Sonntag, Juli 30, 2006

à plus tard crocodile...

Ich melde mich ab und trete ein in den Dienst für Freakstock.

Was ich heute hätte tun können:
-Aufräumen
-Putzen
-Packen (!)
-Nachdenken was ich alles sonst noch brauche

Was ich heute tat:
-mein früheres Zimmer abgeben
-Picknick einkaufen
-im Marzili dösen, quengeln, lesen (Elfriede Jelinek!)
-in der Aare schwimmen
-durch das ganze Emmental autostöpplen (nach 20h sind die Zugsverbindungen weg)
-Fahrräder befestigen
-in Bern einen Schlafsack-Zelt-Gepäck-Abholdienst durchführen
-packen
-ohne nachzudenken was ich alles vergessen haben könnte schlafen gehen (nämlich jetzt)

Was ich morgen tun werde:

(diese Auflistung wurde verdrängt)

Und dann:
FREAKSTOCK!!! Freude! Liebe! Friede! Fraternité! Sonne! Luft! Musik! Tanzen! Feiern! Nicht viel duschen! Zeit mit dem Herrn!! Regenbogen-Kreise! Juhu!!

Freitag, Juli 28, 2006

Denn es ist nicht Amor's Pfeil

Wie normal ist Herzstechen?
Ich hab das so alle 2 Tage, und etwa 1-2x pro Woche über mehrere Stunden hin. Gleich häufig spür ich so ein komisches Drücken in der Herzgegend, so dass ich husten muss. Manchmal reicht das Stechen bis in den Arm hinein. Als ich im Spital war und dauernd nur lag (und viele Medikamente hatte) bin ich mehrmals in der Nacht erwacht deswegen. Ich weiss, dass man das immer mal wieder hat und dass es so auch nicht gefährlich oder unnatürlich ist. Aber wie viel ist denn noch "normal"? Habt ihr das auch? Ich rauche nicht, bin nicht übergewichtig, mein Blutdruck ist nicht auffällig und ich bewege mich einigermassen häufig. Für fachdienstliche Hinweise bitte kommentieren...

il est né le divin enfant

Wollte eigentlich jetzt schon im Gotthelf-Dörflein sein, um dort meinen Heimatausweis abzuholen. Auch ich melde mich endlich in Bern als Wochenaufenthalterin an. Innerhalb von 14 Tagen nach dem Zuzug muss man sich anmelden.... äh... räusper... wie lange wohn ich schon hier? huch... Hab mit meiner WG-Kollegin gefrühstückt; sie ist grad zu ihren Eltern in Nähe Stuttgart gefahren. Vor wenigen Minuten fand ich in meinem Posteingang eine e-mail von der HKB mit einer Liste von meinen zukünftigen Mitstudierenden. Wir sind 4 Jungs und 12 Frauen; eine Österreicherin, ein Deutscher und 14 Schweizerinnen und Schweizer. Ich werd schon jetzt nervös... Werde einen erfahrenen Autor bzw. eine erfahrene Autorin als Mentor/Mentorin zugeteilt bekommen und mich wöchentlich mit ihr oder ihm treffen. Bin sehr sehr gespannt und wie gesagt ganz nervös. Erst mit solchen e-mails und Briefen beginne ich langsam zu glauben, dass ich wirklich aufgenommen wurde... So. Jetzt aber los. Heute Abend mach ich wieder Cafébar, Fribourg-Wil-Fribourg. Morgen packen und dann los auf eine weit entfernte Rennbahn auf einer kleinen Bodenerhebung namens Boxberg. Passenderweise wird das Klima wieder kühler...

