Sonntag, Juni 30, 2013

Ich bin ja total für den ÖV, aber es ist trotzdem cool

Meine Stadt ist berüchtigt für verstopfte Strassen und zuwenig Parkplätze. Ich versuchte es auch schon ein paar mal per Auto, aber man ist wirklich schneller mit dem Velo, fast egal wohin, jedenfalls zu Stosszeiten. Und was Parkplätze angeht, erlebe ich praktisch jeden Tag, wie Hotelgäste verzweifelt um Rat fragen, und wie Restaurant-BesucherInnen 20-40 Minuten zu spät ankommen, weil sie noch so lange am Parkplatz suchen waren.

Direkt neben meinem Haus hat es 5 Blaue Zone Parkplätze, ein wenig daneben nochmal 4. Alle sind praktisch immer besetzt. Und ständig fahren Autos in die enge Sackgasse hinein, in der Hoffnung, einen freien Parkplatz zu finden, nur um dann mühsam wenden zu müssen. Als Gianni eine Woche lang da war, wurden wir fit, weil wir immer fast 10 Minuten den Berg hochlaufen mussten, wo wir noch einen Blaue Zone Platz gefunden hatten..

Kürzlich besuchte mich meine Freundin, die immer unglaubliche Gunst, oder "Glück", hat. Ich dachte mir noch "bestimmt wird sie einen Parkplatz direkt neben meinem Haus haben", aber warnte sie schon mal, sie solle mich sonst bei ihrer Ankunft anrufen, so dass wir zusammen einen Parkplatz suchen gehen können. Und prompt: Gerade dann, als sie ankam, wurde der Parkplatz direkt an der Hausmauer frei.

Letzte Nacht war das grösste Stadtfest des Jahres. Von überall her kamen sie in Scharen, und sie kamen auch in Autos. Und parkierten alles zu. Ich lief kurz vor Mitternacht vom Bahnhof nach Hause und sah die vollen Parkplätze, plus all die falsch parkierten Autos.. und alle, die noch am suchen waren. Ich wusste, dass Gianni in etwa einer Stunde auch in Biel ankommen würde, mit dem Auto. Ich hatte ihm schon mehrmals gesagt, dass es schwierig werden würde.. aber plötzlich ging mir auf, dass ich besser nicht Schwierigkeiten prophezeie. Und ich fragte nach, ob es eigentlich ein Parkplatz-Reservations-System gäbe im Himmel? Ja, das sei vorhanden. Also reservierte ich einen der 5 Parkplätze vor meinem Haus, für in ungefähr 45 Minuten, am liebsten den direkt am Haus. Und dann ging ich schlafen. Als Gianni nach Hause kam, erwachte ich. Ging raus und fragte, wo er parkiert habe. Er sagte: "Rate mal" - "Grad hier?" - "Ja, der dritte in der Reihe, vor dem Haus".

Heute Morgen ging ich um 7.30 Uhr arbeiten. Die Hotelgäste erzählten mir, wie sie um Mitternacht herum während etwa einer Stunde verzweifelt versucht hatten, einen Parkplatz zu finden! Es sei unmöglich gewesen! (Das Hotel ist sozusagen mein Nachbarhaus... es handelt sich also um dieselben 5 Plätze..) Sie hätten vor dem Haus aufeinander gewartet, bis die letzten einen Platz gefunden hätten. Somit muss "Gianni's Parkplatz" bis äusserst kurz vor seiner Ankunft ständig besetzt gewesen sein.

Samstag, Juni 22, 2013

Warum ich meinen Job liebe


 Zum ersten: Wegen den Frauen und Männern, die auch hier arbeiten. Mit einigen wenigen arbeite ich nun schon das siebte Jahr zusammen. Wir waren auch schon mehr eine Einheit, aber dennoch liebe ich es jeden Tag, mit diesen verschiedenen Menschen zusammenzuarbeiten.

