Ankunft am Freitagabend, 21 Uhr. Keine Ahnung, wo schlafen, keine Ahnung, wie in die Stadt reinkommen. Taxi undenkbar, Shuttle auch teuer, und öV? Niemand kann uns helfen. Wir nehmen einen Shuttlebus zur Autovermietung und fragen den Busfahrer nach der Metro. Er antwortet, er sei früher Busfahrer gewesen für die öffentlichen Busse!! Perfekt. So laufen wir mitten im Nirgendwo durch die Dunkelheit und warten auf einen Bus. Im Bus sind wir die einzigen Weissen. Beim Umsteigen müssen wir fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Wir haben keinen blassen Schimmer, wo wir sind. Mit uns warten zwei Afroamerikaner. Nach wenigen Minuten sind wir alle fünf am beten :-) Mein Begleiter hat das Gefühl, er solle einem der Männer ein bisschen Geld geben. Als er das tut, weint der Mann fast: Soeben habe er die einzigen 4 Cents, die er noch besass, ins Opfer der Kirche gegeben!! Er hatte kein Essen mehr zuhause. Jetzt kann er Essen kaufen gehen. ....wir fahren mit den beiden eine weitere Stunde durch LA; der eine der beiden predigt uns nonstop zu und zwischendurch lässt er ein prophetisches Wort über uns fallen, das voll zutrifft.
Um halb 2 haben wir noch nichts zum Schlafen gefunden. Wir sind mitten in Hollywood. Um uns herum sind halbnackte, betrunkene junge Frauen, ganze Gruppen rappender Jungs, und zwischendurch brausen Polizeiautos heran, Polizisten stürmen an uns vorbei und verhaften eine ganze Gruppe Jugendlicher. Es fahren keine Busse mehr und hier hat es nur teure Hotels. Schliesslich nehmen wir halt so eines.. Um 7 Uhr laufen wir los, 20 Minuten zur nächsten Bushaltestelle. Dann fahren wir 25 Minuten auf dem Sunset Boulevard und laufen zum Dreamcenter. Wir treffen einen der Hauptleiter dort, 24-jährig. Er kam als 17-jähriger direkt vom Jugendgefängnis dorthin, mit Drogenproblemen. Dort lernte er Jesus kennen, und heute leitet er das Programm "Adopt-a-block". Jeden Mittwoch und Samstag fahren mehrere Busse in die ganze Stadt, um Essen zu verteilen und den Menschen praktisch zu dienen. Am Sonntag können Leute aus allen armen Stadtteilen für Frühstück, Gottesdienst und Mittagessen zum Dreamcenter fahren; sie werden mit den Bussen abgeholt. Täglich fahren Busse zum "Skid Row" und verteilen um die 300 Mahlzeiten. Im Dreamcenter selbst leben Hunderte von Familien und alleinerziehenden Müttern, die sonst obdachlos wären. Ausserdem leben dort Dutzende von Männern und Frauen, die einen Drogenentzug und Rehabilitation machen, sowie Teenager für dasselbe. 40% der Angestellten sind Absolventen von so einen Programm! Ich traf mehrere Gruppen- und EinsatzleiterInnen Anfang 20, die als Jugendliche in so ein Programm kamen und die heute komplett verändert sind.
Wir liefen den ganzen Tag bei allem möglichen mit, sprachen in Long Beach, einer der ärmsten Gegenden von Los Angeles, mit Leuten, die dort wohnen. Ich unterhielt mich lange mit einer 29-jährigen Frau, die eine fast zweijährige Tochter bei sich hatte. Vor wenigen Wochen wurde sie obdachlos, weil ihr bei ihrem Job Stunden gekürzt wurden. Sie wohnt jetzt auch im Dreamcenter und spart Geld, um Sozialarbeit studieren zu können.
Wir trafen uns mit allen möglichen Leiterinnen und Leitern, um herauszufinden, wie sie das alles machen. Wir wollen hier in Redding unsere Outreach-Sachen auf ein neues Level bringen. Vielleicht bin ich nächstes Jahr ein Teil davon.
Das Dreamcenter hat eine unglaubliche Geschichte!!! Unglaublich!!!!!!!! Es begann klein, mit einem grossen Traum, und wurde schnell riesig und wird ständig grösser. Wo immer ein Bedürfnis auftaucht, wird sofort gehandelt, auch wenn es zuerst unmöglich aussieht. Sie sind extrem treu und sehr exzellent in dem, was sie tun, und bekommen bei Gott und der Stadt viel Gunst.
Die Haustür von Aimee Semple McPherson!