Ich sitze in meinem Atelier in der Schule, die Beine gemütlich über einen Gymnastikball gelegt, den ich mir letzte Woche für 3.- in der Brocki erstanden habe. Vorher war ich oben in der Küche, mit glutenfreiem Brot und einer Avocado, und kam ins Gespräch mit einer Frau, die Reiswaffeln mit Avocado ass. Stellte sich heraus, dass wir beide möglichst glutenfrei essen, aber auswärts bzw. mit FreundInnen nicht zwingend, weil es sonst zu mühsam wird. Sie lehrt Physik im Departement Konservierung und Restaurierung. Spannend.
Die letzten Wochen waren sehr turbulent. Studium, Arbeit,.. und es kamen grosse Fragen auf, ist der Arbeitsweg noch ok, was ist machbar, was nicht,.... und anderes. Meinen Mann sah ich kaum mehr. Er ging morgens früh aus dem Haus, und ich ging abends arbeiten und kam nach Mitternacht nach Hause. Am Wochenende dasselbe.
So taten wir das wunderbarste, was man tun kann, nämlich schon zwei Monate im Voraus ein Wochenende im Kalender reservieren, Freiwunsch anmelden, nichts abmachen, und dann etwas cooles buchen. Wir hatten noch einen Gutschein für eine Übernachtung auf einem Bauernhof, und dann gönnten wir uns einen Nachmittag in einem Spa in der Nähe: Thermalbad und Saunas. Es war herrlich. Mein erstes Mal eine richtige Sauna. An der Tür zum Sauna-Bereich stand "Nacktzone". Da wir beide Sauna-Neulinge waren, wussten wir nicht recht, wie das nun zu verstehen ist. Also nackt-nackt? Oder wickelt man ein Tüchlein um den ansonsten nackten Körper? Ist man nur nackt in der Sauna, oder auch beim Herumlaufen zwischen den verschiedenen Saunen und der Eisnebeldusche? Ich weiss es bis heute nicht. Wir beobachteten einfach immer, was die anderen taten, und taten es ihnen gleich... hmm
Jedenfalls war es herrlich. Endlich mal nicht frieren!!!!!!! Obwohl die Hitze zum Teil wirklich unerträglich wurde, genoss ich dieses Gefühl des Nichtfrierens.
Auf der Rückfahrt kam mir etwas ins Auge und es brannte unendlich. Nach vielen Tränen und Augentropfen war es draussen, und das Auge schmerzte nicht mehr. Das Gefühl, wenn der Schmerz vorbei ist, ist wunderbar.
Wie man das Nichtfrieren erst hinterher bewusst geniesst, nachdem man bewusst oder unbewusst immer gefroren hat, ist auch die Schmerzlosigkeit des Auges erst dann eine Wohltat, wenn sie vorher gestört war. Die Erholung eines Wochenendes weg von allem zeigt mir auch erst jetzt, wo ich belebt und wohlig zurück bin, wie schön es ist, nicht in der Klaue des Stresses zu leben.
Nun werde ich mich gemütlich in die Stadt begeben, um ein Weihnachtsgeschenk für meinen Gottebub zu kaufen, dann noch Gemüse, Salat, Kokosmilch und WC-Papier, und wieder in die S-Bahn nach Hause.
Heute sah ich die Sonne während einer halben Minute, das war schön.
Montag, Dezember 15, 2014
Montag, Dezember 01, 2014
On a lighter note - Rasieren
Heute mal etwas weniger heftiges.
Mein Initialtrauma, das mich mein Dasein als weiblichen Menschen in der heutigen Zeit erst erkennen liess, geschah am Ufer der Donau in der Nähe von Wien, in einem Jugendlager. Alle gingen baden, und ich realisierte, dass ich der einzige weibliche Teenager war, die ihre Beine nicht rasiert hatte. Ich hatte mein Schweizer Taschenmesser dabei und verbrachte eine lange Zeit damit, mit dem kleinen Scherchen meine Beinhaare zu stutzen.
Fast forward. Inzwischen wurde es normal, gewisse Körperpartien zu rasieren, besonders im Sommer. Damit waren immer die verschiedensten Probleme verbunden, die alle kennen, die sich zum Beispiel die Beine rasieren.
Ausserdem nervt es mich. Es ist ja eine reine Modeerscheinung, und ich mache einfach mit, als ginge es nicht anders. Es ist zeitaufwändig. Diese Zeit kann ich für besseres gebrauchen.
Aber natürlich, auch ich habe dieses Ding in meinem Kopf, dass ich raiserte Beine schöner finde. Wie lange es wohl brauchen würde, bis dies nicht mehr so ist?
Jetzt im tiefsten Winter ist die beste Zeit für Experimente. Ich hatte nämlich mal irgendwo gelesen, dass man weniger schwitzt bzw. weniger stinkt beim Schwitzen, wenn man die Achselhaare sein lässt, wie sie sind. (Ich dachte, hier lesen ja eh fast nur Frauen, also kann ich auch darüber schreiben). Da mir dies einleuchtete und ich sehr häufig T-Shirts wechseln musste und es relativ schnell zu stinken begann, trotz Deo, probierte ich das mal aus. Und tatsächlich!!! Ich stinke überhaupt gar nie mehr! Es ist unglaublich! Aber was mach ich denn, wenn der Sommer und die kurzärmligen Kleider wieder auftauchen?
Mein Initialtrauma, das mich mein Dasein als weiblichen Menschen in der heutigen Zeit erst erkennen liess, geschah am Ufer der Donau in der Nähe von Wien, in einem Jugendlager. Alle gingen baden, und ich realisierte, dass ich der einzige weibliche Teenager war, die ihre Beine nicht rasiert hatte. Ich hatte mein Schweizer Taschenmesser dabei und verbrachte eine lange Zeit damit, mit dem kleinen Scherchen meine Beinhaare zu stutzen.
Fast forward. Inzwischen wurde es normal, gewisse Körperpartien zu rasieren, besonders im Sommer. Damit waren immer die verschiedensten Probleme verbunden, die alle kennen, die sich zum Beispiel die Beine rasieren.
Ausserdem nervt es mich. Es ist ja eine reine Modeerscheinung, und ich mache einfach mit, als ginge es nicht anders. Es ist zeitaufwändig. Diese Zeit kann ich für besseres gebrauchen.
Aber natürlich, auch ich habe dieses Ding in meinem Kopf, dass ich raiserte Beine schöner finde. Wie lange es wohl brauchen würde, bis dies nicht mehr so ist?
Jetzt im tiefsten Winter ist die beste Zeit für Experimente. Ich hatte nämlich mal irgendwo gelesen, dass man weniger schwitzt bzw. weniger stinkt beim Schwitzen, wenn man die Achselhaare sein lässt, wie sie sind. (Ich dachte, hier lesen ja eh fast nur Frauen, also kann ich auch darüber schreiben). Da mir dies einleuchtete und ich sehr häufig T-Shirts wechseln musste und es relativ schnell zu stinken begann, trotz Deo, probierte ich das mal aus. Und tatsächlich!!! Ich stinke überhaupt gar nie mehr! Es ist unglaublich! Aber was mach ich denn, wenn der Sommer und die kurzärmligen Kleider wieder auftauchen?
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