Donnerstag, September 30, 2010

Auf dass sich Thrombozyten vermehren wie Hasen


Einmal pro Woche "müssen" wir alle eine Stunde lang zu einer festgelegten Zeit beten. Somit haben wir dann ein 24-Stunden Gebet. Meine Schicht ist an einem Morgen früh von 5-6. Man sollte wenn immer möglich diese Stunde in der "prayer chapel" beten, auf dem Gelände der Church. Somit komme ich in Genuss, einmal pro Woche die unglaublich tolle Stimmung vor Sonnenaufgang zu erleben. Solange die Regensaison noch nicht angefangen hat, meine ich das ernst, es ist wirklich toll. Gestern zum Beispiel war der Sternenhimmel einfach überwältigend, als ich losfuhr. Dann sah ich unzählige Hasen. Ich konnte Gott Fragen stellen wie "warum gibt es eigentlich die Nacht?" oder "Warum sitzen die Hasen auf dem Sandfeld und nicht in der Wiese?", und er gab so lustige und einleuchtende Antworten.
Im Alabasterhouse war ich die Einzige. Das war der Hammer. Ich konnte singen, rappen, herumhüpfen, und die einzigen die mir zuschauten waren Gott (wobei er wahrscheinlich nicht zuschaute, sondern mitmachte) und die Überwachungskameras.


Apropos Gebet: Ihr wunderbaren Leserinnen und Leser dieses Blogs dürft auch mitmachen. Es gibt da ein Baby, das in Bern in einem Spital liegt und der versammelten Ärzteschaft Rätsel aufgibt, weil er ein schlechtes Blutbild abgibt trotz mehreren Transfusionen. Lasst uns beten, dass er der versammelten Ärzteschaft ein Rätsel aufgibt, weil er plötzlich kerngesund ist. Also: Er braucht viele neue Blutplättchen/Thrombozyten. Oder schlicht und einfach Heilung. Er heisst Emilio. Jetzt alle zusammen, eins zwei drei, los!

Mittwoch, September 29, 2010

Frisch gebacken


Wir haben heute schulfrei, weil "Retreat Week" ist. Morgen werden wir nur wenige in der Klasse sein. Die StudentInnen vom 2nd year werden zu uns kommen und immer zu zweit über jemanden prophezeien. Ich kann's kaum erwarten. Von Mittwoch bis Samstag werde ich dann nach Chico fahren.
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Wir bauten gestern ein Treibhaus im Garten. Meine MitbewohnerInnen und ich. Nice!

Heute am "Farmers Market". Dieser Inder hier verkauft diverse Naan-Brote, z.B. mit Spinat und Auberginen gefüllt, und dazu etwa 15 verschiedene Dips, von denen einer köstlicher als der andere ist.

Diese nette Frau verkauft Bio-Gemüse. Bio, lecker, gesund, frisch, billig.

Endstation. Bereits am Farmers Market hatte mein Bike keine Luft mehr im Vorderrad. Dabei hatte ich es schon am Sonntag UND am Montag geflickt!! Anscheinend hätte ich den Pneu besser kontrollieren sollen auf Splitter, Scherben,... Ich lief in der Gluthitze (39°) etwa eine Stunde lang, bevor ich zu dieser Bushaltestelle kam. Von dort wo ich wieder aus dem Bus ausstieg, musste ich nochmal eine halbe Stunde laufen. Ich war fix und fertig.

Dienstag, September 28, 2010

Buchstabiere: Dyslexia

Ich habe kürzlich von der jungen Frau geschrieben, die im Gottesdienst in meiner Nähe sass und von Legasthenie geheilt wurde. Hier ist noch ihr Zeugnis, von ihr selbst geschrieben: ibethel.org Sehr berührend!

Montag, September 27, 2010

+1x0

Nochmal eine Geschichte. Sie ist schon vorletzte Woche passiert, aber ich höre so viele Zeugnisse, da verwechsel ich immer die Fakten. Diese hier wurde aber gestern nochmal erzählt:

Während der Schule fragte Bill, ob jemand heute Morgen spezifisch für 500$ gebetet habe. Eine Frau streckte die Hand auf. Bill rief sie nach vorne, gab ihr eine 50$ Note und sagte, dass in diesen 50$ bereits der Same für 500$ steckten. Es ging irgendwie darum dass wenn wir beten, dass Gott sofort einen Samen in unser Leben pflanzt, damit die Antwort oder Erfüllung kommt. Nur merken wir es oft nicht. Nun gut, diese Frau ging später oder am nächsten Tag einkaufen. Ihr fiel eine Frau mit Kindern auf, die den Kindern sagte "nein, legt das zurück, ihr wisst dass wir uns das nicht leisten können". Daraufhin gab meine Mitstudentin dieser Frau die 50$, die sie von Bill bekommen hatte. Am selben Abend kam jemand zu ihr und gab ihr 500$.

