Samstag, Dezember 29, 2007

nochmal: Biel oder Bern?

Der Bielersee und Biel (Biel wäre dort hinten, wo der Nebel am dichtesten ist) an einem Samstagnachmittag um 16.20 Uhr.

Oder Bern, Grosse Schanze (5 Gehminuten von meinem Haus), mit Blick auf die Bundeshauskuppel und das verschneite Alpenpanorama, am gleichen Samstagnachmittag um 15.20 Uhr. Übrigens: Die Alpen sehe ich auch von meiner Wohnung aus.

Donnerstag, Dezember 27, 2007

Gutes tun kann Spass machen

Kampf um Kampf

..erfolgreich geschlagen!

Zuerst der Kampf gegen die Küchenmotten: ALLES weggeschmeissen, radikal. Salz? Weg. Zucker? Ab in Abfall. Mehl, Müsli, Spaghetti, Reis? Zack, im Kübel. Pilze? Weg. Backpulver? Weg. Instantsuppen, Couscous, Kapern, Maisstärke: Fort damit! Dann die leeren Schränke ausstaubsaugen, putzen, und nochmal mit Essig putzen. Die Ritzen und Bohrlöcher mit dem Fön mit heisser Luft ausglühen. Anschliessend die Giftkeule. In alle Ritzen und Ecken und gleich nochmal. Währenddessen alle Gläser und Konservendosen äusserlich abkochen. 3 zum zerreissen volle Kehrichtsäcke in die Winterluft stellen. Und in den Laden, das Nötigste neu kaufen gehen.
Dann Click&Rail-Tickets. Um punkt Mitternacht werden die nächsten Billete freigegeben. Um 2 nach habe ich mir eins gesichert, für das zweite ist nur noch die höhere Preiskategorie verfügbar.


Müde, aber glücklich lege ich mich in einer frisch geputzen Wohnung schlafen. Nun kann ich getrost umziehen! (oder doch nicht?)

Montag, Dezember 24, 2007

Wie lautet die Mehrzahl von Dilemma?

Im Fernsehen wird eine Frau gezeigt, die eine Glatze bekam, deshalb das Handwerk des Perückenherstellens erlernte und nun damit anderen Betroffenen das Leben wieder lebenswert macht (und sich reich). Anschliessend interessante Diskussion mit meinem Mitbewohner: Angenommen, ich wüsste, dass ich morgen all meine Haare verlieren würde, und ich könnte das nur verhindern, indem ich einen Finger von mir opferte - für was würde ich mich entscheiden? Ein Finger weniger oder Glatze?

Weiteres kleines Dilemma: Möchte ich lieber:
A) Die nächsten zwei Jahre eine Plättlispange tragen (ja, oben und unten und ja, aussen, und ja, genau, DIE Art von Zahnspange) und dafür erst noch 10'000 Franken bezahlen? oder
B) Das Risiko eingehen, dass meine zwei fehlgeleiteten Zähne irgendwann ganz aneinander vorbei beissen und somit ungehemmt länger werden, und deshalb gezogen werden müssten, und somit Lücken entstehen würden, die zu weiteren Lücken zwischen den Zähnen führen könnten? oder
C) Eine Zahnspange, die unsichtbarer (plus nochmal ein paar 1000 Franken) oder sogar ganz unsichtbar (plus NOCHMAL ein paar 1000 Franken) ist?

Und wo wir schon gerade bei netten kleinen anstehenden Entscheidungen sind:
Bern oder Biel? Umziehen oder bleiben?

Eigentlich ja bleiben. Ich mag Bern und mag meine Wohnung und meine Mitbewohner. Fühle mich ganz wohl. Wenn in Biel Nebel herrscht (Oktober-März), lacht in Bern die hellste Wintersonne vom azurblauen Himmel. Bin in knapp einer Stunde in Zürich oder Basel, ohne Zwischenstopp. Die meisten meiner Freunde wohnen hier.

Aber Biel lockt: Ein billiges Zimmer in einem umgebauten alten wunderschönen Haus, mit riesen Garten auf allen Seiten und netten Mitbewohnerinnen. Von meinem Zimmerfenster aus kann ich im Sommer Pflaumen pflücken. Ausserdem wohnt dort auch ein Fuchs. Im Garten gibts auch Beeren. Und hier das absolute Killerargument: Hannibal und Zora, die beiden jungen Kätzchen!

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Wir können, was wir wollen, also wollen wir, was wir können (E.Fromm)

Hab mir letzten Samstag ein Buch von Erich Fromm gekauft, bzw. deren zwei, lese aber nun "Über den Ungehorsam". Da ich erst auf dem Stand der ersten 20 Seiten bin, kann ich noch nicht wirklich über den Buchinhalt diskutieren. Aber die Grundgedanken, die sich Fromm über Gehorsam/Ungehorsam, Gehorchen/Gehorchen wollen, Gesellschaft und Macht macht, sind nicht nur extrem spannend und horizonterweiternd, sondern von mir aus gesehen eine Muss-Lektüre für alle, die einfach so leben ohne sich zu fragen, will ich das wirklich. Fromm ist ja schon eine Weile tot und das Buch in dem Sinne nicht aktuell, aber wenn man nicht wüsste, dass er tot ist, könnte man meinen, er hätte es vorletzte Woche fertiggeschrieben. Da werden mir Mechanismen in einer Konsumgesellschaft, wie wir eine sind, aufgezeigt, die mich zum nachdenken bringen.
Und ausserdem freue ich mich sehr, bekannt geben zu dürfen.

Am Freitag (übermorgen) mein Auftritt am B4Xmas, und jetzt: Üben!

Mittwoch, Dezember 12, 2007

cee will auch ihren Senf dazu geben

Also. Die Mehrheit des Parlaments gibt der SVP-Frau (ja, SVP!) Eveline Widmer-Schlumpf mehr Stimmen als dem SVP-"Mann" Chr.Blocher. Beim zweiten Wahlgang noch deutlicher.

Frau Widmer-Schlumpf will sich noch bis morgen überlegen, ob sie die Wahl annimmt oder nicht. Die Wahl zum Bundesrat/zur Bundesrätin haben in der Schweizer Geschichte bis jetzt erst 4 Personen abgelehnt, 3 davon im 19. Jahrhundert.

Dann sagen SVP-Exponenten, auch der Parteipräsident zum Beispiel, Sachen wie: Das Parlament respektiere nicht, dass 30% der Schweizer die SVP gewählt haben und damit auch Blocher. Das Parlament respektiere den Volkswillen nicht. Das Parlament würde der wählerstärksten Partei den zweiten Sitz nicht zugestehen (wurde wirklich gesagt!). Frau Widmer-Schlumpf würde Verrat (!) an der Partei begehen, wenn sie die Wahl annimmt.

Hallo? Hab ich etwas verpasst? Zu welcher Partei gehört Frau Widmer-Schlumpf schon wieder? Und: Wo hat die SVP am meisten Wähler? Etwa am Zürichberg? Etwa an der Goldküste? Da, wo Blocher herkommt? Oder gibt es wohl auch SVP-Wähler in Bern oder etwa auch im Graubünden? Und: Wurden nur die SVP-Vertreter vom Volk gewählt, oder zufällig auch die Parlamentarier, die nun für Frau Widmer-Schlumpf gestimmt haben?

Also morgen früh um 8 sitz ich vor dem Fernseher und hoffentlich kann ich im Anschluss auch gleich auf den Bundesplatz jubeln gehen.

Übers Trauern

Wer nimmt sich eigentlich Zeit zum Trauern? Und wie trauert man eigentlich? Ist Trauern unnötiges und bloss selbstschädigendes Seelebädele? Wenn nach einem Verlust Trauern weder etwas rückgängig macht noch sonst hilft, sollte man es besser sein lassen? Wie lange trauern ist angemessen, gibt es da Richtlinien? Gibt es verschiedene Arten, zu trauern? Ist Verdrängen auch eine Art von Trauer? Oder ist es eine Trauerabwehrreaktion? Kann man Trauern nach Jahren auch noch nachholen, und soll man sich das wirklich antun? Und seiner Umwelt auch? Und wer sagt einem, dass man das darf? Gibt es überhaupt Argumente dafür? Ist Verarbeitung und Trauer dasselbe? Wieso heisst es Trauerarbeit? Ist das Grab nicht mehr da, wenn Gras darüber gewachsen ist? Hat überhaupt irgendjemand Lust, zu trauern? Hat schon mal jemand genug getrauert? Kann man nebenbei trauern?

