässt

Ansonsten geniesse ich Gastfreundschaft erster Klasse bei den Günthers und hab auch schon das schönste Haus von ganz Stuttgart gesehen (welches leer zu stehen scheint)


Samstag, Dezember 27, 2008

Ade, ade!


Ade, ade, du alte Welt,
ich hab dir vieles unterstellt,
und vieles ist, ich habs geahnt,
auch wahr, so hat sich's angebahnt:
Ich muss jetzt gehn, und komm zurück,
auf meiner Such' nach Lieb' und Glück.


Kleines Quiz für meine Mutter: Wann und wo hab ich zum letzten Mal "Ade, ade (du altes Haus)" gesungen?

Freitag, Dezember 26, 2008

Weihnachten, Musik und Himmel

Der Weg in die hügelige Heimat war lang und beschwerlich. Kein Wunder, wenn man den Zug als Transportmittel wählt. Dafür wars dann umso schöner.
Mein kleiner Bruder.
Link
Zurück in Biel stellte ich fest, dass all meine Bieler Freunde noch an eine Party gingen. Ich war zu müde, und dies brachte mich zum nachdenken. Als ich noch jung und buschper gewesen war, tanzte, feierte und trank ich lange und gern. Heute (=die letzten 2, 3 Jahre) kommt solches nur noch selten vor. Aber jünger werde ich nicht mehr! Egal, denn: Wie kann ich schreiben wenn ich nicht mal Zeit habe um in aller Ruhe nachzudenken.

Ausserdem hatte ich die letzten Tage besseres zu tun. Ich verbrachte meine Zeit auf der Homepage von Jesus Culture, das ist ein Zweig der Bethel Church in Redding, CA, der die jungen Worship-Bands beheimatet. Dort kann man, wenn man auf "media player" klickt, Infusionen bekommen oder Musik hören. Halt so Sachen, die man tut, wenn man zu alt für Party und zu jung zum Sterben ist.

Montag, Dezember 22, 2008

umtopfen

Sich umtopfen wenn Wurzeln weh tun, sich düngen lassen wenn die Erde ausgespült ist vom Regen oder sonnenvertrocknet, Augen auftun wenn die Sonne scheint und sich zu ihr umdrehen, Unkraut abschneiden und selber blühen.

Germany in da house!

Netter Besuch aus Stuttgart; am Samstag wird dasselbe verkehrtherum sein. Nur ohne See dafür mit Stadt.


Samstag, Dezember 20, 2008

Viel Zeit


Heute habe ich meine Thermo-Unterwäsche ausprobiert. Ich muss ja wissen, wie warm mir ist, wenn ich lange am Strassenrand stehe. Das Experiment ist bestens geglückt.

Man hat ja sonst nichts zu tun...

Donnerstag, Dezember 18, 2008

In drei Wochen einen Brei kochen

Heute in einer Woche ist Weihnachten schon fast vorüber und jetzt sind auch meine nächsten drei Wochen komplett verplant. Dieses Wochenende arbeite ich, dann kommen diverse Gäste aus 5 Ländern - von Polen über Ibiza und Brasilien bis zu Deutschland und Frankreich - zu Besuch. Anschliessend folgt im Spätprogramm Weihnachten, wieder Arbeit, Geburtstag feiern (nicht meiner), worauf ich am 27. nach Stuttgart trampen werde, quasi als Aufwärmtraining oder Lockerungsübung. Den Sonntag 28. verbring ich dann dort, wo sich wie jedes Jahr um die Zeit diverse Freaks-Freunde aus halb Deutschland versammeln. Frühmorgens am 29. gehts wieder an die Autobahnauffahrt und Daumen raus, und hoffentlich zügig und angenehm nach Polen. In Polen werde ich eine knappe Woche bleiben und möchte 3 Freundinnen in 3 Städten besuchen. Es folgt als Abschluss das zurück-in-die-Schweiz-Trampen, wo auch schon tausend CD's auf mich warten werden...

Montag, Dezember 15, 2008

In Streifzügen Züge streifen

Ich liebe die Nacht. Sie hat etwas Unheimliches an sich, denn sie verbirgt viel, was man tagsüber sieht, und zeigt dafür anderes, zeigt Unbekanntes, oder besser gesagt, sie zeigt Bekanntes in anderem Licht, im Licht der Nacht, welches in der Stadt zum grössten Teil unnatürlich ist und demnach Dinge unwirklich erscheinen lässt. Was nicht von sich aus sein kann, kann zeigen, was sein kann.

Ich laufe eine Dreiviertelstunde lang durch mein Quartier welches nicht mein Revier ist. Ich laufe durch mir unbekannte Strässchen und entdecke neue Bäume. Den Mehrhändigen Fingerbaum kenne ich bereits, neu ist zum Beispiel der Bohnenbaum. Wenn ich nicht innerhalb von Sekunden einen Namen für einen Baum habe, ist er uninteressant.

Ich laufe eine Dreiviertelstunde durch ein Quartier, an einem Montagabend um elf Uhr, und begegne einem einzigen Menschen. Entdecke, dass auch hier in der Stadt der Fenster-Adventskalender durchgeführt wird, dass an verschiedenen Fenstern verschiedene Nummern hängen und ich, wäre ich einige Stunden früher vorbeigelaufen, beim Haus mit der Nummer 15 zu Tee und einer Geschichte eingeladen gewesen wäre. Frage mich, wer hier solche Sachen organisiert. In einem Dorf kennt man sich, aber wie lernt man sich in seinem Quartier kennen, wenn die Quartierläden weg sind und nur die wenigsten in die Kirche gehen?

Bevor ich mich verirre höre ich die Geräusche von Güterzügen, die rangiert werden. Am Quietschen und Knattern orientiere ich mich und laufe darauf zu, bis der Blick frei ist auf Geleise und endlos scheinende Reihen von Güterzügen.

Lustige Häuser hier. Wie Chalets sehen sie aus und schwungvoll eingraviert das Wort "Jurablick". Stimmt, würde ich nicht die Gleise und Züge anschauen (oder Bäume) würde ich den Jura sehen, beziehungsweise die Lichter von den Häusern da oben.

Ein Bodenbelagsgeschäft. Im Schaufenster prangt der Schriftzug "Ein Boden wie ein Baum". Bis zuhause kann ich mir darunter nichts vorstellen, zuhause auch nicht.

Ich liebe es, durch Häuserreihen zu laufen wenn alle schlafen, wenn alles ruhig und still ist und nichts stört oder unterbricht. Irgendwann komme ich zum Waldrand und kehre um, laufe Baum für Baum zurück bis ich beim schönsten Haus angelangt bin.