Zum zweiten: Der Gäste wegen. Manche sind gestresst, ungeduldig oder mühsam. Aber die meisten sind freundlich, dankbar, und wundervoll. Sie kommen hierher, um den Garten zu geniessen, oder um sich ein gutes Essen zu gönnen, oder weil es etwas zu feiern gibt. Jede Person ist einzigartig verschieden, und ich liebe es, jeden Tag oder jeden Abend wieder komplett andere Menschen zu sehen. Während der einfachen Handlung von Bestellung aufnehmen und dem Servieren derselben, läuft im Hintergrund ein Abtasten und Einschätzen ab: Wie ist diese Person drauf? Soll ich etwas zum Wetter fragen? Die Person duzen oder siezen? Einen Apfelsaft vorschlagen oder doch lieber ein gutes Glas Wein? Ist es dem Gast wichiger, prompt bedient zu werden, oder sucht er ein bisschen menschlichen Kontakt? Soll ich mich diskret abwesend anwesend verhalten beim Wein öffnen, oder ist dies der Moment, aktiv die Stimmung zu lockern?
Und die schönsten Momente: Wenn Gäste glücklich nach Hause gehen. Was sozusagen immer vorkommt. Und wenn ich nach 9 Monaten USA zurückkehre und Gäste sagen: Oh, schön, Sie sind wieder zurück!


Und drittens: Mein Betrieb. Jeden Tag höre ich unzählige Male: Es ist so schön bei ihnen! Das Essen war herrlich!!! Ein unglaubliches Haus! Wir verkaufen alles Sachen, hinter denen ich voll und ganz stehen kann. Bio-Essen, vom benachbarten Gemüsemarkt, vom Bio-Bauernhof, und wenn es weiter her ist, dann ist es meistens fair gehandelt. Der Koch kommt am Morgen in die Küche, und weiss noch nicht, was das Mittagsmenu sein wird. Er oder sie schaut zuerst einmal, was heute Frisches geliefert wurde. Die Abendkarte enthält keine Gerichte, die man überall bekommt und die alle wollen, sondern auch mal Fleischstücke, die nicht so begehrt sind, oder alte Gemüsesorten, deren Namen man noch nie gehört hat. Ja, wir haben Prosecco, aber wir empfehlen immer auch den Schaumwein vom Bio-Winzer vom See. Meine Chefinnen sind mir SOO zugeneigt. Ich bin unglaublich gesegnet mit meiner Arbeitsstellen, und wenn du auch so eine brauchst, dann receive my testimony! :-)

Donnerstag, Juni 20, 2013

Ein Tag aus dem Leben einer Kellnerin

Ein immer noch ziemlich warmer Tag, an dem es in einem Moment grau bewölkt und im andern wieder klar und sonnig-heiss ist. Zwischendurch tröpfelt es ein wenig. Angekündigt sind immer wieder mögliche Regenschauer und gegen Abend Gewitter, eventuell auch schon Mittags.

Als meine Chefin und ich um 11.30 Uhr die Tische aufdecken - wir haben 35 Reservationen, das heisst: drinnen komplett ausgebucht - ist es grau am Himmel, und es hat sogar ein paar Regentropfen. Wenn wir so die Tischsets, Servietten etc. rauslegen, dann sind die bald nass. Also machen wir alles für drinnen parat. Natürlich, punkt 12 Uhr, als die Gäste eintreffen, reisst die Wolkendecke auf und alle wollen nach draussen sitzen.

Ausserdem haben wir unablässig Telefonate von Leuten, die auch noch essen kommen wollen. Wir sagen ihnen klar und deutlich, dass wir im Fall von Regen keinen einzigen Tisch am Trockenen haben, und dass es ausserdem sowieso schon ausgebucht sei - sie können noch kommen, aber es wird lange Wartezeiten geben.

Nach wenigen Minuten sitzen an fast allen Tischen Leute, meistens Zweierpaare, aber hinten auch eine 12-er Gruppe. Alle haben nur eine Stunde Mittagspause und wollen bestellen. Meine Chefin und ich rennen: Alles draussen aufdecken, Tischset, Serviette, Gabel, Messer, Glas, Karaffe Wasser, Menukarte. Gleichzeitig bestellen die Gäste schon. Sie sind hungrig und werden ungeduldig. Wir rennen und tun, was wir können. Zwischendurch immer noch Tropfen vom Himmel.

