Dienstag, April 29, 2008

Erscheinungen im Bratfett

Es soll ja Menschen geben, die Omeletten/Pfannkuchen/Pancakes mit dem Bildnis der heiligen Maria oder gar Jesus gebraten haben, und die dann das Produkt teuer versteigern konnten. Vorhin hab auch ich mein Glück probiert und mir ist tatsächlich etwas sehr Schönes gelungen! Ein kleines Gespenst, das in der linken Hand eine Schaufel hält und mit der rechten auf einen Punkt in der Erde zeigt. Vermutlich will es mir etwas mitteilen. Aber was nur?
Und: Soll ich dieses Wesen nun essen?


Nachtrag: Oder hält es eine Halskette mit einem Herz-Anhänger in der Hand? Will es mir sagen, ich soll meine verflossene Liebe begraben? Hab ich doch schon längst getan! Oder ich solle meine Liebe direkt vor meinen Füssen finden und nicht zu weit suchen? Ich suche doch gar nicht! Es lässt mir keine Ruh!

Nichts Neues im Garten

Und weil es so schön ist, noch ein Bild von da wo ich wohne. Es gilt, bis in 14 Tagen 14 Seiten zu schreiben, die dann einer Jury eingereicht werden müssen und die über mein Weiterkommen ins nächste=letzte Jahr entscheiden. Heute habe ich eine halbe Seite geschafft. Es ist aber auch erst, nun gut, fünf Uhr nachmittags. Das gelbe Getränk im Becher ist übrigens Tee, nicht Bier. Aber wenn ich mit Tee dieses Schreibtempo beibehalte, muss ich wohl umsatteln auf andere Getränkeoptionen. Wie heisst es so schön? Ein leeres Blatt und nichts zu berichten? Alkohol kann's richten!

Dienstag, April 22, 2008

apropos Brille

Hurra!!!
Ausserdem ist das erste Lied aus den Tiefen der Why not?-Studios online! Weitere folgen so lange bis ein ganzes Album da ist! Hurra!

Sonntag, April 20, 2008

Ohne Brille ist die Welt besser

Wenn ich letzte Nacht erwachte - wegen Husten, Schnupfen - so sass oft eine meiner Katzen neben meinem Bett, was ungewöhnlich ist, weil sie eigentlich immer in meinem Bett liegen. Auch am Morgen, als ich ein bisschen wacher erwachte, sass Hannibal neben dem Kopfende meines Bettes und starrte zu Boden. Ich streichelte ihn und sah ihm verwundert zu, wie er ständig den Boden betrachtete um ihn herum. Er konnte seinen Blick nicht vom Boden lösen.
-Dazu muss man wissen, dass meine Katzen manchmal halbe Abende lang Stellen an der Wand oder an der Decke fixieren. Ich mache mir schon Sorgen, dass sie Geister sehen, die ich nicht sehen kann. Vielleicht sehen sie auch nur den Heiligen Geist, das wäre weniger beunruhigend.-
Wie auch immer, dachte ich, vielleicht ist ja der Geist, hoffentlich der heilige, auch am Boden des Kopfendes meines Bett zu sehen... Zog meine Brille an und schaute selbst - wenn der heilige Geist klein, schwarz und hundertfach ist, gut, wenn nicht, dann sind es einfach Ameisen, und ich habe kein Ahnung, wie die dahin kamen und warum die schön dort blieben und um Hannibal herumwimmelten......

Samstag, April 19, 2008

Nichts ist fast schlimmer, oder: Die aufregenden Abenteuer der S.W.

Letzte Nacht war ich seit einiger Zeit am schlafen, als mich plötzlich ein lautes Geräusch aufschreckte. Es war eine Mischung aus dem Knattern, das es bei sich entladender Elektrizität gibt, und dem Geräusch, dass unsere Türklingel macht. Ich lag auf der linken Seite und bei jeden Herzschlag, also geschätzte zehnmal pro Sekunde, "hüpfte" mein Körper im Bett auf und ab, so stark war er (der Herzschlag). Wenigstens subjektiv empfunden. Es war stockdunkel. Und ruhig. Kein einziges Geräusch. Ich hörte keine meiner Katzen, kein Gewitter, keinen Einbrecher - einfach NICHTS. Mit der Zeit brachte ich meinen Puls wieder zu einer Frequenz im Normalbereich und beschloss, wieder zu schlafen. Das war mir lieber als aufzustehen, möglicherweise einen Einbrecher draussen in der Küche aufzuschrecken, der mit einer Kettensäge in der Hand nur darauf wartet, dass jemand ihn findet. Ich drehte mich auf die andere Seite um meinem Herz mehr Raum zu geben.