Mittwoch, Dezember 10, 2008

Vom Wein zum Glück

Ich frage mich: Gibt es ein ideales Leben? Wie würde das aussehen? Sollte man so eines anstreben? Daraufhin planen, darauf zugehen? Kann ich wissen, wie das ideale Leben aussehen sollte, bevor ich es lebe? Ist das Leben ideal, wenn es objektiv gesehen ideal fürs Leben ist, also gesund, lebenserhaltend, gegebenenfalls lebensverlängernd? Oder ist ein Leben ideal, wenn es besonders glücklich macht, also wenn man auch ungesund und damit lebensverkürzend leben würde, aber dafür glücklich wäre bei jeder Zigarette, als Beispiel? Kennst du Menschen, die ein von dir aus gesehen ideales Leben führen?

Vielleicht müsste ich auch die Fragestellung aufweichen: Was könnte alles in Richtung "Ideales Leben" hinführen? Was wächst alles am "Idealen Leben"-Baum?

Zeit, gutes Essen, gesundes Essen, Freundinnen und Freunde, Feuer machen, Brot backen, Musik machen, sich Gedanken machen, lieben, geliebt werden, beachtet werden, sich achten, viel schlafen, Filme schauen, bei einer Flasche Wein (oder zwei) diskutieren, sich sagen dass man sich gern hat, sich zum Lachen bringen,

Samstag, Dezember 06, 2008

PFP (pirates for peace)

Das erste Mal diese Woche wieder ein- und durchgeschlafen, Zeller sei Dank. Siehe zu diesem Thema auch:

Nicht zu verachten auch mein neuster "Blockflöte füre Fride"- Bildschirmhintergrund. Bald auch als Button erhältlich und vielleicht sogar als T-Shirt:

Mittwoch, Dezember 03, 2008

ich machte ein büro auf


Ich habe nun einen eigenen Strichcode (siehe oben), einen Schweizer Vertriebsdeal und einen USA-Vertriebsdeal (!) (mit itunes, zum downloaden), einen Haltungsschaden und innerhalb der letzten 3 Tage ungefähr 2 E-mails geschrieben. Pro Minute.

Dienstag, Dezember 02, 2008

Montag, Dezember 01, 2008

Fremdkörper

Erwachen nach 4 Stunden Schlaf aber auch 8 Stunden später nicht müde sein. Einen Tag nichts essen aber nicht hungrig sein. Einen kalten Körper haben aber nicht frieren. Der Hals ist zu und die Brust so eng. Denken fällt schwer. Das nennt man dann wohl Stress. Aber wie schon viele vor mir sagten: Es geht alles vorüber.

Dienstag, November 25, 2008

Eine Geschichte mit baren Wundern.

Eine Frau, welche mich beim trampen mitgenommen hat, erzählt mir wie sie eine Schwangerschaftsvergiftung hatte, als sie mit ihren Zwillingen schwanger war. Sie las zu dieser Zeit ab und zu in der Bibel. Eines Tages schlug sie einfach so die Bibel auf und las Jesaja 41, 10, wo es unter anderem heisst: "Blicke nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott". Kurz darauf lag sie auf der Intensivstation, hochschwanger, und von der Vergiftung blind (!) geworden. Sie nahm nicht mehr viel wahr, aber hatte grosse Angst. Plötzlich fiel ihr der Vers ein "Blicke nicht ängstlich" und sie, blind wie sie war, überkam eine grosse Ruhe weil sie spürte, dass dieser Vers wirklich für sie gemeint ist. Sie und ihre Zwillinge überlebten. Alle Ärzte, die mit ihr zu tun hatten sagten, sie können es sich nicht erklären, warum sie überlebt habe. Es sein ein Wunder. Ein Arzt sagte sogar, sie müsse "ganz oben" danken, dass sie noch lebe.

Also sie sieht inzwischen auch wieder. (Nur so als Nachtrag, weil ich ja beim trampen bei ihr eingestiegen bin).

Eine wunderbare Geschichte.

***Übrigens ist mir grad aufgefallen, dass ich auf den Monat genau seit 4 Jahren blogge! Also das ist der fünfte verbloggte November***

"Don't push me, I am close to - the - edge" löst "Danke, es muss, und dir?" ab

Mir kommt es vielleicht nur so vor. Vielleicht kommt es nur mir so vor. Aber mir kommt es nur so vor: Menschen, die ihren Traum leben, schrammen dem Abgrund entlang in ein Burnout hinein. Menschen, die ihren Traum nicht leben, sind gelangweilt und einsam.

Montag, November 24, 2008

Mammongeist oder Finanzplan in der Weltwirtschaftskrise

Andere geben ein Vermögen auf einmal aus. Andere geben das ganze Jahr über kaum etwas aus. Ich zum Beispiel. Ich kaufe keine Kleider, gehe nicht zum Coiffeur, nicht ins Kino, gehe nicht essen und auch nicht gross an Konzerte. So sammelt sich mit der Zeit Geld an. Was tut man damit? Am Besten schnell ausgeben, bevor man auf dumme Gedanken kommt. Diesen Monat gebe ich soviel Geld aus wie die letzten 10 Jahre zusammengenommen....

Die grossen Posten zuerst: Ein Album-Mastering bei einem der Besten (zumindest in der Schweiz). Einen Presswerkauftrag über tausend CD's plus Hüllen. Der Flyerdruck kostet dagegen einen geradezu lächerlichen Betrag. Ebenso nicht gross ins Gewicht fällt auch die CD-Taufe. Dafür aber eine Investition in die Gesundheit und in den Kampf gegen chronische Rückenschmerzen: Der Kauf eines Jahresabos bei Kieser Training! Heute war mein zweites Training und ich fühle mich schon gekräftet.

Ausserdem soeben gekauft: Ein Thermo-Shirt! So friere ich vielleicht nicht mehr immer, sondern nur noch meistens. Was für eine massive Verbesserung der Lebensqualität! Abgerundet wird selbige vom Kauf einer Regenhose sowie von superteuren aber superguten Wind-Blocker- und wasserabweisenden Handschuhen. Mein Allwettervelofahrerin-Ich sowie mein Tramperin-Ich dankt es mir.

Gestern predigte in der Vineyard Bern Earl Pitts. Ich empfehle allen, aber besonders denen denen die Wirtschaftskrise aufs Gemüt schlägt, seine Predigt zu hören. Sie ist zu finden auf dem Podcast der Vineyard Bern (bald). Heute Abend ist ein Grundlagenkurs mit ihm, und wenn ich pressiere schaff ich's vielleicht sogar noch hin. Für alle die am Samstag Zeit haben, gibts dann einen Kurs mit ihm in Bern.

