Freitag, Juni 20, 2014

1.Mose 1 - Veganerin

Seit wenigen Tagen habe ich ein neues Projekt. Oder ein Ventil. Eine Plattform.

Da ich mich bekanntlich mit Gesundheit und Ernährung befasse, las ich einige Blogs über Veganismus und dergleichen (Rohkost z.B.). Immer wieder stolperte ich dabei über Bemerkungen gegen den christlichen Glauben oder über atheistische Zitate. Und fast am meisten Unverständnis bekam ich von Christen zu spüren. Dabei ist für mich mein Glaube und meine Beziehung zu Gott der wichtigste Grund, warum ich meine Ernährung umstellte auf pflanzliche Kost.

Darum habe ich nun einen zweiten Blog: www.genesisonevegan.com (auf deutsch).

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich den Blog anzuschauen!

Donnerstag, Juni 19, 2014

HSP - Ausrede oder Erklärung?

Vor ein paar Wochen sagte mir jemand, ich solle doch öfters mal an den See oder Freunde in anderen Städten besuchen. Ich erwiderte, das würde ich prinzipiell gern, aber ich könne einfach nicht, Zeit- und Energiemässig. Die Person meinte daraufhin, sie frage sich, ob ich wirklich nicht könne, oder ob ich mich nicht einfach überwinden bzw. entscheiden müsse dafür...

Vor ein paar Jahren hatte ich ab und zu grosse Zusammenbrüche und konnte daraufhin nicht mal mehr das Haus verlassen, um einkaufen zu gehen. Ich hatte schon nur Angst, vom Bett aufzustehen. Ich zeichnete damals, wie ich mich fühlte: Mein Kopf mit einem riesigen Trichter obendrauf, in den tausende von Eindrücken fliessen und fliegen, die dann in meinen Kopf rein gehen. Viel viel mehr, als ich umgehen kann damit.

Inzwischen weiss ich dank Freundinnen, dass ich auch zu dem Fünftel der Menschen gehöre, die weniger Filter haben und viel mehr wahrnehmen als andere. HSP. Hochsensible Personen. Das hat nichts damit zu tun, dass man liebevoller, verletzlicher oder besser als andere Menschen wäre, oder dass man das als Entschuldigung braucht, um wie ein rohes Ei (oder wie Seidentofu) behandelt zu werden. Aber es ist so, dass HSP deutlich mehr wahrnehmen als viele andere. Dies können Gerüche sein, die intensiver sind als für andere. Geräusche, die für andere normal sind, sind für HSP störend und ablenkend. Und so weiter.

Und so ist mein happy place zuhause, und zwar wenn ich ganz alleine zuhause bin, so sehr ich meinen Mann liebe. Ich habe dann keine Musik, habe die Fenster geschlossen, denke nach oder schreibe, und AAAAHHHHHH kann endlich durchatmen und auftanken.

Da ich gleichzeitig auch ein soziales Wesen bin und Menschen liebe, ist es nicht so, dass ich leide, wenn ich um Menschen herum bin. Im Gegenteil - ich liebe es!! Aber ich kenne mich inzwischen Gott sei dank besser, und weiss, dass es mir längerfristig besser geht, wenn ich pro Woche nicht mehr als 1-2 Sachen nebst der Arbeit einplane. Zu oft schon dachte ich "ach, überwinde dich einfach! Sei jetzt nicht so! Wenn du mal dort bist, wird es schon gut sein" und zahlte hinterher einen Preis dafür.

Darum kann ich jetz auch endlich den Kommentar dieser Person verarbeiten und ich weiss, ich muss mich nicht rechtfertigen; ich lebe nach bestem Wissen und Gewissen, wachse und entwickle mich stetig weiter, mit Hilfe vom Heiligen Geist, und mit Geduld und Hilfe meines Mannes, meiner Familie und meiner FreundInnen.

Und dann gebe ich Vollgas. Erholt lebt es sich so viel besser!

Montag, Juni 16, 2014

Gäste im Haus und Gäste im Garten

Wirklich? Einen ganzen Monat lang nicht gebloggt???