Sonntag

Was für ein Tag! Am Vormittag stürzte ich aus dem Haus und zum Fahrrad, es war höchste Zeit, um zum Gottesdienst zu fahren. Nicht zum Hauptgebäude der Church, sondern ein bisschen weiter weg ennet der Interstate 5. Mein Fahrrad wollte nicht. Es hatte keine Luft mehr im Vorderrad. Somit würde ich meine erste Verspätung haben, dabei wollte ich doch ein Jahr ohne Verspätung und so.. Ich begann zu laufen, es war gegen Mittag und vermutlich um die 35°. Nach 15 Minuten kam ich endlich zu einer grösseren Strasse mit Autos, und mein Daumen zum Einsatz. Das dritte Auto hielt, es war keiner von Bethel und er musste auch nicht in die Richtung, aber weil seine Nachbarinnen Bethel-Studentinnen sind und erst noch so nett immer, war es ihm eine Freude, mich hinzufahren. Nach dem Gottesdienst lief ich auch zur Strasse, hielt meinen Daumen raus und das erste Auto brachte mich nach Hause. Ich stelle mir vor, wie die Studentin am Steuer eigentlich nicht will, aber der Heilige Geist sagt "halt an!", und sie ringt mit sich und muss dann ja fast, sonst hätte sie ewig ein schlechtes Gewissen. Oje. :-)

Aber der Gottesdienst! Oh my oh my. Wenn Bill predigt will ich immer jedes Wort aufschreiben. Fear can only influence what is not under the influence of love. Fear is a self-fulfilling prophecy. Believing the lie empowers the lie. Fear robs. It reduces us to a person who asks God and is not sure if God really wants.. But we work as a person who makes decrees. When I get happy facing a problem, it not only changes me, and changes the problem, but it also annoyes the devil. If you want joy, you gotta rejoyce to get it. When you only believe what you feel, then you're not a believer, then you're a feeler.
The way we handle our problems determines the breakthrough. The way we handle our blessing, determines our increase of favor.

Ja, dann später der Abendgottesdienst. Nach dem Worship sollte Kris Vallotton predigen. Zuerst erzählte Bill noch ein paar Zeugnisse. Dann hatte er den Eindruck, dass Gott grad Leute heilen möchte, die Kopftraumata erlebt hatten. Unfälle, Schläge, etc. Oder die sonstige Probleme mit dem Hirn haben, z.B. Legasthenie. Es standen viele Leute auf. Diejenigen rundherum sollten nun direkt dem Problem/der Krankheit befehlen, zu gehen. Ich half mit, für eine junge Frau zwei Sitze neben mir zu beten. Sie sagte, sie sei mit Legasthenie geboren worden. Wir sagten ihr: well, you were born with dyslexia but now you're gonna live without it. Und so war es. Plötzlich brach sie in Tränen aus!! "I can see words in my head and I can spell them! I've never been able to spell these words! Never!". Es war der Hammer. Sie hatte noch nie Namen buchstabieren können, erzählte sie, und nun konnte sie es. Dafür konnte sie nicht mehr aufhören zu weinen. Insgesamt wurden in dieser Viertelstunde so viele Leute geheilt.. bestimmt 30. Knorpel im Knie, der vorher gefehlt hatte. Eine Beule auf dem Kopf eines etwa 40 jährigen Mannes, die er seit dem Alter von 12 Jahren gehabt hatte, und die verschwand, Schmerzen, die weggingen,...

Irgendwann viel später kam dann noch Kris auf die Bühne. Er sprach von dieser Stelle ausgehend: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Manchmal sei der Weg klar und man wisse genau, wo entlang und warum. Aber manchmal sei nur so eine Leuchte beim Fuss, so dass man grad knapp den nächsten Schritt erkennen kann, aber weder eine Richtung noch ein Ziel. Gerade dann sei es wichtig, diesen nächsten Schritt im Glauben zu tun. Hebräer 11: Im Glauben .... im Glauben.... im Glauben... Wie eine prophetische Handlung. You need some sort of action to live your Faith. Sometimes it's time to leave my place of security.