Doch bei der Drehung bemerkte ich etwas, was in einer Situation wie dieser einen GAU darstellt: Eine volle Blase!! Zuerst wollte ich meine Wahrnehmung überlisten indem ich mich zwang zu denken "Ich habe nichts gemerkt. Ich bin müde und schlafe jetzt wieder ein." Aber meine Körperempfindung fand das nur halb so lustig. Ich überlegte fieberhaft, ob nicht irgendwo in Greifnähe ein passendes Gefäss bereitstand. Und schimpfte (immer noch im stillen!) mit mir, so viel Tee getrunken zu haben am Abend zuvor. Und stand leise auf. Zog leise die Türe auf, schlich leise in die Küche hinaus und da war - NICHTS. Ich machte Licht und schaute in alle Räume und da war nichts, nichts, nichts. Nicht einmal die Katzen waren da.

Ich hätte ab diesem Zeitpunkt beruhigt sein können. Kein Einbrecher, kein Stromschlag, kein vom Wind in unser Haus gefällter Baum, kein Vandalenakt, kein Lausbubenstreich, keine Kettensäge. Nichts. Aber auf ein Nichts kann man auch nicht reagieren. Ein Einbrecher oder ein Baum in der Stube wäre schlimm gewesen. Aber ein Nichts ist fast schlimmer. Jedenfalls so lange, bis ich wieder eingeschlafen war, also ungefähr eine Minute lang.

Und hier meine Frage: Kann man Geräusche träumen?

Donnerstag, April 17, 2008

Wenn das Fieber lieber Lieder schreibt

Sonntag 23 Uhr bis Dienstag 11 Uhr: Schlafen mit wenigen Unterbrüchen. Fieber und alles tut weh. Seit dem: bisschen krank, bisschen gesünder, dann kommt der Hals, das Ohr gesellt sich dazu, die Bronchien, die Nase, die Zähne - was es nicht alles gibt. Aber lest selbst in den Gedichten, welche ich erstellt habe heute morgen früh.

Also. Hier die Gedichte. Bitte laut lesen.
Wir fangen an mit dem Schema:
A-B-C
B-C
A-A

Ich liege hier, in meinem Bett, und mess das Fieber
es ist nicht nett, und mir wär lieber,
ich läge hier, und tränke Bier.

Weiter geht es mit
A-B
A-B
C-D
C-D

Mich schmerzt das Ohr, und auch die Nase,
auch halsweh kommt vor, und eine volle Blase
vom vielen Tee, den ich schon trank,
es tut viel weh, ich glaub, ich bin krank.

Und dann: nochmal ein Tee-weh-Reim, aber diesmal ein 4fach-Reim.
A
B-C-D
D-C-B
A

In meinem Magen tut es weh,
auch in den Beinen, und in den Adern, pocht das Blut,
Es kocht ganz gut, ich will nicht hadern, bald gibts feinen,
Hagenbuttentee.

Und zum Abschluss
A-B
A-B
C-D
D-C

Die Lunge sticht, bei jedem Atemzug
ich warte bis der Wecker spricht, dann nehme ich den nächsten Zug,
zum nächsten Arzt, er soll mich heilen,
ich muss schon eilen, mir wird schwarz -

Mittwoch, April 09, 2008

Politisch eingefärbter Aufstieg

Ausserdem wollte ich noch sagen:
Es gibt nicht viel besseres als der Coop Bio Max Havelaar Espresso (gemahlen), am besten getrunken zu einem Maisbrot-Schnitteli (Maisbrot von der Schwester) oder zu einem selbst zusammengestellten Müesli mit Haferflocken, Bananen- und Apfelstücklein, einem dazugeriebenen Rüebli und etwas Sanddornkonzentrat und Naturejogurt.
Ausserdem wollte ich auch noch sagen, dass abends beim Nachhausekommen noch kurz eine Reihe Zwiebeln setzen im Garten sehr entspannend und inspirierend sein kann.
Ausserdem wollte ich auch noch sagen, dass mich die Teilnahme meiner halben Familie an untenstehender Demo sehr erfreut.

Und: Gestern ist ja bekanntlich der EHC Biel/Bienne in die Nationalliga A aufgestiegen. So kamen meine Chefin und ich nach der Arbeit in Genuss des längsten, imposantesten und schönsten Feuerwerks, das ich je gesehen habe. Also wenn man mal an einem Sommerabend ein Raketli in den Himmel schiesst, kommt ja grad die Polizei, aber beim Sport ist ja alles möglich. Auch ein ausser Kraft setzen von Grundrechten für eine Europameisterschaft. Aber lassen wir das. Es muss ja immer alles noch politisch eingefärbt werden bei mir...

Zum Schluss noch eine der wärmsten Leseempfehlungen meinerseits:
"Die Befristeten" von Elias Canetti.

Ein bisschen Anstand, bitte!