Dienstag, Juli 25, 2006

Arbeiten ist sexy

Heute ist mein erster freier Tag seit fast zwei Wochen. Habe 13 Tage am Stück gearbeitet, aber eigentlich braucht es gar keine Frei-Tage, solange man eine Arbeit gern macht und dabei mit coolen Leuten zusammen ist. Oder nur ab und zu einen, um wieder mal zu putzen und aufzuräumen. Dafür dann richtig Ferien irgendwo! Ab Morgen arbeite ich wieder, und am Sonntag früh fahren wir schon nach Gotha ans Freakstock!! Dieses Jahr spielt am Donnerstag im berühmt-berüchtigen Raketen Klub ein begnadeter Schweizer Junge mit seinem Mitstreiter: Orlando Menthol. Sexy-happy-Electro-House!
Gestern servierte ich wieder in der Villa Lindenegg bis in die Nacht hinein und über den letzten Zug hinaus, deshalb schlief ich bei Andrea (siehe "Die Wahrheit über JF Bern" einige Posts früher).
Da ich dieses Jahr auf Freakstock einen Luxus-Status haben werde (noch kein Wohnmobil, aber immerhin ein Auto mit Velo-Träger), versuche ich mir heute noch ein Velo zu ergattern....

Anbei noch ein schönes Bild, das zeigt, was man so bei 33 Grad an der prallen Sonne kurz vor 12 Uhr mittags an einem steilen Hang auf dem Gurten tun kann:

Mittwoch, Juli 19, 2006

...es gibt nämlich immer noch viele Bodenplatten..

7.30-12.00 und 13h-18.00 Uhr mit zwei kurzen Pausen = 9h Arbeit bei über 32 Grad an der bräntigen Sonne. Und zwar 9h lang ineinander verschachtelte Bodenplatten voneinander lösen und vom Boden aufheben, zum nächsten Palett tragen und dort sauber zu 4x20Stck. aufschichten, Spannsets drum, und nochmal von vorne. Zuerst hatten wir die 2kg-Platten, aber schon bald einmal 6-kilogrämmer..... Die Sonne hat uns echt vrbäset! Wir waren alle wie betrunken, obwohl wir seehr viel Wasser tranken, konnten nicht mehr bis 20 zählen, wussten nicht mehr wie man die Platten jetzt aufschichtet, vergassen die Namen der Gruppenkollegen, lachten nur noch oder brachten völlig falsche Worte heraus und sinnlose Sätze.... Nach der Arbeit stürzten wir uns in die 21-grädige Aare, allerdings musste ich dann noch nach Hause laufen...
Eigentlich wollte ich nur sagen dass ich jetzt schlafen gehe...

Montag, Juli 17, 2006

Von guten und bösen Gurtengeistern

Frisch geduscht, Haare frisch gewaschen, frische Wäsche, gleich frisches Rührei - Zivilisation ist doch super manchmal...!
4 Tage "Güsche" sind vorbei, nach der zweiten Nachtschicht hab ich heute den Tag frei. Das Wetter war traumhaft! Natürlich tödlich zum Arbeiten, aber lieber nehm ich etwas Sonnenbrand und Hitze-Kopfweh in Kauf, als im Sumpf Zigarrettenstummel aufsammeln zu müssen. Es haben so wunderbare Leute wie Skin oder Manu Chao und natürlich noch Dutzende andere gespielt; ich hab kein einziges Konzert ganz gesehen, auch teilweise nur sehr wenige. Die letzen Tage bestanden vor allem aus arbeiten und schlafen... ab und zu nach der Schicht ein Bierchen. Auf Freakstock ist es auch mehr oder weniger dasselbe.. Warum tut man so etwas und geht nicht einfach normal arbeiten und dann mit dem verdienten Geld ein Festival geniessen? Ich möchte auf keinen Fall einfach eine Festivalbesucherin unter Tausenden sein. Der ganze "Geist" eines Festivals besteht halt schon vor allem darin, dass einige Leute zusammen etwas riesiges für ein langes Wochenende auf die Beine stellen. Auf eine grosse Wiese zu kommen, zusammen daraus einen der grössten "Clubs" der Schweiz zu bauen und dann 35'000-45'000 Leute darin und bekannte Bands dort spielen zu sehen ist etwas unvergleichbares.
Abgesehen von dieser schönen Athmosphäre, den super Bands, der Sonne und den netten Leuten war es wieder mal sehr eindrücklich zu erleben, was unser Freund Alkohol so mit Menschen anstellen kann... von inmitten von Menschenmassen p***ende Päärchen über lüstern grapschende "Männer" bis hin zu ohnmächtig in ihrem Kotz liegende Teenagermädchen trafen wir fast alles an.. "This world is gon' crazy" schrie Manu Chao gestern...

