Donnerstag, Februar 17, 2011

Flauschige Häfen, geschützte Felder, und Muskelkater

Ich kaufte mir ja bekanntlich ein neues Velo, und es ist herrlich, darauf zu fahren. Komischerweise hatte ich Muskelkater, die ersten Tage! Heute realisierte ich, dass Muskeln aktiviert werden, die vorher nicht gross benutzt wurden, weil ich anders sitze, weil die Gänge anders sind, die Rahmengrösse. Ich habe ein besseres Velo und erstmal Muskelkater.
Dies brachte mich darauf, dass während meiner BSSM Zeit einige grosse "root-issues" hervorkamen bei mir. Diese kumulierten sich zum Teil so sehr, dass ich mich fragte, ob ich irgendwas falsch mache oder was. Aber ich glaub ich bin hier wie in einer geschützten Werkstätte, in einem sicheren Hafen, in einem blumigen Feld, in einem flauschigen Nest (ok ok, ich höre auf, you get the point) - so dass Gott mehr issues aufzeigen kann als vielleicht sonst. Und auch, weil ein gewisses "corporate anointing" da ist: Wenn viele Menschen zusammen dasselbe wollen, z.B. Gott näherkommen, innere Heilung, den Heiligen Geist wirken lassen etc. Oder schon nur wenn viele Menschen zusammen Gott anbeten. So entsteht Raum für Freiheit, Heilung.

Ich hab das jetzt nicht gross durchdacht, aber ich finds schön. Auch wenn man nicht hier ist, gilt natürlich genauso: Gott bringt immer das zur Sprache, was man zu dem Zeitpunkt auch bewältigen kann. Man muss überhaupt nicht sein ganzes Leben bis in die 7.Generation hinein zurückverfolgen und überall den teufel sehen und issues die man auch noch haben könnte. Vater Gott und Jesus und der Heilige Geist gehen den Weg mit einem und zeigen einem eine Avenue of Healing, wenn etwas hervorkommt.

So auch heute. Ich ging ins Prayerhouse, holte mein neues Prayerjournal hervor, welches 3 Kategorien hat, und schrieb schön in jede Kategorie, für was ich heute beten würde. hahaha!!! Netter Plan! (vor allem, weil ich sonst nie solche Pläne und Listen habe!!! Heute war das erste - und letzte?! Mal) Als ich mich erstmal zum soaken aufs Kissen legte, kam der Heilige Geist und zeigte mir einen schön gejäteten Garten (etwas, was ich in meinem irdischen Leben nie zur Vollkommenheit brachte, wenn überhaupt zu einem Anfang...). Und dann kam seine Hand ins Gartenbild und sie grub sich tief in die Erde und zog eine grosse Wurzel heraus. O-oo.. Und dann führte er mich liebevoll Schritt um Schritt durch die Klärung, als wäre es das Normalste der Welt, so schnell in einer Stunde. Meine netten Gebetspläne sahen lächerlich aus daneben. Ich lächelte daneben. Und nachher.

Am Nachmittag, während Ernestyna sich mit ukrainischen Taxifahren im Polizeiauto über Grapefruits unterhielt, ging es gleich weiter mit dem Heiligen Geist. I love him so much.

So, jetzt noch Heavy Rain fertig lesen und morgen ist Festival of Cultures, das event des Jahres!!

Sind das eigentlich Ernestynas FlipFlops unter meinem Bett?

Montag, Februar 14, 2011

Mit Hesekiel zusammen Chai-Tee trinken

Nach einigen Wochen ohne Regen - äusserst unüblich für diese Saison - haben schon überall Bäume zu blühen begonnen. Ich blühte auch auf, als ich mir letzte Woche ein Velo kaufte (oberstes Bild). Heute ist aber der Regen zurückgekehrt. Wir machten uns zu acht auf, unter Ernestynas Führung die Thriftstores von Redding zu erobern. Wegen Hausaufgaben blieb es aber bei nur zwei Thriftstores und dem super-bio-natürlich-gesunden Orchard's (mittleres Bild). Ich ergatterte einen Handgepäck-Rollkoffer, eine USA-Karte und einen Spanisch-english dictionary. Und eine fairtrade(!)-Gesichtscrème. hammer hammer hammer!

