Samstag, Dezember 29, 2007

nochmal: Biel oder Bern?

Der Bielersee und Biel (Biel wäre dort hinten, wo der Nebel am dichtesten ist) an einem Samstagnachmittag um 16.20 Uhr.

Oder Bern, Grosse Schanze (5 Gehminuten von meinem Haus), mit Blick auf die Bundeshauskuppel und das verschneite Alpenpanorama, am gleichen Samstagnachmittag um 15.20 Uhr. Übrigens: Die Alpen sehe ich auch von meiner Wohnung aus.

Donnerstag, Dezember 27, 2007

Gutes tun kann Spass machen

Kampf um Kampf

..erfolgreich geschlagen!

Zuerst der Kampf gegen die Küchenmotten: ALLES weggeschmeissen, radikal. Salz? Weg. Zucker? Ab in Abfall. Mehl, Müsli, Spaghetti, Reis? Zack, im Kübel. Pilze? Weg. Backpulver? Weg. Instantsuppen, Couscous, Kapern, Maisstärke: Fort damit! Dann die leeren Schränke ausstaubsaugen, putzen, und nochmal mit Essig putzen. Die Ritzen und Bohrlöcher mit dem Fön mit heisser Luft ausglühen. Anschliessend die Giftkeule. In alle Ritzen und Ecken und gleich nochmal. Währenddessen alle Gläser und Konservendosen äusserlich abkochen. 3 zum zerreissen volle Kehrichtsäcke in die Winterluft stellen. Und in den Laden, das Nötigste neu kaufen gehen.
Dann Click&Rail-Tickets. Um punkt Mitternacht werden die nächsten Billete freigegeben. Um 2 nach habe ich mir eins gesichert, für das zweite ist nur noch die höhere Preiskategorie verfügbar.


Müde, aber glücklich lege ich mich in einer frisch geputzen Wohnung schlafen. Nun kann ich getrost umziehen! (oder doch nicht?)

Montag, Dezember 24, 2007

Wie lautet die Mehrzahl von Dilemma?

Im Fernsehen wird eine Frau gezeigt, die eine Glatze bekam, deshalb das Handwerk des Perückenherstellens erlernte und nun damit anderen Betroffenen das Leben wieder lebenswert macht (und sich reich). Anschliessend interessante Diskussion mit meinem Mitbewohner: Angenommen, ich wüsste, dass ich morgen all meine Haare verlieren würde, und ich könnte das nur verhindern, indem ich einen Finger von mir opferte - für was würde ich mich entscheiden? Ein Finger weniger oder Glatze?

Weiteres kleines Dilemma: Möchte ich lieber:
A) Die nächsten zwei Jahre eine Plättlispange tragen (ja, oben und unten und ja, aussen, und ja, genau, DIE Art von Zahnspange) und dafür erst noch 10'000 Franken bezahlen? oder
B) Das Risiko eingehen, dass meine zwei fehlgeleiteten Zähne irgendwann ganz aneinander vorbei beissen und somit ungehemmt länger werden, und deshalb gezogen werden müssten, und somit Lücken entstehen würden, die zu weiteren Lücken zwischen den Zähnen führen könnten? oder
C) Eine Zahnspange, die unsichtbarer (plus nochmal ein paar 1000 Franken) oder sogar ganz unsichtbar (plus NOCHMAL ein paar 1000 Franken) ist?

Und wo wir schon gerade bei netten kleinen anstehenden Entscheidungen sind:
Bern oder Biel? Umziehen oder bleiben?

Eigentlich ja bleiben. Ich mag Bern und mag meine Wohnung und meine Mitbewohner. Fühle mich ganz wohl. Wenn in Biel Nebel herrscht (Oktober-März), lacht in Bern die hellste Wintersonne vom azurblauen Himmel. Bin in knapp einer Stunde in Zürich oder Basel, ohne Zwischenstopp. Die meisten meiner Freunde wohnen hier.

Aber Biel lockt: Ein billiges Zimmer in einem umgebauten alten wunderschönen Haus, mit riesen Garten auf allen Seiten und netten Mitbewohnerinnen. Von meinem Zimmerfenster aus kann ich im Sommer Pflaumen pflücken. Ausserdem wohnt dort auch ein Fuchs. Im Garten gibts auch Beeren. Und hier das absolute Killerargument: Hannibal und Zora, die beiden jungen Kätzchen!