Freitag, November 21, 2008

Dienstag, November 18, 2008

Warum Brillenschlange?

In meinem Nachttischchen, auf meinem Nachttischchen, in meinen Taschen, auf meinem Pult und allgemein in meinem Zimmer (sowie im Badezimmer und im Wohnzimmer) liegen diverse Bücher und Zeitschriften, in denen ich immer wieder lese. Meist täglich. Manchmal verwechsle ich auch Sachen und bringe sie in falsche Zusammenhänge. Die aber gar nicht immer falsch sein müssen.

Elaine C. Bonn – Das Brot der Kinder
Floyd McClung – Das Vaterherz Gottes
Allen Ginsberg – Gedichte
Bernward Vesper – Die Reise
Anna Mitgutsch – Erinnern und Erfinden
Bill Johnson – Und der Himmel bricht herein
Equipped 3:08
„Die Zeit“ von Ende Oktober
Die Bibel (NGÜ)
Rolf Dieter Brinkmann – Westwärts 1+2
Rolf Dieter Brinkmann (Hrsg.) - Acid

Blockflöte füre Fride

Am Donnerstag, 15.Januar 2009, wird mein Album getauft! In Bern, an der Murtenstrasse 34a (Nähe Inselspital, gleich beim Blutspendezentrum) (Pro gespendeten dl Blut gibts 5% Rabatt auf die CD. Also wer 2 Liter Blut spendet kriegt eine CD gratis). Es gibt einen Holzofen und eine Bar und im Anschluss Electrohappyhouse.
Denkt daran: Blockflöte füre Fride!

Samstag, November 15, 2008

Mit Wein lässts sich nicht betteln

Hier: noch alles in Ordnung:
Gestern war ich an ein Bankett eingeladen. Wir waren mit Namensschildern platziert worden. Der Platz links neben mir war noch leer, als meine Studiengangsleiterin kam und mir sagte, dass dort ein sehr wichtiger Mann sitzen werde, verantwortlich für finanzielles und so... Ich, die ich mich ja nächstens für Stipendien bewerben werde (vermutlich bei diesem besagten Herrn), war also darauf gefasst, dass ich mich sehr nett mit ihm unterhalten würde.

Zur Situation: Es war ein riesiger langer Tisch in einer ehemaligen Fabrikhalle, mit weissem Stofftischtuch und mit einem Essen von einem der besten Restaurants in der Region. Ebenfalls anwesend waren zum Beispiel der Stadtpräsident, der Nationalbibliothekschef, diverse Hochschuldirektoren, dann Dutzende von vermögenden Gönnerinnen und Gönnern,........

Ich war underdressed, um es mal nett auszudrücken. Und in ein Gespräch mit einer Frau gegenüber vertieft, als plötzlich links neben mir sich ein Mann an den Platz setzt. Ich will ihn sofort begrüssen, drehe mich um und stosse mit meiner Hand an mein volles Rotweinglas, dessen Inhalt sich ergiesst (nach links) über das Stofftischtuch, beinahe bis zu IHM hinüber. Er fragt: Oh, bin ich der Anlass? ------- wenigstens war das Essen gut. Und vielleicht gilt auch hier das Prinzip "Negatives Auffallen ist Auffallen und damit die Hauptsache erfüllt".

Mittwoch, November 12, 2008

Ich möchte einmal Rapperin werden

Dem Amt für Kultur des Kantons schreiben, die Förderungsstellen der Städte Bern und Biel anschreiben, ISRC Codes und Label Codes beantragen, Suisa-Formalitäten regeln, Pressetexte verfassen, zwischen 2 möglichen Locations für die Plattentaufe wählen, Datum festlegen, Bio schreiben, Fotos auswählen, Vertriebe kontaktieren,...

Sonntag, November 09, 2008

Von Hirschen und Autostop

Das Leben ist spannend, wenn man auf der richtigen Seite lebt. Heute geschah mir dies:

Ich hab bis kurz nach halb 7 gearbeitet und war schon im Begriff, zu gehen, als das Telefon klingelte. Netterweise hab ich den Anruf noch entgegengenommen, es war eine Hotelreservation, und durch diesen Anruf kam ich zu spät raus. Ich wollte nämlich nach Bern in den Vineyard-Gottesdienst. Da es schon stockdunkel war, wollte ich nicht per Autostopp fahren, sondern mit dem Zug, der aber nun nicht mehr zu erreichen war.

So fuhr ich total unschlüssig in Richtung Bahnhof. Ich hatte Kopfschmerzen, es nieselte und war dunkel und kalt, der nächste Zug fuhr erst in einer halben Stunde. So sagte ich zu Gott, dass ich jetzt eine Freundin anrufen werde und das "Kopf oder Zahl"-Spiel machen würde (ich würde aber nicht Kopf oder Zahl sagen, sondern etwas neues: Hirsch oder Hase, denn bei Kopf und Zahl hat doch jede und jeder sowieso schon einen Favoriten, nicht?). Wenn ich per Autostopp in den Gottesdienst fahren sollte, dann müsste die Freundin Hirsch sagen. Wenn sie Hase sagt, würde ich nach Hause gehen. Hatte das Gefühl, dass Gott einverstanden ist, rief sie an und bat sie direkt, ohne sie in meine Umstände einzuweihen, Hirsch oder Hase zu sagen. Sie überlegte und sagte Hirsch. Ich erzählte ihr alles, worauf sie meinte, komisch, sie wollte eigentlich Hase sagen aber habe in letzter Sekunde Hirsch gesagt..

Jedenfalls stand ich 5min später am Strassenrand. Den Spray griffbereit in der Jackentasche. Es fuhren nicht viele Autos, aber etwa das fünfte hielt an. Darin sassen 3 Männer, wie ich trotz schummrigem Strassenlaternenlicht ausmachen konnte. Mist, dachte ich, soll ich jetzt wirklich einsteigen? Im Dunkeln bei 3 Männern? Doch als ich die Türe aufmachte, rief der junge Mann auf der Rückbank meinen Namen. Es war Patrick F. aus B., mein Bruder! Er und seine zwei Kumpels waren gerade unterwegs - in den Vineyard Gottesdienst in Bern!

Samstag, November 08, 2008

Abstimmen

In so vielen Ländern der Welt werden irgendwelche Sachen über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger beschlossen. Hier gibt es rund 4x jährlich Abstimmungen und wir haben eine Wahl- und Abstimmungsbeteiligung, für die man sich nur schämen kann.

Ich hab abgestimmt

Donnerstag, November 06, 2008

Stratosphere high

Das hier:war alles auf meinem Pult, welches kaum mehr Pult genannt werden konnte. Jetzt sind rund 80% des Berges im Abfall. DAS BUCH kann geschrieben werden. Ich bin begeistert.

