Es ist immer gut, Erfahrungen zu machen, die man, wenn man wüsste, wie sie sein werden, nicht wählte. So bewarb ich mich kürzlich telefonisch, eine Doppellektion Musik als Stellvertretung zu unterrichten, zusammen mit Gianni. Wir erhielten den Job ohne Probleme, bereiteten uns gründlich vor (!) und fuhren am nächsten Tag hin.
Die Lehrerin selbst, sowie andere Lehrerinnen im Schulhaus hatten uns voller Begeisterung von dieser Klasse erzählt. Das seien soooo liiiiebe Schülerinnen und Schüler, so herzige, begeisterungsfähige, motivierte... ...und sie hatten Recht. Diese 11-jährigen Kinder waren so motiviert, dass sie voller Energie auf ihre Djembés, Pauken und Xylophone einschlugen, auch wenn ich schon längst mit dem Glöckchen läutete und Ruhe verlangte. Nach zwei Lektionen hatte ich fast keine Stimme mehr, geschweige denn Nerven. Da waren die 8 stillen Mädchen und die vier äusserst lauten, dominierenden Jungs, plus sechs MitläuferInnen, die sich immer an den zwei lautesten Jungen orientierten. Waren diese still, waren sie still, waren diese laut, waren sie laut.
Auf der Rückfahrt musste Gianni einiges erleiden..... ich wolle definitiv NIE MEHR als Stellvertreterin arbeiten und garantiert NIE Lehrerin werden, und wenn ich es mir so überlege, so wolle ich auch nie Kinder auf die Welt stellen, da diese in wenigen Jahren selbst zu "Terroristen" werden würden. Die spielenden Nachbarskinder fand ich nun beim besten Willen nicht mehr herzig.
Mein ohnehin schon grosser Respekt für Lehrerinnen und Lehrer schnellte in Höhen, die man kaum beschreiben kann.
Einige Stunden später fand ich es immerhin gut, einmal im Leben diese Erfahrung gemacht zu haben.
Einen Tag später erfuhr ich, dass es nur drei Jahre Studium braucht, um Primarlehrerin zu werden. Ich will ganz sicher nicht Lehrerin werden. Schon gar nicht Primarlehrerin. Aber nur drei Jahre? Und dann hätte ich ein Berufsdiplom, mein erstes Berufsdiplom??! Ich könnte mir ja dann gut aussuchen, wo und wie viel ich arbeiten würde................ Handkehrum.... warum nicht einfach zwei Jahre anhängen und in 5 Jahren Studium etwas lernen, was ich viel lieber würde...?!
Aber 5 Jahre?? Es bleibt spannend.....
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Donnerstag, Mai 23, 2013
Freitag, März 16, 2012
Mittwoch, November 23, 2011
Und was machst du so an einer Bibelschule?
"Take over Tuesday": Das ist ein Dienstag, an dem der geplante Redner oder die vorgesehene Rednerin nicht auftaucht - und wir machen, was auch immer wir fühlen was der Heilige Geist mit uns vorhat. Das ist bis jetzt schon dreimal passiert! Heute hatten wir zuerst wie geplant Bill, und er liess überraschend ein Keybord aufstellen und spielte eine gute Stunde lang für uns Klavier und sang wunderbare alte Anbetungslieder im Stil von "(Sein Name ist) Immanuel". Danach war eben nichts. Und unsere SchulleiterInnen waren super. Nachdem sie sich gestern schon anderthalb Stunden Zeit genommen hatten, um mit uns allen über das Goldstaub-Glitzer-Wolken-Ding zu reden, führten sie uns heute in eine Gloryparty. Sie hatten das Gefühl, dass heute FREUDE freigesetzt wird. Die Praktikantin des Schulleiters, Ernes frühere Mitbewohnerin, ist Dance-DJ, und liess zwei ihrer Mixes laufen. Wir lachten, tranken von Gottes Güte, und tanzten, und am Schluss waren wir alle verschwitzt und überall lagen Körper auf dem Boden. Ich war glücklich. Tanzen - in Regenstiefeln - und Lachen. In der BSSM. Mitten an einem Nachmittag im November. Und mitten in dem ganzen Getümmel gab es auch spontane "Breakthrough-Circles" für alle, die Durchbruch brauchten. Happy Intercession, right there.