So geht das. Wir erhielten Besuch von lieben Freunden aus Polen. Sie wollten zwei Tage bleiben und in dieser Zeit ihr Auto flicken, denn irgendetwas kleines verursachte ein Geräusch. Schlussendlich war es etwas sehr grosses, und ausserdem kamen die Festtage Auffahrt und Pfingsten dazwischen, was die Lieferung der Ersatzteile aus dem Ausland noch weiter verzögerte.. So hatten wir zwei Wochen lang Besuch, daneben lief die Sommersaison voll an, und über Pfingsten kam auch noch ein Teil von Gianni's Familie zu uns... Und das alles mit mir, die ich am liebsten Tage alleine zuhause verbringe und fast nur so erholen und auftanken - und bloggen - kann.....

Die letzten zwei Wochen also voll der Sommerbetrieb. Alles draussen im Garten, ausgebucht, Tische doppelt und teils dreifach belegt pro Abend,... Ich liebe es, so zu arbeiten, aber man spürt es in den Beinen, oh, wie man es in den Beinen spürt!! Und im Kopf! So oft hatte ich die Situation, dass ich nur noch auf den Boden liegen und weinen wollte in den vergangenen Tagen, während der Arbeit. Aber immer gilt die Wahrheit "Jeder Abend geht irgendwie vorbei".

Eine Herausforderung ist hauptsächlich die mentale Einstellung. Wenn wir 39 Gäste haben und 35 davon waren absolut zufrieden: Warum soll ich mich von den 4 anderne so stressen lassen? Manchmal ist es schon ungerecht: Da rennen wir wie wild den halben Abend, und grad wo wir denken, jetzt haben wir das Gröbste geschafft, und grad wo die Küche schliessen will, kommt jemand um 21.40 Uhr angeschlendert und fragt, ob sie nicht noch Fisch essen können bei uns? Sie würden sich SOOOOO freuen!!! Obwohl niemand von uns mehr mag, am wenigsten der Koch, nehmen wir sie noch und setzen sie an einen Tisch, der gerade erst frei geworden ist. Eine halbe Stunde später räumen wir die Teller ab und auf dem einen liegt der Fisch praktisch unberührt noch da. Es sei "langweilig" gewesen und sie seien "enttäuscht". Ah ja?? Und das, nachdem wir Abend für Abend lauter schwärmende Gäste verabschieden? Hmm... die hätten wir auch besser nicht mehr angenommen...

...oder der Herr, der allergisch ist auf gluten, laktose, Sellerie und Erdbeeren. Wir geben uns extrem Mühe, im grössen Stress, rennen extra in den Keller um glutenfreies Brot zu holen, stellen die Karte um, bieten verschiedenste Optionen und stellen sicher, dass alles reibungslos funktioniert. Er bestellt den teuersten Wein, und es ist eigentlich eine sympatische Begegnung. Als zweitletzter Tisch gehen sie, ohne auch nur einen Rappen Trinkgeld zu hinterlassen. Waren wir so schlecht? Machten wir etwas falsch? Oder hat er es einfach vergessen?

Ich bin gern sehr freundlich und warm an den Tischen, so dass sich die Gäste wohlfühlen. Manchmal jedoch, im Stress, kommen auch andere Seiten zum Vorschein... zum Beispiel wenn ich mehrere Tische gleichzeitig habe, zuhinterst im Garten, und ich in der linken Hand das Servicetablett mit 3 Litern Wasser und 7 Gläsern balanciere, und rechts noch eine Suppe und ein Körbchen Brot trage. Es ist klar ersichtlich, dass viel zu tun ist: Viele Gäste überall, und meine Hände sind voller Ware, die ich an verschiedenen Tischen ablade. Ich stelle das Brot auf einen Tisch, der soeben die Suppe erhalten hat. "Unsere Getränke haben Sie nicht vergessen, gell?", fragt die Dame. Ich habe ihre Getränke schon bereitgestellt, muss nur noch zurückrennen, sie holen gehen. Ich gebe leicht genervt zurück: "Nein, vergessen nicht, aber ich habe auch nur zwei Hände!". Ups. Sofort bereue ich den Tonfall und die Wortwahl und bin den Rest des Mittagsservices ausgesprochen freundlich zu ihnen....

Morgen Frühstücksschicht, Pause, Mittagsservice, Pause, Abendservice. Ich gehe jetzt besser mal schlafen.