Wieso schreibe ich eigentlich einen Text bestehend aus Fragen, wenn ich doch gleich die Antworten und meine Statements darin versteckt mitliefere?

Dienstag, Dezember 11, 2007

stick on me / a big horsie

Der erste Tag in meinem neuen Leben. Eine kleine Geschichte schreiben. Bücher suchen und Bücher finden. William Shakespeare, Jack London, Peter Handke. Diese Reihe schreit doch geradezu danach, mit dem Namen Salome Wieland verlängert zu werden.
CentralEasternEurope-Travel Agency plant die nächste Runde. Warum nicht nach dem Studium nach Warschau ziehen?
Pizza selbermachen und Gemüse verwerten. Körper dadurch aufwerten. Abwertend reden über die Bundesrats"wahl" von morgen. Ein Geschenk bekommen: 3D-Pferdesticker!!! Diese auf dem Tisch ausbreiten und bemerken, dass auf dem Brief aus Polen, der gestern eintraf, eine Briefmarke mit wehender-Pferdemähne-Sujet klebt. Polskie konie arabskie. Wert: 3zł.
Alkoholfreier Tag heute, und wo bleiben eigentlich die alljährlichen vorweihnächtlichen Plakate "Es gibt bessere Geschenke / als alkoholische Getränke"?
Eine Ambulanz fährt sirenend vorbei, es ist eins vor 12, und ich bin es nicht, die einen Herzinfarkt erleidet, ich trinke nur ungesüssten Tee und fahre Fahrrad auch im Regen, ausser heute.
Glücklich ist, wer seine Ferien vom Trinkgeld finanzieren kann. Glücklich ist, wer weiss, dass eigentlich alles gut ist. Glücklich ist, wer ab einem 3D-Pferdesticker glücklich ist. Und ich hab grad einen ganzen Bogen voll davon. Johanniskraut kommt dann nächste Woche wieder, oder auch nicht.
So. Nächste Geschichte wartet darauf, geschrieben zu werden. Es gibt immer noch zuwenig Geschichten. Geschichten sind schlussendlich das, was bleibt.

Montag, Dezember 10, 2007

"Ab jetz wärde mer e Teil vo dr Lösig"

Was macht man schon wieder an einem freien Sonntag?

Also: Das neue GREIS-Album "Zwei" hören. Meine Favoritensätze: "I liebe Titte und Ärsch und Cash und es Bier, verstah mi nid fautsch, doch ganz unger üs: Wän intressierts???" und "gimer doch nid fürne Troschtpriis di Herti, i wott z Füfi, z Weggli u d Tochter vom Beck!" und vom PVP-Feature: "I ha mi gfunge i Gott, nur mi iPod, i fingene nümm!" und "Fangfrag: Was faht mit V a, und ändet mi V, weme Aafang und Ändi wäglaaht?". Und: "gnue kritisiert, jede weiss, wär dr bös isch - ab jetz wärde mer e Teil vo dr Lösig".

Dann: Ausgiebiges Frühstück mit Simon und Christine und vor allem Micha. Dann zum ersten Mal seit langem wieder und zum ersten Mal überhaupt um 1 Uhr in den Vineyard Gottesdienst, von dem ich allerdings den grössten Teil verpasst habe, weil draussen mit Micha spielen.

Dann zuhause die Wahl: DVD schauen, das man schon 5x gesehen hat? Spazieren gehen? Jemanden besuchen gehen? Lesen? Schreiben? Rappen? Oder TV-schauen? - dann in der Küche feines Brot mit feiner Gonfi essen, dazu österreichischer Fussball schauen, weil das wirklich das spannendste war, was lief. Ich half den Gelben, keine Ahnung wer das war, fieberte mit, weil sie waren 2:3 im Rückstand. In der 90. Minute fand ich heraus, dass ich bei unserem mini-Fernseher nur die Schrift nicht lesen konnte, meine Mannschaft war nämlich in Führung und gewann dann auch 2:1, und ausserdem war es Graz und die sind schon seit ungefähr 1986 ohne Niederlage. Graz also. Muss ich mal hin.

Dann Gin Tonic, Pfefferminztee und "Grounding". Krasser Film, wirklich, und wer den Film gesehen hat und immer noch ein Konto bei der UBS hat, den versteh ich nicht, und dieser ****-Ospel, warum sitzt der eigentlich immer noch so weit oben bei UBS?

Freitag, Dezember 07, 2007

cee ist nur gern allein wenn sie schreibt

B4 X-MAS

Mein grosses Idol CEE wird an diesem festlichen Anlass
in Reimen zur Welt sprechen.

Ich werde dort sein, und je mehr Freunde auch mit von der Partie sind,
desto mehr freue ich mich!

Der zweite Abend (am 22.) wäre zwar um einiges (!) besser,
sogar mit einer Hamburger Band, aber man kann ja dann nochmal hingehen.

Und vielleicht gibts am am 21. später in der Nacht noch
eine Geburtstagsparty in Biel? Wer weiss?


So, und jetzt muss ich üben üben üben üben!!!!

Vielleicht werde ich sogar einen echten
Elvis-Imitator als DJ dabei haben..

(warum ist alles so komisch formatiert???)

Donnerstag, Dezember 06, 2007

Ein Exkurs über Sex, oder:

Ein Exkurs über Sex, oder: Das Suchen der modernen Paare, oder: Frischverliebte sind aktueller, oder: Das Gleichnis mit den Zebras, oder: Von Afrika und Australien, oder: Im Marmeladenglas findet man die besten Weisheiten, oder: Wenn ich endlich mal meine Meinung kundtun könnte, oder: Wie man vor lauter Überschriften vergisst, über was man hat schreiben wollen.

Unser Fussball auf Erden, oder: Eine Kampfschrift, die keiner lesen will.

Fussball, der Sport des Proletariats, der Strassenkinder! Fussball, der Beitrag zur Völkerverständigung! Fussball, das Gemeinschaftserlebnis der vor dem Fernseher versammelten Welt! Fussball, die Welt zu Gast beeinander! Fussball, und alle sind glücklich!

Fussball, und die Luzerner Polizei verhaftet 120 Leute, die an einer Demonstration teilnehmen, welche rein gar nichts mit Fussball zu tun hat und bei der die Gewalt zu 100% von Polizeiseite kommt. Nur, weil zur selben Zeit eine Cüpli-Elite im Kongresshaus Spiele einer Fussball-Europameisterschaft auslost. Nichts soll die Kamerabilder von Luzern trüben.

Fussball, und in Bern wird ein jahrhundertealter, fast perfekt erhalten gebliebener Turm der alten Stadtmauer kurz nach der Entdeckung zerstört für eine Gasleitung. Weil die Baustelle bis zur EM fertig sein muss, hat man keine Zeit für archäologisches Gepinsel. Während 300m weiter seit Jahren an ein paar Stadtmauerbruchstücken herumgedoktort wird. Also: Ohne Fussball wäre der Turm historisch wertvoll, wegen Fussball ist er nichts wert.

Fussball, und alle müssen Carlsberg trinken. Willkommen in der Schweiz! Schaut unsere schönen Städte an! Unsere schönen Fanzonen! Trinkt Carlsberg und esst bei McDonalds!

Fussball... und irgendwie keimt in mir der Verdacht, dass die EM für die Polizei und Armee eine willkommene Gelegenheit ist, schon mal zu proben, wie man Massen unter Kontrolle halten kann. Vom Daten registrieren nicht zu sprechen.

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Lob und Preis in der Früh

Klavier, Querflöte, Violine, Saxophon, Gitarre, Flügelhorn, Bass, Percussion: Das sind nicht genau die Instrumente, die in Psalm 150 alle aufgezählt werden. Und doch rufen dieser Psalm und unzählige andere Bibelstellen dazu auf, unseren Dank und unser Lob reichhaltig musikalisch auszugestalten! Genau in diesem Sinn gestaltet diese CD beliebte Feiern & Loben Lieder aus, dass es eine Freude ist, zuzuhören.

Nach 4 Stunden Schlaf bin ich heute erwacht und nicht mehr wieder eingeschlafen vor lauter Sorgen: Wer wird mein DJ sein bei meinem Auftritt? Schaffe ich es noch, alle Texte auswendig zu lernen? Wer übersetzt meine Texte und in welcher Form? Wann kommt die neue Mitbewohnerin und wird es die richtige sein? Wie schreibe ich die Dramaturgie-Arbeit? Habe ich alle Bücher gekauft? Welche Texte muss ich noch lesen? -- da ist es doch gut, gibt es CD's wie oben beschrieben. Und jetzt nochmal ein Stündchen schlafen wäre wohl angebracht.