Gurtenfestival 2006


Kaizer's Orchestra vom Bühnenrand aus gesehen


Trash Heroine mit Funkgerät


Unsere Arbeit heute um 05.30 morgens


Aussicht von der Bergstation (gleich neben dem Festivalgelände) auf Bern und die Aare

Mittwoch, Juli 12, 2006

Gruss vom Planeten G



Die Hauptbühne, vor die gerade ein Palett Bodenplatten gekarrt wird. Von dem Zeitpunkt an waren noch 8160 Bodenplatten zu verlegen. (Ich wurde auserwählt, sie zu zählen). Ich muss schlafen. Ab Morgen früh werde ich das Gelände 4 Tage lang nicht mehr verlassen und im Schichtbetrieb arbeiten. Wurde zur Gruppenchefin ernannt... bin jetzt verantwortlich für 7 nette Jungs und 2 auch nette junge Frauen....
check

Dienstag, Juli 11, 2006

Wenn der Gips den Arm zuerst einrenken will

Kennt ihr das?: Man hat ein Problem, studiert tagelang daran rum, plötzlich kommt einem jemand in den Sinn, von dem man denkt, dass er einem echt weiterhelfen kann, und dann sagt er "Löse mal zuerst deine Probleme, dann schauen wir". Nun ist man am selben Punkt wie vorher, nur 20 Meter weiter unten, und mag sich gar nicht mehr zur ursprünglichen Ausgangslange hoch graben.
Traurig, traurig. Zum Glück verreise ich morgen auf den Gurten. Manchmal fühl ich mich ganz und gar nicht erwachsen.

Montag, Juli 10, 2006

Villa "la plus belle" Lindenegg



Hier arbeite ich nun fast jedes Wochenende. Ist es nicht einfach ein Traum? Eine der Nachbarvillen ist meine zukünftige Schule - und ich hab mich sowohl bei der Schule als auch beim Restaurant beworben, ohne von der Verbindung zu wissen. Der Hammer. Heute hatte ich Pikett, hab jetzt aber grad den Anruf bekommen, dass sie zuwenig Reservationen habe. Ein freier Abend - und weniger Lohn... Packe schon mal meine 7 Sachen für den Gurten. Sonnencrème, Oropax, Deotüchlein; schon mal das wichtigste..

jöpple

Arbeiten... das waren mein Wochenende, durch den Tag bei einem Arbeitgeber, am Abend beim andern. Heute dasselbe. Arbeiten tu ich trotzdem zu wenig... dafür ist ab Mittwochmorgen Gurtenfestival angesagt; 10 Tage draussen arbeiten, bei Hitzewelle und nonstop Musik - aber wird sicher super!

Freitag, Juli 07, 2006

Ausgesperrt

"Die Ausgesperrten" von Elfriede Jelinek - wow.... Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so geschrieben ist. Es ist so geschrieben, wie meine Gedanken ablaufen.. Ich kann problemlos darin versinken, wieder in den Alltag und das Leben, das man leben sollte, aufzutauchen, wird schwierig.
'Er öffnet das Parktor und geht in eine Gegend hinein, die ärmlicher wird, je weiter er geht. Seine Gestalt wird kleiner, nicht weil sie sich entfernt, sondern weil sie unwillkürlich durch ihre Umgebung verkleinert wird. Eben war er noch jemand in einm Park, jetzt ist er ein Niemand in einer Strassenbahn.'

Zum Beispiel jetzt



Manchmal denke ich, dass es zum Leben nur einen freien Tag braucht, JumboJet und Lampshade. Und natürlich Strom und eine Stereoanlage.

Donnerstag, Juli 06, 2006

Das ist mein Bern



Bundeshaus, obere Altstadt, Münster. Und natürlich die Aare beim Schwellenmätteli.

Die Wahrheit über JF Bern



Ohne Kommentar

KOFR live



Jetzt hat es tatsächlich auch Salome geschafft, Fotos hochzuladen! Bravo! Das von KOFR ist nicht grad das Foto des Jahres, aber immerhin.... Mein Profil-Foto entstand etwa 2 Wochen bevor ich ins Spital kam. Mein Auge war komplett zugeschwollen weil innen der Druck so gross war..

