Mittwoch, Mai 30, 2007

Vor der Wende

Mit Sylwia zog ich durch Wroclaw, nach Warszawa und dann dort umher. Zum Beispiel um Mitternacht mit dem falschen Tram ins Depot oder in eine Apotheke, um Blasenpflaster zu kaufen. Aber auch durch tolle Viertel, Vorkriegshäuserlandschaften, ewiggrosse Parks mit kopulierenden Bäumen und zahmen Eichhörnchen. Dann fuhr sie zurück und ich nach Wien, von wo ich heut Morgen früh wieder in Bern eingetroffen bin.

Wroclaw Glowny (HB) - 07 Uhr morgens, vor der Abfahrt nach Warszawa
In the middle of nowhere. Wegen der Hitze blieb der Zug oft halbe Ewigkeiten stehen.

In Warszawa Praga. Besser und schöner als jedes Berliner In-Viertel. Und definitiv billiger.

Stephansdom, oder wie der heisst. Auf Sightseeing-Tour zum Überbrücken der Zeit, bis das Hotelzimmer fertig ist. Nach ca. 3 Stunden Schlaf innerhalb der letzten 27 Stunden (Sonnenbrille). Und Texte am auswendig lernen (Kopfhörer)

Und dann der Auftritt. Mit mehr Schlaf und frühzeitigerem Auswendiglernen wäre es besser gegangen. Aber die Leute waren toll und es hat Spass gemacht. Und ich meine Erfahrungen.

Montag, Mai 28, 2007

Protokoll einer weiteren Reise

Ein Zug hält irgendwo im Nichts, ein ganzer Wagen voller schlafender Menschen. Draussen bellt ein Hund. Nacheinander klopfen die polnischen, tschechischen und österreichischen Grenzpolizisten an die Abteiltür und nehmen Ausweise von verwirrten Halbschlafenden entgegen. Um halb 6 gibt es Kaffee oder Tee, dazu ein eingeschweisstes Schokocroissant, haltbar bis 09/2007. Um 6 Uhr Einfahrt in Wien Südbahnhof (Ost). 20 Minuten warten auf Strassenbahn, 20 Minuten Fahrt nach Wien Westbahnhof. Suchen und Finden des Hotels. Man kann erst ab 14 Uhr ins Zimmer. Meine Internetzeit läuft ab.

Sonntag, Mai 27, 2007

Naechster Halt: WIEN

Bin in Warszawa im Internetcafe. Und seh grad, es wird langsam Ernst!!! (Flyer Female Hiphop)

Donnerstag, Mai 24, 2007

Schraege Voegel

In Polen ist es schoen. Ich wohne ja hier eigentlich mitten in der Stadt, und habe das Gefuehl, dass ich noch nirgends so viele Voegel gehoert hab wie hier beim Aufwachen. Mauersegler, Schwalben, Spatzen, Kuckuecker, Tauben,.. Aber da ich ja keine Ornithologin bin, sondern Rapperin, darf ich mich jetzt schon wieder verabschieden um meine Songauswahl fuer Wien zu treffen und dann zu ueben ueben ueben. Morgen Vormittag fahren wir nach Warszawa und am Sonntagabend ich allein nach Wien.

Vorhin war ich auf dem Balkon am Waescheaufhaengen, als eine Frau untendurchlief und mich auf polnisch zuquatschte. Leider hab ich ausser `Buzia` (Kuesschen; Erne korrigier mich gell) kein Wort verstanden. Was um alles in der Welt wollte sie mir wohl sagen?

Mittwoch, Mai 23, 2007

Selbstexperiment Reisen

Nachdem der Fahrer mein Ticket fuer ungueltig erklaerte, durfte ich dann dank engagiertem Einsatz einer Exilpolin doch noch mitfahren. Es reichte noch gerade fuer einen Gangplatz! 14 Stunden Fahrt ohne Moeglichkeit, sich irgendwo anzulehnen. Aber es war eigentlich eine ganz schoene Fahrt, zumal der Mann der oben erwaehnten Frau, er ist Winterthurer, hinter mir sass und mir alles uebersetzte was der Fahrer sagte. Ich erwachte immer kurz vor der Tiefschlafphase, nehm ich jetzt mal an, und das war sehr speziell. Ich erwachte zum Beispiel, war aber noch immer halb im Traum, und so hatte ich die brilliantesten (ich wiederhole: die BRILLIANTESTEN) Ideen zum Schreiben. Ich hatte Einfaelle, Saetze, Wortspielereien, Beschreibungen, das glaubt ihr mir gar nicht! Leider leider schlief ich jedesmal wieder ein, bevor ich zu meinem Schreibheft greifen konnte.
Heute Nachmittag schlief ich, erwachte erkaeltet, und begebe mich jetzt mal auf eigene Faust in die Stadt. Na lewo, na lewo, na prawo. (Links, links, rechts)

Montag, Mai 21, 2007

Der Idiot im Traummannpelz

Es gibt Begebnisse, die einem bekannt vorkommen, die man sogar schon einmal oder mehrere einmals erlebt hat. In diese Kategorie fällt eigentlich fast alles. Dann gibt es Sachen, bei denen wir erstaunt feststellen: So was habe ich noch nie erlebt.