Dienstag, Dezember 04, 2007

wenn der stuhl ins rollen gerät

Seit Tagen tut jeder einzelne Muskel weh. Fitnessclub? Marathonlauf? Gipfelbesteigung? auch nach längerem Nachdenken kann ich mich an nichts solchiges erinnern. Bleibt wohl nur ein Grippestreifschuss als Verursacher.

Gestern Abend Theaterbesuch in Zürich, Traumaville, danach ein kurzer Zusammenstoss mit einem Zürcher Offroaderfahrer - nur durch böse Blicke, leider, danach zuhause vor dem Fernseher hängen geblieben. Für einmal aber nicht wegen irgendeinem Schrott, sondern wegen eines "Rollstuhl-Roadmovies" namens Aaltra, wirklich unglaublich gut. So gut, dass ich sogar eine Anschaffung des DVD's für 40 Stutz in Erwägung ziehe. Auf der DVD gibt es, wie im Kleingedruckten zu lesen ist, auch eine "Pornoversion". Trotzdem ist der Film ab 12 Jahren freigegeben. Dann kanns ja nicht so schlimm sein.

Weiter die Frage, ob es anmassend ist, ein Wirtschaftsflüchtling in einem anderen Sinn sein zu wollen. Ein Flüchtling, der vor der guten Wirtschaft flüchtet. Weil alles boomt und alle Geld und man deshalb nicht wirklich Teil davon, deshalb die Überlegung: Warum nicht einfach in ein ärmeres Land ziehen, wo man gleich wenig Geld hat, aber auch weniger Luxus, den man kaufen könnte müsste möchte sollte?

Montag, November 26, 2007

Guet Nacht am Föifi


Heute, an einem Wirtesonntag, mussten wir eine kleine Ewigkeit draussen posieren. Für die Weihnachtskarte. Was allerdings ziemlich lustig war. Und anschliessend gabs auch eine kleine Wein-Degustation. Ich hätte ja gedacht, dass bei einer Degustation immer nur kleine Schlückchen degustiert würden, damit man nicht besoffen wird und deswegen nicht die Weine immer wie besser. Meine erste Degustation verlief allerdings so: Der erste Wein bekam die Bestnote, danach gings steil bergab, was aber nicht heisst, dass ich die Gläser nicht ausgetrunken habe (man muss ja wissen, ob der Wein wirklich ist wie ein brünstiger Hirsch, wie ein Sonnenblumenfeld oder astringierend). Deswegen auch: Gute Nacht. Und: Wo bleibt das Bier?

Die Erholung liegt da, wo man über die Grenze geht

Bern-Zürich-Stuttgart, was liegt näher? Kaum ist das Gespräch mit dem Mitfahrgelegenheitsfahrer angelaufen und die Red Bulls leer, muss man schon wieder aussteigen. S- und U-Bahn, ein paar Schritte zu Fuss, und schon ist die Insel gefunden. Danke Mesii für die unglaubliche Gastfreundschaft!
Basti bringt Kölsch aus Köln mit, ich Bärner Müntschi der Brauerei Felsenau aus Bärn, zur internationalen Bierrunde gesellt sich in Stuttgart ansässiger Wodka mit Bitterlemon und Grünkohl mit Kartoffeln, und alles ist gut. Reden, auch begannt als Therapiegespräche, bis die Flaschen leer und das Bett ruft. Siehe Bild.
Frühstück mit deutscher Marzipanmarmelade und Schweizer Ovomaltineaufstrich, danach The Nasa Collection und Herbsttee. In der Kälte warten auf die Mitfahrgelegenheit. Und plötzlich wieder Zürich, überfüllter Zug wie noch selten erlebt (die Armee fährt mit) und schon Bern und mein Velo steht noch da.
Und jetzt scheint die Sonne in mein Zimmer und, wenn ich den Kopf hebe, auch in meine Augen, dann sehe ich nur noch einen grossen hellen Fleck und mein Zimmer könnte eigentlich überall sein.

Donnerstag, November 22, 2007

Hurra, wieder 15!

Das schöne am Erwachsen sein oder am immer erwachsener werden ist diese Ruhe, mit der man zurückschaut auf Vergangenes was so schrecklich war und unangenehm, damals, und was heute lächerlich scheint oder zumindest nur halb so schlimm, wenn nicht gar dienlich für heute.

Ich werde nun bald 25. Bald werde ich von mir sagen können, ich hätte meine Rechnungen im Griff und seie fähig, Lohnausweise bis zum Abschicken der Steuererklärung aufzubewahren, an einem Ort, wo man sie auch findet. Bald einmal werde ich heiraten und schwanger werden. Bald werde ich mein Album aufnehmen und eigene Lesungen halten, werde Konzerte geben und Preise gewinnen. Bald ist ja zum Glück dehnbar.

Nun, manchmal gibt es diese Tage, an denen man sich wünscht, noch einmal Gymnasiastin sein zu können, noch einmal Kind zu sein, unbeschwert von der Verantwortung, die das Erwachsensein mit sich bringt. Manchmal möchte man wieder an Parties gehen können und auch bis in den nächsten Morgen hinein bleiben, möchte man wieder mal saufen können wie damals, als man jung war. Damals, als man jung war, und die Hälfte der Klasse Plättlispangen im Mund hatte. Damals...

Heute, am 22.11. Zweitausendundsieben, war ich beim Zahnarzt. Er hat mich für voll genommen und wie eine Erwachsene behandelt, und hat mir alles schön erklärt. Diese zwei Zähne bissen wohl immer so und so aufeinander, dadurch schliff sich der eine ab, dann rutschten sie so aneinander vorbei, und so, das gab Druck, ta ta taa, und deshalb dies und darum das. Ich war in Gedanken schon halb auf der Arbeit, wo heute eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen kommen würde und wir einen grossen Apéro machen werden. Dann sagte mein Zahnarzt folgenden Satz: Das muss mit einer Plättlispange korrigiert werden.

P-L-Ä-T-T-L-I-S-P-A-N-G-E !!!!

Es ist ja schon mit 16 schlimm, oder auch mit 20 oder mira 21, wie ich von meinen Freundinnen weiss. Ich hatte nie eine Spange. Aber mit 25! Gerade dann, wenn ich mein Album aufnehme! Nein! Nein! Nein!

Dienstag, November 20, 2007

Ist alles nur ein armes Theater?

Bin gerade am Vortrag schreiben über Jerzy Grotowski und "Das arme Theater". Total interessant. Theater müsse nicht dem Film und Fernsehen nachhecheln und könne nicht nur ohne Schminke, Musik, Beleuchtung und sogar ohne Bühne auskommen, sondern in dieser Armut auch ohne Fesseln sein. Es geht darum, dass Schauspieler Masken ablegen, mit ihrem Körper alles können, diesen hart trainieren und sich auch mit ihrem Innern, ihrer Psyche bis ins Intimste auseinandersetzen.
Grotowski hatte ein Kollektiv von Schauspielern. Sie haben zusammen gelebt, es wurden Vergleiche mit Sekten gezogen. Sie verzichteten auf materiellen Luxus, arbeiteten hart an sich und aneinander und prägten das freie Theater bis heute.
Aber wovon ernährten die sich bloss? Was, wenn jemand krank wurde?

Grosse Ideen sind super, diese auch zu verfolgen, durchaus wünschenswert und mutig. Mit meiner Ausbildung hab ich dann auch keinen Zettel in der Hand, mit dem mir das Geld nur so ins Haus fliesst. Zum Glück wird sowieso alles anders, als es aussieht, denn so wies aussieht, werde ich immer von einem nebenbei-Job nebenbei leben können, wenn ich das Schreiben als Hauptsache weiterziehe.

Leben ohne Luxus ist ja ganz schön und so, und gibt einem bestimmt Boden. Manchmal würde ich aber auch einfach gern von einer suuupeeer Band hören und mir dann einfach die CD kaufen können. Oder Bücher. Oder Filme. Oder Zugtickets ins Ausland. Jetzt gehen mir schon die Ideen aus. Ein gutes Zeichen! Hurra!