Als es ganz besonders hektisch ist, stehe ich am Tisch einer jungen Mutter, und nehme ihre Bestellung auf. Da ruft der Mann vom Nebentisch, der spontan noch eingetrudelt ist und nicht mal gefragt hat, ob es noch Platz hat, zu mir herüber: "Wir nehmen dann noch zwei Cola Zero, einmal mit Eis ohne Zitrone, einmal mit Eis und Zitrone". Ich bin ein bisschen irritiert, da ich ja eigentlich gerade bei der Frau am Bestellung aufnehmen bin, aber rufe zurück "ja, ist gut". In diesem Moment kommt eine Frau vom hintersten Tisch hergelaufen und herrscht mich an: "Sie, ich warte immer noch auf mein Getränk und mein Essen! Meine Kollegin isst schon!! Kann ich noch mein Getränk und mein Essen haben?!!". Genau jetzt bin ich mir bewusst, dass in genau diesem Moment mindestens noch 4 Tische auf ihre Getränke warten und gerne das Essen bestellen möchten, dass ich noch zwei Tische aufdecken muss, und dass in der Küche bereits warme Suppe bereitsteht für zwei Tische. Ich sage der Frau, dass es mir leid tut, aber dass ihre Kollegin ja Suppe und Salat bestellt hat, und dass wir nomalerweise die Salate zusammen bringen, dass sie darum jetzt noch nichts hat, weil sie keine Suppe hat. Aber ich bringe es sofort. Die Frau ist wieder genervt: "Nein, ich nehme meinen Salat immer mit dem Hauptgang zusammen!!". ok.... nun sind mir die Tränen in den Augen und ich beginne zu zittern... Ich rennen ins Haus, und meine Chefin fragt mich: "Was kann ich tun?" - Ich weiss es nicht, ich weiss es nicht, ich weiss es nicht. Da geht die Chefin zu der Frau an den Tisch und fragt sie energisch, was ihr eigentlich einfalle, mich so zu behandeln. Später bringe ich der Frau ihr Getränk, und sie fragt nun mich, warum denn meine Chefin sie so angeherrscht habe... Ich schwanke zwischen einer Erklärung, warum sie heute ihr Getränk nicht gerade sofort erhalten hat, sondern ein paar Minuten warten musste, und einer Entschuldigung, dass ich sie warten liess. Da sagt sie mir: "Wissen Sie, ich bin hier oft zu Gast, und bis jetzt kam das immer grad prompt". Ich entschuldige mich freundlich und gehe zum nächsten Tisch. Ich sage ihr nicht, wieviele Jahre ich schon hier arbeite und wieviele Mittage ich schon gemacht habe... und später erfahre ich von meiner Chefin, dass es gerade DIESE Frau war, die noch unbedingt essen kommen wollte, obwohl ausgebucht war, und dass meine Chefin DIESER Frau gesagt hatte, sie werde mit "sehr langen" (!) Wartezeiten rechnen müssen.          ... was kann man da noch machen ...

Wir schwimmen und schwimmen, und versuchen nicht zu ertrinken, und dann kommt der Regen und alle stürzen ins Haus. Gleichzeitig läutet es aus der Küche, die Hauptgänge sind bereit, und die Gruppe bestellt Kaffee und Dessert. Wir haben kein sauberes Besteck mehr, ich muss nach draussen rennen und das verregnete holen, damit die Gäste, die unbedingt draussen essen wollten, jetzt ihren Hauptgang im Trockenen geniessen können. Und genau diese Gäste rufen mir, während ich für sie renne, zu: "Können wir bitte noch Brot haben?", "Es fehlen noch die Servietten", "Können Sie uns die Wasserkaraffe nochmal auffüllen?"

Als endlich alle weg sind, und ich etwas essen könnte, habe ich einen Berg Geschirr und Besteck zum abwaschen, trocken und polieren. Draussen scheint die Sonne, und es kommen schon die ersten Nachmittagsgäste für Kaffee und Kuchen, Antipasti und Eistee. Ich gebe der Küche Bescheid, dass ich heute leider nicht essen kann, und bereite zwischen zwei Ladungen Abwasch einige Teller Kuchen zu.

Nun bin ich endlich zuhause, und in einer Stunde gehe ich schon wieder in den Abendservice. Besser, endlich mal etwas zu essen.....

Dienstag, Juni 18, 2013

über Würde vs. Prüde, Sexyness vs. Attraktivität, und über's Menschsein

Gestern beim Wäsche falten, genauer gesagt beim Unterwäsche falten, kam ich ins Nachdenken. Ich hatte immer mehr oder weniger normale Unterwäsche getragen. Erst in meiner Zeit in den USA kam sogenannte Reizunterwäsche oder einfach Spitzenunterwäsche vermehrt in mein Bewusstsein.

