Donnerstag, April 09, 2015

Erfahrung in einem mehrbesseren Hotel-WC

Heute fuhren MitstudentInnen und ich in die grosse Stadt Z., weil wir da bei einem Kunstwettbewerb mitgemacht und es in die letzte Runde geschafft hatten - Jurypräsentation. Die Präsentation vor der Jury - Architekt, Kuratorin,..... - fand in einem mehrbesseren Hotel (Zimmerpreise ab 315.-) in einem Konferenzraum statt. Wir waren viel zu früh dran und gingen noch auf Klo. Tür auf: Wow! Die ganze linke Wand besteht nur aus Fensterglas, vier Stockwerke weiter unten strömt ein Fluss vorbei. Darüber Sicht auf die Stadt. Die einzelnen WC-Kabinen sind geräumig, sauber und indirekt beleuchtet. Das Farbkonzept ist angenehm. Vor dieser Glaswand nun stehen drei einzelne "Säulen", die Lavabos. Darüber perfekt ausgeleuchtete Spiegel. Und jetzt der Hammer: Es gibt eine Art Kasten, auf dessen einen Seite kleine Becherchen gestapelt sind. Man kann sich so einen ziehen und unter den Kasten halten. Eine blaue Flüssigkeit strömt in das Becherchen: Mundspülung!! So spülen wir alle unsere Münder und fühlen uns danach perfekt erfrischt, um in die Runde zu lächeln und unser Projekt vorzustellen. Ob es was genützt hat, erfahren wir nächste Woche.

Sonntag, April 05, 2015

Hallo April

Erst ein mail der treuen Frau Vorgarten reisst mich aus meinem aktuellen Alltag und zurück zur Besinnung. Wie unangenehm ich inaktive Blogs finde - und nun wird meiner auch so einer? Nein, nein, nein. Danke, Frau Vorgarten!!

Unzählige Male forschte ich in den vergangenen vier Monaten der Schwangerschaftsübelkeit nach. Wie lange sie normalerweise dauert. In welcher Woche sie meistens nachlässt. Und wann spätestens (die Ausnahmen, die bis zur Geburt hin dauern, klammern wir mit dieser Klammer aus). Überall hiess es, spätestens in/nach der 16. Woche sollte sie abklingen. Auch mein Hausarzt, der mich zeitenweise gar zu 100% arbeitsunfähig schreiben musste, prophezeite eine Wende in dieser Woche. Und es kam so. Irgendwann in der 16. Woche hatte ich plötzlich mehr Energie und Appetit. In der 17. Woche kaufte ich mir endlich einen homöopatischen Spray - man mag davon halten, was man will, ich inklusive - den mir meine Hebamme schon lange lange vorher empfohlen hatte. Enzian. Er schmeckte bitter wie mein lieblingsalkoholisches Getränk, Suze. Nun weiss ich nicht, ob es der Spray war oder schlichtweg die 17. Woche, wahrscheinlich vor allem letzteres - aber das Elend löste sich auf wie Frühnebel in der Morgensonne.

Mir ist immer noch manchmal schlecht, aber das Elend ist weg. Weg, weg, weg!!!! Hallelujah!!

Nun bin ich in der 20. Woche, in wenigen Tagen wird bereits die Hälfte der Schwangerschaft vorbei sein. Unglaublich.

Gibt es für mich noch andere Themen als Schwangerschaft und Baby? Ja und nein. Ich denke jeden Tag die ganze Zeit an diesen Themen herum. Gleichzeitig kam mit der neuen Energie auch viel anderes in Schwung. Ich konnte wieder schreiben, wieder aktiv werden im Studium, ging wieder arbeiten, packte bei weiteren Projekten mit an - darum auch die Bloginaktivität, so sehr ich mich ihrer schäme.