Samstag, November 17, 2007

Zurück aus der Zukunft




Sonntagabend bis Donnerstag: Spaziergänge mit Orell-Baby, Spaziergänge allein, Spaziergänge zu zweit, zu dritt. Schneewanderungen. Postautofahrten, Autostop nach Langnau, die diversen Seitentäler erkunden, nicht aus dem Postauto aussteigen weil SO VIEL Schnee und nur Turnschuhe. Dann doch mit Turnschuhen durch beinahe kniehohen Schnee von 860m.ü.M. auf 630m rutschen. (Die Schnee-Fotos müssen erst noch entwickelt werden - good old analog)

Donnerstag bis Samstag: Schreiben. Berndeutsch schreiben, Hochdeutsch schreiben, Krimihörspiel schreiben, Gotthelf-naiv-heile-Welt schreiben, Raps schreiben.

Samstag: Leider und viel zu schnell wieder in die Stadt und gleich weiter zur Arbeit.

Emmental: Ich komme wieder! (Für immer? Gibt es doch noch Alternativen zur polnischen Wildnis??)

Samstag, November 10, 2007

Wir fahr'n aufs Land und werden bekannt


Bärau! Schreiben, schreiben, schreiben! Hurraa! Eine ganze Woche lang! Und heute hats schon geschneit! Auf Wiedersehen Bern, meine liebe Stadt!

Dienstag, November 06, 2007

milchbüchleinrechnung

Al + les = Zuviel

Samstag, November 03, 2007

Lieber unterm Dach als wach



Frei nach diesem Motto habe ich mich unter dem Dach des Literaturinstituts verschanzt, in meinem Lieblingsraum, der mein Lieblingsraum ist, weil er ein Bullauge hat. Auf dem Fenstersims liegen Nussschalen, die vermutlich Eichhörnchen zurückgelassen haben. Hundert Meter weiter steht die Lindenegg, in der ich arbeite, und vor mir sitzt mein Powerbook, in das ich schreiben muss. Ich habe noch eineinhalb Stunden Zeit für die Aufgabe im Seminar "Wesentliche Elemente des Romanschreibens" mit Anna Mitgutsch. Ein Wochenendkurs. Bin mir noch nicht sicher, ob ich ihn auch fertigmachen soll weil alles grad viel und so. Immerhin funktioniert die Heizung.

Freitag, November 02, 2007

Müde sinkt die Sonne

Müde, müde müde. Ich bin morgens müde, mittags müde, abends müde, nachts müde. Bin ich lebensmüde? Müde vom Leben? Wenn ich Zugfahre, schlafe ich ein. Wenn ich lese, schlafe ich ein. Wenn ich arbeite, denke ich daran, wie schön es jetzt wäre, einzuschlafen. Wenn ich laufe, denke ich daran, wie schön es jetzt wäre, einzuschlafen. Wenn ich esse, denke ich daran, wie schön es jetzt wäre, einzuschlafen.
Ich schlafe. Jede Nacht genug, und wenn einmal nicht, schaue ich, dass es bei einmal bleibt.
Eisenmangel? B12-Mangel? Lichtmangel? Schlafmangel? Vitaminmangel? Müde vom durch die Mangel gedreht werden?
Vermutlich ist alles nur halb so schlimm, aber ich bin einfach müde müde müde.

Mittwoch, Oktober 31, 2007

Doch lieber Bücher über Gebärmütter?

Lange Diskussion über die Grösse des Weltalls und die Anzahl der täglich produzierten Spermien, und ob es einen Muskel gibt, mit dem Männer theoretisch ihre Hoden "in den Körper" ziehen könnten oder nicht, und in welcher Schwangerschaftswoche die weiblichen Föten schon mit allen Eiern ausgestattet sind, die während ihres ganzen Lebens springen werden.

Bis jetzt kann man mit Google Earth noch nicht in Gebärmütter schauen, dafür in den Himmel. Dieser Fakt bewog mich dazu, auch endlich Google Earth runterzuladen.

Klick klick klick, 2 Minuten warten und fertig ist es. Vorfreude. Klick klick und die Fehlermeldung, es laufe nicht mit meinem OSX oder Z oder Y oder was auch immer. Ob ich die Version 4.0. downloaden wolle? Was für eine dumme Frage, klar doch, klick klick klick, 2 Minuten warten und fertig ist es. Erneute Vorfreude. Wieder anklicken (das zweite Symbol/ Icon oder wasauchimmer) und wieder die Frage, ob ich Version 4.0. downloaden wolle, da diese Version nicht kompatibel sei. Nach Durchsuchen der Festplatte und nichtfinden dieser ominösen Wunderversion 4.0. frustriertes Verschieben von allem, was entfernt mit Google earth zu tun haben könnte, in den Papierkorb. Papierkorb leeren. So.

Zeit, schlafen zu gehen.

Feststellungen zur Wochenmitte

- Marlon Brando ist besser, schöner, sexier als James Dean
- Je öfter man bei Wettbewerben mitmacht, umso grösser wird die Chance auf einen Gewinn (siehe Foto - mein neuster Gewinn)
- Wenn man auf einer bekannten Route den Blick ein Stockwerk höher schweifen lässt, eröffnet sich einem eine neue Welt
- Ein Baum verliert nicht nur durch den Wind viele Blätter auf einmal, sondern auch wenn sich ein ganzer Vogelschwarm auf einmal in ihm niederlässt
- Im Stress handelt man mit einer Routine, die einem vorher wahrscheinlich noch gar nicht aufgefallen war
- Wenn man hungrig und mürrisch ist, und dann isst, geht meistens nicht nur der Hunger weg

Donnerstag, Oktober 25, 2007

Vom Wärmeschutz

Oder: Zeit für etwas neues...


Die Locken kommen dann hoffentlich wieder, wenn sie sich an den neuen Platz gewöhnt haben.

Unser Spidy hat kalt. Die Heizung funktioniert ausgerechnet in ihrem Zimmer nicht. Deshalb habe ich ihr eine Wärmeflasche hingestellt. Auf der anderen Seite der Glasscheibe sitzt sie nun und wärmt sich hoffentlich etwas auf.

car on le peut

Mittwoch, Oktober 24, 2007

Nochmal von vorn, bitte

Nochmal von vorn, bitte. Einfach den Zeitraum von 13- bis 24-jährig auslassen, bitte. Und weil das nicht geht, höre ich das Soloalbum vom Sänger von System of a Down und lerne dann mal meiner Tochter das Velofahren und versuch, ihr eine möglichst glückliche Kindheit zu verschaffen. So wie meine war, zum Beispiel.

Ohne Angst in die Zukunft


Einundzwanzig Jahre nach der bahnbrechenden "Zeltevangelisation von Murten" sollte man vielleicht Herrn Krise, äh, Kriese, wieder einmal einladen, damit wir ohne Angst in die Zukunft gehen können. Um keine Angst zu haben, sollte man ja bekanntlich vor allem auf das Gute schauen. Das ist Blicktechnik, die ich schon in der Fahrschule gelernt habe. Schauen wir also auf das Gute der schweizerischen Parlamentswahlen 2007:

-Bernhard Hess und damit die SD wurden abgewählt und sind aus dem Stöckli (?) verschwunden.

Ausserdem wurde, ebenfalls letzten Sonntag, in Polen Donald Tusk zum Parlamentsvorsitzenden gewählt. Ein Lichtblick nach der Kaczynski-Kaczynski-Zeit. Nach den Wahlen ist vor den Wahlen, und ich überleg mir schon meine Strategie für 2011 ("erste Rapperin in den Nationalrat!" / "erste Gepiercte in den Nationalrat" / "erfolgreiche Schriftstellerin in den Nationalrat!").

Gin Tonic im Nebel

Einen Gin Tonic zum Aperitif. Zur Vorspeise frischen Fenchel-Apfel-Marronensalat. Ein Glas Beaujolais namens Saint Amour. Dann der Hauptgang: Krautstielblätter gefüllt mit frischen Wildpilzen an einer Sherry-Sauce, serviert mit Couscous. Dazu wieder ein Glas Beaujolais. All dies wird vollendet durch ein Berner-Rosen-Sorbet. Berner-Rosen sind keine Rosen, sondern eine der Apfelsorten, die definitiv am meisten mundet. Selbstverständlich ist das Sorbet übergossen mit einem kräftigen Schluck Berner-Rosen-Schnaps. Nun wird es Zeit für einen Espresso. Dazu ein hiesiger Grappa, grosszügig eingeschenkt, und die letzten Seiten von "Die schwarze Spinne".

So geht es, wenn man zur Abwechslung einmal als Gast in der Lindenegg ist.

