Es gibt vieles, was mich ständig beschäftigt. Soll ich darüber schreiben? Ich leben mein Leben sehr offen, aber bezahle dafür manchmal den Preis, dass ich auf viel Unverständnis oder zum Teil auch Kritik stosse. Was dann nicht immer einfach ist, weil ich ja einfach nur mein Herz aufgemacht habe und gar nicht eine Diskussion anstossen wollte. Anyway. Es ist auch bereichernd.
Soll ich nun wirklich über Totenauferweckung sprechen?
Anscheinend ist es in China so, dass wenn jemand nicht innerhalb maximal eines Jahres jemanden von den Toten auferweckt hat, hinterfragt wird, ob er oder sie wirklich Christ ist (Quelle: "In China, they say that if you haven’t raised someone from the dead at
least within a year, they’re going to question whether or not you’re
even a Christian." http://healingisyours.com/new-events/).
Hier ist das ja noch nicht ganz so. Man könnte, wenn man wollte, sogar ganz provokativ sagen, dass wenn jemand es hinterfragt, ob der Tod wirklich so gut ist, weil er uns ja in den Himmel zu Jesus bringt, dieser jemand dann auch gefragt wird, ob er oder sie wirklich Christ sei...
Letzte und diese Woche verbrachte ich einige Zeit in der Aufbahrungshalle. Wir glaubten und beteten für Auferstehung. Gestern war die Beerdigung.
Ich war vor zwei Jahren bei jemandem in einem Wochenend-Training über Totenauferweckung, dessen DRT's (Dead Raising Teams) haben schon 13 Tote gesehen, die wieder zurückkamen. Einer davon war 2 Wochen tot. Ist das das, was Jesus angekündigt hat als er sagte, "ihr werdet grössere Werke vollbringen als ich sie tue"?
Matthäus 10,8: Heilt die Kranken... (das tun wir), ..treibt Dämonen aus.. (tun wir), ..reinigt die Leprakranken.. (tun wir nicht wirklich... aber sollten wir. Heute wären das wohl die Ebola-Kranken. Oder warum nicht auch gleich jede unreine Haut heilen?), ...weckt die Toten auf...
Ja, nach dem Tod ist man im Himmel und alles ist wunderbar, und ich würde wohl auch nicht zurückkommen wollen. Und ja, im Himmel zu sein ist weitaus besser, als krank vor sich hin zu leiden. Aber der Tod ist nicht unser Erlöser. Jesus ist unser Erlöser. Heilung und ganzheitliche Gesundheit, Freiheit und Freisetzung ist das Ziel. Wir sollen den Himmel auf die Erde bringen und nicht uns in den Himmel flüchten. Dein Wille, wie im Himmel, so auf Erden. Im Himmel gibt es keine Gewalt, keine Tränen, keine Krankheit... so auf Erden. Im Himmel gibt es keinen Tod... ...so auf Erden.
Wir müssen nicht mehr durch die Tür des Todes, um in den Himmel zu gelangen. Jesus hat den Weg auch so freigemacht und dem Tod den Stachel gezogen.
Warum die zweifache Mutter nicht aufgewacht ist, ist mir ein Rätsel. Ich werde weiterbeten für jeden Schlafenden, der tot scheint.
Donnerstag, November 27, 2014
Donnerstag, November 13, 2014
Die Politikerin und der nackte Sänger.
1. Mose 1 und so, Paradies, vegan, und verheiratet - ich liebe Nacktheit. Trotzdem habe ich gerade ein Beschwerde-e-mail an unsere grösste Zuganbieterin und an eine Gratis-"Zeitung" geschickt.
Diese Gratis-Papierberge irritieren mich sowieso immer, aber gestern fühlte ich mich richtig belästigt. Auf der Titelseite: eine praktisch nackte Frau. Auf der Rückseite: Eine praktisch nackte Frau. Hallo?? Ich dachte, wir leben im Jahr 2014?! Gestört hat mich dieser Anblick aus mehreren Gründen:
- Wenn man am Kiosk eine Zeitschrift mit nackten Frauen kauft, dann ist das persönliche Entscheidungssache. Ob man sie dann im Zug liest, auch. Aber eine auflagenstarke Gratiszeitung, die viele PendlerInnen aus Gewohnheit und Langeweile mitnehmen, sollte eine Verantwortung wahrnehmen, denn es ist abzusehen, dass diese Zeitung dann tausendfach im öffentlichen Raum herumliegen wird. Kinder werden sie sehen und auch durchblättern. Ich habe das sehr oft mitansehen müssen. Schulreise, 1.Klässler, oder sonst Kinder: Blättern eine Gratiszeitung mit nackten Frauen oder Frauen in sexuell aufreizenden Positionen durch. Solche Sachen lassen mich auf ein Auto hinsparen und mich über homeschooling informieren.