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Wir können, was wir wollen, also wollen wir, was wir können (E.Fromm)

Hab mir letzten Samstag ein Buch von Erich Fromm gekauft, bzw. deren zwei, lese aber nun "Über den Ungehorsam". Da ich erst auf dem Stand der ersten 20 Seiten bin, kann ich noch nicht wirklich über den Buchinhalt diskutieren. Aber die Grundgedanken, die sich Fromm über Gehorsam/Ungehorsam, Gehorchen/Gehorchen wollen, Gesellschaft und Macht macht, sind nicht nur extrem spannend und horizonterweiternd, sondern von mir aus gesehen eine Muss-Lektüre für alle, die einfach so leben ohne sich zu fragen, will ich das wirklich. Fromm ist ja schon eine Weile tot und das Buch in dem Sinne nicht aktuell, aber wenn man nicht wüsste, dass er tot ist, könnte man meinen, er hätte es vorletzte Woche fertiggeschrieben. Da werden mir Mechanismen in einer Konsumgesellschaft, wie wir eine sind, aufgezeigt, die mich zum nachdenken bringen.
Und ausserdem freue ich mich sehr, bekannt geben zu dürfen.

Am Freitag (übermorgen) mein Auftritt am B4Xmas, und jetzt: Üben!

Mittwoch, Dezember 12, 2007

cee will auch ihren Senf dazu geben

Also. Die Mehrheit des Parlaments gibt der SVP-Frau (ja, SVP!) Eveline Widmer-Schlumpf mehr Stimmen als dem SVP-"Mann" Chr.Blocher. Beim zweiten Wahlgang noch deutlicher.

Frau Widmer-Schlumpf will sich noch bis morgen überlegen, ob sie die Wahl annimmt oder nicht. Die Wahl zum Bundesrat/zur Bundesrätin haben in der Schweizer Geschichte bis jetzt erst 4 Personen abgelehnt, 3 davon im 19. Jahrhundert.

Dann sagen SVP-Exponenten, auch der Parteipräsident zum Beispiel, Sachen wie: Das Parlament respektiere nicht, dass 30% der Schweizer die SVP gewählt haben und damit auch Blocher. Das Parlament respektiere den Volkswillen nicht. Das Parlament würde der wählerstärksten Partei den zweiten Sitz nicht zugestehen (wurde wirklich gesagt!). Frau Widmer-Schlumpf würde Verrat (!) an der Partei begehen, wenn sie die Wahl annimmt.

Hallo? Hab ich etwas verpasst? Zu welcher Partei gehört Frau Widmer-Schlumpf schon wieder? Und: Wo hat die SVP am meisten Wähler? Etwa am Zürichberg? Etwa an der Goldküste? Da, wo Blocher herkommt? Oder gibt es wohl auch SVP-Wähler in Bern oder etwa auch im Graubünden? Und: Wurden nur die SVP-Vertreter vom Volk gewählt, oder zufällig auch die Parlamentarier, die nun für Frau Widmer-Schlumpf gestimmt haben?

Also morgen früh um 8 sitz ich vor dem Fernseher und hoffentlich kann ich im Anschluss auch gleich auf den Bundesplatz jubeln gehen.

Übers Trauern

Wer nimmt sich eigentlich Zeit zum Trauern? Und wie trauert man eigentlich? Ist Trauern unnötiges und bloss selbstschädigendes Seelebädele? Wenn nach einem Verlust Trauern weder etwas rückgängig macht noch sonst hilft, sollte man es besser sein lassen? Wie lange trauern ist angemessen, gibt es da Richtlinien? Gibt es verschiedene Arten, zu trauern? Ist Verdrängen auch eine Art von Trauer? Oder ist es eine Trauerabwehrreaktion? Kann man Trauern nach Jahren auch noch nachholen, und soll man sich das wirklich antun? Und seiner Umwelt auch? Und wer sagt einem, dass man das darf? Gibt es überhaupt Argumente dafür? Ist Verarbeitung und Trauer dasselbe? Wieso heisst es Trauerarbeit? Ist das Grab nicht mehr da, wenn Gras darüber gewachsen ist? Hat überhaupt irgendjemand Lust, zu trauern? Hat schon mal jemand genug getrauert? Kann man nebenbei trauern?

Wieso schreibe ich eigentlich einen Text bestehend aus Fragen, wenn ich doch gleich die Antworten und meine Statements darin versteckt mitliefere?