Montag, Oktober 22, 2007

In der Sonne liegen und Gin Tonic trinken

Ein normales Paar Socken, ein zweites dickes Paar Socken, Thermo-Leggins, Hosen. Unterhemd, T-Shirt, langes T-Shirt, Pullover, Jäckchen und Halstuch. Drinnen. In meinem Zimmer. Vielleicht stell ich doch mal die Heizung an.

Dann frage ich mich: Wer bestimmt eigentlich, was alles zum Ernst des Lebens gehört?

Dienstag, Oktober 16, 2007

Der Versuch, strategischer zu wählen

SP: 10 Stimmen
EVP: 5 Stimmen
Grüne: 2 Stimmmen
Junge Grüne/Alternative: 4 Stimmen

17 Verschiedene Politikerinnen und Politiker (9 -innen)

In vier Jahren mach ich alles besser oder lass mich selber wählen.

Montag, Oktober 15, 2007

Warten auf die Bedrohung


Jede und jeder weiss, wie sehr ich Mühe habe mit Waffen. So bin ich mehr als glücklich darüber, dass endlich endlich und nach langem Kampf, äh, Druck von linker und Frauenseite her beschlossen wurde, dass Armeemunition im Zeughaus aufbewahrt werden muss. Die Waffen selbst leider immer noch nicht. Pro Jahr sterben in der Schweiz um die 200 Menschen durch Armeewaffen. Dazu kommen noch einige Schussabgaben ohne tödliche Folgen und vor allem unzählbare Drohungen ("Jetzt hol ich das Sturmgewehr aus dem Schrank") in heimeligen Schweizerstuben. Aber besonders die strammen Schweizer einiger auch im Ausland berühmter Parteien setzen sich vehement für den Verbleib von Armeesturmgewehren in den meisten Haushalten ein. Schliesslich, wenn dann einmal die Bedrohung da ist und fremde Armeen in unser Land einmarschieren, müssen sich die unsrigen Soldaten auf dem Weg zur Kaserne verteidigen können.
Kürzlich hielt ich das erste Mal in meinem Leben ein echtes Gewehr in der Hand und es hat mich angewidert. Dass die Schweiz weit oben mitmischt im weltweiten Waffenhandel macht mich traurig und wütend. Jetzt hol ich dann bald

einen Stift aus dem Schrank und schreib einen Leserbrief.

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Warum nicht ich?

Im Rahmen meiner Gedankenbeschaffung für den "Bin ich schön"-Wettbewerb tauchten Fragen wie diese auf: Bin ich schön? Ich bin schön? Wer ist schön? Ich? Wer ist ich?

Nun habe ich begonnen zusammenzutragen, wer ich ist oder sein könnte. Dabei erinnerte ich mich an eine Theatervorführung, die ich mal gesehen habe. Sie war betitelt mit "Warum nicht ich?" und begann damit, dass ein nackter Mann auf die Bühne geworfen wurde. Er verbrachte dann die nächsten fünf Minuten damit, sich zu entdecken. War einfach komplett nackt auf der Bühne, ohne Requisiten oder irgendwas, war also allen und vor allem auch sich selbst total ausgesetzt. So begann er, zu schauen, was ist denn überhaupt da, wenn sonst nichts da ist? Er hat sehr ausführlich seine Zehen von allen Seiten untersucht und die Behaarung seiner Beine, seinen Bauchnabel und seine Ohren. Meine Zeilen hier sind sowieso nur der Versuch einer Beschreibung, aber es war sehr schön. Warum nicht ich? Wer bin denn ich? Bin ich schön?

Nun gehe ich schlafen und morgen diesen Fragen weiter nach.

Dienstag, Oktober 09, 2007

Bin ich schön? Und: Ist das wichtig?

"Bin ich schön?" ist die Themavorgabe eines Essaywettbewerbs, den ich gewinnen möchte. Und selbst wenn ich nicht gewinne, habe ich immerhin 7 Seiten mehr geschrieben.

Dies ist übrigens der 301. Beitrag auf diesem Blog.

Und: Warum schreiben mir eigentlich immer alle, die sich umbringen wollen, Abschieds-sms? Und warum habe ich nie die Nummern dieser Leute gespeichert? Sollte ich sofort anrufen und fragen, wer es ist und was das Problem? Die letzten 3 Male war es dieselbe Person (mit immer einer anderen Nummer), die mir mit noch einmal anderen Nummern auch sexuell anzügliche Kurzmitteilungen geschickt hat, quasi als Kontrast zu den Abschiedszeilen. Nehme ich solche Sachen zuwenig ernst? Bin ich egoistisch, wenn ich nicht darauf reagiere? Wenn ich mich stattdessen mit der Frage der Schönheit befasse?

Montag, Oktober 08, 2007

Was man zeigt, wird gesehen

Soeben hab ich dieses Foto auf der Homepage von Schwarzes-Schaf gefunden. Netterweise mit verwischten Gesichtern. Toll, wenn man bedenkt, dass wir von jensten Zeitungen fotografiert und von mindestens zwei TV-Sendern gefilmt wurden. Vom SonntagsBlick ausführlich interviewt und sogar Portraitfotographiert. Es waren zwischen 2000 und 5000 absolut gewaltlose Menschen auf dem Münsterplatz. Ich habe drei Sonntagszeitungen und heute eine der grössten Schweizer Tageszeitungen gelesen und in keiner von ihnen auch nur ein klitzekleines Bildchen oder einen Bericht darüber gelesen.

Hab gestern begonnen, meine Wahlzettel auszufüllen. Soll ich strategisch vorgehen und entweder die Zugpferde der SP wählen oder gleich auf die Mittepartei CVP setzen, weil die als einzige Partei der SVP einen Bundesratssitz abluchsen könnte? Oder soll ich Jungpolitikerinnen meine Stimme geben, die eh nicht gewählt werden aber vielleicht ja doch? Ist es doof, wenn alle "Linken" sich in 7 Parteien verzetteln, oder ist dies ein gutes Zeichen für eine lebendige Demokratie?

Sonntag, Oktober 07, 2007

Revolutionär oder endlich wieder mal was los?

Eine bunt durchmischte Menge stand, sass und tanzte heute auf dem Münsterplatz. Es gab Konzerte von Hippie- über HipHop- bis zu Unplugged-Rockbands, einige kurze Reden, T-Shirts, Buttons, Essen und zahllose interessante Diskussionen. Kinder waren da, tücherschwingende Hippiemädchen, noch schulpflichtige Punkers, Pensionäre und Eltern, Ausländer und Schweizer. Die Sonne schien, die um die 2000 Demonstranten diskutierten, hörten zu, applaudierten und waren sich einig, dass die SVP nicht diskriminierend und menschenverachtend auftreten darf, ohne dass jemand dagegen auf die Strasse geht. Es war wirklich sehr toll und ich war froh, dass es diese Kundgebung gab. Nun hoffe ich auf eine grosse Zahl von Wählerinnen und Wählern, die eben WÄHLEN geht in zwei Wochen.

Ach ja, am Rande gab es auch noch Leute, die die SVP am Laufen gehindert hat, unschuldige Restaurants verwüstet und sich kleine Strassenschlächtchen mit der Polizei geliefert hat. Darüber können interessierte Leserinnen und Leser lange, ausführlich, kommentiert und bebildert in sämtlichen Medien im In- und Ausland lesen!

Samstag, Oktober 06, 2007

Aktiv werden in drei Schritten


Fortsetzung morgen Samstag, ab Mittag auf dem Münsterplatz!

Dienstag, Oktober 02, 2007

Und wenn ich

Und wenn ich jetzt einfach gehe?
Und wenn ich heute sterbe?
Und wenn ich morgen meine Liebe finde?
Und wenn ich niemals gehe?
Und wenn ich schon nächste Woche mein Leben in den Griff kriege?
Und wenn mein Leben mich in den Griff kriegt?
Und wenn ich gehen muss?
Und wenn ich mich entscheide?
Und wenn ich mich nie entscheide?
Und wenn ich mich dagegen entscheide?
Und wenn dafür?
Und wenn mein Loch nie geht?
Und wenn mich nichts mehr hält?
Und wenn ich nicht mehr will?
Und wenn ich mehr will?
Und wenn ich

Glücklich?

Bin ich der glücklichste Mensch auf Erden? War dies eine rhetorische Frage? Gibt es das vollkommene Glück gar nicht? (Das war jetzt eine rhetorische Frage)

Das Reissen - der Rucksack steht in der Ecke, es ist genug Geld auf dem Konto um noch alle Rechnungen zu bezahlen und die Travel Card aufzuladen. Und dann einfach in die Sonne laufen, aus der Stadt raus, Feldwege wählen, den vorbeifahrenden und neugierig schauenden Bauern zunicken und am Wegrand kaltes Brunnenwasser trinken. In den Osten, in die Weite, in die Kälte, in die Ferne. Hauptsache dort sein, wo es Weg vor einem hat.

