Samstag, Januar 31, 2009

Die Empfehlungen aufs Wochenende

Album jetzt auch auf offiziell erhältlich! (Klick auf Cover). Bitte auch Meinungen zur CD hinschreiben (aber nur gute, gell!).

Auch zu empfehlen: "Und jetzt... was hät das mit mir z tue?" von Big Zis, seit gestern draussen.

Und noch literarische Werbung: Ab Sonntag, 1.2. ist hier ein Text....

Merci und auf Wiedersehn!

Montag, Januar 26, 2009

Lang sam keit

Mir geht schnell etwas zu schnell. Wenn plötzlich rumgehetzt wird und ich nicht mehr mitkomme, werde ich ulidig. Ich kann mich nicht konzentrieren wenn um mich herum gehüschtert wird, wenn Schranktürzuschmeissen auf Klospülung folgt und zwar innert 15 Sekunden, wenn Türen aufgerissen werden und Geschirr innert Augenblicken gespült wird.

Anders ist es draussen: Velofahren kann nicht schnell genug gehen, besonders in der Stadt, besonders wenn andere Verkehrsteilnehmerinnen oder -teilnehmer unterwegs sind. Das macht mich wortwörtlich rasend. Da kenne ich nichts. Ich mag nicht hinter einem Opa-auf-dem-Mofa in einer Abgaswolke schleichen, ich habe keine Zeit um zu warten bis die Ampel grün zeigt; beim ersten Anzeichen von orange bin ich weg. Oder im Bahnhof: Will ich mein Leben damit verbringen, von der Zugtür zum Bahnhofausgang zu gelangen? Je mehr Leute, desto besser, dann erst kann ich das durch-die-Masse-schlängeln üben.

Zuhause aber muss ein Ort der Ruhe sein. Ein Hort der Ruhe. Vom ersten Erwachen bis zum Aufstehen muss ich die ersten Gedanken ankommen lassen, muss sie sammeln und ordnen, mich mit ihnen anfreunden, sie kennenlernen, sie greifen können. Dann folgen die Geräusche um mich. Die Ruhe und ich und die Welt draussen.
Frühstück heisst für mich, drei Stunden lang zu lesen, zu schreiben, zu denken, und dabei meinen Körper für den Tag zu stärken.
Zeitung holen heisst für mich, den Garten links und rechts vom Weglein betrachten, die Blumen bestaunen, schauen was die Katze der Nachbarin sucht, den Kirchturm von gegenüber mustern, die Zeitung aus dem Briefkasten fischen und beim zurücklaufen bereits die Titelseite zu lesen.
Wenn ich plane, den 12.45-Zug zu nehmen, werde ich in den um 13.15 steigen. Frühestens. Wenn ich unbedingt noch heute Milch einkaufen muss, kaufe ich sie halt morgen. Wenn ich Stress habe, brauche ich mehr Zeit, ganz einfach. Sogar mein Zyklus dauert länger als ein Zyklus dauert.

Ich bin zu schnell, wenn ich vergesse was ich soeben gedacht habe. Gedanken müssen aufgeschrieben werden können. Gedanken müssen gedacht werden können und überdacht auch. Überdacht, lustiges doppeldeutiges Wort.

Langsamkeit birgt viele wunderbare Geheimnisse in sich. Langsamkeit ist super.

Ui, jetzt fährt dann aber schon bald der 13.15 Zug.

NACHTRAG: Langsamkeit ist ein Privileg. Hat man nichts zu tun, herrscht statt Langsamkeit meist Langeweile. Langsamkeit geht nur, wenn etwas zu tun ist. Ich könnte mir Langsamkeit nicht leisten. Aber sie drängt sich mir auf. Ich gebe nach. Die Langsamkeit ist nicht immer da, aber der Versuch sie bei sich zu behalten, lohnt sich allemal.

3-2-1 Autostopp

Ich wollte schon immer mal paulusmässig trampen.
Wer kommt in meine Kleingruppe?

Donnerstag, Januar 22, 2009

Über das wahrnehmen und auspacken

Wir können nur sehen, was ist. Was wir sehen, das ist. Wir sehen nicht alles, was ist. Aber was wir sehen, ist. Damit also etwas ist, müssen wir es sehen. Damit das richtige ist, müssen wir das richtige sehen.

Weiter gibt es andere Sinne als das Sehen. Es geht darum, das Wahre zu nehmen. Klar, wahrnehmen. Sachen für wahr nehmen. Was ich wahrnehme, ist. Ich will wahrnehmen, was ist.