Samstag, September 25, 2010

Angewandter Himmel

Einige Dinge an der BSSM mag ich besonders. Zum Beispiel das "Anwenden". Sagen wir mal, einer der Sprecher behandelt das Thema Identität. Dann haben wir Lehre, wir haben vielleicht Blätter vor uns mit Text, den wir durchgehen, oder nehmen Notizen oder hören einfach so zu. Aber meistens bis immer heisst es mitten drin oder gegen Ende, wir sollen alle aufstehen. Und dann wird es praktisch. Dann sollen wir z.B. alle individuell den Heiligen Geist bitten, uns zu zeigen, was für eine Lüge wir betreffend unserer Identität glauben. Anschliessend sprechen wir alle zusammen aus, dass wir diese Lüge nicht mehr haben wollen, und bitten Gott, uns in dem Bereich die Wahrheit über uns zu sagen. Danach sprechen wir die Wahrheit über uns aus.
Oder der Teacher betet einfach grad für uns alle und bittet den Heiligen Geist, zu uns zu sprechen.
Somit bekommen wir nicht nur von der Bühne her Kopfwissen vermittelt, sondern es wird auch noch gleich Gelegenheit geboten, unseren Geist von Gott selbst erneuern zu lassen. Das ist ziemlich cool.

Oder auch: Häufig, wenn wir zu Beginn in den Raum strömen, stehen PraktikantInnen links und rechts vom Eingang, legen uns die Hände auf und segnen uns.

Oder: Wir haben an 3 von 4 Schultagen eine Worshipzeit von bis zu einer Stunde. Ich erlebte das bisher noch nie als "Liedersingen". Es ist immer eine riesige Erwartung da, was Gott wohl HEUTE vorhat, gerade auch vonseiten des Staffs.

Und fast jeden Tag ist eine Einheit "Testimonies" eingeplant, wo Leute erzählen, was sie kürzlich für Durchbrüche mit Gott erlebt haben. Einer zum Beispiel erzählte am Dienstag, dass er sein Knie kaputtgemacht habe und in einer Woche oder so operieren müsse, ausser ein Wunder geschehe. Am Donnerstag war er wieder am Mikrofon: "Guess who doesn't need surgery!".
Da war auch die alleinerziehende Mutter, die selbst kaum genug Geld zum Essen hat, geschweige denn für die Miete oder die Schule. Aus einem Impuls heraus schenkte sie jemandem 20$. Als sie abends dann im Supermarkt an der Kasse war, hatte sie genau 20$ zuwenig, um ihre Sachen zu bezahlen, und musste wieder zurück um Sachen wieder ins Regal zu stellen. Am nächsten Tag war sie bei sich im Wohnwagen am lesen, und hatte plötzlich den Impuls, über ihrem Wohnort und sich auszusprechen, dass Gottes Schätze auch ihr gehören. Nachdem sie das getan hatte, setzte sie sich wieder hin, und da klingelte das Telefon. Ein Vater eines Freundes von ihr rief an und sagte: "Ich rufe an damit du weisst, dass ich dieses Jahr deine gesamten laufenden Kosten übernehmen möchte. Essen, Miete, Frisör, Kleider, Reisen,... einfach alles." !!
Eine andere junge Frau las eine Bibelstelle, und davon inspiriert spendete sie 222.22 Dollars (die Stelle war Kapitel 22, Vers 22, von irgendwo..), obwohl sie selbst das Geld dringend benötigt. Am nächsten Tag war in ihrem Briefkasten ein Check von 2'222.-!!! Can you believe that?!

Ausserdem habe ich heute herausgefunden, dass wir in unserem Garten Kolibris haben!!! Wow!