Das Reissen - und es doch nicht tun. Sich bewusst sein. Glücklich sein mit dem Studium, das doch nicht anders als "ein Privileg" genannt werden kann. Glücklich sein mit dem Zimmer in einer netten WG. Glücklich sein mit den Freunden, die man hat, mit dem Gott, der da ist. Mit den Möglichkeiten, die sich einem bieten. Mit dem Job, der mehr ist als ein Job und für das man gerne arbeiten geht. Musik, Wärme des Zimmers, ein Bett, eine Decke. Eine Küche, eine Dusche. Alles, was man draussen nicht hat.

Der Mirabellenschnaps, den man unberührt stehen lässt und ihn erst an einem Feuer irgendwo in der Wildnis mit irgendwem irgendwann trinken will und dazu über neue Gesellschaftsformen diskutieren will, bevor -

Die Uhr und der Feldstecher und "Vögel Europas" und die Landkarten, die sich aneinanderreihen im Regal und nur ab und zu angeschaut werden können, ohne wirklich benutzt werden zu dürfen.

Samstag, September 29, 2007

Mon avenir

Nach dem Studium wandere ich an den Yukon River aus.
Nach dem Studium heirate ich und werde schwanger.
Nach dem Studium studiere ich Pharmazie.
Nach dem Studium werde ich Biobäuerin im Jura.
Nach dem Studium schreibe ich ein Buch und lebe von Performancelesungen.
Nach dem Studium kaufe ich mir ein Häuschen in den Masuren und bewirte Touristen.
Nach dem Studium werde ich Sanitäterin und arbeite in einem Flüchtlingslager.
Nach dem Studium lasse ich mich für den Nationalrat aufstellen, werde gewählt und präge die Politlandschaft mit ungewöhnlich innovativen Vorstössen.
Nach dem Studium widme ich mein Leben der Forschung.

Alles ist gut.

Und was macht ihr in Zukunft so?

Mittwoch, September 26, 2007

Ist es mir geglückt, unglücklich zu sein?

Hat man Glück, wenn man glücklich ist?
Ist man glücklich, wenn man Glück hat?
Kann man glücklich sein, ohne Glück zu haben?
Kann man Glück haben und unglücklich sein?

Wydartowo

In Wydartowo lebt der grösste Hahn, den ich jemals gesehen habe.

Dienstag, September 25, 2007

Ganz fest gegen Rassismus


Wer sich die Hetze der SVP gegen Ausländer anschauen möchte, darf dies gerne hier tun, einfach besser vorher einen Kotzeimer bereitstellen.

Samstag, September 22, 2007

Ich habe die Wahl, du hast die Wahl

Gestern Freitagabend um 17 Uhr im Schweizer Radio: Ein Mann macht eine Art Kolumne über die anstehenden Parlamentswahlen. Er sagt: Man sieht ja jetzt überall diese Wahlplakate, haha, zum Beispiel auch von den Linken, haha, diese zwei Frauen. Die eine sieht aus wie eine Kinderkrankenschwester, die andere wie eine Dentalhygienikerin, hahahahaha.

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Heute hab ich im Zug von Biel nach Bern einen halben Songtext geschrieben, jetzt mach ich mich noch an die zweite Hälfte. Dann nehm ich alles auf und stell den Song ins Netz. Es geht um die Wahlen und dass wir die Wahl haben!

Samstag, September 15, 2007

cee erstickt und startet durch

Gestern hab ich im Zug ein neues Lied geschrieben, das alle Ohrwurmrekorde brechen wird. Es heisst "Ässet ke Thonbrötli im Zug" ("Esst keine Thonbrote im Zug") und handelt von den Konsumgewohnheiten der Reisenden.

Donnerstag, September 13, 2007

Living on the cee-site of the world

Da ich schon als Kind nie zuviel Geld hatte, beziehungsweise es in den Kauf von Eishockeysammelkarten investierte, was mich, nebenbei bemerkt, ruinierte und, ebenfalls nebenbei bemerkt, noch heute, etwa 12 Jahre später, immer noch wurmt, (jetzt wären die Nebensätze vorbei und es ginge jetzt also weiter) konnte ich mir auch nie den Zug nach Burgdorf oder Bern leisten, um dort CDs zu erwerben. So begann ich, selber Texte zu schreiben, und rappte diese über die Anfänge derselben 2, 3 Lieder, die ich besass. Einmal gab es eine Party, an der ein HipHop-DJ auflegte. Ich legte auch auf, und zwar einen alten Kassettenrecorder auf den Zigarettenautomaten. So nahm ich die gespielte Musik auf Kassette auf und hörte dann die bis zum abwinken. Nachdem ich nun genug meine Jugend verromantisiert habe, kann ich ja auch mal zum Punkt kommen: Es geht nun also glaubich wieder einen Schritt vorwärts in meiner Rapkarriere. Habe heute mit einem Studiobesitzer gesprochen und kann dort aufnehmen gehen. Natürlich nicht gratis, aber im Vergleich zu üblichen Preisen spottbillig. Also etwa 4-5 Monatslöhne von mir, dich ich in einem Zeitraum von 4-5 Monaten bezahlen müsste.... Nach den Studioaufnahmen kommt dann noch das Mastern; wer sich auskennt, weiss, welch horrende Summen man dafür bezahlt. Und danach muss die CD erst mal noch gepresst werden, was auch noch ein paar Lappen schluckt. Noch nicht dabei ist hierbei das Cover, Booklet, der Druck, geschweige denn der Vertrieb und die Werbung.
Vielleicht hätte ich doch als Kind eifach immer die BravoHits-CD's kaufen sollen und mich damit zufrieden geben. Aber während ich dies schreibe, läuft aus der Box das Lied, was ich gerade aufgenommen habe, und schon kann ich es kaum erwarten, ins Studio zu gehen!

Spenden an PC 30-579673-9, Vermerk "cee"

Mittwoch, September 12, 2007

Ein Deliriümchen macht den Braten auch nicht feiss

Zwei Duvets, eine Wolldecke und eine Wärmeflasche (und fröstelnd in der Embryostellung). 38,6°, was nicht haarsträubend ist aber doch ein bisschen und vor allem blitzt einem gleissendes Weiss entgegen wenn man in meinen Rachen schaut (mmh! bon app'!). Arbeiten in Biel knapp hinter mich gebracht, im Zug erfrierend geschlafen - und jetzt liege ich wach und die Reime sprudeln nur so in meinem Kopf und müssen aufgeschrieben werden. Was gut ist, da ich überraschend vier Stunden Studiozeit gekriegt habe für Donnerstag und Chancen auf Veröffentlichung durchaus bestehen und wenn nicht, ist auch nicht schlimm sondern auch schön. In meinem Kopf hab ich schon ein halbes Buch geschrieben und nun sitze ich da und möchte nur schlafen. In einem Fieberdeliriümchen entstehen Texte und morgen oder so schau ich dann ob sie wirklich so gut sind wie ich jetzt meine. Bonne nuit, dobranoc und schlafen's wohl, ausser der Mad in Neuseeland der gemäss Skype auf ist und dessen Blog noch spannender als der von E.v.O. ist.

Montag, September 10, 2007

Entscheidungsfreudig





Ein Beschluss, den Winter durch, also ab jetzt, mehr ins Kino zu gehen.