- Wo bleibt der nackte Mann im String-Tanga auf der Frontseite?
Wie kommt es, dass unzählige Männer so in der Zeitung sind: Als Sportler (angezogen), als Manager und CEO's (angezogen, über 40, übergewichtig), als Politiker (angezogen, über 40, übergewichtig), als Ärzte (angezogen,...you get the picture),...... und daneben halbnackte junge schlange Frauen. Wenn schon möchte ich im gleichen Verhältnis Sportlerinnen, Politikerinnen und Managerinnen und CEO's und Ärztinnen (alle angezogen, über 40, übergewichtig) in der Zeitung sehen, daneben auf der Frontseite und Rückseite einen halbnackten Mann in knappen Unterhosen in unterwürfiger Pose. Bitte!
Bin ich ewiggestrig? Mit 31? Bin ich prüde? Hallo? Nein!!!!!
Gut, hatte ich gestern kein Zündholz dabei. Aber das kann sich ändern.
Diese Gratis-Papierberge irritieren mich sowieso immer, aber gestern fühlte ich mich richtig belästigt. Auf der Titelseite: eine praktisch nackte Frau. Auf der Rückseite: Eine praktisch nackte Frau. Hallo?? Ich dachte, wir leben im Jahr 2014?! Gestört hat mich dieser Anblick aus mehreren Gründen:
- Wenn man am Kiosk eine Zeitschrift mit nackten Frauen kauft, dann ist das persönliche Entscheidungssache. Ob man sie dann im Zug liest, auch. Aber eine auflagenstarke Gratiszeitung, die viele PendlerInnen aus Gewohnheit und Langeweile mitnehmen, sollte eine Verantwortung wahrnehmen, denn es ist abzusehen, dass diese Zeitung dann tausendfach im öffentlichen Raum herumliegen wird. Kinder werden sie sehen und auch durchblättern. Ich habe das sehr oft mitansehen müssen. Schulreise, 1.Klässler, oder sonst Kinder: Blättern eine Gratiszeitung mit nackten Frauen oder Frauen in sexuell aufreizenden Positionen durch. Solche Sachen lassen mich auf ein Auto hinsparen und mich über homeschooling informieren.
- Wo bleibt der nackte Mann im String-Tanga auf der Frontseite?
Wie kommt es, dass unzählige Männer so in der Zeitung sind: Als Sportler (angezogen), als Manager und CEO's (angezogen, über 40, übergewichtig), als Politiker (angezogen, über 40, übergewichtig), als Ärzte (angezogen,...you get the picture),...... und daneben halbnackte junge schlange Frauen. Wenn schon möchte ich im gleichen Verhältnis Sportlerinnen, Politikerinnen und Managerinnen und CEO's und Ärztinnen (alle angezogen, über 40, übergewichtig) in der Zeitung sehen, daneben auf der Frontseite und Rückseite einen halbnackten Mann in knappen Unterhosen in unterwürfiger Pose. Bitte!
Bin ich ewiggestrig? Mit 31? Bin ich prüde? Hallo? Nein!!!!!
Gut, hatte ich gestern kein Zündholz dabei. Aber das kann sich ändern.
Mittwoch, November 12, 2014
Gehorsam
Gehorsam. Damit beschäftige ich mich im Moment gerade. Wenn ich gehorsam bin, bin ich dann automatisch auch ungehorsam gegenüber all dem, was das Gegenteil von dem erwartet, dem ich gehorsam bin?
Erich Fromm schrieb ein ganzes Buch darüber. Es geht auch um Adam und Eva, den ersten Ungehorsam, den den Menschen erst zum unabhängigen Menschen machte, aber ihn dafür der Harmonie mit Gott und Natur entriss. Er schreib über einseitige Abrüstung. Darüber, dass wenn man Menschlichkeit will, aber der Staat verlangt Unmenschlichkeit, dass es dann zum Ungehorsam kommen muss. Sofern man weiterhin Menschlichkeit leben will. MachtträgerInnen, die ja immer in der Minderheit waren und sind, sind auf Gehorsam der Mehrheit angewiesen, um an der Macht zu bleiben. Was wäre passiert, wenn bei gewissen Dikatoren niemand gehorsam gewesen wäre?
