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Donnerstag, Januar 09, 2014

Die Rückfahrt: Warschau - Biel/Bienne

 Ein Foto der Hinfahrt...


Die Rückfahrt: Warschau - Biel/Bienne:

Warschau - Poznan:
Zuerst probieren wir während 30 Minuten, auf einer Tankstelle einer Stadtautobahn im Norden Warschaus einen Ride zu finden. Nichts... wir stellen uns sogar fast auf die Autobahn selbst...
Danach fährt uns Sylwia zu einer Autobahnauffahrt westlich Warschaus. Gemäss einer Tramper-Homepage gibt es dort eine gute Chance. Dort angekommen sehen wir, dass es für Autos kaum eine Möglichkeit gibt, anzuhalten. Aber an der Ampel sind zwei Aufkleber eines Tramp-Rennens.... also waren schon andere vor uns da - und sind es jetzt nicht mehr: Hoffnung! Wir warten fast 1 Stunde in der Kälte, dann hält tatsächlich einer mitten auf der Strasse an und fährt uns mit 160 km/h auf eine Raststätte kurz vor Poznan - das ist etwa die Hälfte der Strecke bis Berlin. Yeah! Der Fahrer ist Pole, und er kam gerade aus Marokko zurück. Er reist sehr viel und spricht ziemlich gutes Englisch.

Poznan - Berlin:
Aufgrund kaum mehr vorhandener Sprachkenntnisse stellen wir uns einfach mit "Berlin"-Schild hin. Einige Fahrer halten an und sagen uns, es täte ihnen sehr leid - sie fahren nach Berlin, aber seien schon voll... oh, berührend, dass sie extra anhalten!!! Tatsächlich scheinen viele von den Ferien nach Hause zu fahren (6.1. = Feiertag in Polen und in Süddeutschland). Trotzdem hält bald ein Deutscher an, der mit seinem Sohn auf der Rückreise von Warschau ist. Er fährt uns bis Berlin Michendorf und erzählt SEHR VIEL von seiner Arbeit. Das ist zwar wirklich spannend (ich weiss nun alles über den Gotthard-Basistunnel und diverse Minenprojekte in Kasachstan, China und den Spitzbergen), aber mit der Zeit werde ich etwas müde....

Berlin Michendorf - Halle:
Trotz wenig Verkehr auf Michendorf bzw. vor allem lokalem Verkehr (darunter ein netter Polizist und einige sehr unangenehm aussehende Männer) finden wir schnell eine Mitfahrgelegenheit mit einem BWL-Studenten.

Halle - "Fränkische Schweiz" /Bayreuth/Nürnberg:
Sehr schnell kommen wir weiter von dort. Wir treffen einen anderen Autostopper, der bloss noch von der Raststätte nach Halle muss, und er rät uns, vor dem Burger King Leute zu fragen. Nach wenigen Minuten hält ein Auto mit "N"-Kennzeichen, und es ist sogar nur eine Person darin, und auch kein Gepäck zu sehen (Wir sahen SO VIELE Autos, die vollgepackt waren oder voller Leute waren...). Er nimmt uns gerne mit, geht aber zuerst noch einen Burger essen. Kein Problem. Danach verbringen wir 2-3h mit ihm im Auto. Er ist Musiker, hat eine Band, seine Freundin ist in Brandenburg. Somit unterhalten wir uns über Musik, Konzerte, Erfolgsaussichten, und Fernbeziehung. Um 22 Uhr erreichen wir die Raststätte Fränkische Schweiz, wo es ein Hotel hat. Unser Fahrer fährt uns noch über die Brücke auf die andere Seite zum Hotel. Wir sind überglücklich und checken ein, beziehen unser sauberes und erstaunlich ruhiges Zimmer, gehen noch etwas essen (wir sind die einzigen in der ansonsten völlig leeren Raststätte) und schlafen dann tief und fest.

Fränkische Schweiz - Bruchsal/Karlsruhe:
Wieder ein langer Ride! Zuerst duschen wir ausführlich - was für ein riesiger Unterschied zu einer durchgemachten Tankstellen-Nacht! - und essen gemütlich Frühstück. Wir laufen gemütlich auf die andere Seite der Autobahn und warten auf Fahrer. Nach einer halben Stunde oder so kommt ein Auto mit Chemnitzer-Kennzeichen. "Wenn der uns mitnimmt, wird es eine lustige Unterhaltung für mich", sage ich zu Gianni. Und so kommt es. Für die nächsten 280km höre ich reinstes sächsisch, und erfahre allerlei über die Bundeswehrkarriere unseres Fahrers. Er war auch in den Ferien in "Kübo". Was? Wo? "Kübo". Hmmm, kenne ich nicht. Ahhhh, Kuba!!!!!

Bruchsal - Schau ins Land /Freiburg Nord:
Wir haben riesen Hunger und wollen unbedingt was essen!!! Also packen wir Brot und Käse aus, aber da spricht uns schon ein Mann an, wo wir denn hin wollen? Und kurz darauf sitzen wir in seinem Auto und fahren mit knurrendem Magen 155km nach Süden. Unser Fahrer entpuppt sich anfänglich als äusserst interessante Person. Er war in den 60ern ein hohes Tier bei IBM und entwickelte das Internet mit.... e-mailte schon 1968 um die Welt. Spannend! Später aber drückt immer mehr die pessimistische Weltsicht durch.... er will uns weismachen, dass Bürgerkriege ein gutes Mittel gegen Überbevölkerung seien, und dass wir JA NIE Kinder haben sollen.... Hmm. Ich schätze seine Gedanken zur Welt, aber da ich das Ewige Leben namens Jesus in mir habe, sehe ich die Dinge natürlich etwas anders..

Freiburg - Pratteln:
Nun wollen wir aber wirklich essen. Wir verstecken uns ein wenig um die Ecke und essen endlich unsere Sandwiches (für einmal nicht vegan für mich, da meine Einkaufsmöglichkeiten äusserst limitiert waren...). Es hält ein Auto mit Zürich-Nummernschild. Darin zwei Leute, ein Hund, und unendlich viel Gepäck. Wir fragen sie nicht mal, so aussichtslos ist es. Aber sie schauen die ganze Zeit zu uns hin. Schliesslich fragt die junge Frau uns, wohin wir möchten. Und räumt dann das ganze Auto um und bugsiert den armen Hund bei ihrem Sitz vor ihre Füsse..... Sie sind auf der Rückfahrt von Schweden! Sie macht die Lehre zur Bäuerin auf einem bio-dynamischen Hof, und er arbeitet im Sommer als Alphirte. Sehr nette Leute.

Pratteln/Basel - Deitingen/Solothurn:
Nun sind wir in der Schweiz! Was für ein Gefühl! Ich spreche die FahrerInnen in berndeutsch an, herrlich. Weiter drüben sehen wir einen Car, der zum Unternehmen meines Onkels gehört. Ob wir wohl mitfahren könnten? Aber da fahren sie schon ohne uns davon. Kurz darauf finden wir einen äusserst netten, interessanten jungen Mann, der extra für Gianni ins englische wechselt und mit dem wir sehr coole und interessante Gespräche haben über Ernährung, Ehe und Vaterschaft.

