Dienstag, Juni 30, 2009

Ein Foto für meine Mutter


23 Uhr 53, Literaturinstitut. an Seite 22.

Montag, Juni 29, 2009

Fast im Himmel

Vor noch nicht einmal einem Jahr hatte eine gute Bekannte einen schweren Velounfall, lag im Koma, und es ist ein Wunder dass sie überhaupt überlebt hat. (Übrigens trage ich seit da einen Velohelm). Sie hat aber auch erstaunlich gut überlebt, hat wieder alles gelernt (sprechen, laufen,...), die Erinnerung kam zurück... Deshalb haben sie und ihr Mann ein grosses Fest veranstaltet, auf knapp 2'000 müM. Hinter der Tanne wäre das Matterhorn zu sehen.
Ich hatte dann die Ehre, bis auf 500 müM runterfahren zu dürfen und weiter bis nach Bern. Ich liebe Autofahren; irgendeinmal werde ich eine Stelle als Europa-Kurierfahrerin finden!

Es war dann auch lustig, mich selbst in Bern an der Autobahnausfahrt rauszulassen - sonst passiert mir das ja immer als Tramperin. Bis zum Gottesdienst dauerte es noch einige Zeit, und direkt bei der Autobahnauffahrt fand ich einen wunderschönen Park/Wald. Nachdem ich eine Stunde lang einer Vogelmutter beim Futterbringen zugeschaut hatte (siehe Vogelhäuschen an Baum vor mir), schlief ich wie ein Baby. Das sind die wertvollen Momente des Lebens.. wie auch Familienessen direkt danach und Vorgebet mit Jack :-)

Später ging es mir irgendwie schlecht und ich fühlte mich so unglücklich.. hmm.. zum Glück wusste ich aber auch, dass ich mich von diesem Unglücklichsein nicht beherrschen lassen muss. Es ist da, also halt, aber meine Identität ist woanders. In der Nacht wurde ich dann operiert und bin heute anders erwacht.

Freitag, Juni 26, 2009

Nach der Moneta-Lektüre

Krass eigentlich, dass unser Wirtschaftssystem und damit der Wohlstand zusammenbricht, wenn wir unseren Konsum zurückschrauben.
Krass vor allem, dass wir nicht hauptsächlich grüner konsumieren müssen, sondern weniger, wenn auch noch unsere Kinder und Kindeskinder leben sollten. (und vor allem: der Rest der Welt)

Moneta= Magazin u.a. meiner Bank

Donnerstag, Juni 25, 2009

Überleben mit Überschreiben

Vielleicht komme ich nur deshalb so langsam vorwärts mit Schreiben, beziehungsweise brauche so viel Zeit, weil ich mich mit elementarsten Fragen des Lebens beschäftige. Ist das ein guter Plan, um eine Diplomarbeit in anderthalb Monaten zu erstellen? Aber diese Frage ist überflüssig, schliesslich bin ja nicht ich es, die entscheidet, über was ich schreibe, schliesslich schreibt es mir über das was gerade wichtig ist.
Gut kann ich zwischendurch schnell in den Garten Radieschen ernten gehen. Schlecht muss ich jetzt arbeiten gehen. Gut ist morgen noch ein Tag.

Dienstag, Juni 23, 2009

Wo führt das hin?



Ich bin zutiefst geschockt und beunruhigt über den Zustand unserer Demokratie, der Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit.
Wenn ich Zeitungsberichte lese oder TV-Beiträge sehe über die Kundgebung am Tempelhof, dann lese ich etwas ganz anderes als das, was ich während einem ganzen Nachmittag und Abend selbst vor Ort erlebt habe. Ich hab gesehen: 4992 friedlich demonstrierende Menschen (demonstrierend: Da stehend, teilweise Schilder hochhaltend, selten etwas skandierend), 8 Menschen die versucht haben den Zaun zu überklettern oder die Flaschen gegen Polizisten geworfen haben. Also 4992 zu 8 ist im Verhältnis gemeint. Und ausserdem 1'800 Polizistinnen und Polizisten, wovon viele gewalttätig wurden, auch gegen mich, die ich nur dort stand, an einer bewilligten Kundgebung.
Siehe auch die Verhaftung der Clowns und Trommlerinnen.