Und doch getraue ich mich fast nicht, über Ungehorsam nachzudenken. Ein feines Unbehagen; darf ich das? Wurde mir nicht mein Leben lang Gehorsam gelehrt? Steht es nicht in der Bibel?
Die Frage ist eben, Gehorsam gegenüber wem oder was.....
Erich Fromm schrieb ein ganzes Buch darüber. Es geht auch um Adam und Eva, den ersten Ungehorsam, den den Menschen erst zum unabhängigen Menschen machte, aber ihn dafür der Harmonie mit Gott und Natur entriss. Er schreib über einseitige Abrüstung. Darüber, dass wenn man Menschlichkeit will, aber der Staat verlangt Unmenschlichkeit, dass es dann zum Ungehorsam kommen muss. Sofern man weiterhin Menschlichkeit leben will. MachtträgerInnen, die ja immer in der Minderheit waren und sind, sind auf Gehorsam der Mehrheit angewiesen, um an der Macht zu bleiben. Was wäre passiert, wenn bei gewissen Dikatoren niemand gehorsam gewesen wäre?
Und doch getraue ich mich fast nicht, über Ungehorsam nachzudenken. Ein feines Unbehagen; darf ich das? Wurde mir nicht mein Leben lang Gehorsam gelehrt? Steht es nicht in der Bibel?
Die Frage ist eben, Gehorsam gegenüber wem oder was.....
Montag, November 03, 2014
Zuhause, dekonstruiert, und blinder Fleck, rekonstruiert
An meinem 25. Geburtstag zog ich in eine mir nun so lieb gewordene kleine Stadt an einem See, weil ich bereits dort arbeitete, und oft nach einer Abendschicht keinen Zug mehr nach Haus hatte. Auch als ich später dreimal für neun Monate in die USA ging, kehrte ich doch immer wieder zurück. Vergangenes Wochenende kam der Moment, an dem ich wegzog. Nur weil ich immer noch dort arbeite, ertrage ich es.
Nun habe ich bereits zwei Nächte hier, auf der anderen Seite von Bern, in Richtung Berner Alpen, geschlafen, und zwar erstaunlich gut. Es ist schön ruhig hier! Wir haben nun extrem viel weniger Platz, dafür wohnen wir mit lieben Menschen zusammen.
Etwa so schnell ging der Umzug - dank der Hilfe meiner und seiner Familie:
Heute in der Schule sprachen wir über die Wahrnehmung. Wird ein Raum erst dann zum Raum, wenn ich mit meinem Leib - der ja räumlich ist - mich darin bewege? Wenn ich das Glas neben mir nicht wahrnehme, dann ist es gar nicht da, für mich. Dort, wo die Sehnerven die Netzhaut verlassen, gibt es keine Rezeptoren. Dass heisst, dass jeder Mensch etwa in der Mitte des Blickfeldes einen buchstäblich blinden Fleck hat. Bloss sehen wir den nicht, weil unser Gehirn blitzschnell den fehlenden Ausschnitt aufgrund der Informationen darum herum rekonstruiert. Wahnsinnig.
Was bedeutet dies für mich? Ist das, was ich wahrnehme, auch wirklich das, was da ist?
Nach dieser Vorlesung ging ich ganz anders durch den Bahnhof und nach Hause.
Nun habe ich bereits zwei Nächte hier, auf der anderen Seite von Bern, in Richtung Berner Alpen, geschlafen, und zwar erstaunlich gut. Es ist schön ruhig hier! Wir haben nun extrem viel weniger Platz, dafür wohnen wir mit lieben Menschen zusammen.
Etwa so schnell ging der Umzug - dank der Hilfe meiner und seiner Familie:
Heute in der Schule sprachen wir über die Wahrnehmung. Wird ein Raum erst dann zum Raum, wenn ich mit meinem Leib - der ja räumlich ist - mich darin bewege? Wenn ich das Glas neben mir nicht wahrnehme, dann ist es gar nicht da, für mich. Dort, wo die Sehnerven die Netzhaut verlassen, gibt es keine Rezeptoren. Dass heisst, dass jeder Mensch etwa in der Mitte des Blickfeldes einen buchstäblich blinden Fleck hat. Bloss sehen wir den nicht, weil unser Gehirn blitzschnell den fehlenden Ausschnitt aufgrund der Informationen darum herum rekonstruiert. Wahnsinnig.
