Mittwoch, August 27, 2014

Über die Brücke fahren und auf der Strasse bleiben

Als ich Autofahren lernte, bläute uns der Fahrlehrer ein, immer dorthin zu schauen, wo man hin-/durchfahren will, und nicht auf die entgegenkommenden Autos, oder zur Klippe, oder an die Mauer. Kurz darauf gab es ausserhalb unseres Dorfes einen Unfall: Ein Auto war über eine etwas enge Brücke gefahren, und dabei voll in die Seitenmauer hinein. Hatte sich die Fahrerin oder der Fahrer wohl zu fest darauf konzentriert, NICHT in die Mauer zu fahren?

Ich habe Freundinnen mit Kleinkindern. Und ein vierjähriges Patenkind. "Aber gell, nicht verschütten", "schau, dass du nicht nass wirst", "nicht die Treppe runterfallen",............. es kommt einem eher zum Mund raus als dass man denken kann. Dabei, so las ich kürzlich, hören dann die Kleinkinder "verschütten", "nass", "Treppe runterfallen",.......

Vorgestern hörten mein Mann und ich eine Predigt von Kris Vallotton (ibethel.tv (english) oder Podcast (englisch, hoffentlich bald übersetzt)), in der er sich selbst sehr verletzlich macht und offen davon erzählt, wie Gott ihn darauf aufmerksam machte, dass er oft nicht "da" ist. Nicht hier. Anwesend zwar, aber innerlich schon am nächsten Ort, bei der nächsten Person. Im Rahmen dieser Predigt war ein Punkt auch, dass viele Christen vor allem viele NEIN's leben: Ich trinke keinen Alkohol, ich habe keinen Sex vor der Ehe, ich gehe nicht fremd, ich fluche nicht.... Dabei, hätte man ein genug grosses JA, bliebe gar keine Zeit und Energie mehr für neins. Wenn ich ein riesiges JA für meinen Mann habe, so fällt mir nicht im Traum ein, fremd zu gehen. Somit ist es so viel besser, sich um die JA's zu kümmern, als ständig die Nein's vor Augen zu haben und dann in die Mauer zu fahren.

Ich selbst habe auch gerade einen neuen Prozess zum heil und whole werden angefangen. Gianni fiel auf, dass ich häufig als erste Variante das Negative befürchte. Er geht arbeiten, ohne mich vorher zu umarmen. Liebt er mich wohl nicht mehr? Hab ich etwas getan? Wir bekommen Post vom Steueramt. Ist es eine grosse Rechnung?? (Dabei ist es die Ankündigung, dass wir viel Geld zurückbekommen) Und so weiter. Ein Teil davon ist sicher meine Gabe, vorauszuplanen, strategisch zu sein. Aber ein Teil ist schlichtweg nicht gut, nicht dienlich, und kontraproduktiv. Nun ist die Negativität entlarvt, und ich konzentriere mich bewusst immer wieder auf Positivität. Das Gute erwarten. Im Alltag und im Weltgeschehen. In unserer Beziehung und auf der Arbeit.

Zum Schluss noch etwas, was garantiert im Kampf gegen die Negativität auf der Reise in die Positivität hinein hilft: Dankbarkeit! (das hab ich auch von Kris Vallotton gelernt). Try it out.

Montag, August 18, 2014

Der perfekte Tag

Für den perfekten Tag habe ich verschiedene Versionen. Eine sieht vor, dass ich früh erwache (das setzt voraus, dass ich früh schlafen gegangen bin), mich gleich bereit mache, anziehe, und aktiv werde. Die andere Version ist häufig, vor allem deswegen, weil dieser Tag oft nach mehreren Tagen mit Abendschicht kommt. Dann schmerzen meine Beine, ich schlafe in den Tag hinein und will dann nicht sofort aufstehen, weil eben die Beine schmerzen. Dann kommt das, was den Tag perfekt macht:

- Ich muss nicht aus dem Haus. Ich habe keine Termine, keine Verabredungen.

- Ich kann zeitaufwendige Dinge tun wie: Selber Hummus machen, sowie Pflanzenmilch herstellen. Heute hab ich einen Liter Haselnuss-Mandelmilch gemacht und einen Liter Sojamilch. Und eben den Hummus. Mit viel, viel, sehr viel Knoblauch. Einfach herrlich.

- Ich kann lesen. Und am besten auf dem Balkon an der Sonne. Allerdings verschwindet die Sonne dort am frühen Nachmittag um die Hausecke. Aber für eine halbe Stunde hats noch gereicht, das ist auch grad das Minimum für Vitamin-D-Zufuhr.
Lesen allgemein: Ich kann mich stundenlang vertörlen im irgendwas auf Internet entdecken, nachforschen, nachgehen. Zum Beispiel kann ich mich locker stundenlang über eine Methode zur Kleinkindererziehung bilden, auch wenn ich noch weit davon entfernt bin, dies selbst anzuwenden. Oder ich lese Blogs über alternativen Lebensstil. Oder ich lese einen interessanten Artikel über einen Aspekt des Christenlebens. Oder ich sinniere über einem Bibelvers.