Dienstag, Dezember 11, 2007

stick on me / a big horsie

Der erste Tag in meinem neuen Leben. Eine kleine Geschichte schreiben. Bücher suchen und Bücher finden. William Shakespeare, Jack London, Peter Handke. Diese Reihe schreit doch geradezu danach, mit dem Namen Salome Wieland verlängert zu werden.
CentralEasternEurope-Travel Agency plant die nächste Runde. Warum nicht nach dem Studium nach Warschau ziehen?
Pizza selbermachen und Gemüse verwerten. Körper dadurch aufwerten. Abwertend reden über die Bundesrats"wahl" von morgen. Ein Geschenk bekommen: 3D-Pferdesticker!!! Diese auf dem Tisch ausbreiten und bemerken, dass auf dem Brief aus Polen, der gestern eintraf, eine Briefmarke mit wehender-Pferdemähne-Sujet klebt. Polskie konie arabskie. Wert: 3zł.
Alkoholfreier Tag heute, und wo bleiben eigentlich die alljährlichen vorweihnächtlichen Plakate "Es gibt bessere Geschenke / als alkoholische Getränke"?
Eine Ambulanz fährt sirenend vorbei, es ist eins vor 12, und ich bin es nicht, die einen Herzinfarkt erleidet, ich trinke nur ungesüssten Tee und fahre Fahrrad auch im Regen, ausser heute.
Glücklich ist, wer seine Ferien vom Trinkgeld finanzieren kann. Glücklich ist, wer weiss, dass eigentlich alles gut ist. Glücklich ist, wer ab einem 3D-Pferdesticker glücklich ist. Und ich hab grad einen ganzen Bogen voll davon. Johanniskraut kommt dann nächste Woche wieder, oder auch nicht.
So. Nächste Geschichte wartet darauf, geschrieben zu werden. Es gibt immer noch zuwenig Geschichten. Geschichten sind schlussendlich das, was bleibt.

Montag, Dezember 10, 2007

"Ab jetz wärde mer e Teil vo dr Lösig"

Was macht man schon wieder an einem freien Sonntag?

Also: Das neue GREIS-Album "Zwei" hören. Meine Favoritensätze: "I liebe Titte und Ärsch und Cash und es Bier, verstah mi nid fautsch, doch ganz unger üs: Wän intressierts???" und "gimer doch nid fürne Troschtpriis di Herti, i wott z Füfi, z Weggli u d Tochter vom Beck!" und vom PVP-Feature: "I ha mi gfunge i Gott, nur mi iPod, i fingene nümm!" und "Fangfrag: Was faht mit V a, und ändet mi V, weme Aafang und Ändi wäglaaht?". Und: "gnue kritisiert, jede weiss, wär dr bös isch - ab jetz wärde mer e Teil vo dr Lösig".

Dann: Ausgiebiges Frühstück mit Simon und Christine und vor allem Micha. Dann zum ersten Mal seit langem wieder und zum ersten Mal überhaupt um 1 Uhr in den Vineyard Gottesdienst, von dem ich allerdings den grössten Teil verpasst habe, weil draussen mit Micha spielen.

Dann zuhause die Wahl: DVD schauen, das man schon 5x gesehen hat? Spazieren gehen? Jemanden besuchen gehen? Lesen? Schreiben? Rappen? Oder TV-schauen? - dann in der Küche feines Brot mit feiner Gonfi essen, dazu österreichischer Fussball schauen, weil das wirklich das spannendste war, was lief. Ich half den Gelben, keine Ahnung wer das war, fieberte mit, weil sie waren 2:3 im Rückstand. In der 90. Minute fand ich heraus, dass ich bei unserem mini-Fernseher nur die Schrift nicht lesen konnte, meine Mannschaft war nämlich in Führung und gewann dann auch 2:1, und ausserdem war es Graz und die sind schon seit ungefähr 1986 ohne Niederlage. Graz also. Muss ich mal hin.

Dann Gin Tonic, Pfefferminztee und "Grounding". Krasser Film, wirklich, und wer den Film gesehen hat und immer noch ein Konto bei der UBS hat, den versteh ich nicht, und dieser ****-Ospel, warum sitzt der eigentlich immer noch so weit oben bei UBS?

Freitag, Dezember 07, 2007

cee ist nur gern allein wenn sie schreibt

B4 X-MAS

Mein grosses Idol CEE wird an diesem festlichen Anlass
in Reimen zur Welt sprechen.

Ich werde dort sein, und je mehr Freunde auch mit von der Partie sind,
desto mehr freue ich mich!

Der zweite Abend (am 22.) wäre zwar um einiges (!) besser,
sogar mit einer Hamburger Band, aber man kann ja dann nochmal hingehen.

Und vielleicht gibts am am 21. später in der Nacht noch
eine Geburtstagsparty in Biel? Wer weiss?


So, und jetzt muss ich üben üben üben üben!!!!

Vielleicht werde ich sogar einen echten
Elvis-Imitator als DJ dabei haben..

(warum ist alles so komisch formatiert???)

Donnerstag, Dezember 06, 2007

Ein Exkurs über Sex, oder:

Ein Exkurs über Sex, oder: Das Suchen der modernen Paare, oder: Frischverliebte sind aktueller, oder: Das Gleichnis mit den Zebras, oder: Von Afrika und Australien, oder: Im Marmeladenglas findet man die besten Weisheiten, oder: Wenn ich endlich mal meine Meinung kundtun könnte, oder: Wie man vor lauter Überschriften vergisst, über was man hat schreiben wollen.