Durch meinen wachsenden Bauch wird gerade für die Umwelt meine Schwangerschaft viel realer.  Ich werde vermehrt darauf angesprochen. Es wird nachgefragt. Sich mitgefreut. Weiss ich schon das Geschlecht? Haben wir schon einen Namen? Lustig, dabei vergesse ich jetzt manchmal schlichtweg, dass ich schwanger bin, bloss weil die Übelkeit weg ist. Dabei haben die anderen typischen "Beschwerden" angefangen. Heute bei der Arbeit zum Beispiel: Ich kehre den Boden und will am Schluss das Häufchen Dreck mit Schaufel und Besen aufnehmen. Äh, schwieriger als gedacht. Der Bauch, so klein er auch noch ist, ist im Weg. Dasselbe mit Schuhe binden. Für die kommenden Monate muss ich definitiv auf Modelle umsteigen, in die ich einfach hineinschlüpfen kann. Und das Schlafen!!!! Erstens tun mir sowieso die Beine ständig weh und der untere Rücken, trotz regelmässiger chiropraktischer Behandlung. Meine Lieblingsposition, auf dem Bauch, fällt weg. Empfohlen ist die linke Seite. Aber ich finde mich immer wieder auf dem Rücken wieder, wenn ich alle zwei Stunden erwache, um pinkeln zu gehen.

Seit etwa einer Woche spüre ich das Baby. Ein unglaubliches Gefühl!! Noch ist es ganz sanft, fast wie Luft, die sich in meinen Gedärmen bewegt. Manchmal schläft es den ganzen Tag und ich werde fast ein bisschen besorgt. Aber meine befreundete Hebamme winkt ab. Ach, in der 20. Woche! Das sei sowieso noch früh, um es wirklich zu spüren.

Ich plange auf den Sommer, weil es mir einfach zu kalt ist. Der kommt schon bald. Heute sass ich in der Sonne, als es plötzlich zu schneien begann. Hallo April!

Apropos April. Es war ja klar, dass meine Familie mir nicht glauben würde, dass es Zwillinge sind, die man komischerweise im letzten Ultraschall vor zwei Monaten nicht entdeckt hatte. Nächstes Jahr muss ich mir etwas besseres ausdenken. 

Samstag, Februar 14, 2015

Telefonieren im Zug

Etwas, was mir seit Jahren ein Rätsel ist, ist das Telefonieren im Zug. Ich hab es auch schon getan und werde bestimmt auch wieder in dieser Situation sein. Aber es ist mir immer unangenehm, und ich versuche, so leise wie möglich zu sprechen, sowie das Telefonat möglichst kurz zu halten. Ich störe mich auch nicht an allen Telefonaten im Zug. Es geht nicht mal gross um's Stören - wobei, manchmal schon! Vor allem frage ich mich einfach, wie einige Leute das tun können?? Im vollgepackten Feierabendverkehrszug in voller Lautstärke sich mit jemandem über etwas unterhalten, als ob man zusammen in einer Bar bei einem Bier sitzen würde und den ganzen Abend Zeit hätte. "JA, ICH MACHE JETZT EBEN NOCH DAS FISCHERPATENT........ DAS FISCHER..... DAS FISCHERPATENT. BIS JETZT DURFTE ICH JA NUR MIT EINEM HAKEN FISCHEN (angeln) GEHEN... (...) (5 Minuten später) ..UND KANNST DU GLAUBEN, DASS DIESE IDIOTEN JETZT NEU VORSCHREIBEN, DASS DIE FORELLEN MINDESTENS 45 CM GROSS SEIN MÜSSEN? DIE FORELLEN... MINDESTENS 45 CM...  IMMER DIESE SCHEISS BEVORMUNDUNG!! (...) (usw. usf.)".

oder

"...JAA, MEINE FREUNDIN HAT JETZT EBEN AUCH LANGSAM CELLULITE. WIR HABEN JETZT ABGEMACHT, DASS WIR MEHR SPORT MACHEN WERDEN. WAHRSCHEINLICH GEHEN WIR HEUTE ABEND MAL INS HALLENBAD WORB; SCHWIMMEN SOLL JA NOCH GUT SEIN BEI CELLULITE.."

Ich schreibe das fettgedruckt, weil beim Telefonieren oft das Bedürfnis verspürt wird, ins Telefon zu schreien, da die andere Person ja weit weit weg ist und man sicher gehen will, dass sie einem auch hört.