Da wie gesagt draussen der Regen regiert, nutzte ich diese Rahmenbedingung, um im "Heavy Rain" Buch von Kris Vallotton weiterzulesen. Siehe unterstes Bild. Mann, ich mache in diesem Buch so viele Ausrufezeichen, dass ganze Buch seine eigene Zusammenfassung der wichtigsten Punkte bildet. Im ersten Kapitel ging es um den "Denomiationalism" oder so, wie dumm es ist, sich nur über gemeinsame Konsense und Theologien zu verbünden oder eben zu entzweien. Im zweiten Kapitel geht es darum, dass die "Kirche" vom Bethesda-Pool-Modell zum Hesekiel-Fluss-Modell geht. Im Teich von Bethesda versammelten sich die Leute, und versuchten bei einer günstigen Gelegenheit gesund zu werden. Das ist das Modell Kirche/Gemeinde, wenn sich Leute um PastorInnen/HirtInnen herum sammeln und es vor allem darum geht, zusammen glücklich zu sein, gesund zu werden. Das ist dann meist eine Kirche, in der es darum geht, dass sich alle wohl fühlen, keine Risiken eingegangen werden und der es eigentlich egal ist, wie die Welt darum herum aussieht. Beim Fluss von Hesekiel hingegen ist es so, dass die Kirche/Gemeinde um ApostelInnen herum ist. Von der Kirche aus gehen alle ChristInnen ausgerüstet und gesund hinaus, um den Himmel auf die Erde zu bringen: Kranke werden geheilt, Kriminalitätsrate sinkt, Wirtschaft floriert,... Wie bei Hesekiel wird der "Fluss" grösser und tiefer, je weiter weg er von der Kirche ist.
Also man müsste eben das ganze Buch lesen, ich kann hier nicht ins Detail gehen, sonst wäre ich einfach am Buch abschreiben. I love it. Ich will sofort ins dritte Kapitel starten.

Freitag, Februar 11, 2011

Was ich von mir höre und von anderen.


Nebst Spanischkursen ist das Leben auch sonst sehr gefüllt.
Wie soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage? So geht das, wenn ich mich irgendwie fühle und ich möchte mich besser als das fühlen, freier, und dann bitte ich den Heiligen Geist mich im Gebet zu leiten und dann höre ich mich Dinge beten und denke gleichzeitig "ach so!! Das was das Problem!" und alles wird gelöst.

Wir werden auf unseren Missionstrip vorbereitet. In einem Monat bin ich schon dort.

Hier noch ein paar Zitate aus meinem Notizbuch:

Bill Johnson
:
There is an aspect in the christian life that can only be developed through perseverance, in the process between the promise and the fullfillment.
Holy is not the absence of something. It's the presence of divine nature! We can become partakers of divine nature!
We need Love and Faith. Love can't be without Faith, Faith can't be without Love. Purity and Power = Love and Faith.
If I make sure that you get what belongs to you, God makes sure that I get what belongs to me.
"Poor in spirit": Knowing that everything that happens, every breakthrough,..., only happens because of the grace of God. Absence of Poor in spirit: arrogance.
I just try to follow my heart everyday. Whatever is on my heart today.

Crystal Stiles, on Prayer:
No one else can have that relationship with God that you have. It's all about being real. It's not about doing - but all about being. Learning how to be. Get rid of the "should"!
Connect with God and find out what He's doing. Stay with Him until your heart is warm. Friendship&Intimacy first!
Be on your own journey with God.
It's your words that will create who you are. You need you, and your words!
You've got the Spirit inside of you and He's really alive, and He's inviting you to go out of the box with Him.

Kris Vallotton:
You should speak the truth in love, not love to speak the truth!
When I enjoy pointing out people's mistakes, then there's something wrong with me.
There is a time to cover, and a time to confront. Love covers a multitude of sins!
Have you heard from God TODAY? Do you depend on Sunday morning to be fed?
It's important to know and live by the current word. (Wie Abraham, der den Auftrag hatte, Isaak zu opfern. Aber der Auftrag änderte sich total!). Give us our DAILY bread.

