Es wird einem nie langweilig.
Nach dem verhältnismässig billigen Kauf unseres Töffs gaben wir ein vielfaches davon aus für die passende Kleidung. Wir hatten Kleider ausgeliehen/geschenkt bekommen, aber alles so XL-Sachen für uns zwei, die wir ja erst grad 7-10kg abgenommen haben... Das wäre kein Problem, aber die Schoner in den Kleidern sitzen dann nicht dort, wo sie sollten. Und wenn man so im Regen über die Autobahn brettert, realisiert man schon, dass das anders ist als im Auto... ohne irgendwelchen Schutz, wenn man fallen würde oder angefahren... Darum entschieden wir uns, viel Geld zu investieren in einen Helm, der auch sitzt, und eben weitere Schutzkleidung. Die können wir schliesslich ein Leben lang behalten.
Was wir aber noch brauchten, waren Seitentaschen. Uns wurde ein Laden angegeben, der in 10 Minuten Fahrt erreichbar ist und in einer halben Stunde schliessen würde... Ich hatte noch keine Schutzhose, weil die erst noch bestellt werden muss, aber für 10min würde das schon gehen... nichts wie hin. Kaum angekommen sahen wir, dass dort Betriebsferien sind... hmm... wir wussten aber noch von einem anderen Laden, der eine halbe Stunde entfernt in der Nähe von Bern ist, und der noch länger geöffnet ist... sollen wir hin? Auch ohne meine Motorradhose? Ja ok, machen wir. Schliesslich haben wir die nächsten paar Wochen kaum mehr gemeinsame freie Tage. Wir nehmen aber nicht die Autobahn, sondern fahren über Land.
Natürlich verfuhren wir uns. Anstatt in einer halben Stunde, kamen wir nach einer Stunde Fahrt an... Das mit den Seitentaschen wurde leider nichts, dafür kauften wir eine Aktions-Tanktasche - also für vorne auf dem Tank, zwischen Fahrer und Lenkrad.
Es war inzwischen 20 Uhr, und Regenwolken zogen auf. Wir prüften, ob wir noch Benzin haben, und sahen, dass es noch hat. Wie lange es reicht, wussten wir noch nicht, wir haben ja noch kaum Erfahrungswerte. Der Vorbesitzer sagte uns, ein Tank reiche für 180km.... seit dem letzten Tanken waren wir 80km gefahren. Aber der Tank war schon ziemlich leer... wir beschlossen, auf der Rückfahrt sicherheitshalber irgendwo tanken zu gehen...
Wiederum wollten wir auf Hauptstrassen zurück, aber um die Stadt Bern zu umfahren beschlossen wir, für diesen Abschnitt die Autobahn zu benutzen. Ich in Jeans, und meine Leuchtweste hatte ich auch nicht dabei wie sonst immer wenn es regnerisch/dunkel wird... man ahnt, was jetzt kommt:
Mitten auf der Autobahn, auf der linken Überholspur, begann das Motorrad zu stottern und der Motor stellte bald ganz ab.... Pannenlicht gibt's ja nicht.... hinter uns brausen Autos und Lastwagen heran..... wir so "ähm.... mal irgendwie auf den Pannenstreifen rollen?!".... unversehrt kamen wir dort an, phu... was könnte das Problem sein???? Ein Schaden? Oder doch nicht etwa....... ...Benzin???? Es musste fast das Benzin sein...
Glück im Unglück: Wir befanden uns in der Nähe einer Ausfahrt, am Stadtrand. Es hatte zwar weit und breit keine Tankstelle, aber ich beschloss, mal loszulaufen, während Gianni beim Töff blieb.. Da wir keine FreundInnen mit Auto haben, wollte ich gerade einen Bekannten mit Auto anrufen (mit praktisch leerem Akku), ob er mich eventuell abholen könnte, und genau da hielt ein Auto neben mir an mit zwei Engeln: "Brauchst du Hilfe?" - "äh ja, kennt ihr grad eine Tankstelle in der Nähe?" - ...sie sagten mir, ich solle einsteigen, und fuhren durch die halbe Stadt zu einer Tankstelle, die auch noch einen geöffneten Shop hatte, so dass ich auch einen Kanister kaufen konnte. Es hatte noch genau EINEN Kanister!!!! Mit zittrigen Händen füllte ich die 5 Liter rettendes Benzin hinein, ging mit zitternden Händen bezahlen (ich konnte kaum den Pin-Code meiner Karte eingeben, so sehr zitterte ich), und dann fuhren die zwei Frauen doch tatsächlich aus der Stadt heraus, um auf die Autobahn zu gelangen, so dass sie kurz darauf direkt vor unserem Motorrad halten konnten.
Wir füllten etwa 3 Liter Benzin in den Tank, die andern 2 Liter flossen daneben (das Verhältnis war wohl etwas besser, fühlte sich aber so an), und dann kam die Stunde der Wahrheit: .........und der Motor sprang an!!!!!!!!!!!!!!!!
Wir verabschiedeten unsere Retterinnen, fuhren los, und nahmen gleich die nächste Abfahrt, um volltanken zu gehen. Es begann zu regnen und es war dunkel. Ich kaufte somit auch eine Leuchtweste, und wir entschieden uns für die Autobahn: Wir wollten nur noch nach Hause. Im Regen fuhren wir die 30-40min nach Hause, ich in Jeans, aber egal, nur nach Hause.
Uff.. alles gut gegangen. Jetzt kennen wir wenigstens das Limit unseres Tanks.

1 Kommentar:
wer keine Abenteuer hat, der schafft sich so ein Gefährt an.
Es soll euch ein guter und pannenfreier Gefährte sein!
(wenn ichs mir recht überlege ... schon wieder ein Motorradsegen. Hm.)
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hängt vielleicht damit zusammen, dass ich seit Tagen das selbe Worterkennungswort abgefragt kriege.
Photo Sphere.
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