Diese Personen sitzen echt in einem Zugwagen, der bis auf den letzten Platz besetzt ist, wo kein Mensch sonst eine Unterhaltung führt, und breiten ihr Privatleben für alle gut hörbar aus.

Es ist mir einfach ein Rätsel...... 

Dienstag, Februar 10, 2015

Auch schon mal mit Pinguinen geflogen?

Heute morgen früh, noch vor 5 Uhr, erwachte ich ob einem Schrei. Oh, das war ja ich, die am schreien war. Was war geschehen?

Zu Beginn des Traumes befand ich mich an einem Anlass in der Gemeinde, in der ich aufgewachsen war. Gleich nebenan fand das Freakstock statt. Ich schaute zum Fenster hinaus aufs Festivalgelände und war zugleich überrascht, dass es schon jetzt lief, als auch erfreut darüber. Endlich musste ich mal nicht weit reisen!

Schnitt. Nun befand ich mich in einem altehrwürdigen Zimmer mit den anderen Bundesräten und Bundesrätinnen - ich war eine davon. Uns waren soeben die Departemente zugeteilt worden, und ich hatte das Departement des Inneren erhalten. Bundesrätin S.Sommaruga war ebenfalls dem EDI zugeteilt, wir feierten das mit einem Handschlag, und ich war schon noch froh, dass ich mit ihr zusammen Innenministerin sein werde. Gleichzeitig fand ich, dass alles auch etwas zuviel war: Zwei Studiengänge (?), Arbeiten im Restaurant, plus Bundesrätin. Ich würde irgendwas streichen müssen. Aber was?

Dann sass ich in unserer Wohnung am Küchentisch, mit meiner Mutter und meiner Schwester. Ich war völlig ratlos, was ich denn als Innenministerin zu tun hatte oder tun sollte. Plötzlich der Blitzgedanke: Natürlich!!! Ich werde die Subventionen, die bisher an swiss beef und an Emmi (Milchkonzern) gegangen waren, umlenken zu gescheiteren Projekten und Nöten. Meine Schwester war unsicher, ob das ok ist. Ich ergeusterte mich: "Aber natürlich!! Das sind MILLIARDEN!!!! MILLIARDEN, die jeden Tag in die Fleisch- und Milchindustrie fliessen!!".

Nun gab es eine High Tech Präsentation an einem grossen Bildschirm. Das Fürstentum Liechtenstein solle verschoben werden, so dass die Schweiz grösser werden könnte. Und zwar sollte Liechtenstein komplett umplatziert werden auf der Weltkarte. In der Präsentation sah man das Fürstentum, riesig aufgeblasen, über die Weltkarte fliegen und an der Westküste von Südamerika platziert werden. Man sprach von Brasilien, obwohl das ja auf der anderen Seite liegt.

Und nun wurde es fantastisch: Meine Schwester und ich FLOGEN über den Atlantik auf Südamerika zu und über Südamerika hinweg. Ohne Flugzeug oder irgendwas, wir konnten einfach frei fliegen. Hinter uns flog eine Gruppe von etwa 10-15 Zwergpinguinen (ca. 70cm gross) her. Ich so zu meiner Schwester: Das ist ja wunderschön hier, ich würde lieber die Schweiz hierhin platzieren als Liechtenstein!! Wir landeten in einer wunderschönen Lagune: Das Wasser kristallklar, warm, und ruhig. Die Pinguine gesellten sich sofort zu lokalen Pinguinen, die vor einer Höhle am Wasser waren. Unsere kleine Bucht war auf allen Landseiten umgeben von hohen, geraden Felsen, wie eine Wand. Zudem waren die auch überhängend, bzw. es war wie überdacht. Bloss an einer Stelle hatte es ein grosses rundes Loch in der "Decke".

