Vor dem heutigen Wintereinbruch hatten wir richtig schönes Wetter. Doch ich freute mich über den Regen und Schnee..... - Pause vom Terrassenwetter, das zwar herrlich ist zum arbeiten, aber zeitweise auch streng... Am Freitagmittag wurden wir völlig überrannt von Gästen. Wir waren noch am aufdecken. Ich blinzelte einmal und - wusch! - war jeder Tisch besetzt.
Sprechen wir nicht mehr darüber.
Das war auch eines der einzigen Male, wo ich in der Zimmerstunde nach Hause ging und weinte. Das letzte Mal war mir so etwas passiert, als ich im Speisewagen arbeitete. Da stand der Zug am Genfer Flughafen und wartete 20 Minuten, bevor er zurück fuhr. Ich lag am Boden und weinte. Danach wusch ich himalayagrosse Berge von Geschirr. Mit meinen Tränen.
Anyway. Ich bin daran, mich für einen Masterstudiengang zu bewerben. Ausserdem sind nächste Woche Wahlen, und ich finde mich vor einem Haufen Papiere, die alle voller Köpfe, Namen, Kurz-Steckbriefe sind. Wen wählen, wenn man keine kennt? Hilfe brachte erst smartvote, und im Zweifelsfall weiss ich: Der mit dem fetten Bart, den wähle ich!
Eine der wichtigsten Lektionen, die ich in den vergangenen Jahren für mich gelernt habe, ist es, an Anlässen nicht teilzunehmen. Gerade in Redding liefen jeden Abend mindestens drei Sachen, bei denen ich gerne dabei sein wollte. Und regelmässig kam ich im Anschluss an so etwas nach Hause und rastete Freundinnen gegenüber aus, war völlig am Ende, oder schloss mich für einige Zeiten in meinem Zimmer ein. Auch plagten mich Fragen wie "bin ich zuwenig sozial, wenn ich lieber 40min mit dem Velo heimfahre, als 10min zu warten und dann mit FreundInnen mit dem Auto mitzufahren?"
Endlich endlich, durch zwei Blog-Leserinnen, kam ich auf das Thema Hochsensibilität. Jetzt weiss ich, dass auch wenn es hart ist, bei vielem Nein zu sagen und meistens nicht dabei zu sein, so ist es doch das Gesündeste für mich und meine Ehe. Manchmal, ja, da muss ich mich überwinden, und es wird super. Aber ich tappte bereits zu oft in diese Falle, und endete dann in einem emotionalen Desaster. Mehr als ein Anlass pro Woche liegt kaum drin...
So ist meine Herausforderung in diesem Thema, dass ich Beziehungen liebe, gerne dabei bin, aber dass ich mich nur bödelen kann, auftanken und mich ausrichten kann, wenn ich alleine bin. Das bin ich aktuell grad, und drum schreibe ich auch endlich wieder mal einen Blogbeitrag.
5 Kommentare:
Das schweizer Wort der Woche wird:
BÖDELEN.
Sehr süß!
Auf deutsch ist es (thematisch eng dran) "erden".
Davon abgesehen hätt ich gern gewusst, was die Zimmerstunde ist.
Ah! Erden! Ich hab mich noch gefragt, wie man das auf deutsch sagt.
Zimmerstunde ist gängige Praxis in der Gastronomie: Man arbeitet während dem Mittagsservice, hat dann am Nachmittag, wenn die Küche zu ist und es weniger Gäste hat, Pause, und geht am Abend wieder arbeiten. Der Ausdruck kommt wohl daher, dass in Touristengebieten oder bei Saisonjobs das Personal gleich im Hotel in Personalzimmern oder Personalhäusern wohnte, und dann eben in der Pause nicht nach Hause, sondern ins Zimmer ging.
Salome du bisch eifach super! :) Sehr ähnlech wie du hanig ide letschte Wuche viu zweni Zyt gha zum uftanke und allei si.(vorauem tanki fasch nume uf weni allei bi und bim schlafe) Ig weiss zwar dasi hochsensibel bi, aber vergisses immer wieder, bises när fasch e chli ds spät isch und ig nume no erschöpft bi. Ds mit de Aläss hani vorauem im zwöite haube Jahr vom 1st year gmerkt. Am Schluss bini fasch niene meh häre und am Afang 1-2 Sach pro Abe (everything was so exciting :) Aber zum Glück isch Gott nid im Stress...Häb e guete Tag
danke für die Zimmerstunde.
Und als ich gestern mein Sozo hatte, fühlte ich mich mehr und mehr gebödelt.
(dumm nur, dass es so viele gemeinsame Buchstaben mit blödeln hat...)
wie wahr…
miss you here…wäre cool, wieder mal vegan zu essen! inkl. schoggimousse! :)
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