Sonntag, Juni 21, 2009

Kurztrip

I was there :-)


Mittwoch, Juni 17, 2009

Warum Schlaf so toll sein kann:

Letzte Nacht war Tag, und als es an der Tür klingelte, war es Obama. Ich mache auf, er fragt nach meiner Mitbewohnerin. Meine Kollegin sagt, die liege in der oberen Wohnung und sei krank. Ich zu Obama: "Oh, she's sick" und er "No problem!". Dann hab ich kurz überlegt, ob ich jetzt a) Obama bitten soll, mit die Treppe hoch zu laufen, oder ob ich b) die kranke Céline runterjagen soll. Aber natürlich ist Obama mit hochgekommen. Da stand Céline auch schon im Eingang. Er hat ihr einen Blumenstrauss überreicht. Ich hab noch gesagt "Don't catch the flu", aber er hat schon aufgepasst und sich ein Stoffnastuch vor Mund und Nase gehalten.
Dann hat mich natürlich mein Kater geweckt. Ich bin aber gleich wieder ins Bett weil der Traum so toll war und hab weitergeträumt. Dann sind Obama und ich wieder die Treppe runter, und ich hab vorne auf der Strasse Bodyguards gesehen. Ich hab Obama gefragt ob ich für ihn beten kann, und durfte dann auch. Dann bin ich aber definitiv aufgewacht und musste die Katzen füttern gehen.

Dienstag, Juni 16, 2009

Gedankenbock

Meine Fähigkeit, mich schrecklich aufregen zu können, ist mir noch nicht abhanden gekommen.
Ich hab mir überlegt, den Sommer durch draussen zu schlafen. Nur ist der Sommer bis jetzt noch nicht gekommen. Ich erinnere mich, es gab mal so Sommer, in denen einen die Hitze konstant runtergedrückt hat, so richtig schön.
Was soll ich jetzt mit meiner CD und DVD-Sammlung anfangen? Kann Freiheit Material einschliessen?
Beim Geldausgeben überlegen: Verlieren oder investieren?
Beim Schreiben nicht überlegen: Ist das relevant?

Montag, Juni 15, 2009

Glückseligkeit küssen

Mitten im hormonellen Sturm hab ich mich hingelegt im schwankenden Schiff und man ahnt es schon: Gottes Friede ist stärker als hormonelle Wirbel!
Jedenfalls darf auch ich eine Geburt verkünden: Kiss the Bliss!

Von der Frau für die Frau


Ich stelle fest, immer wieder, also in diesen Tagen zum Beispiel, dass ich völlig abhängig bin. Aus mir heraus kommt vielleicht manchmal etwas Gutes, aber manchmal eben auch nicht. In diesen Tagen zum Beispiel bin ich von meinem Hoch, auf dem ich die letzten drei Wochen verbracht habe, irgendwie runtergekommen. Ein Blick in meinen Kalender zeigt mir gleichzeitig an, dass wieder ein hormonelles Tiefdruckgebiet in unmittelbarer Nähe ist; meine letzten zehn Krisen fanden in solchen Tagen statt wie sie mir gerade bevorstehen. Kann ich mich also für die nächste Woche irgendwo einmauern, Gottes Liebe aushalten und bitzli ausweinen und dann ist plötzlich wieder alles gut?

Oder hat alles gar nichts miteinander zu tun? Ein spannender Gedanke: Vielleicht hat gar nichts miteinander zu tun. Vielleicht passiert alles, was scheinbar gleichzeitig und im Wechselspiel geschieht, hundertmal individuell, tausendmal allein, aber zur selben Zeit. Wenn mich ein PMS oder was auch immer dazu bringt, in Gottes Nähe zu springen, auch gut. Wie heisst es so schön? Finally I surrender. My soul longs for you. Never enough. All I need. Hungry. Lovesick. Dies einige der Lieder die ich gerade innerlich schreie.
Ich freue mich schon auf in einer Woche wenn das nächste Hoch naht.