Am Sonntag in der Vineyard ging es, grob gesagt, darum, wie der "Bus" angeschrieben ist, in der die Vineyard "sitzt". Wenn ein Bus mit "Bümpliz" angeschrieben ist und ich einsteige, dann werde ich ziemlich sicher in Bümpliz landen. Wenn der Bus, in den ich einsteige, also zum Beispiel mit "Angst" oder "Selbstdarstellung" oder "Einsamkeit" angeschrieben ist, dann werde ich am Ziel auch selbiges vorfinden. Handkehrum gibt es ja auch Busse, die mit "Abenteuer", "Wunder", "Gemeinsam" und ähnlichem angeschrieben sind. Auf jeden Fall ist es die Zeit wert, die man sich nimmt um darüber nachzudenken, in was für Bussen man eigentlich fährt. Ich fahre im "Superstar" Bus, haha.

Sonntag, November 02, 2008

Alice im Oberland

Gestern: Wieder viel gebetet, wieder übernatürliche Heilungen gesehen und erlebt, unter anderem an mir selbst. Heute: Fotosession fürs Album:

Ein super Bergpanorama mit Blick auf den Thunersee.

Zwei Fotografinnen und ein Fotograf.

Und was daraus wird, kann Anfang-Mitte Januar gesehen werden....

Samstag, November 01, 2008

Ein kleiner Auszug..

..nicht aus Ägypten, auch nicht aus dem Betreibungsregister, sondern aus der Liste,
weshalb ich meinen Job liebe:

-Ein Paar kommt an die Baar und reserviert für ihr Hochzeitsessen, welches in zwei Wochen stattfinden soll. Wir smalltalken über Hochzeiten und ich bemerke nebenbei, dass ich ja auch gerade erst Trauzeugin war, worauf sie zuerst mich anschauen, dann sich anschauen, dann wieder mich anschauen und sagen: Wir haben da ein kleines Problem.. uns fehlt noch ein Trauzeuge.. Könntest nicht du unsere Trauzeugin sein?? -> so bin ich in eineinhalb Wochen Trauzeugin..
Später kommen sie dann nochmal mit einem Kollegen im Schlepptau. Die Verständigung zwischen ihnen ist schwierig, weil das Paar spricht nur französisch, der Kollege hingegen nur deutsch... so ergibt es sich dann, dass der Kollege und ich uns unterhalten. Es stellt sich heraus, dass er der andere Trauzeuge ist. Das wird mir ja eine lustige Hochzeit..

-Um 19 Uhr erkläre ich einem Hotelgast wie die Haustüre aufzuschliessen ist, da wir keinen Nachtportier haben. Dann geht der Gast an eine Lesung (als Lesender - extra eingeflogen aus XYZ). Ich habe um 01 Uhr nachts fertig gearbeitet, trinke noch ein Bierchen und lese die WOZ. Kurz darauf kommt ein Hotelgast nach Hause und wir diskutieren zusammen einen spektakulären Mordfall in unserer Stadt.. er ist Rechtsanwalt... Plötzlich ein Getöse bei der Haustür. Es klingelt. Ich wäre eigentlich längst zu Hause (wie gesagt: Kein Nachtportier) und gehe stirnrunzelnd nachschauen. Wer ist an der Tür? Unser lieber Dichter, dem ich Stunden zuvor den Schlüssel erklärt habe. Offensichtlich hat er seine Nervosität im Alkohol ersäuft. In der Türe steckt jedenfalls IRGENDein Schlüssel. Vielleicht sein Fahrradschlüssel? oder warum nicht der Kellerschlüssel seines Opas, den er zufälligerweise dabei hatte? Das Problem: Der Schlüssel geht nicht mehr raus. Ich suche in der Küche nach Öl.. Ein anderer Dichter, der auch gelesen hat, irrt umher und will auch irgendwas.. Dann kommt der Rechtsanwalt und zieht den Schlüssel raus. Gottseidank bricht er (der Schlüssel) nicht ab.. Alles ist gut.

Gut Nacht!

Donnerstag, Oktober 30, 2008

Was ich mit Würde würde


Ich würde meinen Abschluss machen im Spätsommer und arbeiten, viel arbeiten. Ich würde alle zwei Wochen eine Kiste mit einer Sperrgutvignette rausstellen und mir in Brockenstuben Landkarten verschiedener Länder schenken lassen. Im Frühling darauf würde ich mein Zimmer untervermieten und würde nach Ljubljana ziehen. Dort würde ich die Sprache lernen und mich unglücklich in einen begabten aber armen Künstler verlieben. Deshalb würde ich dann alles angefangene verlassen und nur mein angefangenes und schon beinahe volles Notizbuch mitnehmen und würde durch Tschechien und Polen und weiter der Ostsee entlang reisen. Ich würde schreiben wie noch nie und in einem zweiten Notizbuch einen Vergleich der verschiedenen slawischen Sprachen anstellen. Ich würde Maulgeige spielen lernen und einen alten Fotoapparat mit abgelaufenen Filmen geschenkt bekommen, mit dem ich Dutzende von Fotos mit Blaustich und grauen Flecken machen würde. Ich würde in Riga einen wilden Hund adoptieren und mit ihm zu Fuss durch Nationalparks wandern. Dann würde ich ihn einer alten einsamen Frau schenken und über Skandinavien und Dänemark wieder in den Westen reisen, wo ich einen Kulturschock erleiden würde. Inzwischen wäre aber mein Buch fertig und ich würde es bei Freunden in Hamburg abtippen und bereits eine Woche darauf mit mindestens drei namhaften Verlagen verhandeln. Dann würde ich wieder nach Hause reisen, das aber irgendwie gar nicht mehr mein Zuhause sein würde, und würde Interviews geben aber immer mehr merken, in welch kleinem Radius ich mich doch bewegt habe. Dann weiss ich auch nicht mehr. Mal sehen was ich nächsten Spätsommer werde.

Dienstag, Oktober 28, 2008

Über Lebensstrategien

Ist mehr möglich, wenn man mehr erwartet? Sollte ich immer viel erwarten und damit Raum lassen für Möglichkeiten?
Oder bin ich glücklicher mit der Version: Wenig erwarten und dann entweder positiv überrascht sein oder eben zumindest nicht enttäuscht sein?
Ich bin noch am üben und probiere beides aus. Tendiere zur zweiten Version mit der ersten Haltung im innersten Herzensfleck. Oder zur ersten, zur Möglichkeiten-Möglichkeit, mit einem grossen Zweitversionsschatten darüber.

