Montag, August 31, 2009

Aus dem Kellnerinnenleben

Samstag, 16 Uhr, Ende August. Das schönste Hotel/Restaurant weit und breit. Als ich von der Hotelfrau übernehme, sind wir schon längst ausgebucht. Draussen sitzen Leute im Garten und verlangen immer wieder etwas, drinnen versuche ich, die Tische so anzuordnen, dass alle irgendwie reinpassen, denn es wird kalt werden draussen. Im Hotelbetrieb herrscht ziemliches Durcheinander, da wir ausgebucht sind mit KünstlerInnen und GaleristInnen aus aller Welt, die sich weder um das Rauchverbot kümmern noch darum, ihre Konsumationen zu bezahlen. (Einige. Die meisten waren superlieb).

Dauernd klingelt das Telefon. Französisch, Englisch, Deutsch. Non, désolée, on a plus de place. Sollen ich draussen aufdecken? Oder wird es heute definitiv zu kalt? Die Küchencrew und wir zwei Kellnerinnen essen. Nach zehn Minuten steht ein Paar aus Deutschland da, zum einchecken. Ich frage nach Passnummer und erkläre die Schlüssel, führe sie zum Zimmer. Wir betreten es, es stinkt nach Rauch!! (Rauchverbot seit 1.Juli). Die beiden fragen mich empört, ob wir denn keine Nichtraucherzimmer hätten. Doch doch, es ist alles Nichtraucher, aber anscheinend hätten die letzten Gäste sich nicht daran gehalten, es täte mir sehr leid. Es ist noch nicht genug: Das zweite Bett ist nicht bezogen. Ein Missverständnis. Ich entschuldige mich noch einmal und hole sofort Bettzeugs, beziehe vor den beiden das Bett und versuche derweilen, mit Smalltalk die Stimmung zu retten und die Zeit zu überbrücken, in der ich krampfhaft versuche, entspannt und sicher zu wirken beim Decken-in-den-Anzug-stopfen. Ein Kissen fehlt auch. Im Schrank, der mit "Ersatzkissen" angeschrieben ist, gähnende Leere. Ich entschuldige mich ein drittes Mal und renne im Hotel umher. Währenddessen ist der Restaurationsbetrieb losgegangen. Ausser Atem will ich das Kissen bringen, aber da sind sie grad im Bad. Also deponiere ich es im Putzraum nebenan.

Direkt runter in den Service. Eine Gruppe von 7 Frauen kommt rein: "Warum ist unser Tisch hier, können wir nicht in den Wintergarten". - Wir haben nur 4er Tische im Wintergarten, sorry. "Ja aber da könnte man doch die Tische so und so zusammenschieben, das würde schon gehen". -AAAAAAHH, ich bin ja nicht dumm und habe mir von halb 5 bis 6 die beste Lösung für alle überlegt und ausserdem warten schon 12 andere Leute darauf, an ihre Tische geführt zu werden. Einige sitzen draussen und fragen nach Decken, andere stehen drinnen herum und können sich nicht entscheiden. Dann wollen alle gleichzeitig bestellen. Wir rennen und lächeln, schenken "ruhig" teuren Rotwein ein, machen Essensempfehlungen. Aus der Küche läutet es und läutet und läutet. Ja, ja, welchen Tisch? 32? Haben die nicht Auberginenröllchen bestellt? Ah, Suppenlöffel vergessen. Brot? Ja, bringe ich sofort. Oh, 24 möchte schon lange bestellen. Keine Zeit, Tisch 9 hat noch keinen Rotwein und der Hauptgang ist schon fast da.
An einem Tisch sitzt eine Frau, die, wenn sie ein Mann wäre, bestimmt schon lange General der Schweizer Armee wäre. Nun ist sie aber weiblich und kommandiert mich herum als wäre ich ihr Ganggo. Ich hetze in die Küche und mache mein Statement: "Morgen suche ich mir einen ruhigeren Job!". Das Telefon klingelt: "Hello, we are staying in your hotel tonight. Now we're at the trainstation with our bikes, can you give us the directions how to get to you?" - sure.

Zwei Stunden später. Wir bringen Desserts und Grappa, an einem Tisch sitzen drei Leute und sind wunderbar lieb. Die 7-er Gruppe hält meine 22-jährige Arbeitskollegin und mich für die Chefinnen des Hauses!! Draussen sitzt ein junges Zürcherpäärchen und ist supersympa. In der Küche läuft Electro und die velofahrenden Australier haben endlich das Hotel gefunden. Sie ist ursprünglich Polin und ich grabe meinen polnischen Wortschatz aus. Dobra. Ich habe den besten Job der Welt. Nie will ich etwas anderes arbeiten.

Die Frau vom Raucherzimmer-ohne-Kopfkissen steht im Schlafanzug im Treppenhaus und fragt nach dem versprochenen Kissen. Sh**, das ist untergegangen.

22 Uhr. Ich muss DRINGEND auf Klo. Ah, besetzt. Da ruft schon wieder jemand und will Kaffee. Ich mache Kaffee. Der Tisch nebenan will bezahlen. Ich kassiere ein. Nun aber wirklich!! Da läutet die Küche. Sorbet, schnell, sonst schmilzts (blitzts z züri?). 22.30. Endlich.

23 Uhr. Ich bringe die Küchencrew auf den Geschmack von Suze Tonic.

01 Uhr 15. Checkliste. Sind alle Konsumationen der Hotelgäste an den richtigen Meldescheinen? Ist die Küche kontrolliert? Alles Material aufgefüllt? Stimmt die Kasse?