Deitingen-Biel:

Fast zuhause! Wir brauchen nur noch ein Auto, das jetzt von dort nach Biel fährt..... die Raststätte ist praktisch leer, und niemand kommt tanken (siehe Bild). Wir könnten easy eine Fahrt nach Bern kriegen, und von dort den Zug nehmen. Aber lieber probieren wir es noch mit Autostop. Plötzlich hält ein Auto vor uns an. Ich will mich der Beifahrertür nähern, doch der Fahrer, der am Telefon ist, fuchtelt wild mit den Armen und deutet mir, noch zu warten. Also warte ich. Als er dann das Fenster öffnet und fragt, wohin wir wollen, ruft er "Vous avez de la chance, je vais à Bienne!" und sagt uns auf französisch, wir sollen schnell einsteigen. Er ist der speziellste aller Fahrer der ganzen Reise... er raucht nonstop, spricht schnelles Französisch, und erzählt nonstop seine Meinung über alles... ich sage eigentlich nur "Oui....... oui......  ......ouai...... je vois........ c'est vrai?..... ouai.... absolument.......". Wenige Meter von unserer Haustür entfernt steigen wir aus! Es ist 20 Uhr, und wir sind überglücklich!

Mittwoch, Januar 08, 2014

Biel - Warschau; die Hinfahrt

Unsere Autostop-Route: Schweiz: A5 - A1 - A2 - Deutschland: A5 - A6 - A9 - A10 - Polen: A2
Knapp 1'500km, 33 Stunden unterwegs, ca. 2-3h Schlaf.

Das Ziel ist, um 22 Uhr zu schlafen, und um 06 Uhr aufzustehen. Dann verschiebt sich alles ein bisschen.. um 09 Uhr laufen wir in Biel los. Es ist der 2. Januar, also immer noch ein Feiertag; und dementsprechend wenig Autos sind auf den Strassen. Etwa um 10 Uhr steigen wir an der Autobahnauffahrt in ein Auto.

Biel - Raststätte Pratteln, Basel:
Ein Bieler Fahrlehrer, auf dessen Homepage ich vor einigen Wochen Informationen zur Motorradprüfung durchgelesen hatte. Nun sind wir Duzis.

Raststätte Pratteln, Basel - Raststätte Renchtal, Karlsruhe:
Nach einiger Wartezeit hält ein deutscher Bautechniker, der auch Gedichtbände schreibt, an, und räumt sein Auto für uns um.

Raststätte Renchtal - Raststätte Bruchsal:
In Renchtal warten wir EWIG. Wir machen den Fehler, nicht sofort Leute an der Tankstelle zu fragen, weil wir auch alle Gäste des Rasthofes erwischen wollen. Somit stehen wir etwa 2h bei der Auffahrt, zeitweise im Regen. Gianni bleibt voller Hoffnung, während meine Frustration steigt. Endlich nimmt uns eine deutsche Psychotherapeutin mit bis zur nächsten, grösseren Raststätte.

Raststätte Bruchsal (A5) - Raststätte Hohenlohe (A6):
Auf Bruchsal treffen wir drei andere Autostopper. Somit müssen wir quasi warten, bis sie weg sind. Der einzelne junge Mann kommt schnell weg. Bleiben noch der Pole und die Polin, die auf dem Rückweg vom Taizé-Treffen in Strasbourg sind. Sie müssen die nächsten paar Hundert Kilometer genau dieselbe Strecke nehmen wie wir. Zum Glück kommen sie recht schnell weg, und dann haben auch wir schon einen Ride mit einem jungen Paar, das gerade am umziehen ist. Wir schaffen den psychologisch wichtigen Sprung um die Ecke auf die A6, welche in den Osten nach Nürnberg führt.

Raststätte Hohenlohe - Raststätte Kammersteiner Land / kurz vor Nürnberg:
Ein sehr sympatisches britisch-tschechisches Paar nimmt uns mit. Als ich ihn anspreche, sagt er sofort "sure!", und öffnet uns die Autotüre. Wir steigen ein, die Frau auf dem Beifahrersitz guckt etwas erstaunt aber freundlich, dann steigt er ein und erklärt ihr "Honey, these two need a ride to Nürnberg", und daraufhin unterhalten wir vier uns wunderbarst über Kulturen und Beziehung.

Raststätte Kammersteiner Land / kurz vor Nürnberg:
Es ist inzwischen nach 20 Uhr, dunkel, und wen treffen wir auf dieser betriebsarmen Raststätte? Die zwei Polen. Zuerst stehen wir alle vier draussen in der Kälte. Die zwei sprechen jeden Autofahrer, jede Autofahrerin an, während wir warten müssen.. Niemand nimmt sie mit. Der Pole erzählt uns, dass er schon mal die ganze Nacht auf einer Tankstelle warten musste, weil einem nachts niemanden mitnehme. Ich will das Negative nicht empfangen und bleibe voller Hoffnung.

Gegen Mitternacht setzen wir uns im Tankstellenshop auf zum Glück bequeme Sessel, und halten Ausschau nach spärlich ankommenden Autos. Wir kaufen ab und zu einen Tee, damit wir auch dort bleiben können.. Irgendwann schlafen einige ein. Wir wechseln uns ab im Wache halten. Zwischen 02 und 05 Uhr bin ich die einzige, die noch Hoffnung hat, und die hinausrennt, wenn zwischendurch mal ein einsames Auto kommt. Aber entweder fährt es in die Stadt hinein, ins Umland, oder nach Prag. Nur zweimal würde eines in unsere Richtung fahren, aber die wollen uns nicht mitnehmen.

Hinter uns sind Spielautomaten, und an denen sitzen die ganze Nacht spielsüchtige Lastwagenfahrer und ein Franzose, dessen schickes Auto draussen vor dem Fenster steht. Ich nicke auch ein paarmal ein, und dazwischen beobachte ich die zwei Tankstellenangestellten... der eine ist anscheinend auch spielsüchtig, und scheint Bier zu trinken... Ich gehe mal die Zähne putzen (jeder WC-Gang kostet 70 Cents) und setze meine Nachtspange ein.

Gegen 06 Uhr kommt langsam Betrieb auf. Die Polen schlafen; Gianni und ich packen unsere Sachen zusammen und stellen uns in die beissende Kälte draussen, wo kein Auto kommt. Endlich finden wir einen Ride! Ein Pole, der nach Südpolen fährt, könnte uns einige Raststätten weit mitnehmen!!! Aber dann realisieren wir, dass seine Route perfekt ist für unsere Freunde drinnen. Also gehen wir sie wecken, und überglücklich steigen sie kurz darauf ins Auto und sind weg. Wenig später haben auch wir einen Ride! Eine Familie (Mutter-Vater-Tochter), die nach Berlin fährt. Wir sitzen zuhinterst im Van, und immer wieder fallen uns die Augen zu und die Münder auf...

Raststätte Am Fichtenplan /Berliner Ring - Tankstelle bei Lodz, Polen:
Erstmal gehen wir Flammkuchen essen! Dann stehen wir in der Sonne und fragen die spärlichen Autos. Und tatsächlich: Eine englischsprachige Frau bittet uns, zu warten, läuft zu ihrem Van und ruft hinein "Ok guys, now you have to squeeze together!". Ich sehe, wie die Grossmutter ein genervtes Gesicht macht. Die zwei Mädchen sind ok mit uns, und der kleine Hund freut sich über neue Gesellschaft. Wir sitzen zuhinterst eingequetscht, und wenn wir nicht ausführlich mit der Mutter sprechen, schlafen wir immer wieder kurz ein und fotografieren einander, wenn dem andern wieder mal der Kiefer runterhängt.. Die Frau ist Polin, verheiratet mit einem Kalifornier, der mit dem ältesten Sohn in Nürnberg wohnt. Die zwei jüngeren Töchter hatten Mühe mit dem deutschen Schulsystem, nachdem sie aus Kalifornien hingezogen waren, und leben darum jetzt mit der Mutter im polnischen Lodz.... wow.