Donnerstag, September 23, 2010

Prophetic Rapping und Glaube im richtigen Reich

I'm telling you. Es ist lange her, seit ich Hausaufgaben machen musste. Irgendwie habe ich nicht richtig verstanden, dass wir ein Buch bereits vor Schulbeginn gelesen haben mussten. Jetzt muss ich bis Freitag ein Buch lesen und einen Buchreport schreiben, nebst den Bibellese-aufgaben und -reports. Das Buch allerdings ist super. "A world aflame" von Rick Joyner. Es geht um die Erweckung in Wales im 1904/05.
Gestern sprach Bill darüber, dass wir uns nicht von Emotionen leiten lassen sollen. If you only do what you feel, you're not a believer, you're a feeler. In der Pause las ich ein sms, dass mein kleiner Gottebub auf der Intensivstation sei; ein Infekt. Nicht von Emotionen leiten lassen? Try it out. Mein super Revivalgrouppastor schickte gleich zwei seiner Praktikantinnen, um mit mir draussen für das Baby zu beten. Pastor Kris sagt "Fear is faith in the wrong kingdom". Also versuche ich, Angst zu ersetzen mit Glauben. Ich will mehr davon!
Vorher hatte eine wunderbare Band Lobpreis gemacht: The Ember Days. Ich fand mich wieder im 10-Minuten-Freestyle-Lobpreis-Rap, inmitten von 800 freestyle-singenden Leuten. Ich freue mich auf das Advanced Ministry Training "Prophetic Singing". Und am Samstag darf ich mit zum Saturday Community Feast: Von 9-12 wird gekocht, danach wird das Festessen an verschiedenen Orten der Stadt den Prinzen und Prinzessinnen von Redding serviert: Den Obdachlosen.

Montag, September 20, 2010

He likes me

Meine Klasse (+/- 800 Leute) sucht sich einen Platz


Ich kann es nicht genug wiederholen: Die Schule, die Lehre, die Leute, die Stadt - das ist alles wunderbar. Aber ohne Gottes Wirken an mir und ringsherum bleibt es nur nett. Bleibt es aber nicht, weil Gott eben wirkt. Gestern habe ich das erste Mal in Jahren wieder mal richtig geweint. Jetzt muss ich meinen Salzhaushalt ausgleichen. Es war herrlich, zumindest danach.

Hier angekommen, fühlte ich mich wie wenn man auf einer Strasse bei hohem Tempo mit dem Auto ins Schleudern kommt und weiss: Jetzt habe ich keine Kontrolle mehr. Nur wusste ich auch, dass ich in Gott landen würde und nicht in einem Baum oder einem Brückenpfeiler. Hier bin ich einfach eine Studentin unter vielen anderen. Und gleichzeitig stimmt Heidi Bakers Aussage von gestern: God doesn't just tolerate you. He doesn't just love you. HE LIKES YOU!! And that changes everything! Yeah, He likes me! Oh yes He does...!

Es gab tatächlich bereits in der ersten Woche Momente wo ich dachte "Ich breche ab und gehe nach Hause". Das zeigt mir, dass ich nicht einfach ein bisschen zum Vergnügen da bin, sondern dass wirklich etwas geht. Und dann ist es eben trotzdem ein Vergnügen, weil Gott so gut ist.

Da ich ja jetzt nicht mehr im besten Restaurant der Welt arbeite, komme ich zu keinen Dessert-Degustationen mehr, und es gibt auch keinen Koch mehr, der gegen Feierabend die übrig gebliebenen Lammrückenfilets, Aprikosenmousse, Zitronenreistöpfchen und Felchentartare zu uns an die Bar bringt. Stattdessen durfte ich entdecken, dass Redding sehr, sehr hügelig ist. Zum Vergnügen meines Oberschenkelmuskels verfuhr ich mich mit dem Velo bereits mehrmals - immer dann, wenn ich bergab raste, merkte ich unten, dass es falsch gewesen war. Gestern entdeckte ich im strömenden Regen (sic!) ein weiteres fremdes Quartier auf dem Weg in den Twinview-Gottesdienst. Zusätzlich zu diesem Workout verbringe ich beinahe täglich eine mindestens halbe Worshipzeit mit auf und ab hüpfen und tanzen. Ah yeah!

Samstag, September 18, 2010

Gott-arrangiert und andere Geschichten

Gerade hab ich meinen ersten Brief hier erhalten!!! Thanks a lot, Ernesteeeeeen the Aarequeen!

Ich habe immer gedacht, dass die Jugendlichen in diesen doofen HighSchool-College- Hollywoodfilmen einfach im Film so übertrieben stereotyp "amerikanisch" sind. Aber nein. Es gibt sie tatsächlich!! Und sie sind gar nicht mal so un-nett. Aber es ist schon teilweise eine ganz andere Kultur hier. In meiner Revivalgroup heute hatte es nur genug Stühle für etwa 3/4 der Leute. Ich kam als eine der letzten und setzte mich liebend gern auf den Boden, zusammen mit vielen anderen. Dann stand plötzlich ein Mann auf und rief laut, dass das doch nicht gehe, dass Frauen auf dem Boden sitzen müssen und Männer auf Stühlen. Sofort warfen sich buchstäblich alle Männer von den Stühlen und alle Frauen setzten sich auf die Stühle. Alle bis auch mich, was die netten Männer nicht verstehen konnten. Aber da wollte ich schon grad EXTRA nicht auf einen Stuhl :-) I prefer the floor, really.

