Irgendwann in meiner Kalifornien-Zeit, die ich übrigens nach wie vor fast täglich vermisse, also nicht mal Bethel, obwohl das natürlich auch extrem, sondern vor allem auch Kalifornien an sich, das Klima, die Landschaften, den warmen Wind, die Vogelschwärme, die kanadischen Wildgänse,........, irgendwann in meiner Kalifornien-Zeit also, sagte mal jemand, ich erinnere mich nicht mehr, wer das war, "fail to plan - plan to fail". Versage, zu planen - plane, zu versagen.
Bäm. Während andere, spontane, extrovertierte, unternehmungslustige Menschen diese Aussage wohl lächerlich finden, fand sie bei mir sofort Anklang.
Ich liebe es, zu planen. Mein Top-Berufswunsch wäre es - nebst Rapperin oder Schreiberin zu sein - als PA zu arbeiten. Persönliche Assistentin. Den ganzen Tag lang planen. Organisieren. Herrlich.
Immer wieder bin ich frustiert, wenn wir in einer Gruppe (ab 2 Personen aufwärts) irgendwohin gehen, und jemand anderes hat es initiiert und ist somit von mir aus gesehen verantwortlich, und dann finden wir uns irgendwo, ohne zu wissen, wo lang es geht, oder wo man essen könnte, oder wann die Züge fahren. Dann muss ich mir jeweils ganz bewusst sagen: Es ist ok! Man kann es auch so machen und es gut haben dabei.
Was ja auch stimmt. Das hab ich ja auch schon x mal gemacht.
Trotzdem. Gerade jetzt, wo ich mich vegan ernähre, oder wo ich allgemein gesund essen will, wird ein gewisses online-rekognoszieren noch wichtiger. Nächste Woche fahren wir mit der Schule nach Graz. Jeden Tag besuchen wir tausend Ausstellungen an vielen verschiedenen Standorten, und haben dann jeweils kurz Zeit, etwas zu Mittag oder zu Abend zu essen. Also suche ich mir jetzt schon Adressen heraus, notiere mir, welche gesund-vegan-Optionen nahe an den jeweiligen Standorten sind. Schreibe schon jetzt an das Hotel und frage nach dem Frühstücksbuffet.
Anyway, das sind nur Nebensächlichkeiten.
Die Frage ist: Kann man das Leben allgemein planen??? Kann man planen, eine gute Ehe auch noch in 20 Jahren zu haben? Ich denke Ja und Nein. So wie man auch planen kann, auch noch in 20 Jahren ein top funktionierendes Fahrrad zu haben: Man trägt ihm Sorge, verbringt regelmässig Zeit mit der Reinigung und Wartung, man ölt die Kette, ersetzt die Bremsen, bringt es in den Service,...... die Ehe ist leicht komplexer, natürlich. Aber man versteht, wo ich hinwill.
Andere Sachen kann man schon planen....... aber der Plan ist dann nicht einfach so umsetzbar. Oder schon? Wenn ich zum Beispiel plane, in zwei Jahren Kinder zu bekommen. Und dann werde ich nicht schwanger. Was ist dann mit dem Plan?
Wäre es deshalb besser, gar nie zu planen, sondern immer offen zu bleiben für die Umstände, die gerade da sein werden? Ja und nein. Ohne dass ich eine abgeschlossene Antwort darauf hätte, plane ich zumindest schon meine Grundsätze und Überzeugungen ein. Ich glaube, dass Gott uns gesund und fruchtbar erschaffen hat. Wenn es dann nicht so wird, so habe ich zumindest schon etwas, mit dem ich gegen die Umstände kämpfe. Bzw. für das ich hoffe, bete, ausprobiere, Schritte mache. Anstatt zu sagen: Es sollte wohl nicht sein.
Apropos Kinder: Da habe ich überhaupt in letzter Zeit immer wieder interessante Diskussionen mit Freundinnen und Freunden. Einige sagen, man müsse überhaupt nicht verhüten, denn Gott wisse schon, wann es der richtige Zeitpunkt sei. Andere - wie ich - vertreten den Standpunkt, dass Gott uns den freien Willen und ein Hirn gegeben hat, und so können wir eben selbst frei entscheiden. Wieder andere sehen ihre Überzeugungen irgendwo in der Mitte (für mich nur schwer nachvollziehbar), wie zum Beispiel: Wir haben einen freien Willen, aber Gott entscheidet doch auch mit.
Jedenfalls plane ich jetzt, langsam diesen Blogeintrag abzuschliessen. Nicht dass es noch im Desaster endet.
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