Tankstelle bei Lodz - Warschau:
Es ist dunkel und kalt, und mein Polnisch, das ich vor Jahren so gut konnte, ist spurlos verschwunden und durch Italienisch ersetzt worden. Einige Polen halten an und sagen etwas, das wir nicht verstehen, und fahren dann weiter. Ein streunender Hund will sich uns anschliessen. Ich bin müde und frustriert bzw. verunsichert... Wir sind irgendwo im Nirgendwo, und es ist stockdunkel.. Dann hält ein Autofahrer, der englisch spricht. Er fährt aber leider nur bis 30km vor Warschau in einen Vorort. Wir streunen weiter auf dem Parkplatz herum, hinter uns folgt uns der Hund.. Plötzlich hören wir, wie ein Auto schnell rückwärts fährt. Es ist der Mann von vorhin. Er bietet uns an, uns in seinem Vorort zum Bahnhof zu bringen, von wo aus es mit dem Zug noch 35 Minuten sind. Wir entscheiden uns schnell für diese Variante und steigen ein. Erleichterung pur!!!! Am Bahnhof kaufen wir ein Ticket, und da steht auch schon der Zug, in dessen Wärme wir wohlig nach Warschau wackeln.

Im Stadtzentrum werden wir von unseren Freunden mit einem uralten Auto, das es nur noch 5x in ganz Europa gibt, abgeholt. Ahhhhhh!!! Abendessen, Tee, und dann tiefer Schlaf.

Freitag, August 03, 2012

Nicht wie im Traum

Was für ein anstrengender Traum letzte Nacht: Ich war in Kalifornien, und hatte einen Flug von Florida nach Europa. Bloss: Wie nach Florida kommen? Zumal der Flug am nächsten Tag losging. Gepackt und Zimmer geputzt hatte ich auch noch nicht. Ich überlegte... Greyhound Bus? Nein, dachte ich, das ist doch viel zu langsam. Ich werde Autostop machen. Irgendwann wachte ich dann endlich auf und war froh, dass ich nicht so dumme Flüge buchen würde..

Ansonsten hält sich der Stress in Grenzen. Ja, ich versuche, noch eine gute internationale Krankenkasse zu finden, und andere so Sächelchen zu erledigen, und habe nur noch eine Handvoll Frei-Tage bis zu meinem Abflug in exakt einem Monat. Aber dafür konnte ich den badewannenwarmen Lago di Lugano aus-checken, und zum ersten Mal in diesem Jahr schwamm ich die Aare runter - 20 Grad warm!! Anschliessend mit dem besten Mann im Sous le Pont fein Znacht essen. What a life.

Dienstag, Juni 26, 2012

Reichtum im Kopf, Reichtum in den Händen

Seit einigen Jahren schon arbeite ich entweder nur teilzeit, um mehr Zeit daneben zu haben, oder ich spare möglichst jeden Franken, um z.B. in den USA zu studieren. Das ist ein konstantes "kein Geld haben". Oder nicht? Wie ist denn das mit Gott als meinem übergrosszügigen Versorger? Was ist der Armutsgeist, oder Waisengeist? Ich lerne immer mehr, von diesem "ich habe zuwenig"-Denken wegzukommen. Wann immer es schmerzt, Geld weggeben. Ha! Oder voller Freude Geld weggeben, und voller Freude Geld ausgeben.
Wenn ich im Bioladen um die Ecke einkaufe anstatt im Supermarkt, ist das dann Luxus, den ich mir nicht leisten sollte, oder ist es das normale Leben als Gottestochter? Wann immer mir in den letzten Jahren das Geld ausging, kam völlig überraschend neues rein. Ich will vernünftig mit dem Geld umgehen, es gut verwalten, aber ich will auch unvernünftig sein und mehr spenden, als theoretisch drinliegen würde. Ich hörte einmal "wenn du dir überlegst, ob du die 4.- in die Kollekte tun sollst, oder ob du dir damit einen Latte kaufst, dann hast du einen zu kleinen Gott" (John Crowder). Oder Georgian Banov, der mir so überzeugend die "eat all the cheese you want"-Botschaft vermittelte. Wer von den Wenigverdienern kennt das nicht: Du gehst einkaufen, und läufst am Regal mit dem Käse vorbei. Es hat all die wunderbaren, herrlich aussehenden Käse, und dann nimmst du den billigsten Normalokäse. Nun habe ich gelernt, und kaufe mir ab und zu einen Käse, egal was hinten auf der Etikette aufgedruckt ist..!

Anyway. Es ist ja meine Wahl, ob ich jetzt im Ich-kann-mir-alles-kaufen-Luxus lebe, oder ob es mein Luxus ist, jetzt sparsam zu leben und dafür dann neun Monate an der BSSM sein zu können. Aber ich will trotzdem nicht ständig in der "ich habe zuwenig"-Mentalität sein.

So auch mit Autostop. Zugfahren ist toll, aber mit dem Geld, mit dem ich im Monat schon nur nach Bern in den Gottesdienst fahre, kann ich in Redding einen Monat lang leben... oder so. Also ermöglicht mir Autostop, monatelang in Redding zu leben, und trotzdem nach Bern in den Gottesdienst gehen zu können. Oder habe ich jetzt einen zu kleinen Gott? Ich beschloss, den Zug zu nehmen, wenn ich mich nicht nach Autostop fühle, oder natürlich wenn es spät ist oder in Strömen regnet etc. Und glücklicherweise macht mir Autostop ja Spass.

Zum Beispiel am Sonntag, als ich ins Berner Oberland meinen Freund und andere FreundInnen besuchen ging. 15 Minuten Wartezeit in Biel, dann nahmen mich zwei junge Kurden mit bis zur Raststätte Grauholz. Dort wieder etwa 15 Minuten Warten, bis mich eine junge Deutsche auflud. Sie musste eigentlich nach Interlaken, aber fuhr dann für mich einen etwa einstündigen Umweg...!! Yes yes yes!

Zurück nahm ich dann den Zug. Und kaufte mir eine kalte Schoggi am Kiosk. Bäm.

Donnerstag, Oktober 13, 2011

Dieser Eintrag passt in viele Kategorien, trotzdem fällt mir kein Titel ein

Ich meinte ja bekanntlich, ich müsse mich bis gestern Mitternacht anmelden. Dann fand ich heraus, dass "Tuesday" nicht gleich "Thursday" ist. Somit war ich heute Morgen immer noch unangemeldet. Ich hatte einen Favoritentrip, nach LA, mit Obdachlosen und so, aber der war mir ein wenig zu teuer. Jedenfalls ging ich ins Fitnesscenter, zum ersten Mal. Dort traf meine Begleiterin eine Kollegin, die ich nicht kannte. Das Gespräch nahm 1000 Wendungen und plötzlich erwähnte sie, dass sie den Missionstrip nach LA co-leitet, und dass er supercool sei und genau richtig für "Social Justice"-People. Ha. Ich hab den nun als erste Wahl in meiner Anmeldung und schaue mal ob ich genommen werde...