(Foto: Einer unserer Gartensitzplätze, neu mit Spiegel-Bild. Schön gell.)

Donnerstag, Juni 11, 2009

11.6.



Das ist der tiefste Punkt. Das absolute Versagen. Das Nie-Vergessen, das sich jemals-Verzeihen? Schon wieder der 11.6. Nun ist es bereits sechs Jahre her, seit Kia hingerichtet wurde. Kann man das jemals verarbeiten? Eine Hinrichtung... wie vergiftet müssen Menschen sein, die so etwas bestimmen und ausführen können? Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen, nie mehr kann ich so etwas überleben. Wie überhaupt kann man sowas überleben? Um es mit den Worten eines Migranten zu formulieren, der mitansehen musste wie ein Freund erschossen wurde: "Ich denke daran und ich sterbe von innen".

Dienstag, Juni 09, 2009

Ich schreibe ja jetzt

Ich schreibe ja jetzt meine Abschlussarbeit. Tag und Nacht schreibe ich an meiner Abschlussarbeit. Das sieht dann so aus: Ich erwache irgendwann, liege dann eine Zeit und höre und denke, dann koche ich mir einen Kaffee und setze mich hin. Im Verlauf des Tages schreibe ich einige Abschnitte. Aber nach jedem Absatz kommt schon nichts mehr oder nur tröpfchenweise. immrhinhetzmüsligseit.

Kann ich denn beginnen, aufzuschreiben, bevor ich aufschreiben kann, wie alles aufhörte? Einige Dinge hören nie auf. Ich werde aufhören ein- und auszuatmen, aber das Dazwischen? Was sehen ich, wenn sich meine Augen nie mehr öffnen werden? Wohin geht einer, der untergeht? Ich versuche, da hinzufahren, hin zu schauen, aber es ist nicht sicher, ob ich auch da ankomme. Sicher ist nur, dass ich weggehe, dass ich hinter mir lasse. Was ich kenne, lasse ich hinter mir. Was ich kenne, ist in mir mit unterwegs. Was fühle ich, irgendwo unterwegs zwischen dort und hier und zwischen hier und dort? Ich fühle, wie die Sonne meine Wangen wärmt, und wenn ich die Augen wieder aufmache.. Was ist majestätisch? Ist der Mensch majestätisch? Ich fahre durch das Land, welches vor hunderten Jahren Könige und Kaiser geerbt hatten von ihren Vätern. Ich habe auch geerbt. Ich gehe einen Weg, der vor mir liegt.

Aus dem Setzkasten (wachsen)

Nun sehe ich rechts in der Mauer diverse Blumen, ich kenne keine Sorte davon. Lustig, denke ich, da mache ich mich auf eine Reise von zweitausend Kilometern, um das Fremde zu entdecken, aber ich kann nicht mal die Blumen benennen, die hier aus der Mauer wachsen. Die Mauer ist so angelegt, dass Arbeiter (und Arbeiterinnen?) verschieden grosse grosse Steine aufeinander gelegt haben, bis zu fünf Meter hoch. Zwischen den Steinen haben sie aber keinen Zement eingefüllt, sondern haben die Zwischenräume, die sich ergeben haben, unverändert gelassen. Da wachsen heute Blumen daraus. Zwischenräume entstehen, wenn Räume mit unterschiedlich grossen Sachen gefüllt werden. Genau deshalb besteht meine Reise aus Fahren, Laufen und Schlafen. Alles dazwischen ist wichtig, weil es ohne mein Zutun entsteht. Es ist unmöglich, einfach so einen Zwischenraum zu erschaffen. Zuerst müssen da andere Sachen sein, dann ist der Zwischenraum da. So ist es auch mit meinem Leben: Indem ich mich vor allem in Zwischenräumen bewege. Nur dort kann ich meine Lungen füllen und atmen. Ich kann eigentlich nur dazwischen wachsen. Dazwischenwachsen.

Freitag, Juni 05, 2009

BA-Semesterschluss

Abschlussprojekt von letzter Woche..

Ort des Studiengeschehens der letzten drei Jahre...