Dienstag, April 08, 2008

Von Trümmern und Dümmern

Manchmal bricht alles über mir zusammen. Dann liege ich im Bett und alles fällt mir ein, fällt über mich herein, fällt in mich ein, fällt in mir ein, fällt mich, fällt Urteile über mich, überfällt mich. Wenn alles immer über allen zusammenbricht, können wir uns auf dem Trümmerhaufen eine schöne neue Welt errichten.

Mit einem Bein im noch, mit dem andern im schon.

Haben oder Sein, fragt Erich Fromm. Dabei wäre das Sein das Erstrebenswerte. Für 95% der Menschheit stellt sich jedoch die Frage gar nicht. Haben oder Sein ist eine Luxusfrage. Allerdings, wenn sich die 5% der entscheidungsfreien Menschen für Sein entscheiden würden, könnten die restlichen 95% Haben und somit menschenwürdig Sein.

Wenn ich leben würde, als stürbe ich morgen, kümmerte mich das Übermorgen wenig. Deshalb lebe ich so, als stürbe ich übermorgen, so braucht mich das morgen nicht zu kümmern.
(dumm nur, wenn ich erst überübermorgen stürbe; dann hätte mich das morgen und übermorgen gekümmert haben gesollt. Ihr wisst schon.)

Dienstag, April 01, 2008

zwischen Welten, zwei

Montagmorgen um 6 an die Autobahn, werde mitgenommen bis zu einem Parkplatz ohne Tankstelle, wo sich in einer Stunde nur zwei Autos hinverirren. Zum Glück halten zwei kahlrasierte, ohrläppchengepiercte, schwarzlederjackige Herren für eine Zigipause (ein Hoch auf die Zigipause) und sind so nett, für mich den gesamten Autoinhalt umzuräumen. Sie fahren mit grossem Autoanhänger. Ich: "Was ist denn im Anhänger?" Sie: "oh, ähm, Klamotten und so". Aber sie haben Funk und organisieren mir einen Fahrer, welcher mir über Funk wieder einen Fahrer organisiert, diesmal und zum ersten Mal LKW.

Der spricht etwa 3 Wörter deutsch und 0 englisch, was sich gut ergänzt mit meinen 4 Wörtern polnisch. Er würde bis Basel fahren, aber ein "10 Minuten abladen" in Nürnberg entpuppt sich als Odyssee von Pontius zu Pilatus, so dass schon kurz nach Nürnberg, um 18 Uhr, sein Fahrtenschreiber ihn zur Nachtruhe verdammt.

Nicht mehr so frohen Mutes sammle ich nach langem Warten in der LKW Kabine in der Sanifair-Kabine neue Kräfte, es ist kurz vor 7 Abends und beginnt bereits, dunkel zu werden. Bis zur Grenze wären es in einem schnellen Auto 3 bis 4 Stunden, aber erstens muss ich noch weiter als bis zur Grenze, und zweitens ist weit und breit kein Auto in Sicht.
Plötzlich und nach einem intensiven Stossgebet fährt tatsächlich jemand zur Tankstelle. Ich traue meinen Augen nicht: Ein Berner! Er habe "plötzlich den Impuls gehabt", hier zu tanken, obwohl es noch gar nicht nötig gewesen wäre. Ich renne zu meinem besorgten polnischen LKW-Freund und rufe "dobra! dobra! mam auto do bernu!!". Der Berner fährt bis kurz vor Biel und ausserdem stellt sich heraus, dass ich als Kind auf einem Mähdrescher mitgefahren bin, den er persönlich importiert hat.

Diesmal ist es am Eindunkeln, als ich auf eine Dampfwolke eines deutschen AKWs zufahre.
Do widzenia!

zwischen Welten, eins

Freitagmorgen, halb 6, in der Ferne die Dampfwolke von Gösgen, welches uns hoffentlich alle überlebt. (um eine kleine politische Anspielung zu machen)

Samstag, früher Abend, Prag. Auch wir Touristen. Diskussionen über Reichtum, Schengen, die teilnahmslose teilnehmende Masse, Verantwortung, Speak, Fairtrade und Faulheit.

Sonntag, Sommerzeit. Flucht vor der Touristenmasse in einen uns unbekannten Stadtteil, in welchem auf der Karte keine Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind und auch keine Kirchen. Finden von Café Shakespeare und damit Entspannung, Ruhe, Kaffee und Campari Orange. Und zwei nicht mehr erhältliche Bücher von Elias Canetti, meinem grossen Vorbild.

Sonntagnachmittag, wieder im Auto (im Auto: 11 Stunden am FR, je 5 Stunden am SA und SO, und 16 Stunden am MO), Prag-Wroclaw. Fahrt durch zum Teil uralte Dörfer mit uralten, wunderschönen Bauernhöfen. Birken, Birken, Birken. Frankenstein und nervige Überholmanöver.