- Ich tue irgendwas für meine Bewegung. Zum Beispiel ein easy peasy Holy Yoga Video. Oder einen Spaziergang (so geschehen gestern Abend spät, ganz allein, herrlich).

(- Ich kann Ding erledigen. Küche putzen, e-mails beantworten, Rechnungen bearbeiten, mich fürs Studium in Kurse einschreiben). (dies folgt meist am Tag nach dem Erholungstag)

- Ich kann bloggen. Aaaaaahhhhh, erst aus der Ruhe heraus kommt die Energie und kommen die Einfälle zum bloggen.

So, jetzt muss ich aber mal duschen (gefühlte 2 Minuten) und Haare waschen (gefühlte 2 Stunden), dann darf ich mir in meinem Restaurant eine Flasche Wein aussuchen gehen (Geschenk meiner Chefin zu unserem ersten Hochzeitstag, der gestern war), dann koche ich irgendwas feines, für wenn mein Mann nach Hause kommt. Und dann gehen wir hoffentlich noch ein Gelato essen. Wir entdeckten nämlich kürzlich, dass die beste Gelateria der Stadt immer 1-3 Sorten Sojaeis anbietet, und alle Sorbets sind auch vegan. Glory!

Tiere

Tiere sind ja schon etwas komisches. Warum gibt es sie? Sie wurden ja nicht ursprünglich dazu geschaffen, von uns gegessen zu werden. Pflanzen wurden unter anderem zu diesem Zweck in diese Welt gepflanzt. Tiere hingegen.. wozu? Viele halten die Welt und uns am Leben - Bienen bestäuben Pflanzen, so dass wir Früchte und Gemüse essen können. Unzählige Insekten bauen totes Gewebe ab, so dass wir nicht davon umgeben sind, sondern damit nun neues Leben wachsen kann. Aber zum Beispiel ein Zebra? Wozu? Oder Nachtfalter? Vögel? Zu unserer Freude und zur Freude des Schöpfergottes?

Kürzlich war ich im Restaurant am arbeiten, als sich eine Biene hineinverirrte. Sie surrte im Zeugs herum, um die Kaffeemaschine herum, in die Wand, am Boden entlang, der Decke entlang. Ich war am Servietten falten, aber nach ein paar Minuten fand ich es genug, und sagte zur Biene: "Du kannst jetzt wieder zurück in die Veranda fliegen, wo du herkamst. Einfach dem Licht entlang". Sofort flog die Biene in die Veranda. Ich: "Super, nun nach links". Die Biene flog nach rechts. Ich: "Nein, die andere Seite, zur Tür". Die Biene flog nach links, zur Tür, aber prallte knapp daneben ans Glasfenster. Ich: "Sorry, ein bisschen mehr zur Mitte hin, dort ist offen". Die Biene holte noch einmal Anlauf und flog nach draussen.

Hab ich dieses Geschichte nicht schon erzählt? Vielleicht.

Einige Tage darauf war ich zuhause in der Küche. Wir haben im Küchenfenster die Möglichkeit, ein kleines Mittelviereck zu öffnen, ohne dass gleich das ganze Fenster offen sein muss. Dieses Fensterchen war geöffnet, und herein flog eine dieser grossen Brumm-Fliegen, die sich ziemlich blöd anstellen und einen Saulärm veranstalten. Ich war irgendwas am Computer am machen und hatte keine Lust, mich jetzt um die Fliege zu kümmern. Sie war nie in der Nähe des Fensters sondern brummte hinten in der Küche zwischen Kühlschrank und Wand herum. Nach etwa 10 Minuten nervte es mich dennoch. Ich stand auf, ging zur Fliege und sagte: "So, jetzt ist langsam genug. Schau, dort ist das kleine Fensterchen, flieg wieder hinaus". Die Fliege flog anstandslos hinaus.

Heute sass ich auf unserem Balkönchen und war am Tagebuch schreiben (Ich habe vor zwei Wochen wieder angefangen mit Tagebuch schreiben, nach vielen Jahren!). Plötzlich sah ich in meinem Augenwinkel etwas und schaute aufs Geländer gleich neben meiner linken Schulter. Dort sass ein Insekt, wie ich es noch nie gesehen hatte: Grosse schwarze Augen, ein knallpinker "Oberkörper" und ein knallgrünes Hinterteil!! Nach einigem Schmunzeln fiel mir auf, dass ich auch so angezogen war: Pinke Trainerhosen und ein grünes (nicht knallgrün, aber minzgrün) Jäckchen. Das Insekt verbrachte einige Zeit um mich herum, jedoch flog es immer fort, wenn ich ein Foto machen wollte.