Von Polizeikontrollen, Duschmitteln und Händewaschen

15-jährige Jugendliche in Pariser Vorortsozialsiedlungen hängen herum um die Zeit totzuschlagen. Einige spielen in einer Theatergruppe mit, andere kiffen und diskutieren darüber, wer mit wem geht und wer wen gefragt hat. Einer ist in eine verliebt und hat sie gefragt, aber sie hat bis jetzt weder Ja noch Nein gesagt. Durch diese Ungewissheit kommt eine schreckliche Unruhe auf in den Banlieus. Der Kumpel des Verliebten geht zur Freundin der Unentschiedenen, klaut ihr Handy und schlägt sie. Sie solle gefälligst der Unentschiedenen dazu verhelfen, einen Entscheid zu fällen.
Soweit der sehr tiefgründige und einen vielschichtigen Einblick in die Gesellschaft gebende Film, der letzte Nacht nach den Sonntagabendfilmen und nach den Filmen nach den Sonntagabendfilmen im Fernsehen gezeigt wurde. Doch als ich mein zweites Honigbrot beinahe fertig gegessen hatte und gerade den Fernseher abstellen wollte, blieb mir ein Bissen Züpfe im Hals stecken. Es gab eine dramatische Wendung im Geschehen. Plötzlich waren zwei Polizisten und ein Polizistin da, die die Teenager aus Gründen die keine sind kontrollierten. "Kontrollieren" gleich: Arme nach hinten verdrehen, Gesicht auf Kühlerhaube pressen, rum"schubsen", agressive Wort- und Tonwahl sowie wiederholtes und damit nach dem ersten Mal unnötiges Körperabtasten. Aha, dachte ich, nun kommt die Banlieue-Thematik doch noch in einem anderen Licht daher. Litt mit, ass mein Honigbrot fertig, kam beim nach der Polizeiszene ultra plötzlichen Schluss nicht nach (ist das jetzt ein Happy End oder nicht? Der Film ist doch noch gar nicht fertig? Wieso jetzt schon der Abspann?) und ging schlafen. Doch auch da ging es weiter. Ich in Brasilien. Im Auto mit Freunden, alles ist gut. Plötzlich eine Polizeikontrolle. Wir werden genötigt, ein Duschmittel zu kaufen. Also sitzen wir alle da mit einem Duschmittel in der Hand und werden von den Polizisten angebellt.

Zum Schluss möchte ich noch ein Bild weitergeben, das gestern Abend bei der Arbeit entstanden ist. Ich muss nämlich immer, wenn ich am Abend die Beiz schliesse, die Abfallkübel in den WC's leeren. Auf untenstehendem Bild sieht man die beiden Kübel nebeneinander, nach einem durchschnittlichen 11-stündigen Sonntagsbetrieb. Links der Kübel aus dem Frauen-WC, rechts der des Männer-WCs. Schlussfolgerungen aus dem Bild darf sich jede und jeder selbst ziehen, bitte aber nachher trotzdem Hände waschen (auch Männer).(im Kübel rechts - dem aus dem Männerklo - befinden sich 2 Papiere)

Samstag, September 08, 2007

Sozial und so

Dieses Wochenende findet in Biel-Bienne das Sozialforum statt. Eine Freundin von mir hat mich eingeladen, daran teilzunehmen. Dabei gab es einen ganz lustigen SMS-Wechsel, der vor lauter Alternativität nur so sprüht und den ich euch nicht vorenthalten möchte:

"Sieht man sich nun in Biel? Bin am Vormittag im Marxismusworkshop und am Nachmittag bei Schritte zu 0.7% Entwicklungshilfe. Machs gut!" - "Hmm weiss nicht. Entwicklungszusammenarbeit und Korruption wäre auch spannend, und in Bern ist um 14.30 eine Demo gegen den Bau von neuen AKW's. Mal schauen."

Angemeldet habe ich mich nun für einen Nachmittagsworkshop in Biel. Schliesslich ist auch schon nach 02 Uhr morgens und ich hab erst gerade Feierabend gemacht in meiner Beiz. Morgen also Lernen über Antisemitismus. Es werden Fehlinformationen über das Judentum betrachtet. Ich bin eben doch ein bisschen sozi und so.

Mittwoch, September 05, 2007

"...solang dr Wäg no üses Ziu isch..."

Am 27. September kommt Chrigu in die Schweizer Kinos. Auf dem Filmblog oder untenstehend kann man jetzt auch den dazugehörigen Videoclip schauen. Trifft tief...

Und was habt ihr letzte Woche so gemacht?


Das Bild täuscht allerdings ein bisschen. Ich war nur etwa für eine Stunde am Strand und während dieser Stunde hat auch nur etwa 10 Minuten lang die Sonne geschienen. Aber so herrlich wies auf dem Foto aussieht, wars auch. Weite! Luft! Natur!

In Gdansk hab ich mich schon ein bisschen verliebt. Nicht in der Stadt, sondern in die Stadt. Wobei das ja auch in der Stadt war.

Wroclaw war auch schön wie immer und auch mit Bier wie immer. Die Neuentdeckung war das selbstgebraute Honigbier im Spiz (auf dem "z" wäre jetzt ein . und das würde dann "spisch" heissen). Da wurde der bisherige Genussrekord noch einmal bei weitem überboten.

An die Grenze mit Zug (billig und 1 Stunde 15 Minuten Verspätung), von der Grenze via Dresden per Auto (insgesamt 7mal umsteigen, nie länger als 20 Minuten warten, letzte Fahrt bis vor die Haustür) und ja, ich weiss, alleine sollte man das als Frau schon gar nicht machen aber ich habe ungefähr 100-150 Euro gespart dadurch.

Heute wird in meiner Küche ein Film gedreht, vielleicht kann ich ja als Statistin kurz was kochen gehen.

Samstag, September 01, 2007

Auf nach Wroclaw!

11 Stunden Reise gestern. Von Gdansk nach Bydgoszcz. Dort Gulasz zum Mittagessen und weiter nach Poznan. Der Beschluss, maeandrieren zu wollen. Sich treiben lassen durch die Stadt. Ploetzlich merken, dass der Zug in 40 Minuten abfaehrt. Weiter feststellen, dass der Bahnhof 1400m entfernt ist. 5 Minuten vor Zugsabfahrt in den Bahnhof rennen. Gepaeck aus dem Schliessfach zerren, zum Zug. Einen komplett ueberfuellten Zug antreffen. Es ist unmoeglich, durch die Gaenge zu laufen, man kann nicht mal umfallen bei einer Vollbremse, weil man so dicht aneinander gedraengt steht. Die Fahrt von Poznan nach Wroclaw dauert 2 Stunden und 15 Minuten und keiner steigt aus unterwegs. Wie sich der Billetkontrolleur durchquetschen konnte ist mir noch immer ein Raetsel. In Wroclaw erst mal sitzen. Und essen. Und Biertrinken. 'Ein Bier' in einer Bar ist 5dl gross und kostet 4 Zloty, das heisst ungefaehr 1 Franken 70 Rappen. Tatsaechlich einen Nachtbus erwischen und tatsaechlich an der richtigen Haltestelle aussteigen. Nach Hause laufen und 'I see something yellow what you don't see' spielen. Nachmitternachtsimbiss.

Jetzt vielleicht zum Coiffeur.

Nur die Mitfahrzentraleleute antworten nicht, so weiss ich noch nicht, ob und wie ich nach Hause gelangen werden..... Aber bis jetzt hat noch alles geklappt.

Donnerstag, August 30, 2007

Und Gott lacht

Ein polnisches Sprichwort, das ich gestern gelernt habe, lautet uebersetzt etwa so:

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mache Plaene.

Ich haette heute Morgen um halb 7 einen Zug nehmen muessen, um nach Leba zu gelangen. Nach einem ganzen Tag laufen, laufen, und noch ein bisschen mehr laufen, habe ich halb ausgeschlafen und mach mich nun auf den Weg zum Wassertaxi, das mich nach Sopot bringt. Sofern ich dieses Taxi finde, finde ich in Sopot hoffentlich auch den Strand und hoffentlich auch all die kleinen Fischerbuden, in denen man geraeucherten Fisch kaufen kann.

Mein Ticket um via Poznan nach Wroclaw zu kommen, habe ich auch schon. Bis jetzt habe ich alle Polen als sehr sehr nett und hilfsbereit kennengelernt.

Mittwoch, August 29, 2007

Gdansk

Gdansk ist bis jetzt sehr schoen! Es ist kalt und ich habe keine Jacke dabei..... Und meine Internetzeit ist in ein paar Sekunden vorbei...... Meine Gastgeberin weiss sehr viel ueber die Geschichte Polens, was fuer mich super ist! Gruesse aus dem Norden!

Dienstag, August 28, 2007

Hauptstadtdistanzen

Berlin. Wenn man 7 Stunden lang mit zwei Herren im gleichen 6er Abteil fährt und intensive Diskussionen über Feminismus, Gleichberechtigung, Kindererziehung/Hausfrauen/Kinderkrippen, Israel-Palästina-Konflikt und Milchsubventionen führen darf/muss, ist man schon froh, dann endlich mal anzukommen. Gemäss meinen Plänen hätte ich heute früh um 7 Uhr schon weiter nach Polen gesollt. Beim Erwachen entschied ich mich dann spontan und aus unerklärlichen Gründen, doch erst den 10.34-Zug nach Gdansk zu nehmen. Pünktlich um 10.34 Uhr kam meine S-Bahn im Hauptbahnhof an...... der nächste und zugleich letzte Zug nach Gdansk fährt erst um halb 3 Nachmittags. So bin ich noch ein wenig länger in Berlin.... Morgen Mittwoch dann Gdansk/Danzig und vielleicht schon Ostseeküste.