Wir müssen einen Report über eine oder einen Revivalist schreiben. Ich wählte Dorothea Trudel, die in der Schweiz Heilungshäuser hatte im 19.Jahrhundert. Den Sommer durch hatte ich vergessen, mich um Bücher dafür zu kümmern, also bestellte ich auf gut Glück auf Amazon das einzige in den USA erhältliche Buch über sie. Heute ist es angekommen. Yippieh! "Asleep in Jesus" tönt super.



Auf dem Weg zur Schule fuhr ich mit dem Velo über einen zerdrückten Plastikschlauch. Meine Freundin neben mir rief "wäh, eine Schlange!". Tatsächlich, es war eine Schlange.. auf dem Rückweg traf ich dann auf dieses komische Tier. Was ist es??? Es sieht aus wie eine dieser exotischen Heuschrecken, die man im Papillorama betrachten kann. Ich verbrachte etwa 10 Minuten mit ihr. Sie wackelte hin und her und drehte immer den Kopf zu mir, wenn ich um sie herumlief. Wenn ich mich ihr näherte, hob sie ihre beiden Vorderbeine und fuchtelte.

Was auch auf dem Bild zu erkennen ist: Dass ich bald mal neue Schuhe kaufen sollte.

John und Carol Arnott sind in der Stadt! Was sind wir doch für Glückspilze! Letzte Woche die Freidzons aus Argentinien, und nun die Arnotts aus Toronto! Heute war Carol bei uns in der Schule. Sie hat so einen "Buzzer", einen Timer, der alle 10 Minuten piepst. Immer wenn er piepst, betet sie Gott an. Wenn sie mit jemandem im Gespräch ist oder so, halt nur in Gedanken, innerlich, kurz. Sie hat das von einem Arzt in Hamburg gelernt. Der hat das vor einiger Zeit angefangen. Heute sehen er und seine Kollegen regelmässig unheilbare Krankheiten übernatürlich verschwinden. Krebs im Endstadium und so. Ich will auch so einen Timer.

Eine lustige Geschichte: Kürzlich gab es ja Impartation von den Freidzons. Ich landete unter einer anderen Studentin, und die begann, auf französisch zu beten. Wunderschönes, reinstes Französisch. Ich dachte, wie cool, eine Französin! Ich hörte ihr dann aber bewusst nicht zu, weil ich ja nicht ihre privaten Gebete mitlauschen wollte. Als wir später aufstanden, sah ich auf ihrem Namensschild, dass sie Amerikanerin ist. Ich fragte sie "Do you speak french?" und sie VERNEINTE. Ich so: But you just prayed in french! Worauf sie sagte, sie habe in Sprachen gebetet, und schon einmal habe ihr jemand gesagt, ihr Sprachengebet töne wie französisch.
Hab ich schon die Zulu-Geschichte erzählt? Vermutlich ja. Aber nochmal: Meine Pastorin betete kürzlich auch in Sprachen, nach ihrer Predigt. Später kam ein 1st year Student aus einem afrikanischen Land zu ihr und sagte, sie habe in Zulu gebetet: "God, fill them with your Spirit".

Noch eine Geschichte:
Mein Bibleteacher war - wie viele sehr coole Leute - passionierter Autostopper in seiner Jugend. Als er jedoch zur Jugend gehörte, war die Zeit der Jesuspeople. Er war entschiedener NICHTchrist, wirklich bewusst und überzeugt. Aber plötzlich waren die einzigen Leute, die ihm Lifts gaben, ChristInnen. Und auf einer dieser Autofahrten bekehrte er sich. Später arbeitete er in San Francisco in einem Haus, das Obdachlose aufnahm. Eines Abends hatten sie einen indischen Pastor zu Gast. Er machte spontan, kurz nach seiner Ankunft, den Bibelabend. Ein obdachloses Paar kam an diesem Abend zum ersten Mal in dieses Haus und landete in der Bibelstunde. Am Schluss bekehrten sie sich. Der indische Pastor bat sie, ihre Namen aufzuschreiben, damit er weiterhin für sie beten könne. Sie schrieben ihre zwei Namen auf (sie waren nicht verheiratet). Als der Pastor ihre Namen las, lief er zu seiner Mappe rüber, zog einen Zettel heraus, und dort drauf standen ihre beiden Namen!! Er sagte, der Heilige Geist habe ihm vor drei Monaten diese Namen gegeben, damit er für sie beten könne. Wow!!!!

Alles ist möglich!

Sonntag, Juni 26, 2011

Eine Hanotter ist flotter

Schlaf ohne Unterbruch - Was für eine Wohltat! Wie fühle ich mich so frisch, so erholt! Die Ruhe des Emmentals. Wenn ich das nächste Mal in eine Wohnung einzuziehen beabsichtige, achte ich mich darauf, nicht gerade im ringhörigsten Zimmer direkt neben der Küche zu wohnen. Besonders, wenn alle MibewohnerInnen vor einem aufstehen.

Gestern also wollte ich um 10 Uhr nach Bern trampen. Es wurde halb 12, aber ich merkte dann auch, warum.. Kaum war ich eingestiegen, erzählte mir der Vater, der am Steuer sass, dass er und sein Sohn auf der Rückfahrt seien vom Jura, wo sie bei einem Heiler gewesen seien. Sein Sohn leide an einer Krankheit an den Füssen und gemäss Ärzten werde er nie normal laufen können. Der Sohn hat soeben die 4.Klasse in Serbien abgeschlossen und wohnt nun seit kurzem bei seinem Vater in der Schweiz, und muss nun noch deutsch lernen. In Bern angekommen, beteten der Vater (serbisch-orthodox) und ich (bssm-orthodox) zusammen für den Sohn. Es war so ein Moment der Nähe zu Vater Gott in diesem Auto.. wow.. ich spürte die Liebe Gottes, welche nie aufhört, so stark dass ich beinahe weinte.

Ein Abstecher nach Bolligen um noch einen grossen Schritt zur Vergangenheitsbewältigung zu tun. Dann Autostop durchs Krauchthal. Wie der Name schon antönt, ist es nicht gerade ein vielbefahrener Ort. Aber als dann irgendwann mal ein Auto angefahren kam, nahmen sie mich auch sofort mit. Bis in die Mitte. Dort wartete ich auf das nächste Auto, das mich auch sofort mitnahm. Mein letztes Auto des Tages wurde gefahren von einem Mann, der als einer der einzigen Menschen weltweit die "Hanottere" spielt, eine Emmentaler Zitther. Ich kaufte ihm grad eine CD ab. Dafür fuhr er mich bis zu meinen Eltern.

Montag, September 27, 2010

Sonntag

Was für ein Tag! Am Vormittag stürzte ich aus dem Haus und zum Fahrrad, es war höchste Zeit, um zum Gottesdienst zu fahren. Nicht zum Hauptgebäude der Church, sondern ein bisschen weiter weg ennet der Interstate 5. Mein Fahrrad wollte nicht. Es hatte keine Luft mehr im Vorderrad. Somit würde ich meine erste Verspätung haben, dabei wollte ich doch ein Jahr ohne Verspätung und so.. Ich begann zu laufen, es war gegen Mittag und vermutlich um die 35°. Nach 15 Minuten kam ich endlich zu einer grösseren Strasse mit Autos, und mein Daumen zum Einsatz. Das dritte Auto hielt, es war keiner von Bethel und er musste auch nicht in die Richtung, aber weil seine Nachbarinnen Bethel-Studentinnen sind und erst noch so nett immer, war es ihm eine Freude, mich hinzufahren. Nach dem Gottesdienst lief ich auch zur Strasse, hielt meinen Daumen raus und das erste Auto brachte mich nach Hause. Ich stelle mir vor, wie die Studentin am Steuer eigentlich nicht will, aber der Heilige Geist sagt "halt an!", und sie ringt mit sich und muss dann ja fast, sonst hätte sie ewig ein schlechtes Gewissen. Oje. :-)

Aber der Gottesdienst! Oh my oh my. Wenn Bill predigt will ich immer jedes Wort aufschreiben. Fear can only influence what is not under the influence of love. Fear is a self-fulfilling prophecy. Believing the lie empowers the lie. Fear robs. It reduces us to a person who asks God and is not sure if God really wants.. But we work as a person who makes decrees. When I get happy facing a problem, it not only changes me, and changes the problem, but it also annoyes the devil. If you want joy, you gotta rejoyce to get it. When you only believe what you feel, then you're not a believer, then you're a feeler.
The way we handle our problems determines the breakthrough. The way we handle our blessing, determines our increase of favor.