Während meine Schwester an Land blieb, begab ich mich ins Wasser. Ich bin auch im echten Leben keine gute Schwimmerin, und so hatte ich mein kleines Kissen, auf dem ich seit meiner Kindheit jede Nacht schlafe, unter meinem Bauch - es wirkte wie ein Luftkissen. So war es angenehm, zu schwimmen. Ich stellte fest, dass die Wände voller roter Graffiti waren. Zuerst dachte ich, dies sei eine menschenleere Insel, aber dann sah ich, dass oben am Loch zwei Kinder sassen - ihre Beine baumelten durchs Loch hinab.

Gerade als ich mir überlegte, ob ich vielleicht besser aus dem unbekannten Gewässer nach oben fliegen sollte, und abzuschätzen versuchte, ob ich im steilen Winkel durchs Loch fliegen könnte, zog es plötzlich mein Kissen und dann mich nach unten ins Wasser hinab. Ein riesen unterirdischer Strudel!!!! Ich wurde mit starker Kraft immer weiter und schneller nach unten gesogen und realisierte zwei Dinge: 1. "DARUM gibt es hier unten keine Menschen!!!" und 2. "Dies ist mein Ende. Unmöglich, hier rauszukommen". Aufgrund der Aussichtslosigkeit meiner Lage bemühte ich mich auch nicht mehr, meine Luft anzuhalten. Und obwohl ich wusste, dass ein Unterwasser-Schrei kaum gehört werden würde, liess ich meine letzte Luft in einem langen Schrei heraus. Davon erwachte ich.


Im ganzen Rätseln darum, ob dieser Traum wohl irgendetwas bedeutet oder nicht, bin ich vor allem fasziniert davon, was unser Hirn alles für absurde Ideen und Bilder kreieren kann! Mit Pinguinen fliegen!!!! Darauf muss man erst noch kommen! Und nein, ich hatte in der letzten Zeit überhaupt gar nichts über Pinguine geschaut oder gelesen.. hmmm..

Samstag, Januar 31, 2015

Umständlich in anderen Umständen rumstehen

Während ich dies schreibe, kaue ich leicht angewidert an Kartoffelstock herum, obwohl ich mega hungrig bin. Seit über einem Monat sind essen und trinken eine grosse, tägliche Herausforderung. Grosse Abneigung bis hin zu Brechreiz beim blossen Gedanken an Nahrungsmittel und Gerichte - oder auch nur Wasser. Dies zu schreiben kostet mich Überwindung, weil es sich schon wieder um Essen dreht.

Ich bin schwanger. Wie kann ich einen Blogeintrag schreiben, ohne dies zu erwähnen? Schliesslich drehen sich meine Gedanken jetzt fast ausschliesslich um Themen, die mit Schwangerschaft zu tun haben. Natürlich bin ich total happy über die Schwangerschaft. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass die letzten Wochen schwierig zu ertragen waren. Müdigkeit, Schlappheit und Schwindel sind ja noch nachvollziehbar - schliesslich baut mein Körper in rasendem Tempo einen Menschen und lässt ihn wachsen! -(Gestern beim Einschlafen überkam mich eine solche demütige Dankbarkeit, dass ich eine Frau sein darf! Was für ein Privileg, das Bauen und Heranwachsen eines neuen Menschen beherbergen und bewirten zu können und zu dürfen!)-  Aber Übelkeit?? Es gibt diverse Erklärungen, genau weiss man es aber nicht. Anscheinend ist es aber ein gutes Zeichen, weil mein Körper auf etwas "Fremdes" reagiere und lerne, damit umzugehen. Eine andere Erklärung ist, dass bis zur 16. Woche fleissig an der Plazenta gearbeitet wird. Nachdem die mal ganz ihre Arbeit aufnehme, soll die Übelkeit bei den allermeisten Frauen weggehen - manchmal von einem Tag auf den andern, mal schon in der 12. Woche, oder eben erst in der 16. Bei manchen bleibt sie die ganze Schwangerschaft, aber solche Gedanken weise ich entschieden weg.