Wohlgemerkt: Ich trug nicht Grossmutter's Unterhosen. Sondern solche, die ich persönlich schön, cool, stilvoll und angenehm fand. Aber einige Begegnungen in den USA liessen mich zweifeln, ob ich überhaupt eine normale junge Frau bin... besonders an den Bridal Showers, an denen ich war. Das ist ein Anlass, an dem eine verlobte Frau sich vor der Hochzeit noch mit all ihren Freundinnen trifft. Klassischerweise macht man da Spiele (Küchengegenstände, in Papiersäcken verpackt, erraten), und alle Gäste bringen möglichst schöne bzw. sexy - hier verschiebt sich eben schon der Begriff für "schön" - Unterwäsche mit für die angehende Braut.

Bei diesen Bridal Showers war ich selbst auch bereits verlobt. Und bereitete mich auf die Hochzeit vor. Ich fragte vorsichtshalber mal beim zukünftigen Bräutigam nach, was er sich denn so wünsche im Bezug auf meine Unterwäsche. Er hatte aber nicht wirklich Wünsche oder Gedanken dazu. Ich hingegen hatte tausend Gedanken, die rasten. Gianni und ich gehen im Bereich der Sexualität einen wunderschönen, vertrauenbauenden, ehrenden Weg. Wir freuen uns aneinander und auf unsere Ehe, logischerweise gerade auch im Bezug auf Sexualität. Ich fühle mich freigesetzt neben ihm, und ganz als Frau. Gerade deshalb ist es für mich umso komischer, plötzlich von der Umwelt in eine Box gepresst zu werden: Verpackte Schwingbesen und Kochlöffel erraten? Pinke String-Tangas erhalten? Wirklich?? Das als Einstimmung auf die Hochzeit und Ehe, von den besten Freundinnen? Nein danke. Selbst führte ich keine Bridal Shower durch, und wenn, dann hätte sie anders ausgesehen. In mir begann etwas weh zu tun.

Aber ich begann, auch mehr Unterwäsche in diese Richtung zu kaufen. Obwohl ich von meinem zukünftigen Mann keinen Druck dafür spürte (das wäre ja sowieso eine red flag). Mehr und mehr jedoch fühlte ich mich unwohl und nicht ganz mich, wenn ich sie trug. Ich las auch Artikel über das Geschäft, in dem ich all das gekauft hatte (V*** Geheimnis).

Gleichzeitig will ich schön aussehen. Und ich sehe schön aus. Will ich sexy aussehen? Ich will vor allem begehrt werden, und zwar von meinem zukünftigen Mann. Und wir begehren uns. Weil wir uns lieben.

Heute war ich dann an der Aare in Bern, und merkte, dass ich mir dringend einen neuen Bikini kaufen muss für diese Saison. Ich hatte bisher nie ein grosses Problem mit Bikinis. Aber so ganz wohl war mir nie, besonders, wenn andere Männer herum waren. Und ganz besonders, wenn Gianni nicht dabei war.

Und nun entdeckte ich per Zufall dieses Video einer jungen Frau, in dem sie die Geschichte von Badebekleidung von Frauen erzählt, und Studien zitiert, die gezeigt haben, dass wenn Männer Frauen in Bikinis anschauen, dass dann die Gehirnregionen aktiviert sind, die normalerweise beim anschauen von Objekten aktiviert sind. Die Gehirnregionen jedoch, die aktiv sind, wenn sich Männer mit anderen Menschen unterhalten und auseinandersetzen, waren komplett inaktiv. Das Video erzählt noch mehr. Aber ich begann mich zu fragen, was ich denn um Himmels Willen sonst anziehen soll??? Da gab die junge Frau gerade die Antwort darauf. Sie hatte sich nämlich selbst diese Frage gestellt. Und eine eigene Kollektion von Schwimmanzügen entworfen. Es ist das mit Abstand teuerste Badekleid, das ich mir je bestellte. Aber noch nie habe ich 100.- mit solcher Erleichterung ausgegeben.

Frauen, wir sind schön! Wir sind attraktiv!!