Anbei noch ein Bild von einem Anlass, der ausschliesslich durch grosse Erwartungen und grossen Hunger möglich wurde. Andererseits waren wohl die umso positiver überrascht, die wenig.. ihr wisst schon.
(Erntedankgottesdienst, Vineyard Bern)

Samstag, Oktober 25, 2008

Weltfremd in fremden Welten

Welchen Weg wähle ich nun? lautet die rhetorische Frage....
Sonnenuntergang über der A1 bei der Auffahrt Niederbipp. Im Westen liegt Bern, rechts wäre der Jura. Tramperromantik.

In letzter Zeit lese ich wie besessen. Einerseits christliche Bücher, nämlich parallel drei aus der Bethel Church von Redding. Andererseits die Zeitung "Die Zeit", weil die so wunderbar lange, gut recherchierte Artikel hat. Würde ich nur die Redding-Bücher lesen wäre ich total enthusiastisch und weltfremd. Würde ich nur die Zeitung lesen wäre ich total desillusioniert und hoffnungslos. Weltfremd bin ich trotzdem: Die Welt ist mir total fremd, ich lebe in meinem eigenen Kosmos. Wem kommt die Welt nicht fremd vor?

Freitag, Oktober 24, 2008

"Nazis raus" = "Bitte alle aussteigen" ???

Innerhalb der letzten zwei (2) Tage gab es in der Schweiz drei Brandanschläge auf türkische Vereinslokale und ein türkisches Reisebüro, so wie einen Brandanschlag gegen eine Moschee. In den Vereinslokalen hielten sich Menschen auf, als die Molotow-Cocktails reingeworfen wurden. Danke Glück und schneller Reaktion wurde Schlimmeres verhindert.

Was ich mich frage: Sind gewalttätige Aktionen das Symptom einer Strömung in der Gesellschaft? Und sind diese Attentate vereinzelte, zufällig in dieser Strömung schwimmende Eiswürfel, oder bilden sie erst die Spitze eines Eisbergs?

Sind die Täterinnen und Täter irgendwelche ausländerfeindlichen Idioten, oder ist ein grosser Teil der Gesellschaft ausländerfeindlich und diese Taten ein Ausdruck davon?

Dienstag, Oktober 21, 2008

Weiter im Takt


Und hier noch Fotos für Ernestyna. Bin endlich auch einmal zu diesem Pavillon gelaufen (nicht gerannt wie jeweils die Ernestyna) und hab die Aussicht auf Biel und den Bielersee erlebt. BNC!

Montag, Oktober 20, 2008

Als ich beim Aufwachen nur noch eine Hülle meiner selbst war, und wie sie mit Leben gefüllt wird.

Man könnte sagen, ich bin selbst schuld. Ich suche mir selbst aus, was ich mache. Ich könnte mir ja mehr Zeit für mich nehmen usw. Tatsächlich aber kann ich nichts, denn es tut mir. Ich muss. Wie schon im Matrix immer wieder betont wird: Ich muss mich nicht entscheiden, ob ich in dieser Situation sein will, sondern verstehen, warum ich hier bin. Ob das stimmt bin ich noch am herausfinden. Ich mache sehr viel, so wie viele andere Menschen auch. Warum? Ist es eine Flucht? Ist es die Angst vor einer Einsamkeit, die einem antreibt, mehr und noch mehr zu tun? Ist es Kreativität die aus einem herausdrängt? Oder gar eine Überreaktion auf ein schwaches Selbstbewusstsein, die dann quasi als auf der anderen Seite ausschlagendes Pendel ein übergrosses Ego hervorbringt, welches präsentiert werden muss? Ist schreiben nicht ein verzweifelter Kampf darum, wahrgenommen zu werden und Spuren zu hinterlassen? Wer keine Spuren hinterlässt, geht vergessen, oder etwa nicht?
Im Alltag sieht das dann so aus dass ich mir zwar wünsche, einfach wieder mal eine DVD anzuschauen oder gar ins Kino zu gehen, aber andererseits vor der Möglichkeit flüchte, dass ich nur aus Langeweile heraus eine DVD schaue oder ins Kino gehe. In der Realität sieht das dann so aus, dass ich wahrgenommen und verstanden werden will, mich aber kaum noch mit Freundinnen und Freunden treffe, weil ich dann sofort wieder an all das denke, was ich noch müsste. Bin ich wegen all dieser Gedanken unglücklich? Nein, bin ich nicht. Ich liebe alles, was ich tue, ich bin privilegierter als sehr viele andere. Und das, was ich tue, gibt mir überhaupt die Luft, um es zu tun.

Dienstag, Oktober 14, 2008

Wohär chunnt dr Wind im Läbe?



Nachdem meine Gefühle das ganze Wochenende und den heutigen Tag im Nebel und im Chaos verbrachten, befanden sie sich in der abendlichen und drittletzten Studiosession sozusagen unter klarem Sternenhimmel. Schreiben befreit und Rap sowieso.

Nun wurde das Albumsnippet geboren und ist ab sofort auf myspace sowie mx3 zu hören, bald auch auf der cee-site.

Was kann mir eigentlich die Finanzkrise, so krass sie wirklich auch ist, anhaben? Wie ich mich fühle hängt sowieso selten bis nie von materiellen, direkt greifbaren Umständen ab.

Sonntag, Oktober 12, 2008

Züri brännt

Berndeutsch auf Zürichs Plakatwänden!

Nachdem keiner kam haben wir spontan den ersten Teil des Konzerts draussen um ein Feuerfass gemacht. Lesung, Folklieder, Freestyle und bisschen Rap. Dann gings innen normal auf der Bühne weiter.


Und als wir spätnachts nach Hause fahren wollten, stellte sich heraus dass unser Autoschlüssel bereits mit dem Zug nach Bern gefahren war, der Schlingel! Ich also als einzige Nüchterne (ich hätte ja fahren sollen) im allgemeinen Partygetümmel irgendwelche Matrazen organisiert. Dafür kam ich in Genuss einer weiteren wunderbaren Zürcher Wohnung. Die besten Wohnungen scheinen in Zürich gebaut worden zu sein!

Dienstag, Oktober 07, 2008

Du bist was du isst


Welches ist mein Fach im Kühlschrank?

Sonntag, Oktober 05, 2008

Und wenn sie sie erwischen, gibts ein Jahr Bewährung

Soeben auf polizeinews.ch gelesen:

Am Sonntag, 5. Oktober 2008, gegen 6 Uhr, befand sich eine 21- jährige Frau auf dem Heimweg in Biel, als sie plötzlich von zwei unbekannten Männern in einen Wagen gezerrt wurde. Im Fahrzeug befanden sich zwei weitere Unbekannte. Gemeinsam fuhren sie mit der Frau in einen Wald bei Brügg, wo sie die junge Frau vergewaltigten. Schliesslich wurde das Opfer im Wald zurückgelassen.