Was bedeutet dies für mich? Ist das, was ich wahrnehme, auch wirklich das, was da ist?
Nach dieser Vorlesung ging ich ganz anders durch den Bahnhof und nach Hause.
Donnerstag, Oktober 16, 2014
Die Gruppe der Coolen und andere Geschichten. Graz.
Vor einer Woche sass ich im Bus nach Graz. Mit einer Gruppe von 45 Studentinnen und Studenten, Dozentinnen und Dozenten. Abfahrt in Bern um 6 Uhr früh, Zwischenhalt und Kunsthausbesuch in München, Ankunft in Graz kurz vor Mitternacht. Dann folgten drei Tage vollgepackt mit Kunst. Ausstellungen, Installationen, Vorträge, Diskussionsrunden, Konzerte, Filme,....
Graz ist wunderschön. Die Altstadt am Schlossberg mit den vielen kleinen Gassen und Strässchen und den unzähligen kleinen Restaurants und Cafés. Die südliche Lage mit 25 Grad und Sonnenschein. Die freundlichen Menschen. Die vielen veganen Verpflegungsmöglichkeiten. Der schöne Fluss. Für all das muss ich mal privat wieder hinfahren. Letzte Woche hatten wir kaum Zeit, auch nur mal einen Kaffee zu trinken.
Wie schon in der Primarschule oder im Gymnasium gibt es auch im Masterstudiengang lustige Klassendynamiken. Es gibt die Coolen, die Streber, die Französischsprachigen, die Netten, die EinzelgängerInnen. Die Gruppe der RaucherInnen macht fast die ganze Gruppe der Coolen aus. Gehöre ich auch ein wenig zu den Coolen? Wo setze ich mich im Bus hin, wenn ich praktisch noch niemanden der Klasse kenne? Ich will weder Signale aussenden, dass ich allein sein will, noch will ich mich jemandem aufdrängen. Dieselbe Schwierigkeit in den Essenspausen. Wem schliesse ich mich an? Oder schliesst sich jemand mir an, soll ich Initiative ergreifen?
Gleichzeitig merke ich auch, dass ich älter geworden bin und ein gewisses Selbstbewusstsein habe, inzwischen, dass ich gut auch zur coolen Rauchergruppe gehen und mit jemandem über die soeben erlebte Ausstellung zu reden beginnen kann. Ich kann auch allein ins vegane Café gehen und die Ruhe geniessen, ohne mich allein zu fühlen. Danach geh ich zurück und bin wieder Teil der Klasse.
Am Schluss ging alles super auf. Es war viel, viel, viel Input und nicht nur ich war jeweils am Abend total hinüber und absolut nicht mehr aufnahmefähig. Was wir sahen, hörten und erlebten, war manchmal naja, aber meistens beeindruckend und inspirierend. Zeitgenössische klassische Musik gehe ich mir vermutlich nie wieder anhören.... dafür weiss ich jetzt, dass ich sicher wieder Raptexte schreiben werde.
Nun bin ich wieder zuhause, in zwei Wochen ziehen wir um und wir müssen ausmisten, packen, planen, organisieren. Gestern hatte ich meine erste richtige Motorradfahrstunde, am Samstag wird der erste Grundkurs stattfinden. Ich fuhr immerhin schon allein ein Stück weit auf der Hauptstrasse und überlebte sogar stockenden Kolonnenverkehr und rote Ampeln, wenn ich mich auch nicht getraute, höher zu schalten als in den zweiten Gang. Und mich dann einen ganzen Nachmittag lang erholen musste, bis mein Herz wieder normal schlug. Keine Ahnung, ob ich diese Prüfung jemals bestehe oder ob es nur ein teures Ausprobieren sein wird.... aber der Fahrlehrer ist sehr zuversichtlich.
Graz ist wunderschön. Die Altstadt am Schlossberg mit den vielen kleinen Gassen und Strässchen und den unzähligen kleinen Restaurants und Cafés. Die südliche Lage mit 25 Grad und Sonnenschein. Die freundlichen Menschen. Die vielen veganen Verpflegungsmöglichkeiten. Der schöne Fluss. Für all das muss ich mal privat wieder hinfahren. Letzte Woche hatten wir kaum Zeit, auch nur mal einen Kaffee zu trinken.