Zeitebenen sind hilfreich, aber die Zeit ist ein Denkraster, keine anfassbare Sache. Wenn also vor mir eine kranke Person steht und ich sage: Ich sehe eine gesunde Person, dann ist das nicht falsch.

Es geht darum, die Dinge an ihren Ort zu rücken. Wir können Dinge benennen und sie dabei einpacken, hinter dem Namen verstecken. Wir können aber auch Dinge benennen und sie dabei auspacken, sie im Licht ihres Namens zeigen.

the truth is somewhere out there

Freitag, Januar 16, 2009

Mittwoch, Januar 14, 2009

Dienstag, Januar 13, 2009

stell dir vor du holst die post...

...und dann liegt die BZ im Briefkasten!

NEIN!

Unterschreiben!! www.rettet-den-bund.ch

http://www.blogger.com/img/blank.gif

Mit meinen Tramp-Erfahrungen werde ich höchstens Gemeinderätin

Trampen durch Russland

Angela Merkel war als Jugendliche aber nicht nur in Moskau und Leningrad, sondern auch in der Ukraine. Und sie trampte mit zwei Freunden nicht ganz legal und auf abenteuerliche Weise durch die südlichen Sowjetrepubliken bis in den Kaukasus. Im georgischen Tiflis übernachtete sie bei Obdachlosen im Bahnhofsasyl.


Quelle: Süddeutsche, 16.01.2006


Um mein Fernziel Bundesrätin noch zu erreichen, muss ich also nächstes Jahr mindestens den Iran ins Auge fassen...

Montag, Januar 12, 2009

gut wenn es fliesst

Nach dem lesen von diesem Blogeintrag von Storch hab ich mir wieder mal Gedanken zum Spenden gemacht. Den Zehnten zu geben ist das eine, Spenden nicht dasselbe, wie ich im Seminar von Earl Pitts gelernt habe.

Grundsätzlich: Mein Geld ist nicht mein Geld. Es kommt und geht. Es kommt, damit ich das bezahlen kann was ich bezahlen muss und auch was ich bezahlen/kaufen will. Es soll aber auch gehen, weitergehen. Ich bin überzeugt dass Gott es mir auch zukommen lässt, damit ich es andern weiter zukommen lässt. Ganz logisch. Gott hat mir meines Wissens noch nie direkt Geld aufs Konto getan, sondern immer über Leute, die auf ihn gehört haben. Freundinnen der Familie, die Grossmutter, private Stiftungen zum Beispiel haben mir Geld gegeben, das ich mir nicht "erarbeitet" habe. Aber auch mein Lohn ist eigentlich ein Geschenk, weil mir die Arbeit ja Spass macht und mir gut tut.
Also: Wenn andere Leute mir ihr Geld gegeben haben um mich zu unterstützen, dann könnte es logischerweise auch Leute geben, denen Gott Geld geben möchte durch mich.

Dann: Wenn ich mehr Geld habe als ich brauche für Grundnahrungsmittel, Versicherung, Studium etc., dann habe ich genug Geld zum spenden.

Finanzkrise: Gerade WEGEN der Finanzkrise müssen wir mehr spenden, weil die Staaten nämlich bereits dazu übergegangen sind, bei der Entwicklungshilfe zu sparen, weil sie das Geld für die Rettung der Banken brauchen.

Gegenüber bekannten Hilfsorganisationen höre ich immer wieder "Da weiss man ja nie wo das Geld hingeht... alles in die Administration" als Argument, nicht zu spenden. Es gibt aber auch hunderte und tausende von kleineren Projekten. Meine Mitbewohnerin hat zum Beispiel in einem Kinderheim in Guatemala gearbeitet, das auf mich einen sehr transparenten Eindruck macht. Oder eben Iris Ministries von Heidi Baker oder oder oder...

Sonntag, Januar 11, 2009

Sie plangte so fest dass es sie litzte

Gestern hab ich meine gesamten Albumtexte ins Hochdeutsche übersetzt. Dabei stellten sich einige berndeutsche Wörter als nicht wirklich übersetzbar heraus.

-strusse (es strusst mi)
-plange
-Schärme
-liire
-es litzt mi

Any ideas? E hüube!

Samstag, Januar 10, 2009

Platziert auf der glücklichen Insel

Ich habe bald meinen Abschluss. Ich könnte weiterstudieren. Ich könnte Kunst machen. Ich könnte was anderes studieren oder sparen und reisen. Ich könnte Musik machen, ich könnte heiraten und Kinder bekommen und in einem schönen alten Häuschen mit Holzofen wohnen und glücklich sein.

