Montag, November 26, 2007

Guet Nacht am Föifi


Heute, an einem Wirtesonntag, mussten wir eine kleine Ewigkeit draussen posieren. Für die Weihnachtskarte. Was allerdings ziemlich lustig war. Und anschliessend gabs auch eine kleine Wein-Degustation. Ich hätte ja gedacht, dass bei einer Degustation immer nur kleine Schlückchen degustiert würden, damit man nicht besoffen wird und deswegen nicht die Weine immer wie besser. Meine erste Degustation verlief allerdings so: Der erste Wein bekam die Bestnote, danach gings steil bergab, was aber nicht heisst, dass ich die Gläser nicht ausgetrunken habe (man muss ja wissen, ob der Wein wirklich ist wie ein brünstiger Hirsch, wie ein Sonnenblumenfeld oder astringierend). Deswegen auch: Gute Nacht. Und: Wo bleibt das Bier?

Die Erholung liegt da, wo man über die Grenze geht

Bern-Zürich-Stuttgart, was liegt näher? Kaum ist das Gespräch mit dem Mitfahrgelegenheitsfahrer angelaufen und die Red Bulls leer, muss man schon wieder aussteigen. S- und U-Bahn, ein paar Schritte zu Fuss, und schon ist die Insel gefunden. Danke Mesii für die unglaubliche Gastfreundschaft!
Basti bringt Kölsch aus Köln mit, ich Bärner Müntschi der Brauerei Felsenau aus Bärn, zur internationalen Bierrunde gesellt sich in Stuttgart ansässiger Wodka mit Bitterlemon und Grünkohl mit Kartoffeln, und alles ist gut. Reden, auch begannt als Therapiegespräche, bis die Flaschen leer und das Bett ruft. Siehe Bild.
Frühstück mit deutscher Marzipanmarmelade und Schweizer Ovomaltineaufstrich, danach The Nasa Collection und Herbsttee. In der Kälte warten auf die Mitfahrgelegenheit. Und plötzlich wieder Zürich, überfüllter Zug wie noch selten erlebt (die Armee fährt mit) und schon Bern und mein Velo steht noch da.
Und jetzt scheint die Sonne in mein Zimmer und, wenn ich den Kopf hebe, auch in meine Augen, dann sehe ich nur noch einen grossen hellen Fleck und mein Zimmer könnte eigentlich überall sein.

Donnerstag, November 22, 2007

Hurra, wieder 15!

Das schöne am Erwachsen sein oder am immer erwachsener werden ist diese Ruhe, mit der man zurückschaut auf Vergangenes was so schrecklich war und unangenehm, damals, und was heute lächerlich scheint oder zumindest nur halb so schlimm, wenn nicht gar dienlich für heute.

Ich werde nun bald 25. Bald werde ich von mir sagen können, ich hätte meine Rechnungen im Griff und seie fähig, Lohnausweise bis zum Abschicken der Steuererklärung aufzubewahren, an einem Ort, wo man sie auch findet. Bald einmal werde ich heiraten und schwanger werden. Bald werde ich mein Album aufnehmen und eigene Lesungen halten, werde Konzerte geben und Preise gewinnen. Bald ist ja zum Glück dehnbar.

Nun, manchmal gibt es diese Tage, an denen man sich wünscht, noch einmal Gymnasiastin sein zu können, noch einmal Kind zu sein, unbeschwert von der Verantwortung, die das Erwachsensein mit sich bringt. Manchmal möchte man wieder an Parties gehen können und auch bis in den nächsten Morgen hinein bleiben, möchte man wieder mal saufen können wie damals, als man jung war. Damals, als man jung war, und die Hälfte der Klasse Plättlispangen im Mund hatte. Damals...

Heute, am 22.11. Zweitausendundsieben, war ich beim Zahnarzt. Er hat mich für voll genommen und wie eine Erwachsene behandelt, und hat mir alles schön erklärt. Diese zwei Zähne bissen wohl immer so und so aufeinander, dadurch schliff sich der eine ab, dann rutschten sie so aneinander vorbei, und so, das gab Druck, ta ta taa, und deshalb dies und darum das. Ich war in Gedanken schon halb auf der Arbeit, wo heute eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen kommen würde und wir einen grossen Apéro machen werden. Dann sagte mein Zahnarzt folgenden Satz: Das muss mit einer Plättlispange korrigiert werden.

P-L-Ä-T-T-L-I-S-P-A-N-G-E !!!!

Es ist ja schon mit 16 schlimm, oder auch mit 20 oder mira 21, wie ich von meinen Freundinnen weiss. Ich hatte nie eine Spange. Aber mit 25! Gerade dann, wenn ich mein Album aufnehme! Nein! Nein! Nein!

Dienstag, November 20, 2007

Ist alles nur ein armes Theater?