Bei den Ameisen im Frühling funktionierte es leider leider nicht so gut. Wir arbeiten noch daran. Ebenfalls mit anderen wilden Tieren. Als Gianni und ich vor ein paar Wochen von einer Alp hinunterliefen, sahen wir plötzlich eine ganze Gämsenfamilie. Vater, Mutter, und etwa vier Kinder. Herrlich. Gianni wollte ihnen noch sagen, dass wir Veganer sind und damit für sie, nicht gegen sie, aber sie eilten schon auf und davon.

Wäre es nicht schön, wenn all die wunderbaren Tiere nicht mehr die Furcht vor uns Menschen bräuchten, die Gott nach dem Landen der Arche auf sie gelegt hat, damit sie überleben können? Ich fände das toll. Bis es soweit ist, versuche ich es schonmal im kleinen Mass in meinem Einflussbereich.

Samstag, August 16, 2014

Kellnerinnenleben

Meine Güte. Gestern hab ich doch tatsächlich 15-einhalb Stunden gearbeitet, mit zweimal einer halben Stunde Essenspause. Feier"abend" war um 05.30 Uhr in der früh. Es war eine Hochzeitsfeier. "Ab 01 Uhr werden nur noch ein paar Freunde da sein, dann könnt ihr nach Hause gehen und sie allein lassen, sie haben ja das ganze Hotel gemietet", hiess es. "Es braucht 60 Liter Bier, aber wir haben sicherheitshalber noch 20 Liter mehr bestellt", hiess es. "Es wird kein Besäufnis geben", hiess es.

Um Mitternacht waren die 80 Liter Bier weg. Bis 05 Uhr morgens wurde ständig nachbestellt. Als wir gingen, waren weit über 100 Liter Bier weggetrunken worden. Dazu Wodka. Whisky. Rum. Und natürlich Wein.

Besoffene Männer und eine übermüdete Salome resultierten in einigen lauten und aggressiven Konfrontationen:
- "Gib mir noch einen Drink!"
- "Sorry, die Kasse ist zu, ich bin am abrechnen"
- "Jetzt gib mir noch einen Shot. Nur einen!"
- "Sorry, ich bin seit über 14 Stunden hier, es ist fertig"
- "Das ist mir sch***egal"
- "Weisst du was? Wenn dir das sch***egal ist, dann ist mir dein Drink auch sch***egal!!!!"

Ups.

Jetzt bin ich immer noch am erwachen, und muss schon wieder los zur Arbeit. Lord Jesus!

Alles wird gut.

Freitag, August 08, 2014

Prost, Gesundheit!

Zu einem Leben voller Gesundheit bzw. einem gesunden Leben gehören essentielle Dinge dazu wie:

Schlaf

Wasser

Ausgewogene, lebensbringende Ernährung

Sonne

Bewegung


Gott sei Dank ist Einschlafen für mich kein Problem. Das Problem sind eher meine Arbeitszeiten. So komme ich praktisch nie vor Mitternacht ins Bett und habe dann morgens, wenn es hell wird, einen unruhigen Schlaf. Darum schlafe ich mit einer Augenbinde.

Wasser - ich arbeite daran, mehr zu trinken. Seit ich mit Kaffee aufgehört habe, ersetzte ich mein morgendliches Kaffee-Ritual mit dem Kochen von einem Liter Grüntee. Den trinke ich dann ziemlich schnell, weil er so lecker ist - mit Mandelmilch, zum Beispiel. Auch gehört ein grüner Smoothie zu fast jedem Morgen. Die Herausforderung ist dann, das Trinken den Tag durch weiterzuziehen.

Sonne. Definitiv eine Herausforderung. Mindestens 20 Minuten sollte man täglich an der Sonne sein. Gerade als Veganerin (Vitamin D). Ich jedoch bin eine glückliche Stubenhockerin. Durch meine Hochsensibilität bin ich zuhause eingemauert am glücklichsten. Ausserdem kann ich dort den ganzen Tag lesen. Einkaufen verschiebe ich auf die letztmöglichste Minute... An den See gehen? Soooo viele Leute dort... Definitiv ein Bereich, in dem ich noch stark wachsen kann. Ich hoffe, dass sich das mit meinem Studienbeginn im Herbst ändert. Dann muss ich zwangsläufig häufiger in die Stadt und kriege hoffentlich mehr Sonne ab.

Ernährung. Da stehe ich sehr, sehr gut da. Täglich Gemüse und Früchte. Sehr viele Nahrungsfasern. Kein, absolut kein Cholesterin. Wenn Süsses, dann dunkle Schokolade. Praktisch alles bio, regional, fast nichts genmanipuliertes.