Gegen 3 einschlafen...

Montag, August 24, 2009

Quer durch meine kleine grosse Welt

Sonnenaufgang auf 2000m, kurz nach 07 Uhr

(Den zweiten Steinpilz von rechts in der dritten Reihe, die zwei kleinen darunter sowie sämtliche Eierschwämme hab ich gefunden. Die andern waren da erfolgreicher. Dafür war meiner al dente.)

In 2 Lifts nach Leverkusen stöpplen und unbeschreibbar gottimprägnierte 20 Stunden dort verbringen (BLISS). Beim zurückstöpplen hinter einer Raststätte in die Aare springen und Schwimmversuche unternehmen. Am nächsten Tag: Mit einem KardiologInnen-Ehepaar und ihrem Baby ins Graubünden brausen. Bei einem urchigen, bärtigen Sockenverkäufer ein Paar Wandersocken für 17.- kaufen wollen und dann zwei solche für insgesamt 15.- bekommen. Direkt vor das Verladeportal für den Autozug des Vereinatunnels gefahren werden. In einem LKW sitzen und 20 Minuten lang durch den Tunnel brausen. Anderthalbstunden bergauf keuchen. Buch fertig layouten. Steinpilze suchen gehen (2,2kg in einer Stunde!)(zu viert). Um 6 Uhr morgens aufstehen und ins Tal hüpfen. Predigten hörend vier Stunden Zug fahren. Arbeiten. In den Gottesdienst stöpplen. Wieder einmal denken: Bin ich nicht einfach in der besten Gemeinde der Welt? Kaum mehr atmen können, weil Gottes Gegenwart meine Lungen ausfüllt. Mit meiner Bliss-Sister nach Hause fahren und Honigwaffeln essen und wunderbare mails lesen. Nächste Woche ist Rapwoche und zum Buchbinder geh ich auch. Gott ist unglaublich gut!

Samstag, August 15, 2009

Eine Jury liest 750 Seiten - - -

Life goes on and God is good!

Im September wird eine CD von "Wolfpack" erscheinen, wo ich auch mitrappe. Wolfpack ist eine Jazzcombo, und es ist demnach eine Verschmelzung von Jazz, Beats, Rap und Lyrik. Mit auf Tournee darf ich auch:

DO 10.9., Les Amis, Wohnzimmer, Bern
FR 11.9., Chäsi, Gysenstein
MI 16.9., Moods, Zürich
SA 19.9., Mokka, Thun

Siehe auch Links zu den Veranstaltungsorten auf der cee-site.

Nun heisst es üben, Buch produzieren, gärtnern, und arbeiten. Ab Anfang Oktober werde ich jeden DI/DO/FR/SA Abend arbeiten. MI/SO bin ich jeweils auch weg am Abend; bleibt noch der Montagabend übrig, aber da kann ich vielleicht alben ins Studio, zur Pflege meiner etwas vernachlässigten Rapkarriere. Ist dann mein Sozialleben tot? Ich lade halt jeweils die Menschheit zum Frühstück in meinen Garten ein. Es ist sowieso herrlich, tagsüber nicht arbeiten zu müssen. Abends draussen servieren ist wunderbar, und nach Mitternacht durch die schlafende Stadt nach Hause zu fahren, immer ein Vergnügen.

Montag, August 10, 2009

Au bord de la mer

Link9x 53 Seiten ausgedruckt und abgegeben. Jetzt Zuckerloch. Wo ist der nächste Laden?
Am 1.9. Jurygespräch, 2.9. der Entscheid, 4.9. Lesung hier in Biel und dann fort, ihr Ziegen!

Montag, August 03, 2009

Freakstock 2009

Genau deshalb liebe ich Freakstock!

So was von verheiratet.


7. Mal Standortwechsel (vielleicht doch 3 Meter weiter vorne?)

30 Minuten später... (ich alte Optimistin)


Vier Tage lang gefühlt und jetzt spontan gesagt: Mein bisher schönstes und bestes Freakstock!

Mit meinem Freund, Versorger, Tröster, Lover, König Jesus rumgehangen, mit meinem Freund, Versorger, Tröster, Lover, König Jesus rumgehangen, mit meinem Freund, Versorger, Tröster, Lover, König Jesus rumgehangen. Getanzt. Gegessen (wow... da war aber ein guter Schichtleiter in der Küche). Raketenklub! Mit Erne und Marco beten, mit Pas-du und Conny Abendmahl feiern (ohne Wespen), mit Julia, Muck und Rettungsdecke Polonaise durch den Raketenklub tanzen, mich mit Erne als Astronautin verkleiden. Storch-Predigt, Kuky-Predigt. Dieses Jahr nur drei Stromausfälle mitbeheben müssen (Eingepacktes Utensil des Jahres: Stirnlampe). Ein BETT haben. GEDUSCHT haben (einmal).

Hinfahrt: 7 Autos und 1 Reisebus, 12 Stunden. Rückfahrt: 7 Autos, eines davon mit integrierter Popcornmaschine, 12 Stunden.

Fehler des Freakstocks: Keine Turnschuhe (jetzt, wo ich nicht mehr stark sein muss, dachte ich, ich könne ein Freakstock mit nur FlipFlops und Chinesenschlarpen mitmachen).
Anderes eingepacktes Utensil des Jahres: Pulverkaffee (pimp my freakstockcoffee)
Kauf des Jahres: Jumbo Jet: bang bang headshot EP!!!!