Montag, August 27, 2007

Vielleicht heilt mich ja das Meer!

Was packe ich ein? Feldstecher? 2, 4 oder 9 Bücher? CD-Player? Eine Regenjacke? Bargeld oder Travel Card? Falls Bargeld, wieviel? Hustentropfen, falls ein Husten aufkommen könnte? Oder doch nur Schmerztabletten? Jugendherberge buchen oder einfach mal hinfahren und auf Übernachtungsgelegenheit hoffen? Zug oder Autostop? (Dies war eine Frage extra für S.W. aus G.).

Ausgerechnet jetzt eine mysteriöse Infektion? bei meinem Tattoo. Geschwollen und bislang noch nie gefühlte Hügelchen unter der Farbe. Juckreiz. Eine Ärztin im Verwandtenkreis, die mir rät, besser vor den Ferien noch in die dermatologische Poliklinik zu gehen. Nur: In 10 Stunden bin ich schon im Zug. Und muss vorher noch einkaufen, Geld wechseln, duschen, fertig packen. Und schlafen.

Fragen über Fragen. Gut, dass ich weg von hier kann. An der Ostseeküste gibts gar keine dermatologische Poliklinik und somit eine Entscheidung weniger.

Ostsee, ich komme!

Moze morze mi pomoze. Jak mi morze nie pomoze, to pomoze mi Pomorze. Jak Pomorze nie pomoze, to pomoze moze Gdansk. (das ist ein polnischer Zungenbrecher, und er bedeutet soviel wie: Vielleicht heilt mich das Meer. Wenn mich das Meer nicht heilt, heilt mich die Küstenregion. Oder sowas.)

Beinahe hätte ich die Entdeckung des Tages mitzuteilen vergessen: Heute Morgen fuhr ich zufällig in Biel an der "Salome-Gasse" vorbei. Die Stadt weiss anscheinend um die Schriftstellerin, die in ihr Schreiben studiert und bald einmal weltbekannt sein wird. Das war jetzt was fürs Selbstwertgefühl. Und etwas für die allgemeine gute Befindlichkeit tu ich jetzt auch und gehe schlafen.

Donnerstag, August 23, 2007

narzisstische phase

Ich hab grad gesehen, dass ich weltweit die einzige bin, die in ihrem blogger-profil "cee" als lieblingsmusik eingegeben hat. Ich muss sagen, das deprimiert mich jetzt schon etwas.

Mittwoch, August 22, 2007

Worüber ich mich aufrege.

Als Velofahrerin: Über Autofahrer, die mich nicht als gleichberechtigte Strassenverkehrsteilnehmende ansehen, mir den Vortritt nehmen und mich dabei fast überfahren.

Als Autofahrerin: Über Velofahrer, die sich als gleichberechtigt aufspielen und einem aus einem Nebensträsschen heraus von rechts vor die Kühlerhaube rasen.

Dienstag, August 21, 2007

Nur eine kurze Anmerkung

Wie lange ist eigentlich eine kurze Anmerkung?

Montag, August 20, 2007

Mittwoch, August 15, 2007

Where is my home

Nachdem unser Internet und Festnetztelefon wieder funktioniert (danke cablecom........), bin ich auch wieder vom echten Leben abgelenkt. Dafür habe ich heute alle schönen Orte in Bern besucht. Es sind nämlich zwei US-Amerikaner und eine US-Amerikanerin zu Besuch. Solche internationalen Gäste tragen immer dazu bei, dass man seine Stadt kennenlernt. Zum Beispiel habe ich folgendes Bild mit meinem Handy aufgenommen. Bern sieht also wirklich so toll aus:


Anschliessend waren wir auf dem Dach von Freunden, von wo aus man über die ganze Stadt sieht. Was bei dieser "Grösse" keine grosse Meisterleistung ist. Aber schön!

Und am Samstag, am Buskers Bern, habe ich auch eine Rapperin entdeckt. Vielleicht doch keine Emopostindiealternativeemocore-Band...

Montag, Juli 30, 2007

War alles bloss ein Traum? oder:

Wenn man wieder mal nach mehr als 4 Stunden Schlaf aufwachen kann. Freakstock ist vorbei, und ich weiss nicht, war es mein 8-tes? oder doch erst mein 7-tes? Krass, wie schwierig es ist, ein halbes Leben zu rekonstruieren!

Jedenfalls habe ich für Patrick F. aus B., einen grossen Daniel Benjamin- Fan, mich in die zweitvorderste Reihe gekämpft und ein Foto gemacht. Das Konzert war selbstverständlich super. Wie auch viele andere Bands, die ich gesehen und gehört habe. Lingby zum Beispiel.
Überhaupt war es wohl mein erstes Freakstock seit 7 Jahren, bei dem ich so viel Zeit hatte! Zum Beispiel auch Zeit, am Frauenfussballturnier teilzunehmen. Unser Team - Mannschaft klingt komisch bei einem Frauenturnier - sollte eigentlich sechs Leute beinhalten. Zum Finale erschienen 3 von uns.. Dank Unterstützung einer Zuschauerin und einer Spielerin des Finalgegners, Kassel, waren wir dann spielbereit und gewannen nach einem hochkarätigen Penaltyschiessen 4:3! Damit waren wir die Nummer Eins im Freakstock Frauenfussballcup! Nummer Zwei war Kassel, und das wars dann auch schon mit den Frauenmannschaften. Das Siegerbild:
Ebenfalls das erste Mal seit x Jahren hatte ich Zeit, mir eine Tanzperformance anzuschauen, bei der auch Andrea mitmachte:
Abends dann Wasserpfeifenrauchen im Teezelt. Bis heute ist unklar, was für ein Aroma wir da in unsere Lungen sogen. Von Vanille-Mango über Broccoli und Kokosnuss wurde fast alles erraten.
Bei so viel Zeit kommt man nicht zum Schlafen. Zumal es tatsächlich warme Nächte gab auf dem Boxberg! Wo ich doch bisher Boxberg+Nacht = Knapp über dem Gefrierpunkt angesehen hatte. So kam auch das untenstehende Bild zustande, das ich das "Ringbild" nenne. Entstanden ist es am Sonntagmorgen, also nach vier Nächten Freakstock. Das letzte Hauptseminar fand in strömendem Regen statt. Ein Fortschritt zum Hauptseminar vom Vortag, das wegen sturmartigem Regen und Wind ins Coffeezelt verlegt werden musste. Während diese Entscheidung fiel, stand ich unter einem Pavillon vor der Hauptbühne und hatte keine Chance, irgendwohin zu fliehen. Von da an lief ich nur noch mit nassen Kleidern herum, da alles nass geworden war.
Vom tollen Wetter, das von Mittwoch bis Freitag herrschte, hab ich keine Bilder gemacht, weil ich stattdessen das Wetter genossen habe.

Am Sonntag die Rückfahrt mit Sibe, inklusiv einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd mit SMT 500. Wem es langweilig ist, der darf gerne hier drauf klicken.

Nach 7 oder 8 Jahren ein Freakstock, bei dem ich richtig viel Zeit hatte, um mich auf dem Campingplatz zu Kölnern oder Bremern zu setzen und Wassermelone zu essen. Ein Freakstock, bei dem ich vor dem Aufstehen in der Bibel las (wenigstens einmal) und wohl das erste Freakstock, wo ich nie wegen nächtlichen/frühmorgendlichen Ruhestörungen auf dem Campingplatz agressiv wurde. Dies dank guten Oropax oder dank selber unterwegs sein bis in die Morgenstunden. Ein Freakstock, bei dem ich richtig viel mit richtig vielen Leuten richtig gute Gespräche hatte. Bei dem ich tanzte und Bier trank und pünktlich an Hauptseminaren teilnahm.

Heute war ja Montag, den ich allerdings verschlafen habe, und jetzt lege ich mich auch wieder in mein BETT!

P.S. Inspiriert vom Freakstock-Bandprogramm habe ich mich entschieden, meine Rapkarriere zu beenden, das Mikrofon niederzulegen und eine Alternative Indie-Post-Emo-Rock-Core Band zu gründen.