Gleichzeitig zieht es mir jedesmal den Magen und das Herz zusammen wenn ich zum Beispiel über die Schengen Aussengrenze Berichte höre, lese oder sehe. Die EU - Europa als Hochburg der Menschenrechte, die Staaten der Aufklärung und des Humanismus! Und dann erzählen afrikanische Flüchtlinge in die Kamera, dass spanische Grenzwächter die von der EU bezahlt werden und ausgerüstet mit Gewehren und Leichensäcken, auf sie geschossen haben und einigen Arme und Füsse gebrochen hat und sie danach in der algerischen Wüste ausgesetzt hat. Das ist alles schrecklich und furchtbar, wie so vieles schrecklich und furchtbar ist. Wo bleibt der Aufschrei der Allgemeinheit? Langsam verstehe ich, wie es zu Genoziden kommen kann. Die Wahrheit ist herausfordernd, sie verändert einem, und die Angst vor dieser Veränderung führt dazu, dass man neben der Wahrheit durchschaut oder sie wegsperrt hinter Ablenkung und Vergessen. Dann leben wir weiter ein Leben im Puppenhaus, und die Wände haben Namen wie "Was kann ich denn tun?" und "Ich bin halt keine Idealistin".

Unsere Kinder oder Grosskinder werden einmal Museen besuchen wo das Ertrinken von jährlich tausenden von Flüchtlingen im Mittelmeer dokumentiert ist, das Erschiessen von Flüchtlingen an den Grenzzäunen von Spanien, welche von der EU (von uns) finanziert sind. Sie werden solche Museen besuchen, wenn du und ich weiter leben wie du und ich weiterleben.

Was kann man tun? Gott hat uns ein Hirn gegeben um darüber nachzudenken und das werde ich die nächsten Monate machen.

Donnerstag, Januar 08, 2009

Neulich nachts in Moskau

Letzte Nacht träumte ich, dass ich mich verfahren hätte und in Moskau gelandet sei. Weiter träumte ich, dass ich hoffte, ich sei in der Nacht wirklich in Moskau gewesen und würde aufwachen mit Schnee an meinen Schuhen. Dem war nicht so, aber ich weiss auch, woher der Traum kam. Weil solche Dinge passieren anscheinend, wie zum Beispiel Ernestyna beschreibt:

Neulich hatten wir Bobby Connor bei uns in der Schule als Redner geladen. Ein Prophet mit texanischem Akzent. Der erlebt so einige der wildesten Dinge die ich jemals gehoert habe: Einmal hatte er in der Nacht einen Traum in dem er auf einem Lama ritt auf sehr matschigem Boden. Seine Frau sagte am naechsten Morgen, dass muss ein ganz lustiger Traum gewesen sein, er habe die ganze Nacht gelacht. Als er darauf hin zum Schrank ging, bemerkte er dass seine Jeans voller weisser Haare waren, an der Lama Sitzflaeche und seine Schule voller Matsch! Am Abend zuvor war alles noch sauber!

nonkonform?

Mit derselben Annahme, daß~ Trampen von Frauen als quasi-abweichendes Verhalten zu betrachten sei, überprüfen Jonson/Jonson (1978) die' Gültigkeit der ‹sozialen Nonkonformitätsskala". Getestet wurden insgesamt 49 weibliche Studentinnen, von denen 17 niemals, 14 manchmal und 18 häufig trampen. Die Häufig-Tramperinnen erreichten erheblich höhere Werte auf der Nonkonformitätsskala als die selten und niemals trampenden Frauen.


Aus der BKA-Forschungsreihe, "Anhalterwesen und Anhaltergefahren" von Fiedler, Hoppe, Berninghaus und Lenhart.



Some say I'm brave.. but actually I'm just a blessed daughter of God.

Dienstag, Januar 06, 2009

Blick zurück


Von Stuttgart nach Polen - kalt..



In Wroclaw. Ich frage die Kinder ob sie englisch sprechen: "Mowie po angielsku?". Ein Mädchen schüttelt den Kopf, das andere überlegt und sagt: "Hello"



Die drei Polinnen, die im August in Biel waren, und ich - glücklich wiedervereint



Nach ewigem Warten im frühmorgendlichen Schneesturhttp://www.blogger.com/img/blank.gifm dann endlich im LKW für über die Grenze



Genau 24 Stunden danach bin ich genau 700km westlicher, in Köln, bei ca. -10° und kurz vor einer fantastischen Heimreise

TRAMP-BERICHTE JETZT AUF CEETRAMPT! (english)

Montag, Januar 05, 2009

Grüsse von der Tramperfront..