Dienstag, Juni 11, 2013

11.6.2003 - 11.6.2013



Zehn Jahre sind es her. 10 Jahre. Vor zehn Jahren verabreichte ein demokratischer Rechtsstaat einem unschuldigen Mann tödliches Gift, unter polizeilicher Aufsicht. Die zwei Jahre vorher hatte ich mit diesem Mann eine Brieffreundschaft gepflegt, und mehr und mehr über seinen Fall herausgefunden. Andere UnterstützerInnen und ich hatten Geld gesammelt, kamen im Lokalfernsehen und in einer grossen Tageszeitung, hatten einen amerikanischen Ermittler engagiert und bezahlt, und dieser hatte unglaubliche Beweismittel gefunden. Aber es war zu spät. Am 11.Juni 2003 stand ich um 18 Uhr in der texanischen Hitze vor einem roten Backsteingebäude, beobachtet von schwer bewaffneten Polizisten, und versuchte, die Mutter dieses Mannes festzuhalten, während sie zusammenbrach. Ihr Sohn kämpfte in diesen längsten und schlimmsten Minuten meines Lebens um Luft, aber all seine Muskeln waren gelähmt, so dass er langsam erstickte.Wir holten seine persönlichen Sachen ab, fuhren mehrere Stunden lang nach Houston, wo ich ein Sandwich essen ging. Am nächsten Morgen fuhren wir zur Aufbahrungshalle, wo sein Körper lag. Danach weiter zum Flughafen. Ich flog weinend nach Hause.

Ich erlebte unglaubliche Unterstützung von FreundInnen, Bekannten, aber auch völlig Unbekannten. Anteilnahme, finanzielle Unterstützung für Kia's Familie und für meinen Flug, und unzählige Gebete. Kia bleibt vermisst, auch wenn es ihm jetzt gut geht. Es war nicht so gedacht von Gott, als Er ihn schuf. Ist die Ungerechtigkeit irgendwann vorbei und man geht zum nächsten Kapitel?

10 Jahre, aber der Schmerz ist nicht weniger geworden.

TXTX - spoken word
11.6. - das Lied



Sonntag, Juni 09, 2013

Gedanken über Tod und Leben, und über Himmeltransporte

Ich hasse den Tod. Ich benutze sonst selten so drastische Worte, weil ich so vieles liebe. Aber der Tod nimmt einem Menschen fort, bringt ein Fehlen in die Welt, und ist schlicht unnötig. Wir müssen nicht durch die Tür des Todes, um in den Himmel zu gelangen. Wir sind bereits an himmlische Örter versetzt. Der Fluch fiel auf Jesus, und Jesus stand von den Toten auf und ist das ewige Leben. Das in uns lebt.

Anyway. Ich lesen von schrecklichen Unfällen und leide schrecklich darunter, dass es noch nicht viel mehr Totenauferweckungen gibt. Oder noch besser: Dass es gar nicht mehr zu Unfällen und Krankheiten kommt. Aber solange es dies alles gibt, gilt Matthäus 10,8: Heilt die Kranken, weckt die Toten auf, treibt Dämonen aus, reinigt die Aussätzigen.

Unzählige, unsortierte, noch nicht durchgedachte Gedankensplitter.... könnte es mehr Auferstehungen geben, wenn wir aufhören würden, den Tod als Freund zu betrachten? "Sie wurde von ihren Leiden erlöst". Ich verstehe, dass eine Person, die gestorben ist, nun nicht mehr leidet und es im Himmel super hat. Aber der Tod erlöst nie. Klar, die Schmerzen hören auf, aber das ist, weil die Person jetzt im Himmel ist. Der Tod selbst ist nicht der Erlöser. Jesus ist der Erlöser. Und wir sind befähigt worden, den Himmel auf die Erde zu bringen.

