Zuerst musste ich packen... dann kam das Zügeln.. dann war alles in Schachteln.. ist immer noch.. besonders mein Computer-Ladekabel - irgendwo verschollen und noch in keiner Kiste aufgetaucht bis jetzt.. zudem hatten wir noch kein Internet, weil wir zur zufällig nach vielen Tagen herausfanden, dass der eine Telefonanschluss im Wohnzimmer gar nicht funktioniert, und wir einen anderen benutzen müssen. Aber JETZT hab ich zumindest das Ladekabel meines Mitbewohners ausleihen dürfen, hab somit wieder einen Computer, und auch Internet. Hallo Blog!
Seit letztem Mittwoch hat meine Hebamme Rufbereitschaft für uns. Das heisst: Das Baby dürfte theoretisch jeden Moment kommen, ohne dass wir notfallmässig ins Spital müssten. Der "Geburtstermin" ist in zweieinhalb Wochen. Aber was lernte ich über den Geburtstermin? Beachte ihn nicht. Das Baby soll dann kommen, wenn es soweit ist, ob das nun zwei Wochen vorher oder zwei Wochen nachher ist, oder irgendwann dazwischen.
Gestern dachte ich schon, es sei soweit. Ich war ziemlich aktiv, aber fand nicht, ich hätte übertrieben. Am frühen Abend fing es dann an mit den "Harten Bäuchen", den Übungswehen... aber dann kamen sie so häufig und regelmässig, eigentlich fast andauernd, und auch noch zum Teil schmerzhaft, dass ich mir nicht mehr sicher war, ob das noch eine Übung ist oder nicht.. Was mich sehr stresste!! Ich bin noch überhaupt nicht parat!! Innerlich nicht, aber vor allem von den Umständen her:
Zuerst will ich zumindest meine Kleider im Schrank haben, der erst noch aufgebaut werden muss. Die Bücherkisten sollen wenigstens bei den noch aufzubauenden Gestellen sein, damit es Platz gibt für den Wickeltisch. Und bis vor drei Tagen hatte ich die Babykleider, die ich bekommen hatte, noch nicht mal ausgepackt, geschweige denn gewaschen und (aus-)sortiert. Zudem: Wir haben noch gar kein Möbel für die Babykleider. Ich wasche sie also, und dann wohin damit? Inzwischen beschloss ich, ein anderes Möbel vorerst umzufunktionieren für Babysachen.
Dasselbe mit den Windeln: Aus ökologischen, gesundheitlichen und finanziellen Gründen wollen wir mit Stoffwindeln wickeln. Das bedeutet aber: Eine grosse Anfangsinvestition! Aber bereits beim zweiten Kind werden wir theoretisch NULL Franken ausgeben müssen fürs Wickeln. Nun, wir bekamen zwei Schachteln voller gebrauchter Stoffwindeln, zum Teil waren die schon für zwei Generationen benutzt worden. Sie sind weder fleckig noch stinken sie, aber sie sind deutlich benutzt. Dafür sind sie umso saugfähiger. Nichtdestotrotz ist dieses altbewährte System eher "klobig", gross,.. - unschön. Es gibt heute so wunderschöne, herzige und unterschiedliche Stoffwindelsysteme, dass man am liebsten grad alles kaufen würde.
Was also tun? Endlich hatte ich mal Zeit, mir alles in Ruhe anzuschauen. Alles uralte, das mich fast ein wenig grauste, sortierte ich direkt aus. Ich konnte aber zum Teil den Saugkern - häufig ein Gazetuch - rausnehmen und waschen. Das werde ich dann zusammen mit dem Neuen wiederverwenden. Anderes war zwar deutlich gebraucht, aber immer noch gut, praktisch, und perfekt kombinierbar mit neuen Überhöschen. Bloss sind sie zu gross für ein Neugeborenes. Unsere Kompromisslösung:
- Für den Beginn brauchen wir das "Faltwindelsystem": Das heisst, das Baby macht sein Geschäft auf eine saugkräftige Einlage - "Nuscheli", Baumwoll/Bambus/Hanf-Einlage. Diese Einlage wird ja dann nass und schmutzig. Sie ist also umhüllt von einem Überhöschen, welches alles Nasse drinnen behält. Wir hatten Plastik-Überhöschen erhalten, die schon seit gefühlt 1792 in Gebrauch waren. Weg damit! Wir bestellten uns nun für ein halbes Vermögen neue, die aber erstens viel besseres Material sind - angenehmer für alle - zweitens sehr hübsch und herzig aussehen mit ihren verschiedenen Mustern und Farben, und drittens sehr gut im Schnitt sind: Nicht so riesig und doch bequem und satt anliegend. Von diesen haben wir nun genug, bis das Baby so 4.5 kg. schwer ist. Für die Einlagen bestellten wir ein paar neue, aber benutzen vor allem all die Sachen, die wir bekommen hatten. Die wurden und werden alle noch von mir gewaschen und dann schön vorgefaltet.
- Wenn das Baby grösser ist - und es wird schnell 4.5kg erreicht haben - steigen wir um auf das "Höschensystem". Das sind fertige Stoffwindeln, von denen wir ziemlich viele erhalten haben und wohl keine oder nur wenige dazukaufen müssen. Über die kommen auch Überhöschen, die wir noch neu bestellen müssen, weil wir ja die grössere Grösse brauchen werden. Danach sollten wir aber ausgerüstet sein, und da wir alles in neutralen Farben bestellen, werden wir es auch für die nächsten paar Kinder weiterbenutzen können!
Zudem werden wir probieren, auf die Zeichen des Babys zu achten. Merken wir, dass es mal muss, vor allem gaglen, ziehen wir die Windel aus und halten es über ein Töpfchen. Ich hab schon von einigen Bekannten gehört, dass es oft sehr gut funktioniert, und dass Neugeborene sich nicht gern entleeren, wenn sie dann darin liegen müssen. Das ist wie natürlich angeboren. Das in-Windeln-machen wird eigentlich anerzogen, und muss dann später wieder aberzogen werden. Wir werden's sehen! Aber je öfter das Abhalten funktioniert, desto weniger Windeln werden wir brauchen und desto weniger Wäsche haben.
Eine komplett neue Welt für mich, aber so langsam langsam beginne ich, mich damit auszukennen..
1 Kommentar:
O spannend! Freue mich mega auf mein Neffe / meine Nichte. Can't wait to see you all in Brazil soon!
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