Freitagabend, um Mitternacht, ein sms von
E.:
"Wann wollen wir uns morgen an der Autostop-Stelle treffen?". Ich zurück:
"Hmm, frag doch den Heiligen Geist, wann unser Auto fährt! Wollen wir 9.40?" - E:
"Haha, er sagte 9.43". --- Am nächsten Morgen sind wir um ca. 9.46 dort... Ich:
"Wir haben das .43-Auto verpasst". E:
"Er sagte, dass .57 nochmal eins kommt". OK, wir stellen uns an die Strasse, es ist ca. 9.50 Uhr. Viele Autos, niemand hält. Dann hält einer an, wir steigen ein, schauen auf die Uhr: 9.57. Voilà! "Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht..." (Psalm 127,2)
Montagabend, wir fahren zum Wald (wir erinnern uns: Der Findlingswald). Als wir so an den Ringen herumhängen und auf den Bänken herumsitzen, ertönt plötzlich von weitem eine seltsame und wunderschöne Melodie. Eine kleine Waldgeschichte? Wir schliessen unsere Fahrräder ab und laufen in den Wald hinein; es hat schon begonnen, einzudunkeln. Nach einigen Abzweigungen ist die Musik ganz nahe, aber wir können ihre Quelle nicht ausmachen. Auch wollen wir den Musiker, die Musikerin nicht verschrecken oder, noch schlimmer, zum verstummen bringen. Was ist es wohl? Eine Flöte? Ein Saxophon? Eine Oboe? Eine Klarinette? Geduckt schleichen wir uns an. Im ständigen Probieren, nicht auf einen Ast zu treten, huschen wir von Baumstamm zu Baumstamm und unter jungen Tannen durch. Aber wir sehen nichts, das Unterholz ist zu dicht, das Licht zu stark ausgeschlossen von den Baumkronen. Wir schlagen einen Bogen um die Musik herum und versuchen es von der anderen Seite. Nichts zu sehen. Existiert überhaupt ein Musiker, eine Musikerin? Inzwischen hat sich uns ein Päärchen angeschlossen, sie sind forscher drauf, laufen ungeniert zwischen den Tannen hindurch, erblicken den spielenden Mann (aber auch sie erkennen kein Instrument) und schauen ihm zu, während wir noch beim Zuhören geblieben sind. "Da waren wir wie die Träumenden. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel" (Psalm 126).