Ja super! Und ich fahre regelmässig an Samstagen nach Mitternacht nach Hause. Jetzt weiss ich auch, warum ich immer sehr schnell Fahrrad fahre. Aber andererseits - hallo, jetzt ist es mal in Biel passiert; es gibt ja eigentlich immer irgendwo Übergriffe. Sollte ich jetzt einen Pfefferspray kaufen und nicht mehr trampen? Vorsichtiger, sprich: misstrauischer, macht es mich auf jeden Fall. Einen Pfefferspray kaufe ich mir aber nicht. Wenn schon, dann gleich "was richtiges", ne.

Hier noch eine andere Medienmitteilung:

Am Sonntag, 5. Oktober 2008 gegen 02 Uhr, befand sich eine 25-jährige Frau auf dem Heimweg in Biel, als plötzlich ein Auto an ihr vorbeifuhr. Später fuhren noch 12 andere Autos an ihr vorbei. Dann kam sie zuhause an.

Donnerstag, Oktober 02, 2008

eben, Wunderland

Heute waren wir draussen und haben für kranke Leute gebetet und es sind wieder mal krasse Sachen passiert (die ich nicht glauben würde, hätte ich sie nicht mit eigenen Augen gesehen). Dann waren wir auch noch im Asylbewerberzentrum, was sehr eindrücklich war. Schon nur, wie die Leute dort leben (kein Tageslicht, keine frische Luft, nur Beton, keine richtigen Matratzen, kaum medizinische Versorgung,...) aber vor allem auch, was für Leute dort wohnen - absolut herzliche, warmherzige und sensible Männer, die Schlange gestanden sind um für sich beten zu lassen. Obwohl (oder gerade weil?) sie Muslime sind. Lustig war auch die Reaktion der Polizei. Wir waren grad so am beten als zwei Polizisten eine Kontrolle im Zentrum machten - normaler Rundgang halt. Sie kamen sofort zu uns und fragten, was wir da machten. Ich sagte: "äähm, wir beten für Leute die krank sind" - der vordere Polizist machte beinahe einen Sprung rückwärts, sie entschuldigten sich als ob sie versehentlich in einen Damenumkleideraum gestolpert wären und gingen weg...

Dienstag, September 30, 2008

Wird der Stephanstag zum Ceetag?

Ist Freitag, der 26.12. ein blöder Termin für eine CD-Taufe?

Montag, September 29, 2008

Brieftube flüge jede Tag


Das sogenannte "Intensiv-Studiowochenende" liegt hinter mir.. Am Samstagabend spät wollte ich meine Rap-Karriere an den Nagel hängen. Glücklicherweise schlief ich dann 8 Stunden, und nach einem Kaffee und 3 Salbeitees ging's wieder nach Herzogenbuchsee und meine Stimme und Stimmung machten noch ein paar Stunden lang mit. Es wird langsam konkret: Wo gibt's die CD-Taufe? Digipack oder Jewelbox? Welche Auflage (50'000 oder 100'000?)? Welche Liederreihenfolge? Wie abmischen?
Juhu!

Montag, September 22, 2008

Grischa



Ein spontaner Ausflug in den Osten der Schweiz, um kreativer zu sein als Zuhause. Es hat auch gewirkt, in einer Landschaft in der der Boden unter den Füssen nachgibt weil es unterirdische, moosüberwachsene Wasserlöcher gibt, in einer Landschaft von Chempen (nicht übersetzbar), kleinen Höhlen, Wurzelnetzen und über allem Moos. Und mitten drin der Lag da cresta. Ausserdem war das Flimser Bier wirklich unglaublich gut.

Die Welt dreht wie es ihr gefällt - aber wer ist schon die Welt

Gestern Biel-Bern mit einem angehenden Millionär, der anscheinend genau weiss wie's läuft. Vermutlich hat er auch recht. Er erzählte mir jedoch ohne einmal Luft zu holen von den schweiz- und weltweiten Vorgängen in der Gesellschaft. Handeln unter der Hand hier, Betrug da, Schmiergelder überall. Die geheimen Geschäfte von Pensionskasse und weiteren namhaften Institutionen und überhaupt. Ich bekam grad Kopfschmerzen. Aber am Kornhausplatz stieg ich aus seinem superteuren Auto aus und lief die 100m in die Vineyard, wo dann auch die Kopfschmerzen bald vergingen. Lustigerweise hiess das Lied, welches bei meinem Eintreffen gerade gespielt wurde "How great is our God" und rückte für mich die Welt wieder in die rechten Dimensionen. Der Fahrer hatte tout à fait recht, aber das braucht mich eigentlich nicht gross zu kümmern, schliesslich ist meine Identität nöimen anders.

Mittwoch, September 17, 2008

Apropos Angst

Heute die Schlagzeilen vom "Bund":
-Finanzkrise weitet sich aus
-Gefahr einer Abwärtsspirale ist da
-Ungewissheit für 25'000 Lehman-Angestellte

Gut, dass es auch noch gute Schlagzeilen in derselben Ausgabe gibt:
-Der FCB in Rücklage
-Weiterhin sonnig
-Gottéron wird zum Schrecken

...

Dienstag, September 16, 2008

Von offenem Wein und versteckten Ängsten

Vor ein paar Wochen fuhr ich mit einem Kader eines grossen privaten Sicherheitsdienstes von Biel nach Bern. Er berichtete mir, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der zu überwachenden Gebäude massiv zugenommen habe, ohne dass die Bedrohung viel grösser sei. Viel mehr Leute hätten Angst und fühlten sich bedroht. Der Mann, der ja von dieser Tatsache profitiert, sagte weiter, dass er dies völlig übertrieben finde.

Heute fuhr ich mit einer Psychiaterin von Biel nach Bern. Wir plauderten über Psychiatrie und über Therapien. Sie sagte, das Allerschlimmste seien die vielen vielen Leute, die sich total anpassen und normieren. In den letzten Jahren gäbe es immer weniger Menschen, so die Psychiaterin, die aneckten und aus dem Rahmen fielen. Dagegen versuchen mehr und mehr Menschen, einer Norm zu entsprechen, und würden dann häufig krank. Ich fragte sie, was sie denn als Grund dafür sehe. Ihre Antwort: Angst. Überall werde mit Angst operiert. Wenn man in einer grossen Firma arbeitet und in der Zeitung liest: "Millionengewinne" und dann "5'000 Entlassungen hier", "2'000 Entlassungen da", dann sei eine grosse Angst da und man lässt sich alles gefallen. Und auch sonst sei ein grosses Gefühl der Bedrohung da, Menschen werden durch Angstmacherei in Schach gehalten und genormt. Schon in der Schule werde genormt, bewertet, klassifiziert,... Es war ein sehr interessantes Gespräch.