Unser Fussball auf Erden, oder: Eine Kampfschrift, die keiner lesen will.

Fussball, der Sport des Proletariats, der Strassenkinder! Fussball, der Beitrag zur Völkerverständigung! Fussball, das Gemeinschaftserlebnis der vor dem Fernseher versammelten Welt! Fussball, die Welt zu Gast beeinander! Fussball, und alle sind glücklich!

Fussball, und die Luzerner Polizei verhaftet 120 Leute, die an einer Demonstration teilnehmen, welche rein gar nichts mit Fussball zu tun hat und bei der die Gewalt zu 100% von Polizeiseite kommt. Nur, weil zur selben Zeit eine Cüpli-Elite im Kongresshaus Spiele einer Fussball-Europameisterschaft auslost. Nichts soll die Kamerabilder von Luzern trüben.

Fussball, und in Bern wird ein jahrhundertealter, fast perfekt erhalten gebliebener Turm der alten Stadtmauer kurz nach der Entdeckung zerstört für eine Gasleitung. Weil die Baustelle bis zur EM fertig sein muss, hat man keine Zeit für archäologisches Gepinsel. Während 300m weiter seit Jahren an ein paar Stadtmauerbruchstücken herumgedoktort wird. Also: Ohne Fussball wäre der Turm historisch wertvoll, wegen Fussball ist er nichts wert.

Fussball, und alle müssen Carlsberg trinken. Willkommen in der Schweiz! Schaut unsere schönen Städte an! Unsere schönen Fanzonen! Trinkt Carlsberg und esst bei McDonalds!

Fussball... und irgendwie keimt in mir der Verdacht, dass die EM für die Polizei und Armee eine willkommene Gelegenheit ist, schon mal zu proben, wie man Massen unter Kontrolle halten kann. Vom Daten registrieren nicht zu sprechen.

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Lob und Preis in der Früh

Klavier, Querflöte, Violine, Saxophon, Gitarre, Flügelhorn, Bass, Percussion: Das sind nicht genau die Instrumente, die in Psalm 150 alle aufgezählt werden. Und doch rufen dieser Psalm und unzählige andere Bibelstellen dazu auf, unseren Dank und unser Lob reichhaltig musikalisch auszugestalten! Genau in diesem Sinn gestaltet diese CD beliebte Feiern & Loben Lieder aus, dass es eine Freude ist, zuzuhören.

Nach 4 Stunden Schlaf bin ich heute erwacht und nicht mehr wieder eingeschlafen vor lauter Sorgen: Wer wird mein DJ sein bei meinem Auftritt? Schaffe ich es noch, alle Texte auswendig zu lernen? Wer übersetzt meine Texte und in welcher Form? Wann kommt die neue Mitbewohnerin und wird es die richtige sein? Wie schreibe ich die Dramaturgie-Arbeit? Habe ich alle Bücher gekauft? Welche Texte muss ich noch lesen? -- da ist es doch gut, gibt es CD's wie oben beschrieben. Und jetzt nochmal ein Stündchen schlafen wäre wohl angebracht.

Dienstag, Dezember 04, 2007

wenn der stuhl ins rollen gerät

Seit Tagen tut jeder einzelne Muskel weh. Fitnessclub? Marathonlauf? Gipfelbesteigung? auch nach längerem Nachdenken kann ich mich an nichts solchiges erinnern. Bleibt wohl nur ein Grippestreifschuss als Verursacher.

Gestern Abend Theaterbesuch in Zürich, Traumaville, danach ein kurzer Zusammenstoss mit einem Zürcher Offroaderfahrer - nur durch böse Blicke, leider, danach zuhause vor dem Fernseher hängen geblieben. Für einmal aber nicht wegen irgendeinem Schrott, sondern wegen eines "Rollstuhl-Roadmovies" namens Aaltra, wirklich unglaublich gut. So gut, dass ich sogar eine Anschaffung des DVD's für 40 Stutz in Erwägung ziehe. Auf der DVD gibt es, wie im Kleingedruckten zu lesen ist, auch eine "Pornoversion". Trotzdem ist der Film ab 12 Jahren freigegeben. Dann kanns ja nicht so schlimm sein.

Weiter die Frage, ob es anmassend ist, ein Wirtschaftsflüchtling in einem anderen Sinn sein zu wollen. Ein Flüchtling, der vor der guten Wirtschaft flüchtet. Weil alles boomt und alle Geld und man deshalb nicht wirklich Teil davon, deshalb die Überlegung: Warum nicht einfach in ein ärmeres Land ziehen, wo man gleich wenig Geld hat, aber auch weniger Luxus, den man kaufen könnte müsste möchte sollte?