Bewegung. BEWEGUNG. Glücklicherweise bewege ich mich auf der Arbeit viel. Aber trotzdem fehlt mir ein richtiger workout. Ich muss ja nicht mal mit dem Velo zu Arbeit fahren, da ich grad nebenan wohne. Ich unternehme kleine, alltägliche Schritte, wie z.B. Treppe statt Rolltreppe. Aber ich will mehr. Deshalb habe ich Bewegung zu meinem wichtigsten Gesundheitsprojekt erkoren. Angefangen habe ich mit einem kleinen, äusserst einfachen und noch überhaupt nicht anstrengenden Programm: einem 30-Minuten "Holy Yoga" Video. Ich freue mich auf mehr. Einerseits habe ich weitere DVD's bestellt, weil ich das Zuhause bleiben nicht als Hinderungsgrund für keine Bewegung haben will. Andererseits werde ich als Studentin ab Mitte September ein riesiges Angebot vom Unisport nutzen können. Kraftraum, Fussball, Pilates, Fitboxen,.................... Zusätzlich liebäugle ich damit, in ein Frauenfussballteam zu gehen. Die Trainings finden Montagabends statt, also dann, wenn ich immer frei habe. Zwei Kolleginnen von mir spielen bereits dort, und es ist nicht extrem zeitraubend.

Etwas weiteres, was ich entdeckt habe, ist das "erden", auch earthing oder grounding genannt. Wir sind positiv aufgeladen, die Erde negativ. Wenn wir keinen direkten Hautkontakt zur Erde haben, können wir uns nie erden. So werden Entzündungen gefördert oder können weniger gut heilen. Viele andere Krankheitssymptome nahmen in Studien schon ab, wenn regelmässig geerdet wurde. Da es in der Stadt nicht ganz einfach ist, besonders im Winter, regelmässigen Bodenkontakt zu haben mit Gras/Erde, ist dies auch ein Fokuspunkt von mir. Ich kam ursprünglich durch Beni Johnson darauf (siehe Foto unten), später durch diesen Blogeintrag von Ashley



Ich werde jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung feiern und freue mich auf den Herbst!

Dienstag, August 05, 2014

Essen, trinken, schlafen

Gäste sind tendenziell um 5 vor 12 am aggressivsten zu mir. Sobald sie am essen sind, verwandeln sie sich in freundliche Menschen. Ich beobachte dies vor allem bei Frauen. So auch bei mir. Dasselbe mit Schlaf bzw. Mangel davon. Gianni und ich hatten praktisch alle unsere schlimmen Momente morgens um 2 im Bad, vor oder nach dem Zähneputzen. Und zwar nicht von ihm ausgehend..

Ich weiss also, dass ich am nettesten, friedfertigsten, positivsten lebe, wenn ich genug geschlafen, gegessen und getrunken habe. Und nicht friere. Schon mehrmals hatte ich spätnachts eine richtige Lebenskrise und schrie zu Gott, und der Heilige Geist antwortete jeweils einfach mit "schlaf jetzt mal ein..". Am nächsten Morgen war alles wieder supergut.

Es gibt diverseste Studien über die Wirkung von Schlaf. Schlafentzug ist eine Foltermethode. Babies schreien sehr oft, wenn sie Schlaf oder Nahrung brauchen.

Warum würde Gott die Nacht und den Schlaf einrichten, wenn er nicht nötig wäre für uns? Als das beste der Welt entstand - Beziehung und Freundschaft - war der erste Mensch in tiefen Schlaf versetzt. Jesus schlief im grössten Sturm. Der Herr gibt's den seinen im Schlaf.

Meine Fragen zu all dem: Gilt Schlafmangel bzw. Hunger als Ausrede oder Entschuldigung für Aggression, Negativität, verletzendes Verhalten? Natürlich haben wir immer, immer, Verantwortung wahrzunehmen. Dazu gehört auch die Verantwortung, frühzeitig für Nahrungsversorgung (gerade als Veganerin unterwegs...) zu sorgen, oder in einer Pause ein Nickerchen zu machen. Gleichzeitig habe ich persönlich grosses Verständnis, wenn ich nicht gut behandelt werde von jemandem, der oder die eindeutig übermüdet, hungrig oder hormonell durcheinander ist. Wir sollten alle besser essen, mehr trinken und mehr schlafen. Und uns körperlich betätigen!!

Das ist überhaupt mein nächstes Projekt als Beitrag zu einem langen, gesunden Leben: fit werden.

Damit verabschiede ich mich und mache mich bereit fürs Bett, bevor mein Mann nach Hause kommt, nicht dass noch etwas blödes geschieht..