Heute: Frühgebet am See; mit Kaffee, Bibel, John G. Lake und Jack.

Donnerstag, Juni 04, 2009

i got drunk and how to stay drunk pt.2

Heute ist der zweitletzte Tag meines vorerst letzten Semesters an meiner Kunsthochschule.

Obwohl ich erst Mitte August Abgabetermin habe, Anfang September den Termin vor der Jury und Mitte September hoffentlich die Diplomübergabe, bin ich doch etwas wehmütig. Die letzten drei Jahre sind nur so verflogen. Und wie sich alles verändert hat! Wenn ich schaue wo ich stand vor drei Jahren, und wo heute - da sind gefühlte zehn Jahre vergangen, nicht drei. Nun ja, zumindest in einigen Lebensbereichen. In den wichtigsten. Ich als Kind Gottes, ich als Frau Gottes. Ich als Schreibende. Meine Identität, und wer soll mich cool finden? Ich mich oder Gott mich? Was passiert, wenn ich mich cool finde? Was, wenn Gott mich cool findet? Woher ziehe ich meine Kraft? Was passiert, wenn ich meine Kraft nicht aus meinem Selbstbild ziehe?

Kunsthochschule.. ich will nicht einfach A4-Seiten mit schön geordneten Zeilen vollschreiben. Sprache ist viel mehr; Worte zu suchen und vielleicht auch zu finden bedeutet etwas ganz anderes.
Diese drei Jahre Ausbildung waren fangs der Vorkurs.

Gleichzeitig ist mir alles so unwichtig geworden. Bachelor, pha. Schreiben, ja. Ja. Diplom? Pff. Wenn links und rechts Menschen an Hoffnungslosigkeit ersticken und gar nicht zu reden vom grossen Rest der Welt. Bin ich Licht und Salz? Wo gehöre ich dann hin, wenn ich Licht und Salz in mir trage.

Diese Spannung gilt es zu leben, gilt es zu schreiben, gilt es, wahrzunehmen. Und ausserdem nicht 5 Minuten Gebet pro Tag, sondern 2 Stunden. Beziehungsweise: Immer noch 5 Minuten pro Tag Gott meine Anliegen sagen, zusätzlich 1 Stunde 55 Minuten hören. Und einen Tag pro Woche. Ich will hören lernen, nur so kann ich loslaufen.

Wenn mir beim aufstehen schwindlig wird und ich selbst nach genug Schlaf todmüde bin, deutet das auf einen Eisenmangel hin. Woraufhin deutet Unruhe, Angst, Unzufriedenheit, Ärger, Identitätskrise?

Die nächsten zwei Monate Tag und Nacht schreiben und möglichst nichts anderes: Das ist der Plan. Nichts anderes ausser natürlich mehr Zeit mit nur Gott.

Dienstag, Juni 02, 2009

how to stay drunk pt.1

Heute sind die Hitchhike Queens durchs Land gezogen. Mit Zwischenstation in der Nationalbibliothek, und dort ist auch der ruhigste Ort der Schweiz: Der Lesesaal. Ich hab mich kaum getraut zu atmen, geschweige denn ein Buch aus dem Regal zu ziehen. So viele dicke Bücher, dass ich ebenso viele erleichterte Momente habe im Wissen, nicht einen Uni-Abschluss machen zu wollen.
Pfingsten zu einem Teil auf Strassen und Plätzen verbracht und Gebet für Kranke angeboten, für Kranke gebetet. Die Ausgiessung des Heiligen Geistes.... Lernen: Ich muss nicht stark sein.
Endlich eine neue Bibel gekauft; die alte (siehe Bild im vorherigen Beitrag) war einmal an einer Konferenz liegen geblieben, an der ich als Kind war. Nebst der neuen kleinen Bibel für unterwegs hab ich mir auch das Alte Testament der Volxbibel gekauft und gleich die Schöpfungsgeschichte verschlungen! Adam und Eva hatten Sex!
Lesen über Betrunken sein im Heiligen Geist und ausprobieren. Mitten im Zyklus ist das Leben gut, sehr gut.