Je sais comment

Edith Piaf kann einfach alles!!! L'accordéoniste, La vie en rose, Hymne à l'amour, Je sais comment, Milord,..... was gibt es schöneres als gemütlich Rührei und Kaffee zu kochen, ein bisschen zu schreiben, aus dem Fenster zu schauen, Edith Piaf zu hören...

Gestern war ein super Gottesdienst!! So viele liebe Leute kamen schon früh, und gemeinsam haben wir einen Kellerraum mit Kantine-Tischen drin umfunktioniert zu einer Kirche mit Tischchen und Kerzen, einem "Infotisch" mit einer inzwischen ganz ansehlichen Reihe von Flyern (von WM-Final auf 48qm über Traumdeutungsseminar und Slot Art Festival bis zu derkrankeBote- und Freakhotel-Werbung). KOFR hat super Lobpreis gemacht, ich hab von Redding und damit logischerweise von Krankengebet erzählt und nach nochmal Lobpreis und füreinander beten (der Herr ist einfach unglaublich!!) haben wir noch den Schluss vom Halbfinal im Reithalle-Innenhof angeschaut. Unser Tisch war die Attraktion des Abends, als die Barleute begannen, Hippie-Tanzmusik zu spielen... (-:
Jetzt muss ich mich aber in den Arsch chlemme und arbeiten!

Mittwoch, Juli 05, 2006

Neuer Wein in alte Schläuche??

Heute Gefühlsschwankungen, innerlich weinend lachen oder grinsend schluchzen... Man freue sich auf Bauch- und Rückenschmerzen... Abgesehen davon ist es einfach ein WUNDERSCHÖNER Tag heute!!!! Ich schwitze in Strömen und zelebriere es richtig!!! Heute bin ich ein Kaltduscher aber kein Schattenspaziergänger.
Mein Wireless funktioniert richtig gut, und ich fühle mich privilegiert und im Luxus schwimmend wie noch selten, wenn ich da so am Küchentisch sitze und im Internet surfe.

Werd gleich an der Predigt für heute Abend weiterschreiben. Wobei "Predigt" eigentlich nicht mehr einfach "Predigt" sein soll. Am Willo Freak haben wir Seminare besucht, in dem es um interaktive Gottesdienste, Diskussionsgruppen statt eine Zuhörermasse, Postmoderne Kirche oder Gemeinde als Organismus ging. Die Umsetzung ist dann aber trotz viel gutem Willen und viel Wollen schwieriger als man denkt. Ich bin und wir sind geprägt von Gemeinden, von Schemas (Schemen? Schemata?) wie ein Gottesdienst abläuft, von Strukturen wie sie immer waren, von der oftmals gewollten Passivität in Gemeinden. Ist doch auch ganz schön, eifach zuhören zu können. Ich hör selbst ganz gern guten Predigten zu. Da einen guten Mix oder eine gute Form von Kirche zu finden, ist herausfordernt aber besitzt auch extremen Reiz. Und es ist machbar, ich habe es ja selbst erlebt!!

Dienstag, Juli 04, 2006

Casa di Raupa

Da ich einen ruhigen Schlaf infolge meines Nachbars (Restaurant Casa d Italia) vergessen kann, darf ich hier die freudige Mitteilung machen: Ich, ja, ich!!! hab es geschafft, wireless zu installieren in unserer WG. Mein Vater hat mir freundlicherweise nach dem Schränke-zusammenbauen auch noch beim Internetzugang freischaufeln geholfen.
Wenn alles so wunderbar weiterläuft, werd ich jetzt vielleicht sogar meine e-mails beantworten und hier öfters mein Innerstes offenbaren.
Vor 2 Tagen hab ich einen Broccoli, den ich vor über 24h gekauft hatte, aus dem Kühlschrank genommen - und eine Raupe fiel heraus... natürlich völlig kalt. Aus Neugierde und Mitleid heraus hab ich sie "aufgebacken", und sie begann doch tatsächlich, sich wieder zu bewegen. Jetzt frisst sie und ich frage mich, ob wohl jemals ein Schmetterling daraus wird? Vielleicht sollte ich sie auch aussetzen und der Natur ihren Lauf lassen...