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Dienstag, Juni 11, 2013
11.6.2003 - 11.6.2013
Zehn Jahre sind es her. 10 Jahre. Vor zehn Jahren verabreichte ein demokratischer Rechtsstaat einem unschuldigen Mann tödliches Gift, unter polizeilicher Aufsicht. Die zwei Jahre vorher hatte ich mit diesem Mann eine Brieffreundschaft gepflegt, und mehr und mehr über seinen Fall herausgefunden. Andere UnterstützerInnen und ich hatten Geld gesammelt, kamen im Lokalfernsehen und in einer grossen Tageszeitung, hatten einen amerikanischen Ermittler engagiert und bezahlt, und dieser hatte unglaubliche Beweismittel gefunden. Aber es war zu spät. Am 11.Juni 2003 stand ich um 18 Uhr in der texanischen Hitze vor einem roten Backsteingebäude, beobachtet von schwer bewaffneten Polizisten, und versuchte, die Mutter dieses Mannes festzuhalten, während sie zusammenbrach. Ihr Sohn kämpfte in diesen längsten und schlimmsten Minuten meines Lebens um Luft, aber all seine Muskeln waren gelähmt, so dass er langsam erstickte.Wir holten seine persönlichen Sachen ab, fuhren mehrere Stunden lang nach Houston, wo ich ein Sandwich essen ging. Am nächsten Morgen fuhren wir zur Aufbahrungshalle, wo sein Körper lag. Danach weiter zum Flughafen. Ich flog weinend nach Hause.
Ich erlebte unglaubliche Unterstützung von FreundInnen, Bekannten, aber auch völlig Unbekannten. Anteilnahme, finanzielle Unterstützung für Kia's Familie und für meinen Flug, und unzählige Gebete. Kia bleibt vermisst, auch wenn es ihm jetzt gut geht. Es war nicht so gedacht von Gott, als Er ihn schuf. Ist die Ungerechtigkeit irgendwann vorbei und man geht zum nächsten Kapitel?
10 Jahre, aber der Schmerz ist nicht weniger geworden.
TXTX - spoken word
11.6. - das Lied
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