Jetzt ist Thanksgiving-Pause. Und am Montag muss ich eine 10-Minuten Predigt bereit halten. Fun times ahead with 2.Petrus 1,3-4!
Jetzt ist Thanksgiving-Pause. Und am Montag muss ich eine 10-Minuten Predigt bereit halten. Fun times ahead with 2.Petrus 1,3-4!
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Sonntag, Juli 17, 2011
Etwas einfangen und als etwas eingefangen werden
Es gibt Momente, die man einigermassen einfangen kann mit der Handykamera. Letzte Woche war so eine "Kulturwoche", oder ein "Altstadtfest" hier. Es ist so gut, dass sogar der iPod nach ihm benannt ist. Und obwohl ich seit über fünf Jahren mich in dieser Stadt bewege, war ich noch nie wirklich am Podring. Auch dieses Jahr arbeitete ich wieder jeden Abend. Aber meine Chefin zog mich fast an den Haaren (als ich noch lange hatte) zur "Feuerorgel": Stahlrohre, zu einer Art Orgel verschweisst, und dann macht die Künstlerin, bei der ich letztes Jahr wöchentlich ins Training gegangen war, mit Gas Stichflammen, welche, in die Rohre gehalten, Töne erzeugen. Magisch! Dazu las ein früherer Mitstudent von mir Texte. Auch der Himmel war mit eingespannt. Pünktlich zu Beginn der Show begann es zu blitzen und donnern. Als der Autor einmal ins Mikrofon rief "Mittelland, erwache!", unterstrich ein gewaltiger Donnerschlag diesen Aufruf. Bäm!!!!! Die Menge tobte. Nur Minuten später ergoss sich ein Regen über uns, dass die Show bald abgebrochen werden musste, und wir waren alle kollektiv verschifft worden.
An einem anderen Abend wollte ich grad von der Arbeit nach Hause, es war schon Mitternacht vorbei, als ich hörte, dass Big Zis ein Konzert am geben war. YESSS!!!
Dann gibt es die anderen Momente. Die versuche ich einzusaugen, so fest wie möglich. Die alte Frau, die von Schmerzen geplagt im Garten ein Stück Kuchen bestellt und mich dann aufs Gröbste zusammenstaucht, weil der Kuchen anscheinend nicht gut ist. Wenige Minuten später erzählt sie mir ihr halbes Leben, von der Kinderlosigkeit, dem Tod ihres Mannes vor 17 Jahren und der Einsamkeit, in der sie seit da lebt. Von den Schmerzen in den Beinen. Dann beten die Gästin und die Serviertochter zusammen, und sie schluchzt wie ein kleines Kind, und mir und meiner Mitarbeiterin kommen vor Rührung auch die Tränen. Am Schluss strahlt die Frau übers ganze Gesicht, bedankt sich tausendmal als sie geht.
Oder: Die Coiffeuse hält meine zusammengebundenen Haare in den Händen, streichelt sie, dankt ihnen für ihr jahrelanges Dasein. Dann nimmt sie die Schere und schneidet den ganzen Pferdeschwanz ab.
Oder: Bis 00.30 arbeiten. Es war wieder einmal full house bzw. garden. Der Koch sagt uns zweien noch tschüss, und irgendwie bleibt er hängen, und dann sitzen wir zu dritt noch zwei Stunden vor dem Haus, trinken Bier, erzählen Geschichten und lachen, bis uns die Bäuche weh tun. Dann ist halb 3, ich begleite die Kollegin zu ihrer Wohnung in der Altstadt. Das letzte Konzert dort ist längst vorbei, überall werden Bühnen abgebaut, aber der Platz mitten in der Altstadt ist voller Dreiergrüppchen, die biertrinkend beieinander stehen und plaudern. 02.45 Uhr. Der Crêpe-stand ist noch da! Wir kaufen ein Crêpe, laufen zum Haus der Freundin, setzen uns hinten in den Garten und essen. Unwiederholbare Momente.
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Montag, Mai 09, 2011
"We're gonna dance like lovers do" (Jumbo Jet)
So lustig, am Sonntagmorgen früh verschlafen aus dem Haus zu gehen und dann, während man den ersten Hügel hochkeucht (noch vor dem ersten Kaffee!), dies anzutreffen:
I love it! In diesem Haus wohnen 15 BSSM-Studentinnen, alles so crazy Frauen. Vor einem Monat, als wir alle noch in Jacke rumliefen, gingen die eines Nachts in den Whiskeytownlake, um den ringsherum noch Schnee auf den Hügeln lag, baden.