Chris Overstreet:
You got a license to love the hell out of people.

Bill Johnson:
Whatever part of your life you feed will become strong.
You only live in a war when you live in two worlds at the same time.
Most of what troubles believers is completely unnecessary.
Fellowship: Exchange of life.
Learn the difference of what is brought to you automatically, and what you have to pursue.
Create room for God to show up.
Be free to dream, to pursue, to go after Him! There are things available for us!
Don't go back into what you're good at.
You won't have multiplication until you start giving away what you have. The disciples missed the fact that the bread did not multiply in Jeuss hands. He said: You feed them.
When God gives a command, He gives the capacity!!
No freshly spoken word of God will ever come to you that does not contain its own ability to perform itself.

Sonntag, Februar 06, 2011

Wie ich von der möchtegern Hausbesetzerin zur möchtegern Housesitterin wurde



Man muss die richtigen FreundInnen haben für gewisse Sachen. Da wurde doch tatsächlich eine Familie, die mit mir im First Year ist, von jemandem gefragt, ob sie ein halbes Jahr für nochmal eine andere Familie ein Haus "sitten" wollen. Haha, ein Haus! Es ist eine Villa, die man etwa 10km ausserhalb des Stadtzentrums findet, auf einem Hügel. Das Badezimmer ist nach Osten gerichtet, wo man den Lassen Vulkan sieht. Wenn man morgens duscht, scheint die Morgensonne durch Fenster und Dusch-schiebetür und man hat Regenbogen auf dem Körper. Wenn abends die Sonne untergeht, scheint sie durch die Fenster in der Eingangshalle und auf den Kronleuchter, so dass wie von einer riesigen Discokugel in der ganzen Eingangshalle Lichtpunkte auf die Wände gestreut werden.
Im Garten steht ein blühender Baum, der meine Mutter zu sein scheint, seit ich neuerdings mit Blumen im Haar herumlaufe.

Heute also an diesem wunderbaren Ort eine Überraschungs-Geburtstagsparty für eine Mitstudentin, die lustigerweise zwei Dörfer entfernt von mir aufgewachsen ist. Ihr Mann dachte bis zu meinem Geburtstag immer, ich sei die kleine Schwester meiner kleinen Schwester. Ich weiss noch nicht, was ich davon halten soll......

Eine andere Berner Studentin aus dem 2nd year ist hochschwanger, sie wird auch "the double woman" genannt - wenn nicht sogar "the bubble woman". Ernestyna bereitete sie heute schon mal darauf vor, wie ihr Baby unmittelbar nach dem Schlüpfen dreinschauen könnte.

Samstag, Februar 05, 2011

Banovs im Haus

Georgian und Winnie Banov... aaah! Ich liebe die zwei so fest! Sie waren zwei Tage da. Sie haben so eine Liebe in sich. Und Winnie scheint von einem anderen Planeten zu sein.

Seit einigen Jahren gehen sie mehrmals pro Jahr von Garbage Dump zu Garbage Dump, rings um die Welt. Georgian nennt seine Frau "Queen of the Garbage Dumps". Das Lustige ist, dass sie früher in der Parfumbranche gearbeitet hat. Heute gehen sie mit Geige und Gitarre in die Slums, auf die Abfallberge der Welt, suchen gezielt die Ärmsten der Armen, die Vergessensten der Vergessenen, um sie einfach zu lieben, ihnen Essen zu bringen, für sie Lieder zu spielen, sie zu umarmen.

Einmal gingen sie in ein palästinensisches Lager. Es war von einer hohen Mauer umgeben, und die israelische Armee ging nur mit gepanzerten Fahrzeugen oder Panzern hinein. Georgian und Winnie waren mit einem Bus voller AmerikanerInnen dort. Ihr Reiseführer, der dort drin lebte und lustigerweise "Jihad" hiess, sagte ihnen, sie seien lebensmüde, wenn sie ins Lager reingingen. Denn dort drinnen gäbe es massenhaft Leute, die liebendgerne einen Bus voller Amerikaner in die Luft sprengen wollen. Georgian sagte etwas wie "So here we are, if you wanna kill us, kill us. But please eat first!". Und sie gingen rein und hatten Essen für 500 Kinder dabei oder so.. Our Jesus told us to visit those who are in prison and to feed those who are hungry. We love you. Und sie gaben allen Kindern zu essen und umarmten ihre vor Verblüffung erstarrten Eltern.

