Ein Foto der Hinfahrt...
Die Rückfahrt: Warschau - Biel/Bienne:
Warschau - Poznan:
Zuerst probieren wir während 30 Minuten, auf einer Tankstelle einer Stadtautobahn im Norden Warschaus einen Ride zu finden. Nichts... wir stellen uns sogar fast auf die Autobahn selbst...
Danach fährt uns Sylwia zu einer Autobahnauffahrt westlich Warschaus. Gemäss einer Tramper-Homepage gibt es dort eine gute Chance. Dort angekommen sehen wir, dass es für Autos kaum eine Möglichkeit gibt, anzuhalten. Aber an der Ampel sind zwei Aufkleber eines Tramp-Rennens.... also waren schon andere vor uns da - und sind es jetzt nicht mehr: Hoffnung! Wir warten fast 1 Stunde in der Kälte, dann hält tatsächlich einer mitten auf der Strasse an und fährt uns mit 160 km/h auf eine Raststätte kurz vor Poznan - das ist etwa die Hälfte der Strecke bis Berlin. Yeah! Der Fahrer ist Pole, und er kam gerade aus Marokko zurück. Er reist sehr viel und spricht ziemlich gutes Englisch.
Poznan - Berlin:
Aufgrund kaum mehr vorhandener Sprachkenntnisse stellen wir uns einfach mit "Berlin"-Schild hin. Einige Fahrer halten an und sagen uns, es täte ihnen sehr leid - sie fahren nach Berlin, aber seien schon voll... oh, berührend, dass sie extra anhalten!!! Tatsächlich scheinen viele von den Ferien nach Hause zu fahren (6.1. = Feiertag in Polen und in Süddeutschland). Trotzdem hält bald ein Deutscher an, der mit seinem Sohn auf der Rückreise von Warschau ist. Er fährt uns bis Berlin Michendorf und erzählt SEHR VIEL von seiner Arbeit. Das ist zwar wirklich spannend (ich weiss nun alles über den Gotthard-Basistunnel und diverse Minenprojekte in Kasachstan, China und den Spitzbergen), aber mit der Zeit werde ich etwas müde....
Berlin Michendorf - Halle:
Trotz wenig Verkehr auf Michendorf bzw. vor allem lokalem Verkehr (darunter ein netter Polizist und einige sehr unangenehm aussehende Männer) finden wir schnell eine Mitfahrgelegenheit mit einem BWL-Studenten.
Halle - "Fränkische Schweiz" /Bayreuth/Nürnberg:
Sehr schnell kommen wir weiter von dort. Wir treffen einen anderen Autostopper, der bloss noch von der Raststätte nach Halle muss, und er rät uns, vor dem Burger King Leute zu fragen. Nach wenigen Minuten hält ein Auto mit "N"-Kennzeichen, und es ist sogar nur eine Person darin, und auch kein Gepäck zu sehen (Wir sahen SO VIELE Autos, die vollgepackt waren oder voller Leute waren...). Er nimmt uns gerne mit, geht aber zuerst noch einen Burger essen. Kein Problem. Danach verbringen wir 2-3h mit ihm im Auto. Er ist Musiker, hat eine Band, seine Freundin ist in Brandenburg. Somit unterhalten wir uns über Musik, Konzerte, Erfolgsaussichten, und Fernbeziehung. Um 22 Uhr erreichen wir die Raststätte Fränkische Schweiz, wo es ein Hotel hat. Unser Fahrer fährt uns noch über die Brücke auf die andere Seite zum Hotel. Wir sind überglücklich und checken ein, beziehen unser sauberes und erstaunlich ruhiges Zimmer, gehen noch etwas essen (wir sind die einzigen in der ansonsten völlig leeren Raststätte) und schlafen dann tief und fest.
Fränkische Schweiz - Bruchsal/Karlsruhe:
Wieder ein langer Ride! Zuerst duschen wir ausführlich - was für ein riesiger Unterschied zu einer durchgemachten Tankstellen-Nacht! - und essen gemütlich Frühstück. Wir laufen gemütlich auf die andere Seite der Autobahn und warten auf Fahrer. Nach einer halben Stunde oder so kommt ein Auto mit Chemnitzer-Kennzeichen. "Wenn der uns mitnimmt, wird es eine lustige Unterhaltung für mich", sage ich zu Gianni. Und so kommt es. Für die nächsten 280km höre ich reinstes sächsisch, und erfahre allerlei über die Bundeswehrkarriere unseres Fahrers. Er war auch in den Ferien in "Kübo". Was? Wo? "Kübo". Hmmm, kenne ich nicht. Ahhhh, Kuba!!!!!