Warum müssen sie die Räume auf gefühlte 10° runterkühlen? Man weiss es nicht.

Heute Morgen aufgewacht, von meiner Schwester geträumt gehabt und dann gleich Heimweh gehabt. I guess that's normal in the beginning.

Dafür ist hier alles extra für mich so unglaublich God-arranged. Er hat mir voller Gnade einen wunderbaren Wohnort vorbereitet. Ich glaub es gäbe keinen perfekteren Ort für mich, und wenn doch, müsste schon noch der Oberknaller kommen. Als ich dieses Zimmer in Aussicht hatte, war ich total unsicher. Wie bin ich froh, dass ich es genommen habe. Ich liebe die Lage, das Drumherum, das Haus, das Zimmer, die Leute im Haus, den flauschigen Kater. Was für ein Geschenk vom Himmel, aber echt jetzt! Meine Revivalgroup scheint auch auf mich zugeschnitten. Ich habe dort schon ein wunderbares deutsches Paar, gleich jung wie meine Eltern, mit drei gleichaltrigen Kindern wie meine Eltern sie haben, kennengelernt. Die Kinder sind in Deutschland, die Eltern machen die BSSM. Die drei Kinder haben alle schon die Schule der Toronto Airport Church gemacht.

Zurzeit sind zwei Jungs der Vineyard Bern zu Besuch. Ihre zwei Begleiterinnen schlafen bei mir im "House of Joy", wie meine Vermieterin es nennt. Sie haben das tollste Auto ever! Es ist so gross, man könnte einen Sattelschlepper abschleppen damit. Ebenfalls heute traf ich eine junge Frau, die mit Heidi Baker zusammen in Mozambique und Simbabwe arbeitet. Sie hat mir einige Stories erzählt. Einerseits Sachen wie "In unserer Stadt von 300'000 Einwohnern sterben jeden Tag 300 Leute wegen verschmutztem Wasser / fehlenden Medikamenten / Mangel- und Unterernährung". Zwar erleben sie auch übernatürliche Heilungen und manchmal Totenauferweckung, aber leider nicht 300 pro Tag. Mich wühlt erneut auf, dass all diese Tode vermutlich vermieden werden könnten, wenn wir im Norden/Westen anders leben würden.
Sie hat aber auch andere Geschichten erzählt. Diese hier kann ich euch nicht vorenthalten: In einem anderen afrikanischen Land, wo Rebellen gegen die Regierung kämpften und wo dabei die Zivilbevölkerung arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, lebte eine Missionarin mit 99 Kindern, die sie aufgenommen hatte. Dauernd schlugen Granaten im Garten ein. Eines Tages beschlossen die Kinder von sich aus (!!!!!), jeden Morgen von halb 5 bis 7 Uhr, also bis Schulbeginn, zu beten. Und zwar beteten sie, dass sich a) die Rebellenführer freiwillig der Polizei stellen würden und b) dass sie danach begnadigt würden und zurück zu ihren Familien gingen. Hahaha, wie unmöglich ist DAS denn!! Nun, die Geschichte ging so: Eine Woche (!) darauf stellten sich sechs von sieben Rebellenführer freiwillig der Polizei, und alle wurden sie begnadigt und kehrten zu ihren Familien zurück!

Freitag, September 17, 2010

How's your first week?

How's my first week? (Ja, es scheint tatsächlich so zu sein, dass man englisch zu denken und schreiben beginnt, wenn man in den USA wohnt..). Ich habe nun ein Bankkonto hier und ein Checkbook.

So, how's my first week? Viele "outside"-Sachen wie: Alles ist viel, mehr, grösser, neu, anders, unbekannt, ungewohnt, uneinschätzbar, glustigmachend oder aucht nicht. Das ganze Schul-Ding wie Hausaufgaben, Abgabetermine (klingt angenehmer als Deadlines), Leselisten.
Aber dann gibt es das inside-Ding. Bereits am ersten Tag hat Gott angefangen, Dinge in mir zu bewegen, zu tun, hervorzuholen, reinzusäen. Die schreckliche Erkenntnis, dass meine Zeit mit ihm in den letzten paar Monaten immer mehr aufgegeben wurde zugunsten der Aufgaben, die man halt so hat. So viele Hochs und Tiefs gleichzeitig. Aber ER ist hier! Und er ist immer noch mein Gott, mein Vater, mein Jesus, der mich rausgelöst hat.

Ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Wo der Geist ist, da ist Freiheit. Quintessenz: Ich will mehr vom Geist! Es gibt ja diese überwältigenden Momente mit Gott, dachte ich. Aber ich habe gemerkt, jeder Moment mit Gott ist überwältigend. Wenn er spricht, ist es immer so wirksam, so Leben-bringend, so luftgebend, freisetzend. Das ganze internal-abgehende hat ja erst angefangen, das kann ich noch nicht wirklich fassen.

Äusserliche Sachen sind auch ganz nett: Heute zum Beispiel diente unser Schul-Lobpreis als Live-Aufnahme für eine neue CD von William Matthews und Jeremy Riddle. Nice!!!

Und danach sprach Bill zu uns, und nachdem er mitten im Question&Answering von Beni angerufen wurde und wegmusste, blieb uns eine halbe Stunde ohne Programm. So riefen die Leiter alle PraktikantInnen auf die Bühne, und die prophezeiten dann über uns: "Du im blauen T-Shirt da hinten, ja genau du, steh auf. Ich sehe, dass auf dir eine grosse Salbung liegt für das und das, und dass du mal vor Präsidenten stehen wirst,..." etc.

Dienstag, September 14, 2010

Redding by bus

Aufregender zweiter Tag hier. Am Morgen wollte ich zur Schule laufen, um ein bisschen Bewegung zu haben. Aber schon nach den ersten 15 Minuten hielt ein Auto neben mir an und die zwei jungen Frauen darin fragten mich, ob ich auch unterwegs zur Bethel Church sei, und nahmen mich mit. Wir hatten Registration. Es brauchte beinahe 2 Stunden, bis alles erledigt war: Formulare ausfüllen, Pass-Visa-etc. kopieren, Foto machen, Badge abholen, Ordner mit allen Papieren abholen... Die ca. 800 StudentInnen des First Year sind in sogenannte "Revivalgroups" von jeweils etwa 70 Personen unterteilt. Mein Revivalgroup-Pastor fragte mich: "Do you love the Holy Spirit?" Ich: "yeah, sure!", worauf er: "Then you're in the right group!". Am Donnerstag haben wir schon unsere erste Party.


Nach der Registration, bei der ich schon unzählige Leute kennenlernte (und sie wahrscheinlich das nächste Mal nicht mehr wiedererkennen werde) wollte ich unbedingt 1. Kontaktlinsenmittel kaufen (die Airportsecurity hatte mir meines abgenommen), 2. das Handy aktivieren und 3. das Bussystem ausprobieren. Drei Stunden später hatte ich alles mehr oder weniger erfolgreich erledigt.

Im Bus zurück nach Hause erzählte mein Sitznachbar seinem Sitznachbarn seine gesamte Krankheitsgeschichte, welche ziemlich vieler Ausführungen bedurfte. Ich dachte mir, du kannst ja nicht für die BSSM registriert haben und jetzt einfach so aussteigen. Also bot ich dem von Kopf bis Fuss tätowierten jungen Mann Gebet an, und er war sofort einverstanden, setzte sich gegenüber von mir hin, faltete die Hände, neigte den Kopf und schloss die Augen. Nach dem ersten Gebet verspürte er eine Wärme. Nach dem zweiten Gebet musste ich aussteigen.

Nun mache ich noch ein wenig Homework. Es ist komisch, wieder an einer Schule zu sein, Hausaufgaben zu haben und nicht zu spät kommen zu dürfen. Aber irgendetwas sagt mir, dass es die besten neun Monate meines bisherigen Lebens werden könnten... hehe

Sonntag, September 12, 2010

Berichterstattung aus der Hollow Lane



Schild an der Haustüre - Blick aus meinem Zimmerfenster - Blick in mein Zimmer.