Bin gerade am Vortrag schreiben über Jerzy Grotowski und "Das arme Theater". Total interessant. Theater müsse nicht dem Film und Fernsehen nachhecheln und könne nicht nur ohne Schminke, Musik, Beleuchtung und sogar ohne Bühne auskommen, sondern in dieser Armut auch ohne Fesseln sein. Es geht darum, dass Schauspieler Masken ablegen, mit ihrem Körper alles können, diesen hart trainieren und sich auch mit ihrem Innern, ihrer Psyche bis ins Intimste auseinandersetzen.
Grotowski hatte ein Kollektiv von Schauspielern. Sie haben zusammen gelebt, es wurden Vergleiche mit Sekten gezogen. Sie verzichteten auf materiellen Luxus, arbeiteten hart an sich und aneinander und prägten das freie Theater bis heute.
Aber wovon ernährten die sich bloss? Was, wenn jemand krank wurde?

Grosse Ideen sind super, diese auch zu verfolgen, durchaus wünschenswert und mutig. Mit meiner Ausbildung hab ich dann auch keinen Zettel in der Hand, mit dem mir das Geld nur so ins Haus fliesst. Zum Glück wird sowieso alles anders, als es aussieht, denn so wies aussieht, werde ich immer von einem nebenbei-Job nebenbei leben können, wenn ich das Schreiben als Hauptsache weiterziehe.

Leben ohne Luxus ist ja ganz schön und so, und gibt einem bestimmt Boden. Manchmal würde ich aber auch einfach gern von einer suuupeeer Band hören und mir dann einfach die CD kaufen können. Oder Bücher. Oder Filme. Oder Zugtickets ins Ausland. Jetzt gehen mir schon die Ideen aus. Ein gutes Zeichen! Hurra!

Samstag, November 17, 2007

Zurück aus der Zukunft




Sonntagabend bis Donnerstag: Spaziergänge mit Orell-Baby, Spaziergänge allein, Spaziergänge zu zweit, zu dritt. Schneewanderungen. Postautofahrten, Autostop nach Langnau, die diversen Seitentäler erkunden, nicht aus dem Postauto aussteigen weil SO VIEL Schnee und nur Turnschuhe. Dann doch mit Turnschuhen durch beinahe kniehohen Schnee von 860m.ü.M. auf 630m rutschen. (Die Schnee-Fotos müssen erst noch entwickelt werden - good old analog)

Donnerstag bis Samstag: Schreiben. Berndeutsch schreiben, Hochdeutsch schreiben, Krimihörspiel schreiben, Gotthelf-naiv-heile-Welt schreiben, Raps schreiben.

Samstag: Leider und viel zu schnell wieder in die Stadt und gleich weiter zur Arbeit.

Emmental: Ich komme wieder! (Für immer? Gibt es doch noch Alternativen zur polnischen Wildnis??)

Samstag, November 10, 2007

Wir fahr'n aufs Land und werden bekannt


Bärau! Schreiben, schreiben, schreiben! Hurraa! Eine ganze Woche lang! Und heute hats schon geschneit! Auf Wiedersehen Bern, meine liebe Stadt!

Dienstag, November 06, 2007

milchbüchleinrechnung

Al + les = Zuviel

Samstag, November 03, 2007

Lieber unterm Dach als wach



Frei nach diesem Motto habe ich mich unter dem Dach des Literaturinstituts verschanzt, in meinem Lieblingsraum, der mein Lieblingsraum ist, weil er ein Bullauge hat. Auf dem Fenstersims liegen Nussschalen, die vermutlich Eichhörnchen zurückgelassen haben. Hundert Meter weiter steht die Lindenegg, in der ich arbeite, und vor mir sitzt mein Powerbook, in das ich schreiben muss. Ich habe noch eineinhalb Stunden Zeit für die Aufgabe im Seminar "Wesentliche Elemente des Romanschreibens" mit Anna Mitgutsch. Ein Wochenendkurs. Bin mir noch nicht sicher, ob ich ihn auch fertigmachen soll weil alles grad viel und so. Immerhin funktioniert die Heizung.

Freitag, November 02, 2007

Müde sinkt die Sonne

Müde, müde müde. Ich bin morgens müde, mittags müde, abends müde, nachts müde. Bin ich lebensmüde? Müde vom Leben? Wenn ich Zugfahre, schlafe ich ein. Wenn ich lese, schlafe ich ein. Wenn ich arbeite, denke ich daran, wie schön es jetzt wäre, einzuschlafen. Wenn ich laufe, denke ich daran, wie schön es jetzt wäre, einzuschlafen. Wenn ich esse, denke ich daran, wie schön es jetzt wäre, einzuschlafen.
Ich schlafe. Jede Nacht genug, und wenn einmal nicht, schaue ich, dass es bei einmal bleibt.
Eisenmangel? B12-Mangel? Lichtmangel? Schlafmangel? Vitaminmangel? Müde vom durch die Mangel gedreht werden?
Vermutlich ist alles nur halb so schlimm, aber ich bin einfach müde müde müde.