Wie schon in der Primarschule oder im Gymnasium gibt es auch im Masterstudiengang lustige Klassendynamiken. Es gibt die Coolen, die Streber, die Französischsprachigen, die Netten, die EinzelgängerInnen. Die Gruppe der RaucherInnen macht fast die ganze Gruppe der Coolen aus. Gehöre ich auch ein wenig zu den Coolen? Wo setze ich mich im Bus hin, wenn ich praktisch noch niemanden der Klasse kenne? Ich will weder Signale aussenden, dass ich allein sein will, noch will ich mich jemandem aufdrängen. Dieselbe Schwierigkeit in den Essenspausen. Wem schliesse ich mich an? Oder schliesst sich jemand mir an, soll ich Initiative ergreifen?
Gleichzeitig merke ich auch, dass ich älter geworden bin und ein gewisses Selbstbewusstsein habe, inzwischen, dass ich gut auch zur coolen Rauchergruppe gehen und mit jemandem über die soeben erlebte Ausstellung zu reden beginnen kann. Ich kann auch allein ins vegane Café gehen und die Ruhe geniessen, ohne mich allein zu fühlen. Danach geh ich zurück und bin wieder Teil der Klasse.
Am Schluss ging alles super auf. Es war viel, viel, viel Input und nicht nur ich war jeweils am Abend total hinüber und absolut nicht mehr aufnahmefähig. Was wir sahen, hörten und erlebten, war manchmal naja, aber meistens beeindruckend und inspirierend. Zeitgenössische klassische Musik gehe ich mir vermutlich nie wieder anhören.... dafür weiss ich jetzt, dass ich sicher wieder Raptexte schreiben werde.
Nun bin ich wieder zuhause, in zwei Wochen ziehen wir um und wir müssen ausmisten, packen, planen, organisieren. Gestern hatte ich meine erste richtige Motorradfahrstunde, am Samstag wird der erste Grundkurs stattfinden. Ich fuhr immerhin schon allein ein Stück weit auf der Hauptstrasse und überlebte sogar stockenden Kolonnenverkehr und rote Ampeln, wenn ich mich auch nicht getraute, höher zu schalten als in den zweiten Gang. Und mich dann einen ganzen Nachmittag lang erholen musste, bis mein Herz wieder normal schlug. Keine Ahnung, ob ich diese Prüfung jemals bestehe oder ob es nur ein teures Ausprobieren sein wird.... aber der Fahrlehrer ist sehr zuversichtlich.
Freitag, Oktober 03, 2014
Versagte Planung - geplantes Versagen
Irgendwann in meiner Kalifornien-Zeit, die ich übrigens nach wie vor fast täglich vermisse, also nicht mal Bethel, obwohl das natürlich auch extrem, sondern vor allem auch Kalifornien an sich, das Klima, die Landschaften, den warmen Wind, die Vogelschwärme, die kanadischen Wildgänse,........, irgendwann in meiner Kalifornien-Zeit also, sagte mal jemand, ich erinnere mich nicht mehr, wer das war, "fail to plan - plan to fail". Versage, zu planen - plane, zu versagen.
Bäm. Während andere, spontane, extrovertierte, unternehmungslustige Menschen diese Aussage wohl lächerlich finden, fand sie bei mir sofort Anklang.
Ich liebe es, zu planen. Mein Top-Berufswunsch wäre es - nebst Rapperin oder Schreiberin zu sein - als PA zu arbeiten. Persönliche Assistentin. Den ganzen Tag lang planen. Organisieren. Herrlich.
Immer wieder bin ich frustiert, wenn wir in einer Gruppe (ab 2 Personen aufwärts) irgendwohin gehen, und jemand anderes hat es initiiert und ist somit von mir aus gesehen verantwortlich, und dann finden wir uns irgendwo, ohne zu wissen, wo lang es geht, oder wo man essen könnte, oder wann die Züge fahren. Dann muss ich mir jeweils ganz bewusst sagen: Es ist ok! Man kann es auch so machen und es gut haben dabei.
Was ja auch stimmt. Das hab ich ja auch schon x mal gemacht.