Ja, dann später der Abendgottesdienst. Nach dem Worship sollte Kris Vallotton predigen. Zuerst erzählte Bill noch ein paar Zeugnisse. Dann hatte er den Eindruck, dass Gott grad Leute heilen möchte, die Kopftraumata erlebt hatten. Unfälle, Schläge, etc. Oder die sonstige Probleme mit dem Hirn haben, z.B. Legasthenie. Es standen viele Leute auf. Diejenigen rundherum sollten nun direkt dem Problem/der Krankheit befehlen, zu gehen. Ich half mit, für eine junge Frau zwei Sitze neben mir zu beten. Sie sagte, sie sei mit Legasthenie geboren worden. Wir sagten ihr: well, you were born with dyslexia but now you're gonna live without it. Und so war es. Plötzlich brach sie in Tränen aus!! "I can see words in my head and I can spell them! I've never been able to spell these words! Never!". Es war der Hammer. Sie hatte noch nie Namen buchstabieren können, erzählte sie, und nun konnte sie es. Dafür konnte sie nicht mehr aufhören zu weinen. Insgesamt wurden in dieser Viertelstunde so viele Leute geheilt.. bestimmt 30. Knorpel im Knie, der vorher gefehlt hatte. Eine Beule auf dem Kopf eines etwa 40 jährigen Mannes, die er seit dem Alter von 12 Jahren gehabt hatte, und die verschwand, Schmerzen, die weggingen,...

Irgendwann viel später kam dann noch Kris auf die Bühne. Er sprach von dieser Stelle ausgehend: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Manchmal sei der Weg klar und man wisse genau, wo entlang und warum. Aber manchmal sei nur so eine Leuchte beim Fuss, so dass man grad knapp den nächsten Schritt erkennen kann, aber weder eine Richtung noch ein Ziel. Gerade dann sei es wichtig, diesen nächsten Schritt im Glauben zu tun. Hebräer 11: Im Glauben .... im Glauben.... im Glauben... Wie eine prophetische Handlung. You need some sort of action to live your Faith. Sometimes it's time to leave my place of security.

Dienstag, August 03, 2010

Von Biel am Teich bis Borgentreich

"Treffen wir uns um 8 Uhr 30 bei der Autobahn?" - "ja, sagen wir 8 Uhr 30; es wird dann vielleicht 8.45.."

Um 9 Uhr 10 oder so treffen wir gleichzeitig dort ein. Noch eine "kurze" Gebetszeit und los gehts. Nach wenigen Minuten hält ein Mann aus Burkina Faso an und fährt uns in einer unterhaltsamen Fahrt auf die Raststätte Grauholz bei Bern. Nun haben wir schon minus 20km gemacht (Grauholz ist eigentlich in der falschen Richtung - aber auf der besseren Autobahn). Auf der anderen Seite der Raststätte stellen wir uns mit Schild hin. Nach etwa 15 Minuten hält ein Auto mit Basler Kennzeichen an; ein Geschäftsmann. Auf dem Weg zur Raststätte Pratteln erzählt er uns von seiner Firma; ich bin immer noch am staunen.. es geht um eine revolutionäre neue Technik zum desinfizieren.

Als wir in Pratteln ankommen, beginnt es gerade, in Strömen zu regnen. Somit spricht Ernestyna eine deutsche Frau an, und die würde uns gerne bis ca. Frankfurt mitnehmen, aber sie möchte noch ihren Mann fragen. Der Mann antwortet, dass sie dafür nicht versichert seien. Es folgt eine Diskussion mit Worten wie "Gefälligkeit", "mündlicher Vertrag" und einigen anderen in diese Richtung, dann dreht sich die Frau zu uns und entschuldigt sich "wir sind Juristen". Gerade, als es so aussieht, als müssten wir uns andere Chauffeure suchen, sagt die Frau plötzlich zu ihrem Mann "Ach komm! Wir sind doch früher auch getrampt! Waren doch auch froh wenn uns jemand mitgenommen hat! DU bist du durch ganz Europa getrampt!". Der Mann schaut zu Boden und zuckt mit den Schultern. Die Frau holt aus zum letzten Schlag "Das könnten unsere Töchter sein!", worauf ich sofort frage, wie alt ihre Töchter denn seien. Es stellt sich heraus, dass ihre Töchter gleich alt sind wie Ernestyna und ich, was ich natürlich sofort mitteile. Kurz darauf sitzen wir im Auto und fahren die nächsten paar Stunden mit diesem netten Ehepaar, das uns inzwischen sehr zu mögen scheint, bis oberhalb Frankfurts.

Endlich Picknick! Wir treffen auf Dennis, der seit zwei Tagen auf der Raststätte ist, ohne Gepäck, ohne Geld, ohne Perspektive. Als wir abreisen weiss er wenigstens alles über Jesus und dass Gott sein Vater sein möchte, und er hat eine Einladung ans Freakstock. Leider wird er dort nicht auftauchen.
Dann wollen wir mal weiter, aber wir haben keine Lust, Leute anzusprechen. Unterwegs zur Auffahrt sprechen wir dann doch ein Paar an: "Tschuldigung, fahren Sie zufällig in Richtung Kassel?" - "Ja" - "äh, könnten Sie uns eventuell mitnehmen?" - "Ja" - "Wirklich??" - "Ja".
Es stellt sich dann heraus, dass die zwei und ihre drei Töchter (die nur ein Teil ihrer Grossfamilie sind) sogar auf die kleine Autobahn in Richtung Freakstock fahren. Schon ziemlich bald aber fragen sie uns nach der genauen Festivaladresse, und tippen diese ins GPS-Gerät ein..... zwei Stunden später steigen wir direkt vor dem Freakstock aus ihrem Kleinbus aus: Welcome home!

Mittwoch, Juli 28, 2010

Wer will schon seine Reise arrangieren

Gestern Abend sagt meine Chefin zu mir, sie esse heute auch da, mit ihren deutschen Freunden. Ich: Ah ja? Deutsche Freunde? Woher denn? Sie: Aus Frankfurt. Ich: Und sie fahren morgen nach Hause und haben noch Platz im Auto? Sie: Ja, sie reisen morgen ab und haben einen fetten Mercedes; bei der Hinfahrt haben sie auch einen Tramper mitgenommen. Ich: !!!
Später, beim Wein einschenken, hat meine Chefin bereits für mich nachgefragt, aber die Geschichte endet kurz vor der Sensation damit, dass die Frankfurter sich einen riesen Sessel gekauft haben, der die ganze Rückbank zusperrt.