Eine junge Frau, Elizabeth, ging drei Jahre lang mit mir in dieselbe Klasse in Redding. Sie verlor beide Elternteile, einen davon an Suizid. Heute ist sie eine der feurigsten Personen, die ich kenne. Aktuell ist sie gerade in einer grossen amerikanischen Stadt, wo sie mit ihrem Team das tut, wozu wir alle befähigt und bevollmächtigt sind. An einem Morgen in der U-Bahn trafen sie einen jungen Mann, der verkatert war vom Vorabend. Nach einem Gebet verschwanden alle Symptome. Das Team prophezeite dann die ganze restliche Fahrt Worte der Hoffung und Ermutigung über ihn. Später gingen sie in ein Spital zur Notfallaufnahme, wo Leute zum Teil mehrere Stunden lang (oder die ganze Nacht..) auf Behandlung warten. Elizabeth hatte ein Wort der Erkenntnis für Nervenbeschwerden im Rücken. Sie fragte eine Frau, ob sie das habe. Die Frau stand überrascht auf und bejahte. Elizabeth fragte, ob sie für sie beten könne. Die Frau verneinte entschlossen. So sagte Elizabeth ihr, dass jetzt, während das Team hinausging, eine Wärme in den Rücken der Frau kommen werde, und alle Schmerzen weggehen würden. Dann lief sie hinaus. Als sie bei der Tür war, schrie die Frau hinten im Raum: "Gott ist mit diesen Leuten! Mein Rücken ist warm und alle Schmerzen sind weg!!". Danach holte diese soeben geheilte Frau Elizabeth und das Team zurück und zerrte sie zur Intensivstation, wo ihr junger Sohn lag, dem in den Kopf geschossen worden war. Die Rettungssanitäter hatten ihn reanimiert, aber es sah nicht gut aus. Elizabeth und das Team beteten, und wurden dann von Zimmer zu Zimmer gebracht, wo sie mehrere Leute heilten. Wie es dem jungen Mann weiter erging, wissen wir leider nicht.

Aber mein Punkt ist: Elizabeth ist eine wie du und ich. Ein Kind Gottes. Sie sagte einmal: Es ist besser, Gott 30 Sekunden lang zu glauben, als ihn 3 Stunden lang anzuflehen.

Warum werden manchmal Leute nicht geheilt oder sterben sogar? Ich weiss es nicht.

Aber was, wenn wir alle wissen und glauben würden, dass Jesus in uns lebt, wir das ewige Leben haben, und dass weder Krankheit noch Tod normal sind?

Die Dead Raising Teams von Tyler Johnson haben schon neun Auferweckungen erlebt seit 2006. Sie haben aber für Dutzende, wenn nicht Hunderte von Toten gebetet und dort keinen Durchbruch erlebt. War es das alles wert für die bisherigen 9 Erweckungen? Natürlich!! Ich bin SO motiviert, kontinuierlich für Kranke und Tote zu beten, dass Leben zurückkommt.

Ein anderer Bekanner von mir Brian Blount, ist ein "gewöhnlicher Geschäftsmann". Aber eines Tages hat er einfach angefangen, Worte der Erkenntnis auszuprobieren. Unzählige Male lag er völlig falsch! Unzählige! Aber je länger er das tat, umso öfter hatten die von ihm angesprochenen Leute tatsächlich die Krankheiten, die er fühlte/dachte. Und wurden geheilt. Manchmal in einem 20-Sekunden-Zeitrahmen im Burger King Drive-through. Heute berichtet er fast täglich von Heilungszeugnissen, die er unterwegs in seinem Alltag erlebt.

Vor zwei Tagen war ich am Bahnschalter, um meine Adressänderung zu melden. Es waren 8 Schalter offen, und etwa 15 Leute waren vor mir dran. Ich bemerkte, dass eine der Bahn-Angestellten eine Handgelenkschiene trug.... hmm....... Etwa 10 Minuten später wurde meine Nummer angerufen. Und ja, ich kam zu ihr an den Schalter. Sie war sehr zackig, gestresst. Kein Wunder, der Raum war VOLL von wartenden Leuten. Dementsprechend war ich auch gehemmt, Gebet anzubieten... aber während sie meine Daten im Computer eintrug, fragte ich sie, ob die Handgelenkschmerzen schlimm seien. Ja, sehr sehr schlimm!!!, sagte sie. Als sie mir meine Karte zurückgab und bereits die nächste Person aufrief, sagte ich ihr: "Ich bete, dass die Schmerzen in Ihrem Handgelenk komplett verschwinden. Jetzt gerade!". Während ich das sagte, spürte ich eine Welle von Gottes Gegenwart kommen... Sie schaute mich überrascht und erstaunt an, und sagte danke. Dann war schon die nächste Person da und ich weg. Ich habe keine Ahnung, ob irgendwas geschah. Aber hätte ich nicht gebetet, würde ich es bereuen. So, wie ich unzählige!! Gelegenheiten bereut habe und bereue. Es ist ein Weg, aber er macht Spass!