Trotzdem. Gerade jetzt, wo ich mich vegan ernähre, oder wo ich allgemein gesund essen will, wird ein gewisses online-rekognoszieren noch wichtiger. Nächste Woche fahren wir mit der Schule nach Graz. Jeden Tag besuchen wir tausend Ausstellungen an vielen verschiedenen Standorten, und haben dann jeweils kurz Zeit, etwas zu Mittag oder zu Abend zu essen. Also suche ich mir jetzt schon Adressen heraus, notiere mir, welche gesund-vegan-Optionen nahe an den jeweiligen Standorten sind. Schreibe schon jetzt an das Hotel und frage nach dem Frühstücksbuffet.
Anyway, das sind nur Nebensächlichkeiten.
Die Frage ist: Kann man das Leben allgemein planen??? Kann man planen, eine gute Ehe auch noch in 20 Jahren zu haben? Ich denke Ja und Nein. So wie man auch planen kann, auch noch in 20 Jahren ein top funktionierendes Fahrrad zu haben: Man trägt ihm Sorge, verbringt regelmässig Zeit mit der Reinigung und Wartung, man ölt die Kette, ersetzt die Bremsen, bringt es in den Service,...... die Ehe ist leicht komplexer, natürlich. Aber man versteht, wo ich hinwill.
Andere Sachen kann man schon planen....... aber der Plan ist dann nicht einfach so umsetzbar. Oder schon? Wenn ich zum Beispiel plane, in zwei Jahren Kinder zu bekommen. Und dann werde ich nicht schwanger. Was ist dann mit dem Plan?
Wäre es deshalb besser, gar nie zu planen, sondern immer offen zu bleiben für die Umstände, die gerade da sein werden? Ja und nein. Ohne dass ich eine abgeschlossene Antwort darauf hätte, plane ich zumindest schon meine Grundsätze und Überzeugungen ein. Ich glaube, dass Gott uns gesund und fruchtbar erschaffen hat. Wenn es dann nicht so wird, so habe ich zumindest schon etwas, mit dem ich gegen die Umstände kämpfe. Bzw. für das ich hoffe, bete, ausprobiere, Schritte mache. Anstatt zu sagen: Es sollte wohl nicht sein.
Apropos Kinder: Da habe ich überhaupt in letzter Zeit immer wieder interessante Diskussionen mit Freundinnen und Freunden. Einige sagen, man müsse überhaupt nicht verhüten, denn Gott wisse schon, wann es der richtige Zeitpunkt sei. Andere - wie ich - vertreten den Standpunkt, dass Gott uns den freien Willen und ein Hirn gegeben hat, und so können wir eben selbst frei entscheiden. Wieder andere sehen ihre Überzeugungen irgendwo in der Mitte (für mich nur schwer nachvollziehbar), wie zum Beispiel: Wir haben einen freien Willen, aber Gott entscheidet doch auch mit.
Jedenfalls plane ich jetzt, langsam diesen Blogeintrag abzuschliessen. Nicht dass es noch im Desaster endet.
Bäm. Während andere, spontane, extrovertierte, unternehmungslustige Menschen diese Aussage wohl lächerlich finden, fand sie bei mir sofort Anklang.
Ich liebe es, zu planen. Mein Top-Berufswunsch wäre es - nebst Rapperin oder Schreiberin zu sein - als PA zu arbeiten. Persönliche Assistentin. Den ganzen Tag lang planen. Organisieren. Herrlich.
Immer wieder bin ich frustiert, wenn wir in einer Gruppe (ab 2 Personen aufwärts) irgendwohin gehen, und jemand anderes hat es initiiert und ist somit von mir aus gesehen verantwortlich, und dann finden wir uns irgendwo, ohne zu wissen, wo lang es geht, oder wo man essen könnte, oder wann die Züge fahren. Dann muss ich mir jeweils ganz bewusst sagen: Es ist ok! Man kann es auch so machen und es gut haben dabei.
Was ja auch stimmt. Das hab ich ja auch schon x mal gemacht.
Trotzdem. Gerade jetzt, wo ich mich vegan ernähre, oder wo ich allgemein gesund essen will, wird ein gewisses online-rekognoszieren noch wichtiger. Nächste Woche fahren wir mit der Schule nach Graz. Jeden Tag besuchen wir tausend Ausstellungen an vielen verschiedenen Standorten, und haben dann jeweils kurz Zeit, etwas zu Mittag oder zu Abend zu essen. Also suche ich mir jetzt schon Adressen heraus, notiere mir, welche gesund-vegan-Optionen nahe an den jeweiligen Standorten sind. Schreibe schon jetzt an das Hotel und frage nach dem Frühstücksbuffet.
