Samstag, September 27, 2014

Von Unfällen und vom mutig und geduldig sein

Das war eine lange online-Absenz. Mein Vollzeitstudium hat angefangen, daneben arbeite ich noch 80% - da bleibt nicht viel Zeit übrig.......

...unser Motorrad war nach zwei Wochen kaputt und nicht mehr reparierbar. Hätten wir vorsichtiger sein sollen mit einem Kauf auf einer online-Auktionsplattform? Sicher. Aber handkehrum hätten wir dann niemals ein Motorrad gekauft. Womöglich wirklich niemals. Wir hätten einiges an Geld eingespart. Zumindest auf den ersten Blick. Aber, wenn auch nicht immer ganz überzeugt, ich bin dennoch froh, haben wir das gewagt. Wer nichts wagt, gewinnt nichts, heisst es immer so schön. Ein Auto lässt sich nur steuern, wenn es fährt. Und so.

Wir sassen also auf unserer sauteuren Ausrüstung fest - brandneue Helme, Schutzbekleidung, Versicherung,... - und überlegten, was wir tun könnten und wollen. Nach langem Hin- und Her beschlossen wir, etwas leicht Verrücktes zu machen. Wir kauften noch einmal ein Motorrad. Auch gebraucht. Aber diesmal von einem Händler, mit Garantie, nach top-Service. Das kostet auch etwas. Was wir nicht einfach so haben. Obwohl wir Schulden nicht gut finden, haben wir uns das Geld vorschiessen lassen, innerhalb der Familie, und können es nun in Ruhe zurückzahlen.

Das Neue ist ein Riesending. 955ccm. Sauschwer. Auf meiner allerersten Lernfahrt ging alles ganz gut auf dem Parkplatz. Erster Gang, hin und her. Zweiter Gang. Alles super. Also ab auf die Strasse. Auch dort ging alles gut. Es war ja auch im Industriegebiet, abends. Ich probierte den dritten Gang, mehr Tempo. Yeah! Und dann kam plötzlich eine Ampel. Eine AMPEL! Auf rot! Und nach der Ampel eine richtige, befahrene Strasse! Mit Autos! P A N I K ! Ich konnte anhalten, aber vor lauter "wie schalte ich runter, wo muss ich bremsen, was mach ich jetzt, wohin bieg ich ab, oh nein es ist schon grün und alle warten auf mich" fiel ich einfach auf die Seite. Päm! Der Riesentöff am Boden, ich konnte noch grad wegspringen.                   ...                    ....               am Ende ging alles gut aus. Ein nettes Paar ging Gianni suchen und holen, einige nette Jungs hievten den Töff wieder in eine aufrechte Position, und dann fuhr mich mein Mann nach Hause. 
Ja, ich muss geduldig sein. Ein Mix von mutig und geduldig.

Jetzt muss ich ins Bett. Morgen hab ich Frühschicht. Nur noch die Süsskartoffeln aus der Pfanne nehmen, in ein Tupperware packen, und dann ab ins Gästebett. Denn unser Schlafzimmer muss erst dekontaminiert werden. Vor zwei Wochen zerbrach mir (wieder) ein Quecksilberthermometer...

So bleibt das Leben spannend. Gute Nacht!