Etwas, was ich noch nie erlebt habe, ist zum Beispiel meine Traum-Serie der letzten zwei Nächte. Vorletzte Nacht begegnete ich in meinen Traumwelten einem Mann, in den ich mich auch sogleich verliebte. Für ihn war ich definitiv auch mehr als bloss eine Kollegin. Es funkte, es sprühte, es roch nach einem Feuer der nie erlöschenden Liebe zueinander. Doch wie das so ist in Träumen: Irgendwie kamen wir einfach nicht voran in unserer Beziehung. Denn wir waren nie allein. Ständig war jemand da, der oder die was dringendes mit mir oder ihm zu besprechen hatte, immer war irgendetwas anscheindend wichtigeres da.
Letzte Nacht war er wieder da. Meine Verliebtheit für ihn ebenso. Und - oho - ziemlich schnell fand ich mich in seinen Armen wieder. Er hielt mich in seinen Armen und wärmte mich, weil ich fror (ob das Frieren nur ein Vorwand war, liess sich nicht herauskristallisieren). Doch plötzlich liess er mich los, zog seine Jacke an, verabschiedete sich von allen und am Schluss von mir auch, und zwar bloss durch "also, tschüüs!". Kein Küsschen, keine Umarmung, kein tiefer Blick, nein, nicht mal ein Händeschütteln lag drin. Weg war er.

Jedenfalls weiss ich jetzt, dass mir die Träume sagen wollten: Der nächste, in den du dich verliebst und der dich in den Arm nimmt, ist ein mieser Kerl, also warte besser auf den übernächsten.

Ich bin gespannt auf eventuelle Fortsetzungen nächste Nacht.

Samstag, Mai 19, 2007

Oasenmorgen


Da ich am Dienstag abreise und gleich nach meiner Rückkehr das Einweihungsfest meiner Schule stattfinden wird, bei welchem ich zuständig für die ganze Technik und das Equipment bin, ist meine zu-tun-Liste schon fast ein Buch. Entweder man packt solche Aufgabenberge an, trägt sie ab und arbeitet stetig auf eine Aufgabenebene hin (stetiges Arbeiten? Ich?), oder man verdrängt alles und arbeitet dann heulend von morgens um 2 bis morgens um 7 durch (kommt vor) oder aber: Man nimmt es irgendwie hin, dass man nicht alles erreichen kann, will oder muss. Oder nicht erreichen kann, will und muss. Wenn es zu blöd und anstrengend ist, Ziele zu erreichen, kann man ja die gesteckten Ziele nach unten umstecken. Ich verbrachte also einen gemütlichen Morgen mit Frühstück auf dem Balkon bei einer zukünftigen Star-Filmemacherin oder sonst Star-Künstlerin. Da sie sich nicht fotografieren lassen konnte, weil sie grad kurz weg war, gibt es halt ein Selbstporträt von mir zu sehen. Nicht geduscht und nicht ausgeschlafen, aber mit Kontaktlinsen, die mir nämlich beim Einsetzen in den Abfluss gefallen waren und nur dank göttlicher Fügung wieder zum Vorschein kamen. So, nun mache ich mich mal auf, um weiter zu verdrängen, so dass ich dann um 2 Uhr morgens gut vorbereitet in die Krise starten kann.

Freitag, Mai 18, 2007

Dinge, die das Leben erleichtern

Dazu gehören unter anderem auch:

Wenn man mit dem Bus nach Polen fährt und um 18 Uhr in Bern einsteigen würde, nimmt man in Bern um 19 Uhr den Zug nach Zürich und steigt dort erst um 20.30 in den Bus ein. Man spart: Eine Stunde Fahrt (Bern-Basel-Zürich per Bus fällt aus), und gewinnt: Nerven, kein Stau und bedeutend mehr Beinfreiheit bis Zürich. Man sitzt ja dann immer noch bis mindestens 11 Uhr mittags auf einem engen und unbequemen Sitz ohne Möglichkeit, zu liegen.

Ausserdem begebe ich mich jetzt in die Apotheke um mich nach Schlaftablettchen zu erkundigen.

Donnerstag, Mai 17, 2007

Schwer

von Begriff.

Jetzt hab ich doch tatsächlich eine Stunde und 10 Minuten (80 Minuten!) damit verbracht, das Angebot an Modulen, Kursen, Ateliers, punktuellen Ateliers, Workshops, Ensemble-, Y-, Literatur- und einfach so Projekten durchzulesen. Nicht zu vergessen die Vorlesungen, Werkstattproduktionen und Toolboxen. Pflichtwahl, Wahlpflicht, ECTS (nicht zu verwechseln mit ETCS - European Train Control System), HS (Herbstsemester), FS (was wohl?), alternierend, Hypertext.