Meine Vermieterin erzählte mir schon in den ersten 5 Minuten, dass sie jeweils an Montagabenden zur Tea Party gehe. Oh Lord. Sie wohnt mit ihrem Mann eigentlich im ersten Stock, aber die Küche und "das Wohnzimmer" - welches eigentlich drei miteinander verbundene Wohnzimmer sind mit Billard-Tisch, Klavier, Gitarre, mehreren Sitzgruppen, Cheminée - teilen wir alle zusammen. Unten, also direkt in den Zimmern neben mir, wohnt eine Neuseeländerin, die gerade das zweite Schuljahr an der BSSM angefangen hat, und ein junges Paar aus Sri Lanka. Sie fuhren heute morgen mit dem Töff zum Gottesdienst. Nice!

Nun muss ich schnellstmöglich an mein Fahrrad kommen, um einkaufen und auskundschaften zu können.

Es ist schon komisch. Nicht arbeiten gehen zu werden. Mit diesen noch fremden Menschen zu leben, so weit weg von Zuhause. Aber es scheint nett hier zu sein. Nachts ist es schön dunkel und ruhig, ringsherum hat es x Bäume, nachts hört man Grillen zirpen oder Frösche quaken und ausserdem die Autobahn ein bisschen.

Tag ist Nacht ist Tag ist Nacht ist Tag ist


Seit 10 Minuten da und schon ein Blog-Eintrag. Der Grund ist: Jetlag. Dauernd war ich müde, aber nie war es Nacht, da wir der Sonne hinterhergeflogen sind. Bei ihrem Aufgang flogen wir los, und als sie unterging, war es 22 Stunden später. Da fühlt man sich wie im Sommer in Nordnorwegen oder so. Apropos Norwegen. In unserem Shuttle-Bus von Sacramento nach Redding sass ein junger Mann, ein Norweger, und sein Urgrossvater (oder Ururugrossvater?) war Franz Eugen Schlachter!!!!
Nun, auf jeden Fall habe ich jetzt wo immer möglich ein paar Minuten geschlafen, und in der Autofahrt von Sac bis hier sogar richtig durchgeschlafen. Deshalb bin ich jetzt, wo ich endlich ins Bett könnte, richtig aufgekratzt. In der CH wäre es 10.36, hier ist es 01.36.
Die Reise.. In Genf ging es ja noch mit den Sicherheitskontrollen. Aber bereits in London waren wir zwar beim Boarding in der Mitte der Schlange, konnten aber schlussendlich das Flugzeug als letzte besteigen - das Flugi musste sogar einige Minuten auf uns warten! Sie stellten uns jenste Fragen, weil wir als praktisch einzige keinen US-Pass hatten, aber ein Visa. Dabei kam ja die Immigration erst später, in Dallas. Ach. Andauernd musste man alle elektronischen Geräte auspacken, Gurt und Schuhe ausziehen. Dem Nacktscanner entkam ich knapp!! Alle anderen vor und hinter mir mussten reingehen. Das Peinliche daran ist ja nicht unbedingt, dass einem irgend einE PolizistIn nackt sieht, sondern dass man unter den Blicken von hunderten Anstehenden in ein grosses, futuristisches DING stehen muss, sich dort ganz komisch mit erhobenen Armen hinstellen muss. Also ob man sich mit beiden Händen gegen eine Wand abstützt, aber ohne Wand. Ein Polizist nebenan führt es vor. Total peinlich. Ich war SO froh, dass mir das erspart blieb.

In Sacramento kamen wir bei Sonnenuntergang an (siehe Foto), assen erstmal einen grossen Burger (es war das einzige, was es noch zu erwerben gab um 18 Uhr...) und legten uns dann ein wenig abseits, direkt neben dem Rollfeld, ins Gras und schliefen. Irgendwann tauchte ein Polizist auf, aber er war sehr nett. Vertrieben haben uns jedoch später die Moskitos.

Freitag, September 10, 2010

Salutations de Genève



Endspurt

Während der Armeehelikopter immer noch ab und zu über dem Quartier kreist und wir alle Stunde die immergleichen Radio"news" hören, gilt nun für mich der Endspurt.

jaja.

4 Stunden um noch fertig zu packen, fertig zu räumen, alles zu putzen und um in die Stadt einkaufen zu gehen und verschiedenste Dinge abzugeben, hinterzulegen und abzuschicken.

ajaj!

Immerhin habe ich ein e-mail von der Schule bekommen, wir sollen doch bitte bitte NICHT am Sonntag in einen Gottesdienst gehen, es habe keinen Platz. Somit habe ich schon mal einen freien Tag vor mir.

Au revoir!