Kein Problem: Wo's e Strass het, het's Outo / Wo's Outo het, het's teu i mini Richtig / u wo's teu i mini Richtig het, git's serig wo mi mitnäh / u wo's serig wo mi mitnäh git, da chumi hei!

"hei" heisst in diesem Fall: Freakstock! The hitchhike queens melden sich ab.

Montag, Juli 26, 2010

Biel-Bern asiatische Art

Ich sprinte durch den Garten und hänge "Montags geschlossen"-Schilder auf. Ich rase in die Küche, kontrolliere alle Kühlschränke in Windeseile und putze die Bar in einer Geschwindigkeit, dass der Lappen meiner Hand kaum hinterherkommt. Aber dann läutet noch das Telefon. Eine Zimmerreservation für Mitte August. Und dann steht plötzlich noch eine Frau da und will Wein kaufen. Als ich aus dem Hotel stürze, fährt zeitgleich mein Zug nach Bern ab. Hm. Der Zug eine halbe Stunde später ist mir zu spät. Für Autostop hab ich kein Schild dabei. Aber schliesslich habe ich Psalm 28,7 im Gepäck: "Der HERR ist meine Stärke und mein Schild". Also stehe ich um 19.30 Uhr an der Autostrasse; der Gottesdienst in Bern hat gerade begonnen. Nach wenigen Minuten hält ein Auto an. Vorne ist der Fahrer und daneben vermutlich seine Tochter, hinten sind die Scheiben verdunkelt, aber schemenhaft kann ich Personen dahinter wahrnehmen. Ich öffne die Beifahrertür, der Fahrer fragt "Bern?" und sagt mir dann, er fahre nur bis Schönbühl. Eigentlich würde ich jetzt dankend ablehnen, aber das Mädchen klettert schon auf den Rücksitz und plötzlich bin ich einfach eingestiegen. Ich drehe mich um und will dem Mädchen danken, als ich meinen Augen kaum traue: Hinten sitzen 5 kichernde VietnamesInnen neben- und aufeinander: Die Mutter, deren Schwester, ein etwa 12-jähriges Mädchen und zwei etwa 8-jährige Kinder. Jetzt wird mir auch klar, wozu die verdunkelten Scheiben. Der Fahrer sagt: Wenn Polizei kommt, dann sehen sie nichts, kein Problem. Aber wenn Polizei kommt, darfst du nicht telefonieren, sonst Problem. Alles klar! So fahren wir zu siebt im PKW nach Schönbühl, dort finde ich zuerst einen Bahnhof, wo zwar jeden Tag Züge durchfahren, aber wo sie sonntags nicht anhalten. Glücklicherweise ist nur wenige hundert Meter weiter hinten der nächste. Pünktlich zur Predigt über Psalm 42 und den Hunger nach Gottes Gegenwart laufe ich in den Gottesdienst.

Dienstag, Juli 13, 2010

Höhere Gewalt

Im Zuge der Schutti-WM wurde immer wieder von der Hand Gottes gesprochen. Während das Finalspiel im Gang war, fuhr ich mit dem Zug von Bern nach Biel, und da leuchtete sie mir rot entgegen: Die Hand Gottes! Leider ist sie auf dem Foto nur noch blassrosa und schwer zu erkennen, denn in natura war sie wirklich eindrücklich.


Am Montag fuhr ich gemütlich mit meiner Fahrerin von Bern nach Biel, es hatte keine Autos und war ein ruhiger Abend. Ich zu ihr "Diese Strecke ist wirklich super. Nie Stau. Ich fahre diese Autobahn etwa zweimal pro Woche und ich hab noch nie Stau erlebt". Nur wenige Minuten (!) darauf:

Schlussendlich brauchte ich für Bern-Biel 1 Stunde und 50 Minuten!! (Normal: 30 Minuten)

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Zur Hand Gottes lässt sich noch anfügen: Sie zeigt ja mit dem Daumen nach unten. Nun weiss ich nicht, ob das war, weil ich im Zug anstatt im Auto sass. Vielleicht war es auch das: Ich war gerade so am sinnieren, dass es ja theoretisch möglich wäre, dass dies mein letzter Sommer als Single wäre. Da blickte ich in den Himmel und sah diese Hand: negativ, Salome! Hahaha! Man wünscht sich doch immer, dass Gott Sachen an den Himmel schreibt :-)

Donnerstag, Juni 24, 2010

Ich bin jetzt auch ein Bond-Girl

Heute hab ich ein Aston Martin-Auto gestoppt, oder besser gesagt, eines stoppte für mich. Man kennt diese Autos auch aus den James Bond Filmen. Bern Neufeld bis kurz vor Biel. Ich muss zugeben, dass ich nicht eingestiegen wäre für diese Strecke, wenn es irgend ein klappriges Irgendwas-Auto gewesen wäre... Am Steuer sass eine Frau. Die als "Pilot" (sie benutzte selbst die männliche Form) arbeitet, gerade in Paris gelandet ist und jetzt 4 Tage frei hat. Ich fragte sie beim Aussteigen, was dies eigentlich für ein Auto sei?? Sie sagte "Aston Martin. Eines der besten Autos, die man haben kann."

Bevor ich übrigens zur Autobahn lief, sagte ich zu Ernestyna "Wünsch mir Gunst", und sie sagte "you got it" - voilà.

Für diesen Blog-Eintrag wurde das Label "Prahlen" eröffnet.

Sonntag, Juni 13, 2010

Freakstock 2010 - hurra!

Das Line-Up vom diesjährigen Freakstock verspricht einiges!!! Insbesondere das Bandfoto vom Dorfdisko-DJ "Broflowski".
Zuerst schien es ja, dass ich dieses Jahr nicht hingehen kann. Dabei wäre es mein Jubiläum. 10 Jahre S. am Freakstock. Aber jetzt ist alles gut.
Vielleicht verpassen wir ja die Bands durch eine Überdosis HGB (HolyGhostBlows)?! Hehe..

Heute stöppelten E. und ich am Wankdorfplatz. Dann gab es einen WankdorfPlatzregen. Zum Glück fanden wir Unterschlupf am SCHERMENweg. Das war gleich nebenan. Ist Schermen eigentlich auch in Deutschland verständlich? Schärme. So ein schönes Wort. Es gibt keine Übersetzung dafür in meinem Kopf. A Schärme gaa. Chum a Schärme. Naja, jedenfalls begann es gleich wieder zu regnen als wir unsere Pause unterbrachen. Wir sagten zueinander "noch 10 Autos, dann fliehen wir wieder unters Dach". Natürlich hielt das 10. Auto und fuhr uns direkt zu den Velos.