Ich rufe also meinen kleinen aber treuen Leserinnen- und Leserkreis dazu auf, sich nicht von der Angst bestimmen zu lassen. Max Frisch sagte, das Leben sei zu kurz, um offene Weine zu trinken. Dem stimme ich zu. Und sage: Das Leben ist zu kurz, um an seiner Bestimmung vorbeizuleben.

(Wer seine Bestimmung nicht zu kennen glaubt, dem möchte ich die zwei Bücher von Bill Johnson ans Herz legen: 'Und der Himmel bricht herein' sowie 'Neues Denken, neue Vollmacht'; ausserdem das Enneagramm-Buch. Man sollte aber allgemein sich besser spüren lernen, sich fühlen lernen, sich sagen hören, sich hören merken).

Leben im Wunderland

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen. -Joh.15,7

Sehsucht heisst desire und de=von, sire=der Vater.

Womit ich meine Zeit, Gefühle und Gedanken fülle, das bestimmt meine Sehnsüchte und Wünsche. Wenn ich also wissen möchte, was der Plan für mein Leben ist, wenn ich Wünsche und Träume für mein Leben brauche, dann muss ich einfach möglichst viel Zeit mit Gott verbringen bzw. möglichst viel Gott in meinem Denken, Fühlen und Leben haben, dann ergibt sich das schon, dann tauchen plötzlich neue Gedanken und Wünsche auf, und mit ihnen die Möglichkeiten.

Habe nebst "heaven invades earth" auch noch "Neues Denken, neue Vollmacht" von Bill Johson zu lesen begonnen..

Montag, September 15, 2008

Wir freuen uns auf den 14.10. und 14.11. und 14.12.

Gestern plötzlich aus dem Nichts heraus die Identitätskrise. Fragen über Fragen über mich, wer bin ich und warum? Weinen, Weinen, Weinen. In einer Kurzschlussreaktion werden Stirnfransen geschnitten. Dann plötzlich wird der Schrank ausgemistet. Kleider aussortiert, neu sortiert, wegsortiert, fort damit! Am Morgen nach dem Erwachen wieder die Tränen. Und plötzlich das wahrnehmen von beginnenden Bauchschmerzen. Dann geht ein Licht auf, ist die Identitätskrise fort und alles nur pms.

Am 14. November rappt cee in Bern Bümpliz.

Dienstag, September 09, 2008

Gratisauto - Zwischenbilanz

Zwischenbilanz vom Trampen. Von Mitte Mai bis beinahe Mitte September, also in knappen 4 Monaten, habe ich in der Schweiz mindestens 245.- nicht für Billete ausgegeben und bin die Strecke trotzdem gefahren. (Nicht zu vergessen auch die Gratisreise nach Stuttgart, nach Polen und nach Gotha...) Ein Grossteil der Fahrten brachten mich gleich schnell zum Ziel wie es der Zug getan hätte, mehr als einmal sogar schneller und immer nett! Eigentlich trampe ich auch gar nicht unbedingt des Geldes wegen. Es ist einfach viel spannender, ich lerne die unterschiedlichsten Leute kennen, von der Kardiologieprofessorin über den Securitas-Chef bis zum Maurer oder Segelbootvermieter.

Frühling 2008

Nach einer Sommerpause gehts wieder los. Nächste Woche startet meine Bachelorarbeit, gleichzeitig muss ich bis in knapp 2 Monaten noch mindestens 8 Lieder schreiben und aufnehmen. Mein Frühling fängt jetzt an!

Freitag, September 05, 2008

Untergrundexpress

Immerhin bringen mich Träume wie Enneagramm dazu, vertieft über mich nachzudenken, was doch einiges zu Tage bringt... Vermutlich wird der Charakter in Beziehungen am meisten geschult. Zur Entspannung also eine Bielerseerundfahrt mit meiner Lieblingsschwester:

Donnerstag, September 04, 2008

Weitere Enneagramm-Forschung

Ich hätte vor dem Test auf Typ 1 getippt: Idealistin, die von einer tiefen Sehnsucht nach einer Welt der Wahrheit, Gerechtigkeit und moralischen Ordnung angetrieben wird. Obwohl der Test nicht sagt: Du bist Typ X und nicht anders, bin ich trotzdem überrascht. Und werde noch eine Fremdeinschätzung machen lassen und mir die Typen nochmal durchlesen.

Typ 4 wäre, grob gesagt: VIERer setzen ihre Gaben dafür ein, in ihrer Umgebung den Sinn für Schönheit und Harmonie zu wecken. Sie sind hochsensibel und fast immer künstlerisch begabt (...). Im Bereich des Unbewussten, der Symbole und Träume sind s ie mehr zu Hause als in der realen Welt. Das Leben der VIER wird primär von Sehnsucht bestimmt (Sehnsucht nach dem Schönen), die Sehnsucht ist Heimweh und Fernweh zugleich.

Typ 8, ebenfalls sehr grob gesagt: ACHTer wirken stark und mächtig und sind fähig, auch anderen ein Gefühl von Stärke zu vermittlen. Sie haben ein Gespür für Gerechtigkeit und Wahrheit (...). ACHTer wollen böse Buben und böse Mädchen sein. ACHTer werden von Aggressionen regiert und können sich nicht entschuldigen (na bravo, Anm.d.Red.). Die Aggressionen richten sich gegen alles, was die ACHT als Scheinheiligkeit und Unrecht empfindet.

Dienstag, September 02, 2008

Heute: Gurkensalat

Wie oft wurde unser Garten zum Ziel von allerlei Gespött. Wie oft wurde ich schon von engen Familienangehörigen gefragt, ob wir schon etwas geerntet hätten. Wie oft musste ich schon erklären, dass Unkraut ein natürlicher Sonnen- und Erosionsschutz für den Boden ist. Heute also DAS Erfolgserlebnis schlechthin. I proudly present:

Letzte Nacht, so wirr verbracht


Ich stand an einem kleinen See, in dem auf einer kleinen Insel etwa 10m vom Ufer entfernt ein Haus stand. Es wehte ein heftiger Wind, so dass das Wasser über das Haus gespült wurde, wieder und wieder. Vor dem Haus war eine Sandbank, auf welcher die junge Frau, welche im Haus wohnte, auf einer Matraze lag und sich sonnte. Ich legte mich zu ihr und wir schauten dem Wasser zu. Allerdings kam das Wasser immer näher und plötzlich über die Matraze. Wir flohen ins Haus. Später ging ich in die Stadt, nach Luzern, wo ich Mesii und Ojo besuchte und dann versehentlich in den falschen Bus stieg. Zum Glück liess mich die Busfahrerin wieder raus. Dort schallten aus Lautsprechern Warnungen durch die Nacht. Sie waren vom Staat und sagten, dass alles überwacht werde weil die Gefahr gross sei. Ernestyna begegnete mir und zeigte mir den Weg. Ich lief an einem Konzert vorbei und sah, wie einer der Techniker plötzlich schrecklich zuckte. Ein Stromschlag! Und er hing immer noch am Strom! Ich wollte helfen aber wusste dass ich ihn nicht anfassen durfte. Ich schrie "Strom abstellen", doch das Konzert war laut und wichtig, jemand berühmtes spielte. So musste ich tatenlos dastehen. Andere Passanten rannten mit einem vorwurfsvollen Blick zu mir an mir vorbei zum zuckenden Techniker, ich schrie "Achtung Strom!!!", aber meine Warnung blieb jedesmal ungehört und am Schluss hingen etwa 10 Menschen am Strom und zuckten ohnmächtig. Ich ging zurück zu der Frau auf der Insel, wo ich mich in sie verliebte aber dann doch wieder nicht, weil sie hatte schon eine Freundin und war ausserdem viel zu jung (?). Und schon war ich auf der Olympiade in dem Land mit dem freundlichen Regime. Ich wollte aus dem Stadion, denn ich musste arbeiten gehen. Zwei junge Baslerinnen kontrollierten mich beim Ausgang und wollten die Austrittsgebühr von 175.- einkassieren. Ich reagierte entrüstet, wusste aber, dass mich mein Protest ins Gefängnis bringen könnte. Schliesslich liessen sie mich gehen, als ich sagte, ich müsse nur kurz auf Klo. Da erwachte ich und ging aufs Klo. Zurück im Bett war ich auch schon auf dem Weg zur Arbeit. Ich war eine halbe Stunde (!) zu spät und meine Chefin total am Anschlag; das Restaurant war zum Bersten voll und alle Gäste warteten. Die Küche war in einem Schulzimmer und alle machten Spiele anstatt zu kochen. Ich brauchte eineinhalb Stunden um zwei Halbliterflaschen Wein an einen Tisch mit einem homosexuellen Paar zu bringen und zwei Bier, einen Apfelsaft und Wasser an einen Tisch mit Kolleginnen von mir. Ständig blickten alle vorwurfsvoll zu mir. Dann klingelte mein Wecker.

Montag, September 01, 2008

WORTORT

Eine interessante Erfahrung: Mir geht es nicht gut. Ich muss sogar weinen, ohne einen Grund zu haben, also ohne einen handfesten Grund, wie man so sagt. Um dieses "handfest" geht es nämlich. Ich nehme also, da ich ja weder Grund noch Antwort zur Hand nehmen kann, einen Stift und beginne zu schreiben. Was ich gerade fühle, was für Bilder zu dieser Situation passen, was ich so sehe, empfinde, welche Gedanken durch meinen Kopf gehen und die Assoziationen der Assoziationen dazu. Während ich schreibe löst sich dieser Klotz in mir und als es aufhört zu schreiben, fühle ich mich befreit und klar. Ich habe meine Empfindungen in Worte fassen können. Ich habe sie fassen können. Sie sind nicht mehr wortwörtlich überwältigend, sondern ich kann sie fassen, halten, anschauen, einordnen. Ich habe Worte, Sprache gefunden und kann mich mitteilen. Sehr spannend. Es ist nicht einfach, Worte zu finden, wenn man sich total ausgeliefert und überfordert fühlt. Dann ist es ein Forschen, ein Schreiben, mira ein seitenlanges Schreiben bis man findet.

Sonntag, August 31, 2008

Absolvieren des Abenteuerparcours

Die nächsten drei Jahre meines Lebens sind sozusagen vorprogrammiert. Und doch bin ich diejenige die die Wahl hat, dieses Programm zu absolvieren - oder nicht. Das Programm sieht super aus; alles Sachen, um die ich mich beneiden würde, wäre ich nicht mich. Leben als Programmabsolvierung? In einem Lied rappe ich "Gseht dr nid, dasmi z Glück ones Stückli würgt?", so fühlt sich das manchmal an. Ich bin so dankbar für was ich habe, dass ich dankbarer wohl gar nicht sein könnte. Die Verantwortung, mit all diesem Segen richtig umzugehen, ist wohl gross, und ebenso die Versuchung, davor wegzurennen.
Was, wenn? -Fragen sind verlockend und machen Räume auf, die zu begehen ein Abenteuer wäre. Obwohl ich auch Angst vor Abenteuern habe, brauche ich Abenteuer. Spüren dass etwas kommt bevor ich weiss, was es ist. Das zu schnelle Gehen im Wald, ohne Licht. Das bei Orange auf die Ampel zufahren. Und darüber.

Mittwoch, August 27, 2008

Lucky on the road

Heute Morgen verliessen mich die beiden.. Es war hart, nicht miteinsteigen zu können. Immerhin bin ich dann noch in zwei Lifts vom Wankdorf bis Schönbühl und von Schönbühl bis 100m vor meine Haustür gefahren worden. Und guess what: Die zwei trampenden Polinnen fanden als zweites Auto (kurz vor Basel) eines, das direkt bis nach Polen fährt!

Dienstag, August 26, 2008

Warnung vor der Tramperin


Seit fast zwei Wochen teile ich mein Zimmer mit zwei anderen. Wer mich ein bisschen näher kennt weiss, dass ich oft und gerne oft und gerne allein bin. Dies bedingt durch mein Studium, meine Wohnsituation und meinen Charakter. Normalerweise werde ich spätestens nach 3 Tagen ununterbrochener Gesellschaft unausstehlich. Ausser mit der Burgerqueen und jetzt lustigerweise auch mit den zweien auf den Fotos.

Apropos mein Charakter. Endlich habe ich das Enneagramm-Buch ernsthaft zu lesen begonnen. Dort werden 9 verschiedene Typen beschrieben. Ich bin jetzt bei Typus 6 angelangt und fühlte mich bis jetzt von dreien angesprochen... Wenn ich alles gelesen habe verstehe ich mich besser. Ein wirklich empfehlenswertes Buch. Man sollte auch nicht der Versuchung nachgeben, bloss im Internet Typus-Kurzbeschreibungen durchzulesen. Im Buch wird die ganze Geschichte des Enneagramms, die bis weit weit weit zurückreicht (also eigentlich bis vor Christus), erklärt und auch andere Charaktertheorien ins Spiel und damit in Zusammenhänge gebracht. Sehr spannend.