Anyway, das sind nur Nebensächlichkeiten.
Die Frage ist: Kann man das Leben allgemein planen??? Kann man planen, eine gute Ehe auch noch in 20 Jahren zu haben? Ich denke Ja und Nein. So wie man auch planen kann, auch noch in 20 Jahren ein top funktionierendes Fahrrad zu haben: Man trägt ihm Sorge, verbringt regelmässig Zeit mit der Reinigung und Wartung, man ölt die Kette, ersetzt die Bremsen, bringt es in den Service,...... die Ehe ist leicht komplexer, natürlich. Aber man versteht, wo ich hinwill.
Andere Sachen kann man schon planen....... aber der Plan ist dann nicht einfach so umsetzbar. Oder schon? Wenn ich zum Beispiel plane, in zwei Jahren Kinder zu bekommen. Und dann werde ich nicht schwanger. Was ist dann mit dem Plan?
Wäre es deshalb besser, gar nie zu planen, sondern immer offen zu bleiben für die Umstände, die gerade da sein werden? Ja und nein. Ohne dass ich eine abgeschlossene Antwort darauf hätte, plane ich zumindest schon meine Grundsätze und Überzeugungen ein. Ich glaube, dass Gott uns gesund und fruchtbar erschaffen hat. Wenn es dann nicht so wird, so habe ich zumindest schon etwas, mit dem ich gegen die Umstände kämpfe. Bzw. für das ich hoffe, bete, ausprobiere, Schritte mache. Anstatt zu sagen: Es sollte wohl nicht sein.
Apropos Kinder: Da habe ich überhaupt in letzter Zeit immer wieder interessante Diskussionen mit Freundinnen und Freunden. Einige sagen, man müsse überhaupt nicht verhüten, denn Gott wisse schon, wann es der richtige Zeitpunkt sei. Andere - wie ich - vertreten den Standpunkt, dass Gott uns den freien Willen und ein Hirn gegeben hat, und so können wir eben selbst frei entscheiden. Wieder andere sehen ihre Überzeugungen irgendwo in der Mitte (für mich nur schwer nachvollziehbar), wie zum Beispiel: Wir haben einen freien Willen, aber Gott entscheidet doch auch mit.
Jedenfalls plane ich jetzt, langsam diesen Blogeintrag abzuschliessen. Nicht dass es noch im Desaster endet.
Samstag, September 27, 2014
Von Unfällen und vom mutig und geduldig sein
Das war eine lange online-Absenz. Mein Vollzeitstudium hat angefangen, daneben arbeite ich noch 80% - da bleibt nicht viel Zeit übrig.......
...unser Motorrad war nach zwei Wochen kaputt und nicht mehr reparierbar. Hätten wir vorsichtiger sein sollen mit einem Kauf auf einer online-Auktionsplattform? Sicher. Aber handkehrum hätten wir dann niemals ein Motorrad gekauft. Womöglich wirklich niemals. Wir hätten einiges an Geld eingespart. Zumindest auf den ersten Blick. Aber, wenn auch nicht immer ganz überzeugt, ich bin dennoch froh, haben wir das gewagt. Wer nichts wagt, gewinnt nichts, heisst es immer so schön. Ein Auto lässt sich nur steuern, wenn es fährt. Und so.
Wir sassen also auf unserer sauteuren Ausrüstung fest - brandneue Helme, Schutzbekleidung, Versicherung,... - und überlegten, was wir tun könnten und wollen. Nach langem Hin- und Her beschlossen wir, etwas leicht Verrücktes zu machen. Wir kauften noch einmal ein Motorrad. Auch gebraucht. Aber diesmal von einem Händler, mit Garantie, nach top-Service. Das kostet auch etwas. Was wir nicht einfach so haben. Obwohl wir Schulden nicht gut finden, haben wir uns das Geld vorschiessen lassen, innerhalb der Familie, und können es nun in Ruhe zurückzahlen.