Stichwort Gedanken wegweisen. So eine Frühschwangerschaft ist ja das beste Übungsfeld dazu. Man muss sich das mal vorstellen: Der positive Schwangerschaftstest, die grosse Freude! Die engsten Freundinnen werden sofort informiert. Ich rechne den vermutlichen Entbindungstermin aus und suche online nach Infos zur aktuellen Schwangerschaftswoche. Dann folgt irgendwann der erste Arztbesuch (Hausarzt). Er als erstes auf meine Bemerkung, dass ich übrigens kürzlich einen positiven Ss-Test gehabt habe: "Und das ist gut für Sie? Wollen Sie austragen?" (das erinnert mich gerade an eine andere Episode, als ich ins Unispital anrief, und zwar eine Nummer für "Soziale Beratung bei emotionalen,...,finanziellen Herausforderungen durch eine Schwangerschaft". Ich rief dort an, weil ich spezifische Fragen zu Mutterschutz und Arbeit/Kündigung hatte, und mich auch finanziell herausgefordert fühlte mit der Schwangerschaft. Ich schilderte meine Fragen. Als allererstes wurde ich gefragt, ob ich austragen wolle. Ich bejahte. "Dann sind Sie hier falsch. Wir beraten nur Frauen, die einen Abbruch in Betracht ziehen. Hmm, ich weiss gar nicht, an welche Stelle ich Sie verweisen könnte?"  - Das ist wirklich passiert!!!!!!). Zurück zu meinem Hausarzt und seiner Frage, ob ich austragen wolle. Ich kann das ja noch verstehen, weil seine tägliche Realität offensichtlich so aussieht, dass nicht alle glücklich über eine Schwangerschaft sind. Aber dann sagt er: "Behalten Sie es am besten noch für sich, denn ein Drittel aller Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt". Dies mag ja auch eine von ihm oft erlebte Realität sein. Aber wirklich? Da kann man sich ja direkt vorstellen, wie ich aus der Praxis rausgehe...... Es brauchte im Anschluss einigen Aufwand, nicht mit Angst zu partnern. Ich kann noch so deklarieren und Hände auflegen und das reiskorngrosse Mini-Leben segnen mit Schutz und Gesundheit - wenn ich das aus Angst heraus tue, suche ich besser mal die Gegenwart und den Frieden Gottes auf.

Also hab ich grad EXTRA vielen Leuten von der Schwangerschaft erzählt. Vor Monaten hatte ich mal ein Buch namens "Pregnancy in His Presence" gelesen, und die Autorin machte eine Aussage, die mich beeindruckte. Sie lautete etwa so: "Jedesmal, wenn du jemandem sagst 'ich bin schwanger', sprichst du damit gerade Leben in die Schwangerschaft hinein, bestätigst sie".

Meistens konnte ich den Frieden und Fokus behalten. Das Menschlein ist hier, es ist gekommen, um zu leben und um zu bleiben. Das Herz schlägt. Gott kenn schon jeden Tag seines zukünftigen Lebens. Im Himmel gibt es keine Fehlgeburt. Ich bin versetzt an himmlische Örter; das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen und in Reichweite, also reiche ich tief hinein und rieche daran.

Nach vielen Wochen hatte ich das erste Mal den Mut, diesen Fehlgeburtsstatistiken nachzuforschen. Viel fand ich bis jetzt nicht, aber man kann auf gar keinen Fall einfach so kategorisch sagen "jede 3. Ss endet schlecht" !!!

Darum schreibe ich jetzt auch extra vor der 12. Woche diesen Blogeintrag :-)   Ich bin gerade Ende der 10. Woche. Anscheinend. Nach meinen Berechnungen wäre ich 10 Tage weiter. Ich weiss nämlich genau, in welchem 3-Tages-Zeitraum der Eisprung gewesen sein muss. Aber beim ersten Ultraschall wurde das kleine Himbeerchen vermessen (1,5cm) und gemäss Ärztin war ich dann plötzlich erst bei Woche 7+5, anstatt wie von mir berechnet 9+irgendwas. Es ist mir ein Rätsel. Naja, egal, jedenfalls hörte ich bei dieser Gelegenheit den Herzschlag dieses mini-Lebens!! 1,5cm gross und solch einen Herzschlag! Schnell und kräftig. Ich kann wirklich sagen, dass das in etwa der bewegendste Moment meines Lebens war, vergleichbar höchstens mit Momenten, in denen Gottes Gegenwart extrem stark wahrnehmbar ist.