Mittwoch, Juni 09, 2010

Zeit und Zeitlos

Freitagabend, um Mitternacht, ein sms von E.: "Wann wollen wir uns morgen an der Autostop-Stelle treffen?". Ich zurück: "Hmm, frag doch den Heiligen Geist, wann unser Auto fährt! Wollen wir 9.40?" - E: "Haha, er sagte 9.43". --- Am nächsten Morgen sind wir um ca. 9.46 dort... Ich: "Wir haben das .43-Auto verpasst". E: "Er sagte, dass .57 nochmal eins kommt". OK, wir stellen uns an die Strasse, es ist ca. 9.50 Uhr. Viele Autos, niemand hält. Dann hält einer an, wir steigen ein, schauen auf die Uhr: 9.57. Voilà! "Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht..." (Psalm 127,2)

Montagabend, wir fahren zum Wald (wir erinnern uns: Der Findlingswald). Als wir so an den Ringen herumhängen und auf den Bänken herumsitzen, ertönt plötzlich von weitem eine seltsame und wunderschöne Melodie. Eine kleine Waldgeschichte? Wir schliessen unsere Fahrräder ab und laufen in den Wald hinein; es hat schon begonnen, einzudunkeln. Nach einigen Abzweigungen ist die Musik ganz nahe, aber wir können ihre Quelle nicht ausmachen. Auch wollen wir den Musiker, die Musikerin nicht verschrecken oder, noch schlimmer, zum verstummen bringen. Was ist es wohl? Eine Flöte? Ein Saxophon? Eine Oboe? Eine Klarinette? Geduckt schleichen wir uns an. Im ständigen Probieren, nicht auf einen Ast zu treten, huschen wir von Baumstamm zu Baumstamm und unter jungen Tannen durch. Aber wir sehen nichts, das Unterholz ist zu dicht, das Licht zu stark ausgeschlossen von den Baumkronen. Wir schlagen einen Bogen um die Musik herum und versuchen es von der anderen Seite. Nichts zu sehen. Existiert überhaupt ein Musiker, eine Musikerin? Inzwischen hat sich uns ein Päärchen angeschlossen, sie sind forscher drauf, laufen ungeniert zwischen den Tannen hindurch, erblicken den spielenden Mann (aber auch sie erkennen kein Instrument) und schauen ihm zu, während wir noch beim Zuhören geblieben sind. "Da waren wir wie die Träumenden. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel" (Psalm 126).

Samstag, Juni 05, 2010

Nette Überraschung

Heute war full house, bzw. full garden. Meine Freundin und Arbeitskollegin und ich am rumrennen, von Tisch zu Tisch.. Zuhinterst sitzt ein einzelner Mann, und als ich an seinem Tisch vorbeilaufe, fragt er mich: "Kennen Sie mich noch?". Hmm... nein. "Sie sind mal mit mir mitgefahren, beim trampen", sagt er. Und dann dämmert es mir.. Mitte Februar... Von der Grenze bis oberhalb von Frankfurt... der supernette Koch! Nachdem ich ihm damals erzählt hatte, wo ich arbeite, äusserte er den Wunsch, mal hier essen zu kommen. Nun fuhr er tatsächlich bis hierher!

Mittwoch, April 28, 2010

Zug war gestern

Vor 10 Tagen stöppelte ich ja bekanntlich mit einem solchen Auto 340km durch die Schweiz und Deutschland. Heute stand ich wieder an der Strasse und hielt meinen Daumen raus. Nach 5 Minuten lief ein Passant zu mir und sagte: "Kleiner Tipp: Stell dich dort vorne bei der Tankstelle hin. Hier hält niemand an." und lief weiter, ohne mir die geringste Chance einer Reaktion zu geben. Das nervte mich ungemein und ich rief hinterher: "Danke! Aber hier bin ich schon TAUSENDMAL weggekommen". Kaum hatte ich begonnen mich zu nerven, musste ich schon wieder aufhören, denn neben mir hielt ein weisses Modell dieses Autos. Und brachte mich nach Bern.

hehehe

Ah, I love the way God loves me. Meine Woche ist voll mit lauter so "Zufällen", Marco würde jetzt "Godincidence" sagen und recht haben, es ist herrlich. Ich will mehr davon!

Dienstag, April 20, 2010

Spontaner Trip in den Vorhimmel

Was für zwei Tage!! Am Freitagabend erhielt ich eine sms, dass dank dem Vulkan Leute nicht an die Konferenz mit Bill Johnson anreisen können und es somit wieder Platz gegeben hat. Am Samstagabend liess ich mich auf diese Nachrückerliste setzen und arbeitete bis nach Mitternacht. Am Sonntagmorgen um 10 Uhr ging ich zu Hause los.

Ich wollte wie üblich mit dem Bus zur Autobahnauffahrt fahren, aber der fuhr nur werktags. So änderte ich meine Pläne und lief zur Autobahn Richtung Bern. Das erste Auto nahm mich mit! Wir sprachen über Dampflokomotiven und ich wurde immer wie angetrunkener im Geist, einfach so.. als ich auf der Raststätte Grauholz ausstieg und über die Brücke auf die andere Seite lief, war ich gespannt auf die Fortsetzung. Es hatte kaum Autos. Endlich hielt eines an mit zwei Männern darin. Hmm, zwei Männer.. Dann sprachen die auch weder deutsch noch franz noch englisch und sagten nur "Basel". Ich lehnte dankend ab und wartete weiter. Dann kam er: Der Porsche GT-3 (man muss dazu sagen, dass ich keine Ahnung hatte und dachte es sei ein Ferrari, weil im Logo ein Pferd zu sehen ist)! Der Fahrer sagte, er fahre nicht nach Basel (weil ich mit "Basel"-Schild war) sondern nach Deutschland. Wir murksten meinen Rucksack ins Auto (mit vereinten Kräften und viel Gewalt ging es) und fuhren los. Irgendeinmal stellten wir fest, dass er direkt an Speyer vorbeifährt - meinem Ziel! Wow.. das sind exakt 337km. Der Fahrer war der liebste der Welt und wir führten interessante Gespräche. Er wird am 24-Stunden-Rennen teilnehmen und fuhr gerade dorthin zum trainieren. Er fuhr wirklich professionell. Sein Porsche-Modell war ohne Komfortzeugs gebaut, und so fühlte sich das Fahren an als ob man auf Rollschuhen wäre.. man spürt echt alles, jeden Kieselstein. Somit waren die 250km/h, die wir zeitweise fuhren, sehr aufregend. Unterwegs lud er mich zum Mittagessen mit anschliessendem Espresso ein (er ist Italiener). Dann fuhr er mich direkt vor die Konferenzhalle. Zum guten Glück hatte die Nachmittagssession bereits begonnen, so waren nicht allzuviele Leute draussen.. denn schon die wenigen die da waren umringten uns staunend :-) Als er wieder losfuhr, hörten es meine Freunde drinnen.
Das aufregendste war aber die Konferenz: Gottes fühl- und erlebbare Herrlichkeit, seine krasse Versorgung und Gunst!! Wow, wow, wow! Da war der Porsche nur ein Vorgeschmack gewesen.. Mir wird schon schwindlig wenn ich nur daran denke..

Etwas einfacher in Worte zu fassen ist die Rückfahrt:
Um 16.30 Uhr lief ich vom Konferenzort in Richtung Autobahn. Eine schnurgerade Zufahrtsstrasse und null Möglichkeiten für Autos, anzuhalten.. Irgendwann stellte ich mich einfach mitten in einen Kreisel, sozusagen, mit A5-Schild. Bis zur A5 waren aber noch die B9, A61 und ein Stück A6 zu bewältigen. Aber wie das so ist, stoppte irgendwann (nach 20 Minuten oder so) ein sehr netter Mann. Er brachte mich auf eine Raststätte auf der A6, "am Hockenheimring". Dort wartete ich, liedererfindend und singend, etwa 30 Minuten. Es war sehr unterhaltsam. Dann hielt ein Lastwagen, der in die Schweiz fuhr. Da aber schon etwa 18 Uhr war und ich mich noch gut an meine Lastwagentour mit Ernestyna erinnerte, stieg ich auf der ersten Raststätte auf der A5 aus. Das war eine sehr weise Entscheidung. Weiter gings mit einem deutsch-vietnamesischen Paar, das nach Freiburg i.Br. fuhr. Ich nickte dauernd ein und konnte nichts dagegen tun.. glücklicherweise wachte ich kurz vor der letzten Raststätte vor Freiburg auf und konnte aussteigen. Die Raststätte war sehr klein und sehr leer... Nach 30 Minuten hielt ein Aargauer an und brachte mich in die Schweiz auf die Raststätte Pratteln. Dort stand an der Tankstelle ein roter Ferrari. Ich steuerte schon lächelnd darauf zu aber fragte dann doch zuerst einen anderen jungen Mann, und der nahm mich auch prompt mit bis Bern. Da es dort schon dunkel war nahm ich den Zug nach Hause..