Dies hier ist aber kein Plüschtier, sondern ein richtiges. Ich traf es kürzlich am Fluss an. Es war nur etwa so gross wie meine Hand. Ich fragte einen Jogger, was es sei, er sagte "An Opossum". hahaha!!! Ich wusste von den Opossums/Opossi/Opossen/? nur, welche Geräusche sie machen, da Ernestyna und ich dies an meinem Geburtstag hörten. Aber ein solches Tier zu sehen war dann schon etwas anderes. Jedenfalls war weit und breit keine Mutter zu sehen, über uns kreiste ständig ein riesiger Greifvogel im Tiefflug. Ich wollte es mit nach Hause nehmen, aber es fauchte und zeigte die Zähne. Ich liess die Nahrungskette Nahrungskette sein und ging ein Sandwich essen.
Ansonsten bricht in Bälde die letzte Woche an. Well, die letzte Woche für 3 Monate. Gestern das letzte Schweizertreffen in dieser Konstellation, und es wurde wild. Hahaha.
Immer noch bin ich da, und hatte diese Woche einen meiner grössten Durchbrüche, es hört einfach nicht auf, noch besser zu werden. Ich merke erst hinterher, wie viel freier ich geworden bin. Vor drei Jahren, vor zwei, vor einem Jahr, wie viel stärker noch wurden meine Gedanken, meine Wahrnehmung, meine Stimmung, mein Handeln bestimmt von Verletzungen, Lügen die ich über mir selbst glaubte, von Performance-Leisungsdenken. Es ist so viel mehr Freiheit da, und der potentiell leere Begriff füllt sich sofort auf wenn ich eintrete.
Die letzte Woche hielt ich mich wach mit zuviel Kaffee und entweder Drum'n'Bass oder Jumbo Jet - meine absolute Top-Lieblingsband aller Zeiten - in den Ohren. Jetzt höre ich vor dem einschlafen noch ein bisschen Soaking Music.
I love it! In diesem Haus wohnen 15 BSSM-Studentinnen, alles so crazy Frauen. Vor einem Monat, als wir alle noch in Jacke rumliefen, gingen die eines Nachts in den Whiskeytownlake, um den ringsherum noch Schnee auf den Hügeln lag, baden.
Dies hier ist aber kein Plüschtier, sondern ein richtiges. Ich traf es kürzlich am Fluss an. Es war nur etwa so gross wie meine Hand. Ich fragte einen Jogger, was es sei, er sagte "An Opossum". hahaha!!! Ich wusste von den Opossums/Opossi/Opossen/? nur, welche Geräusche sie machen, da Ernestyna und ich dies an meinem Geburtstag hörten. Aber ein solches Tier zu sehen war dann schon etwas anderes. Jedenfalls war weit und breit keine Mutter zu sehen, über uns kreiste ständig ein riesiger Greifvogel im Tiefflug. Ich wollte es mit nach Hause nehmen, aber es fauchte und zeigte die Zähne. Ich liess die Nahrungskette Nahrungskette sein und ging ein Sandwich essen.Ansonsten bricht in Bälde die letzte Woche an. Well, die letzte Woche für 3 Monate. Gestern das letzte Schweizertreffen in dieser Konstellation, und es wurde wild. Hahaha.
Immer noch bin ich da, und hatte diese Woche einen meiner grössten Durchbrüche, es hört einfach nicht auf, noch besser zu werden. Ich merke erst hinterher, wie viel freier ich geworden bin. Vor drei Jahren, vor zwei, vor einem Jahr, wie viel stärker noch wurden meine Gedanken, meine Wahrnehmung, meine Stimmung, mein Handeln bestimmt von Verletzungen, Lügen die ich über mir selbst glaubte, von Performance-Leisungsdenken. Es ist so viel mehr Freiheit da, und der potentiell leere Begriff füllt sich sofort auf wenn ich eintrete.
Die letzte Woche hielt ich mich wach mit zuviel Kaffee und entweder Drum'n'Bass oder Jumbo Jet - meine absolute Top-Lieblingsband aller Zeiten - in den Ohren. Jetzt höre ich vor dem einschlafen noch ein bisschen Soaking Music.
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Mittwoch, März 30, 2011
the sweetest thing
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