Da möchte ich am liebsten einen Gleichschwerkuchen backen. Das würde ein grosser Festschmaus geben. Hui, ich meine natürlich: eineN grosseN Festschmaus.

Und die Essenz der ganzen Anstrengung: I chume ging noni druus! Timo! Hilf mir, sonst bringe ich noch die inneren CD's aus der Reihe!

Mittwoch, Mai 16, 2007

Rede zur Lage der Na, cee, on!

Ich will nicht sehen. Ich will nicht hören. Ich will nicht erklären. Ich will nicht lesen. Ich will nicht einschlafen. Ich will nicht aufwachen. Ich will nicht aufschauen. Ich will nicht wegschauen. Ich will nicht beschreiben. Ich will nicht Hilfe erhalten. Ich will nicht auch ein Glas Wein. Ich will nicht essen. Ich will nicht denken. Ich will nicht ablenken. Ich will nicht zuhören. Ich will nicht zugehört werden.

Samstag, Mai 12, 2007

Oasenabend

Heute war ich bei einer sehr sehr netten, coolen und jungen Familie zum grillieren im Schrebergarten eingeladen. Ich durfte essen, trinken und auf dem Liegestuhl liegen, während um mich herum Gras gemäht, Schnecken gejagt und Erdbeeren gepflückt wurden. Dafür musste ich Micha hüten. Was selbstverständlich kein müssen war. Es war sehr schwierig, die ganze Familie auf einem Bild festzuhalten, knapp hab ichs geschafft:

Montag, Mai 07, 2007

Viel Glück, liebe Nachbarn!

An dieser Stelle möchten wir es nicht versäumen, der Grande Nation zu ihrem soeben gewählten Präsidenten Sarkotzi zu gratulieren. Wie war der Titel unseres Französischlehrmittels der ersten Stunde?

BONNE CHANCE!

Samstag, Mai 05, 2007

Was nicht schlimm ist ist nicht nicht schlimm

Nachfolgend ein Satz, der zum Standardrepertoire einer steigenden Zahl von Mitbürgerinnen und Mitbürgern gehört. Es kann so schnell gehen. Man sitzt in einer Bar und wird erstochen, man ist ein Kind in Berlin oder sonstwo und wird verhungert, man überquert die Strasse auf dem Fussgängerstreifen und wird überfahren, man schwingt sich an einem sonnigen Tag auf den Töff und wird von einem Raser in den Tod katapultiert. Man hat Kopfschmerzen und einen Tumor und stirbt. Die Reihe wäre beliebig lange fortzusetzen. Da ist eine Blinddarmfortsatzentzündung nicht weiter schlimm. Trotzdem zerriss es mir heute Morgen fast das Herz als ich vernahm, dass mein lieber süsser guter intelligenter engagierter begabter sportlicher armer kleiner Bruder ins Spital gefahren wurde und gerade operiert wird. Zum Glück ging alles gut und er konnte schon wieder die Sportnachrichten schauen und mich über die zweite Bundesliga auf dem Laufenden halten.

Freitag, Mai 04, 2007

Wer fährt mit?

welcome home!

Und ab 10 Tickets gibts Gruppenrabatt. Hat irgendwer Bock, sowas zu koordinieren?
Gerüchte besagen, dass Herr Antihero heuer auch dabei ist. Oder spätestens nächstes Jahr, wenn auch der Raketen Klub wieder dabei ist und so RICHTIG abgeht.

Allerlei Erkenntnisse

Kaum hat man sich beim Arzt angemeldet, geht's einem schlagartig besser.

In den letzten 36 Stunden stand ich nur etwa fünfmal auf, um aufs Klo zu gehen oder Tee zu kochen. Sonst verbrachte ich die Zeit damit, zu schlafen, zu schwitzen, um die 50 Taschentücher zu füllen und Fieber zu messen. Hab dann mal beim Arzt angerufen, der wollte mich sehen, wegen meiner Vorgeschichte. Und kaum hab ich aufgehängt, gehts mir besser! Ich kann sitzen und mag sogar einen Blogeintrag schreiben! Soll ich jetzt mein Date beim Herrn Doktor wieder absagen?

Weitere Erkenntnisse der letzten Tage:

Immer dann, wenn man meint, sich rechtfertigen zu müssen, müsste man es eben gerade nicht. Und tut es trotzdem.

Wenn man Dinge tut, bei denen man sich plötzlich fragt, warum man sie eigentlich tut, und dann keine Antwort darauf hat, sollte man schleunigst einen Schlussstrich ziehen.

Auch wenn Gespräche, Lebensorganisation, Zeitmanagement und Überwindung der Faulheit viel zu einer besseren Lebensqualität beitragen: Die Leere richtig füllen und die Belastung richtig wegnehmen kann nur Gott, und er kann es auch nur, wenn ich hingehe und es zulasse.

Lebensmuster, die scheisse sind, sind immer änderbar. Selten sofort und meistens mit ungefähr 7182 Rückfällen verbunden. Aber änderbar.

Und zu guter Letzt: Wenn man krank ist, sollte man krank sein.