Heute sagten sie uns, sie wollen uns für unseren Missionstrip trainieren: Streckt eure Arme aus (seitwärts). Wir taten es. Now hug somebody. Wir umarmten jemanden. That's all you need to know.

Das mag ich. Keine komplizierte, ausgeklügelte supergeistliche Konzepte. Einfach Liebe, purer Jesus.

Mittwoch, Februar 02, 2011

28*28*28*28*28*28*28*28*28*28*28*28*

WOW WOW WOW

Ich bin vermutlich die gesegnetste Frau der Welt. Was für ein Geburtstag...!!!

Zuerst der Sonnenaufgang und die Schneeberge am Horizont. Dazu einen Kaffee. Alles draussen auf Felsen. Dazu mit meiner Mam und meiner Grossmutter telefonieren. Die Tageslosung lesen, welche unglaublich ist. Dann nach Hause, mit Ernestyna Kaffee trinken und frisch für mich gebackene Cookies essen. Zu Freundinnen fahren und unglaubliche Pancakes mit unglaublich vielen frisch geschnittenen Früchten essen. Dann Schule, mein Lieblingstag, Dienstag, mit langer Worshipzeit. Anschliessend Bill. Dann AMT's, und es kommt noch besser. Im AMT (meines zum Thema "Gebet/Intimität") kriegen wir den Auftrag, Vater Gott zu fragen, was er über uns denkt. Kaum frage ich, beginnt es mir schon zu schreiben. Am Schluss liege ich auf dem Boden und weine vor Glück, und kann nicht mehr aufstehen. Als Freunde mich und mein Velo nach Hause fahren, sind schon andere FreundInnen bei mir zu Hause und fleissig am kochen. Erne macht ihre atemFÜLLENDE Knoblauchpesto; Marco würde im 7.Himmel schweben, könnte er davon kosten. Es sind etwa 12 Leute da, und nach dem Essen gibt es frisch gebackene Torte von meiner Mitbewohnerin und Glacé. Dann prophezeien alle über mich, wow wow wow. Und beten... Und dann, als man schon denkt, es könne nicht mehr besser werden, kommt eine Ganzkörpermassage!!!!!! Inkl. Finger, Zehen, Gesicht,....!!! Während ich massiert werde, spielen andere Lieder auf der Gitarre, z.B. von Mani Matter, oder jonglieren mit Billardbällen dass mir der Atem stockt. Zum Abschluss hören wir DC Talk und Franz Ferdinand und spielen Billard. Ich gewinne knapp und mit Hilfe von Eli Eli. Vielleicht liess mich Erne einfach gewinnen.

Ich bin die glücklichste Frau die mir je begegnet ist.

Dienstag, Februar 01, 2011

Erster Februar MEZ und PST



Gestern machten Ernestyna und ich einen atemberaubenden Ausflug an den Sacramento River. Naherholungsgebiete. Bisher war mir das ein Fremdwort. Nun wohne ich schon 4 Monate da und war noch nie am Sacramento River, bzw. noch nie einfach so, in der Freizeit. Gestern wurde es wirklich Zeit, obwohl ich ja dachte, ich hätte keine Zeit. Wir sahen die Adler (unterstes Foto), und auf der Rückfahrt flog einer der beiden sogar eine Runde. Wir verloren uns im Thriftstore, und als wir mit unseren Fundstücken (siehe mittleres Foto, der Hut) herauskamen, klebte an unseren Velos ein "1$"-Preisschild. Wir sassen am Fluss und assen Darvida. Es war wunderbar!

Ansonsten: Kinder hüten inkl. Zeichenstunde, der erste Sonnenbrand der Saison, Geburtstagfeiern, Sonnenaufgang schauen, und immer wieder: Kaffee trinken. Jetzt gehen wir zu Freundinnen frühstücken. Yippieh!