Mittwoch, April 14, 2010

Tag der Zeichen, Zeichen des Tages und umgekehrt

Was schreibe ich so wenn nichts passiert? Es passiert aber viel, zum Beispiel war heute ein Tag der interessanten "Zeichen":
- Ich laufe an zwei Bettgestellen vorbei, die jemand an die Strasse gestellt hat. In zwei verschiedenen Städten. Beides 90er-Betten. Was dies wohl bedeuten würde wenn es prophetisch wäre? Ich soll mein Zuhause aufgeben und losgehen? Ich soll mir schon mal ein Doppelbett kaufen weil ich bald heiraten werde? Ich soll im Zelt wohnen? In ein Baumhaus ziehen?
- Ich mache Autostop und fahre mit drei Personen mit. Zwei der drei sind HolländerInnen. Zwei der drei sind seit 20 Jahren in der Schweiz. Was das wohl bedeuten würde wäre es prophetisch? Dass ich für zweimal zwanzig Jahre nach Holland auswandern soll?
- Ich laufe über die älteste Brücke Berns.
- Ich befinde mich plötzlich mitten in einer Sitzung, an der es um die älteste Kirchenglocke des Kantons Bern geht (es ist ein Salbeiblatt darauf eingraviert).
- Ich sehe vier echte Bären. Alle schlafen. Das ist jetzt kein interessantes Zeichen aber ich wollte es einfach erwähnt haben.

Ich habe immer noch keine tote Fliege gesehen!!! (Kürzlich erzählte mir eine Kollegin, dass ihr Kollege eine tote Fliege vom Tod erweckt hat)

Donnerstag, April 08, 2010

Oh Heimat

Der Zwetschgenbaum, der die letzten zwei Jahre keine Früchte mehr getragen hatte, blüht. In unserem Garten wächst so viel Bärlauch, dass wir Säcke füllen und weggeben oder Säcke füllen und Pesto machen, und es hat immer noch. Somit habe ich das grüne Zeugs zu meinem Hauptnahrungsmittel erklärt. Mein Freund, den ich nicht habe, kann froh sein, dass ich ihn nicht habe, hehe.

Gestern flog ich ins Emmental aus. Zuerst mit einem Geschäftsmann, dessen Kunden ich kenne aus Zeitungsberichten, in denen die reichsten Männer der Schweiz aufgelistet werden. Der Geschäftsmann ist in der Innenausrichtung tätig. Sehr spannend. Dann mit einem rothaarigen jungen Amerikaner, der einen 10km-Umweg fuhr für mich. Dann nochmal zwei Frauen und zwei Männer, davon 3 FahrerInnen in 7 Kilometern. Vorbei an Erinnerungen meiner Jugendzeit.



Ich muss öfters mal dahinfahren. Ich vergesse immer wieder, wie unglaublich schön es dort ist. Ach.

Montag, März 15, 2010

Montagsstop

Was für ein lustiger Tag nach einer lustigen Nacht:
Ich träumte, dass ich in einer Art Katastrophengebiet war, à la Haiti. Es gab ein Armee-/Hilfszentrum, das aber grossräumig umzäunt war. Am Zaun steckte eine Zahnbürste und wenn man auf einen Knopf drückte, wurde ein bisschen Wasser darauf gespritzt man konnte die Zahnbürste nehmen und einige Meter weiter vorne pflutschte eine Portion Zahnpasta heraus. Man musste pressieren um die Zahnpasta mit der Zahnbürste auffangen zu können. Im Traum ging ich mehrmals so Zähneputzen. Was das wohl bedeutet?

Um halb 7 stand ich auf. Eine Freundin wollte zu ihrer Grossmutter an den Zürichsee fahren, und wir hatten spontan am Vorabend beschlossen, zusammen zu trampen. Ich hatte vor, im Fressbalken, einer Raststätte bei Zürich, die Autobahn zu überqueren und zurück nach Hause zu trampen.

Gegen halb 9 stehen wir endlich an der Autobahnauffahrt. Fünf Minuten später sitzen wir im Auto. Das heisst: Meine Freundin sitzt im Auto. Ich befinde mich halb auf dem Rücksitz und bin noch damit beschäftigt, eine riesige Tasche voller Altglass zur Seite zu hieven, damit ich reinpasse; meine Beine sind noch draussen. Man ahnt es: Die Fahrerin fährt los, und da es sich um eine Autobahnauffahrt handelt, drückt sie das Gaspedal voll durch. Einen Adrenalinschub habe ich, aber ganz so dramatisch ist es auch nicht, zumindest rausfallen hätte ich nicht können. Höchstens einen Fuss verlieren. Aber den hätte Gott ja wieder nachwachsen lassen können :-).

Raststätte Deitigen: Wir steigen aus und steuern erstmal auf die Kaffeebar zu. Kaum haben wir unseren Kaffee und sitzen an der Bar, um Kaffeerahm etc. hinzuzufügen, spricht uns eine Frau an: Ihr wollt Richtung Zürich? Also los, einsteigen! Schon läuft sie in Windeseile zu ihrem Auto, wir perplex hinterher. Die Frau hatte uns schon in Biel gesehen aber zu spät gemerkt, dass sie uns ja mitnehmen könnte. Well well, überglücklich werden wir nach Würenlos chauffiert.

Der Fressbalken: Beflügelt von unserem glückvollen Morgen sprechen wir strahlend alle verfügbaren Fahrerinnen und Fahrer an. NIEMAND fährt in unsere Richtung!! Während EINER Stunde will nur ein einziger Mann auf unsere Autobahn, und der hat nur noch einen Platz frei. Wir beginnen zu "streiten", weil sie eigentlich pünktlich sein sollte und jetzt bereits eine halbe Stunde Verspätung hat. Sollen wir mit dem nächsten Auto nach Zürich rein und von dort wieder raustrampen? Oder den Zug nehmen? Als wäre dies nicht genug, kommt auch noch der Tankstellenchef und sagt, es sei verboten, hier seine Kunden zu belästigen. Er drücke jetzt mal ein Auge zu, aber wir sollen doch besser zur Einfahrt laufen..... Das tun wir dann auch. Und als die Verzweiflung am grössten ist, hält ein Auto an: Ja, er fährt in unsere Richtung und ja, er kann uns gut in dem Kaff ausladen, wo wir hinmüssen. Aaah, ein warmes, schnelles, bequemes Auto. Ein supernetter Fahrer. Und eine halbe Stunde später steigen wir ganz in der Nähe von Grossmutters Haus aus.

Zurück gings mit der Mutter von der Freundin.

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Ich werde ab Mitte September als Studentin an der Bethel School of Supernatural Ministry in Redding, Kalifornien, sein. Bis im Mai nächstes Jahr. Soeben habe ich die Bestätigung erhalten! Yippieh!
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