...aus Köln.

Vom Schnee verweht, sozusagen.

Sonntag, Januar 04, 2009

Autostop regional, heisse Zuege und Schneefrauen

apropos 2.Welt-Land: In ca. 4 besuchten Laeden (Fielmann, Optikergeschaeft, Drogerie, Optiker 2) konnte ich nirgends Kontaktlinsenmittel fuer harte Kontaktlinsen kaufen.

Gestern Wroclaw-Gliwice per Autostop, wunderbar; bereits am Hauptbahnhof, als wir auf den Gratisbus zum Einkaufszentrum warteten (daneben ist die Autobahnauffahrt), trafen wir Mateusz, der mit Rollkoffer unterwegs war und nach Krakow trampen wollte. Der Bus wurde so voll mit Leuten, dass man nicht mehr umfallen konnte. An der ersten Haltestelle nach dem Bahnhof warteten etwa 7 Leute. Ich dachte: Unmoeglich!!! Aber die Grossmuetter draengten in die Menge wie Bohrer in Beton, aber es funktionierte. Ich stand also bereits auf Zehenspitzen, als der Bus ein zweites Mal hielt. Auch hier warteten wieder 4 alte Frauen und es war unmoeglich, aber sie draengten mit so einer Kraft dass jeder Holzfaeller blass anlaufen wuerde. Der Bus hielt noch ein drittes Mal, und als wir endlich ankamen wollte der Strom aussteigender Menschen nicht mehr aufhoeren. Autostop ging dann super, Fotos folgen.

In Gliwice leben wunderbare Menschen. Wir wurden bekocht, beteten waehrend 3 Stunden fuereinander, gingen Heisse Schokolade, Saefte (die andern) und Bier (ich) trinken und ich schlief dann auch als Einzige wunderbar durch, worauf es zum Fruehstueck herrliches/n Porridge gab.

Heute Gliwice-Wroclaw mit dem Regionalzug. Ich hatte zufaelligerweise einen Thermometer bei mir. Der Zug war auf 35 Grad geheizt, kein Scherz!! Noch eine halbe Stunde laenger, und ich ware gar gewesen.

Jetzt ist alles gepackt und ich geduscht und muede, morgen geht es frueh frueh frueh los, ab in den Suedwesten.

Es ist alles schneeweiss und schneit immer noch, Sylwia und ich haben ein Schneemenschenpaar gebaut: Helena und Piotr. Good night, aaand: Good luck..

Freitag, Januar 02, 2009

Berichterstattung aus dem nahen Osten

Im Gegensatz zur Schweiz bezahlt man in Polen fuer die unterschiedlichen Zuege unterschiedliche Preise fuer dieselbe Strecke. Wroclaw-Poznan zum Beispiel sind 165km und kosten mit dem Intercity (Dauer:2h20min) ungefahr 30 Franken. Dieselbe Strecke mit dem Regionalzug (Dauer: 3h plus diverse Verspaetungen) kostet nur etwa 8 Franken, dafuer sitzt man entweder auf einem Sitz, der direkt ueber der Heizung ist und beinahe glueht, oder man friert, ausserdem ist es laut und voll. Wir sind mit dem Regiozug hin, zurueck waere aber der letzte schon um 17 Uhr gefahren, so blieb uns nur der IC. Wir kauften eine halbe Stunde vor Abfahrt die Last Minute Tickets fuer 18.- und genossen eine ruhige, wunderbar klimatisierte und bequeme Fahrt.

Zuhause in Wroclaw funktioniert die Heizung schon seit Tagen nur sporadisch: Alle 2 Tage waehrend 5 Stunden oder so. Es ist also zT. nur knapp ueber 10 Grad in der Wohnung... ohne Warmwasser, versteht sich. Heute Morgen funktionierte sie GottseiDank und es ist wieder 18 Grad...

Meine Darstellungen sollen aber nicht den Eindruck erwecken, ich lebe hier in einem 2.Weltland. Auch hier haelt die Globalisierung Einzug. Wenn ich mir typisch polnische Randensuppe kaufen will, so ist sie garantiert von Nestle, und das polnische Bier gehoert auch schon lange Carlsberg, das Wasser CocaCola und sogar die Haelfte der Brote im Laden um die Ecke sind aus Deutschland importiert. Ich importiere saemtliche Ovo-Produkte sowie Bill Johnson-Buecher und Redding-CD's.