Donnerstag, September 09, 2010

Verzweiflung around

Heute morgen früh wachte ich auf, weil ein Helikopter im Tiefflug über meinen Kopf flog. Da erinnerte ich mich, dass gestern im städtischen Spital Katastrophenalarm ausgelöst wurde wegen einem Vorfall wenige Strassen hinter unserem Haus. Hier der Zeitungsbericht... noch scheint der arme Mann im Haus zu sein. Lasst uns beten.

Dienstag, September 07, 2010

atmen auf atmen

What a party! Das war sehr schön gestern. So viele liebe Menschen beisammen.

Pünktlich zur Packacktionsattacke regnet es in Strömen. Ich lege die Bücher beiseite, die ich mitnehmen will nach Redding, aber es sind deren zu viele. Ich finde wieder einmal Notizbücher von damals, als ich noch aus dem Loch herauszukraxeln versuchte. Damals ist gar nicht so lange her, doch das spielt keine Rolle, denn damals liegt in der Vergangenheit, ha.

Ausserdem war ich damals auch noch am Studieren, und da gab es sehr mühsame Pflichtkurse über Literaturkritik. Das schliesse ich jedenfalls aus den Notizen, die ich im Notizbuch gefunden habe:

"Ich möchte darüber reden, was einen Text spannend macht oder was berührt warum oder welche Bilder konnten in mir welche Gefühle oder Bilder auslösen? Und nicht: Welche Erzählebene beinhaltet welchen Metatypus? Impliziert der Diskurs iterativ eine mimetische Valorisierung einer modalen Variation oder konnotiert die temporale Transposition eine kohärente Ambivalenz?"

"Wenn ich jetzt an eine Demo ginge, würde ich auf ein Transparent schreiben 'Lasst die Fremdwörter im Duden'! Oder: 'Macht Beispiele'!"


"Mit meinem Schreiben will ich nicht etwas sagen.
Mein Schreiben ist das, was entsteht, wenn man hört."

Der Liegende hört zu atmen auf
Alle Zuschauer atmen auf
Und gehen.

Freitag, September 03, 2010

Jura calling

What a week! Am Sonntag an den Vierwaldstättersee brausen, zusammen mit der ganzen Belegschaft meiner Arbeitsstelle: Betriebsausflug! Dort fürstlich residieren, direkt am See. Kurz vor dem Einsetzen des Regens das Zelt aufstellen, 2m vom Ufer entfernt. Die ganze Nacht trocken im strömenden, nein, schüttenden Regen schlafen.
Am Mittwoch in den Jura fahren mit einer Freundin. Ausgangs Biels sehen wir einen Autostopper; es ist bereits dunkel. Er muss zwar ans andere Ende des Juras als wir, aber egal, wir bringen ihn hin, was ein Umweg von einer Stunde oder so bedeutet. Dann suchen wir im Dunkeln die Hütte im Wald. Wir verfahren uns. Um Mitternacht finden wir den richtigen Weg, aber plötzlich geht es weder vor noch zurück: Das Auto steckt im Sumpf fest!! Unsere Handys haben fast keinen Akku mehr und ausserdem ist hier schon französisches Netz und auch so kaum Empfang. Aber wen anrufen? Also laufen wir durch den Wald weiter und finden irgendwann die Hütte. Wenige Stunden später ist es hell und wir laufen wieder zum Auto. Zum Glück ist niemand reingefahren. Zum Glück ist grad ein Bauernhof nebenan und der Vater des Bauern kommt mit einem Jeep vom Nachbardorf hergefahren und zieht uns raus. Zurück nach Biel, ausgiebige Dusche und direkt arbeiten gehen.
Während der Arbeit kriege ich eine sms von meinen polnischen Freundinnen. Sie sind unterwegs zu mir, sie trampen, und sie stecken irgendwo in der Grenzregion Basel fest. Um kurz nach 01 Uhr, als ich grad Feierabend habe, sind sie in Delémont. Wer Delémont kennt, weiss, dass sie da nie mehr wieder wegkommen. Zumindest nicht in dieser Nacht. Zum Glück arbeite ich mit der Freundin zusammen, mit der ich 24 Stunden zuvor im Jura umherirrte. So machen wir uns gemeinsam mit ihrem Freund auf, wieder in den Jura zu fahren. Um halb 3 sind wir dort und laden die beiden durchfrorenen, seit 24 Stunden wachen Polinnen auf.
Jetzt heisst es: Predigt vorbereiten, arbeiten gehen und morgen früh wieder in den Jura zur Hochzeit!!!