Bruchsal - Schau ins Land /Freiburg Nord:
Wir haben riesen Hunger und wollen unbedingt was essen!!! Also packen wir Brot und Käse aus, aber da spricht uns schon ein Mann an, wo wir denn hin wollen? Und kurz darauf sitzen wir in seinem Auto und fahren mit knurrendem Magen 155km nach Süden. Unser Fahrer entpuppt sich anfänglich als äusserst interessante Person. Er war in den 60ern ein hohes Tier bei IBM und entwickelte das Internet mit.... e-mailte schon 1968 um die Welt. Spannend! Später aber drückt immer mehr die pessimistische Weltsicht durch.... er will uns weismachen, dass Bürgerkriege ein gutes Mittel gegen Überbevölkerung seien, und dass wir JA NIE Kinder haben sollen.... Hmm. Ich schätze seine Gedanken zur Welt, aber da ich das Ewige Leben namens Jesus in mir habe, sehe ich die Dinge natürlich etwas anders..
Freiburg - Pratteln:
Nun wollen wir aber wirklich essen. Wir verstecken uns ein wenig um die Ecke und essen endlich unsere Sandwiches (für einmal nicht vegan für mich, da meine Einkaufsmöglichkeiten äusserst limitiert waren...). Es hält ein Auto mit Zürich-Nummernschild. Darin zwei Leute, ein Hund, und unendlich viel Gepäck. Wir fragen sie nicht mal, so aussichtslos ist es. Aber sie schauen die ganze Zeit zu uns hin. Schliesslich fragt die junge Frau uns, wohin wir möchten. Und räumt dann das ganze Auto um und bugsiert den armen Hund bei ihrem Sitz vor ihre Füsse..... Sie sind auf der Rückfahrt von Schweden! Sie macht die Lehre zur Bäuerin auf einem bio-dynamischen Hof, und er arbeitet im Sommer als Alphirte. Sehr nette Leute.
Pratteln/Basel - Deitingen/Solothurn:
Nun sind wir in der Schweiz! Was für ein Gefühl! Ich spreche die FahrerInnen in berndeutsch an, herrlich. Weiter drüben sehen wir einen Car, der zum Unternehmen meines Onkels gehört. Ob wir wohl mitfahren könnten? Aber da fahren sie schon ohne uns davon. Kurz darauf finden wir einen äusserst netten, interessanten jungen Mann, der extra für Gianni ins englische wechselt und mit dem wir sehr coole und interessante Gespräche haben über Ernährung, Ehe und Vaterschaft.
Deitingen-Biel:
Fast zuhause! Wir brauchen nur noch ein Auto, das jetzt von dort nach Biel fährt..... die Raststätte ist praktisch leer, und niemand kommt tanken (siehe Bild). Wir könnten easy eine Fahrt nach Bern kriegen, und von dort den Zug nehmen. Aber lieber probieren wir es noch mit Autostop. Plötzlich hält ein Auto vor uns an. Ich will mich der Beifahrertür nähern, doch der Fahrer, der am Telefon ist, fuchtelt wild mit den Armen und deutet mir, noch zu warten. Also warte ich. Als er dann das Fenster öffnet und fragt, wohin wir wollen, ruft er "Vous avez de la chance, je vais à Bienne!" und sagt uns auf französisch, wir sollen schnell einsteigen. Er ist der speziellste aller Fahrer der ganzen Reise... er raucht nonstop, spricht schnelles Französisch, und erzählt nonstop seine Meinung über alles... ich sage eigentlich nur "Oui....... oui...... ......ouai...... je vois........ c'est vrai?..... ouai.... absolument.......". Wenige Meter von unserer Haustür entfernt steigen wir aus! Es ist 20 Uhr, und wir sind überglücklich!