Das Neue ist ein Riesending. 955ccm. Sauschwer. Auf meiner allerersten Lernfahrt ging alles ganz gut auf dem Parkplatz. Erster Gang, hin und her. Zweiter Gang. Alles super. Also ab auf die Strasse. Auch dort ging alles gut. Es war ja auch im Industriegebiet, abends. Ich probierte den dritten Gang, mehr Tempo. Yeah! Und dann kam plötzlich eine Ampel. Eine AMPEL! Auf rot! Und nach der Ampel eine richtige, befahrene Strasse! Mit Autos! P A N I K ! Ich konnte anhalten, aber vor lauter "wie schalte ich runter, wo muss ich bremsen, was mach ich jetzt, wohin bieg ich ab, oh nein es ist schon grün und alle warten auf mich" fiel ich einfach auf die Seite. Päm! Der Riesentöff am Boden, ich konnte noch grad wegspringen. ... .... am Ende ging alles gut aus. Ein nettes Paar ging Gianni suchen und holen, einige nette Jungs hievten den Töff wieder in eine aufrechte Position, und dann fuhr mich mein Mann nach Hause.
Ja, ich muss geduldig sein. Ein Mix von mutig und geduldig.
Jetzt muss ich ins Bett. Morgen hab ich Frühschicht. Nur noch die Süsskartoffeln aus der Pfanne nehmen, in ein Tupperware packen, und dann ab ins Gästebett. Denn unser Schlafzimmer muss erst dekontaminiert werden. Vor zwei Wochen zerbrach mir (wieder) ein Quecksilberthermometer...
So bleibt das Leben spannend. Gute Nacht!
...unser Motorrad war nach zwei Wochen kaputt und nicht mehr reparierbar. Hätten wir vorsichtiger sein sollen mit einem Kauf auf einer online-Auktionsplattform? Sicher. Aber handkehrum hätten wir dann niemals ein Motorrad gekauft. Womöglich wirklich niemals. Wir hätten einiges an Geld eingespart. Zumindest auf den ersten Blick. Aber, wenn auch nicht immer ganz überzeugt, ich bin dennoch froh, haben wir das gewagt. Wer nichts wagt, gewinnt nichts, heisst es immer so schön. Ein Auto lässt sich nur steuern, wenn es fährt. Und so.
Wir sassen also auf unserer sauteuren Ausrüstung fest - brandneue Helme, Schutzbekleidung, Versicherung,... - und überlegten, was wir tun könnten und wollen. Nach langem Hin- und Her beschlossen wir, etwas leicht Verrücktes zu machen. Wir kauften noch einmal ein Motorrad. Auch gebraucht. Aber diesmal von einem Händler, mit Garantie, nach top-Service. Das kostet auch etwas. Was wir nicht einfach so haben. Obwohl wir Schulden nicht gut finden, haben wir uns das Geld vorschiessen lassen, innerhalb der Familie, und können es nun in Ruhe zurückzahlen.
Das Neue ist ein Riesending. 955ccm. Sauschwer. Auf meiner allerersten Lernfahrt ging alles ganz gut auf dem Parkplatz. Erster Gang, hin und her. Zweiter Gang. Alles super. Also ab auf die Strasse. Auch dort ging alles gut. Es war ja auch im Industriegebiet, abends. Ich probierte den dritten Gang, mehr Tempo. Yeah! Und dann kam plötzlich eine Ampel. Eine AMPEL! Auf rot! Und nach der Ampel eine richtige, befahrene Strasse! Mit Autos! P A N I K ! Ich konnte anhalten, aber vor lauter "wie schalte ich runter, wo muss ich bremsen, was mach ich jetzt, wohin bieg ich ab, oh nein es ist schon grün und alle warten auf mich" fiel ich einfach auf die Seite. Päm! Der Riesentöff am Boden, ich konnte noch grad wegspringen. ... .... am Ende ging alles gut aus. Ein nettes Paar ging Gianni suchen und holen, einige nette Jungs hievten den Töff wieder in eine aufrechte Position, und dann fuhr mich mein Mann nach Hause.
Ja, ich muss geduldig sein. Ein Mix von mutig und geduldig.
Jetzt muss ich ins Bett. Morgen hab ich Frühschicht. Nur noch die Süsskartoffeln aus der Pfanne nehmen, in ein Tupperware packen, und dann ab ins Gästebett. Denn unser Schlafzimmer muss erst dekontaminiert werden. Vor zwei Wochen zerbrach mir (wieder) ein Quecksilberthermometer...
So bleibt das Leben spannend. Gute Nacht!
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