Dieser Blogeintrag wird ewig lang, aber schliesslich muss ich ja all die bloglosen Wochen aufholen..

Das mit der Übelkeit ist auch so ein Ding. Leute beteten zwar für mich, dass die Übelkeit weggeht, aber ganz unter uns: Ich hielt mich krampfhaft an ihr fest und wollte nicht, dass sie geht. Es ist komisch. Die Übelkeit ist eins meiner einzigen Zeichen, dass ich schwanger bin. Vom Baby spüre ich noch lange nichts. Einen Bauch habe ich noch nicht wirklich und wenn, dann vor allem, weil meine Darmtätigkeit arg reduziert ist durch die Hormone, und ich einfach gebläht bin. Zweitens ist ja die Übelkeit ein gutes Zeichen - statistisch gesehen haben Frauen mit Schwangerschaftsübelkeit weniger Fehlgeburten. Hmmmmmm - vertraue ich der Übelkeit mehr, als ich Gott vertraue, oder meinem Körper, oder dem, was ich meine, zu glauben? Predige ich Wein und trinke Wasser? Intensiv hab ich in den vergangenen Tagen darüber nachsinniert, wieder angestossen von einem wunderbaren kleinen Büchlein namens "Supernatural Childbirth" (oh ja - ich habe noch viele mehr solche Bücher auf Lager!). Ich hab mich also gestern Abend in einer meiner vielen Stunden auf der Toilette (eben, eingeschränkte Darmtätigkeit) mal am Riemen gerissen und mich zu ein paar klaren Gedanken durchgerungen - schwierig, wenn man sich nonstop ELEND fühlt... man wird total passiv-depressiv.. - und sprach dann tatsächlich über mir aus, im Glauben - klein, aber vorhanden-, dass es mir nicht schlecht sein muss, so dass mein Baby gesund und munter weiterwächst.

Jetzt beginnt ja dann sowieso die 11. Woche, und es sollte bessern. Wir werden's sehen. Schön wärs!

Morgen werd ich 32. Ich versuche jetzt mal, einen Kuchen zu backen.

Donnerstag, Januar 08, 2015

Katzen haben sicher nie Halsschmerzen

Heute Morgen sagte mir mein Mann, er habe Halsweh. Ich wollte ihm einen guten Ratschlag geben und fragte ihn auf englisch: "Wie sagt man dem auf italienisch (*gurgelndes Geräusch*)??" - er antwortet mit einem Ausdruck auf italienisch und fragte, warum? Ich erwiderte: "Mach das mit Salzwasser, das hilft total". Nach einigen Sekunden Stille dreht er sich um und ruft, ahaaa, du meinst gurgeln?? Ich dachte, du meinst Schnurren wie eine Katze!

Sonntag, Januar 04, 2015

Wintergedanken

Winter war jeweils super, wenn ich warm angezogen in tiefem Schnee spielen oder später spazieren konnte. Man blieb warm durch Bewegung, hatte all die wasserdichten Stiefel und Hosen, hatte Zeit, baute Iglus und Schneemänner und überall waren kleinere und grössere Hügel, die man auf Schlitten / Skiern / Plastiksäcken runterrutschen konnte.

Fast forward 20 Jahre. Matsch in der Stadt. Bräunliche salzige Masse überall. Es schneit, mit wässrigen Fäden durchmischt. Winterjacke ist uncool, Winterschuhe sind uncool; ich schaue mich um: Alle anderen Frauen laufen mit schicken Stiefeletten herum, einer Bluse und darüber evtl. eine leichte Herbstjacke. Ich krieg schon Rückenschmerzen von meiner verkrampften Haltung, die ich der Kälte wegen unbewusst eingenommen habe.

Solange ich nicht wieder aufs Land ziehe, bin ich definitiv für den Sommer gemacht. Immerhin war der Schnee schön anzuschauen, und die Tage werden wieder länger.